Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1906)
- Date
- 1906-12-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 in Wien mit Steinschneider gleichzeitig Studien betrieben. Beide strebten gleiche Ziele an: die Glaubensgenossen emanzipiert zu wissen, befreit vom Drucke der Gewalt, befreit von Vorurteilen im eigenen Lager. Die Freundschaft dieser Männer ist unwandelbar geblieben bis zum heutigen Tag, sie ist echt, echt wie die beiden Männer in ihrer Gesinnungstreue. Von Sah und ssern. Der Geheime Kommerzienrat Edmund Helfft hat den Roten Adlerorden HI. Klasse, der Architekt Richard Wolffenstein den Roten Adlerorden IV. Klasse, der Stadtrat Dr. Max Weigert den Kronenorden III. Klasse erhalten. — Dem Seminarlehrer Hermann H. Rosenthal vom Lehrerseminar der jüdischen Ge" meinde ist der Kronenorden IV. Klasse verliehen worden. — Am 14. d. M. feiern ihre goldene Hochzeit Herr Burchard Weiß, ein jüngerer Bruder der in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" schon öfter erwähnten Schriftstellerin Rahel Meyer, und seine Gattin Emma, Tochter des hier 1848 verstorbenen Jsaac Philipp, welcher dem Vorstande unserer Gemeinde angeh orte. — Herr Oscar Israel, bisher Lehrer an der Israelitischen Taubstummenanstalt ist zum Direktor des Lehrlingsheims in Pankow gewählt worden. -- Der „Verein für Arbeitsnachweis", begründet von den Berliner Logen U. O. B. V., Monbijouplatz 10, Fernsprecher Amt III, Nr. 2589, hat durch seine Vermittlung im Monat November 207 Personen in Stellung gebracht und außerdem noch 40 Personen! vorübergehende Beschäftigung nach gewiesen. — In Treptow an der Rega ist Herr Hugo Wolfs am 3. d. M. im 42. Lebensjahre gestorben. Derselbe war"mehrere Jahre Mitglied des Vorstandes der j dortigen jüdischen Gemeinde. — Der Mühlenbesitzer Jac. Bieber in! Schönau bei Schwetz hat den Titel Kommerzienrat erhalten. — In Danzig beabsichtigt man, ein jüdisches Krankenhaus zu bauen. : Dem dortigen Landtagsabgeordneten Stadtrat Münsterberg wurden anläßlich seiner silbernen Hochzeit viele Ovationen bereitet. — In Breslau ist der Primärarzt der chirurgischen Abteilung am israelitischen Krankenhause, Privatdozent Dr. Georg | Reinbach. im 35. Lebensjahre einem Schlaganfall erlegen. Der Verstorbene war längere Jahre Assistent bei Geheimrat Mikulicz gewesen, auf dessen Empfehlung hin er im Jahre 1901 sein Nachfolger als Chirurg des israelitischen Krankenhauses wurde. — Die israelitische Kinderheilstätte im Soolbade? Königsdorff-Jastrzemb richtet wieder an die Freunde des Skatspiels die herzliche Bitte, auch in diesem Jahre zugunsten der armen siechen Kinder der Anstalt am bevorstehenden Ehanukahfeste, Sonntag, den 16. Dezember 1906, einen allgemeinen Skatabend zu veranstalten- Die Zusendung der Erträge an Herrn Bankvorsteher I. Steiner in Gleiwitz erbeten. — Der antisemitische Abgeordnete Raab hat sein Reichstagsmandat für Eschw^ege-Witzenhausen-Schmalkalden niedergelegt, nachdem es die Wahlprüfungskommission für ungültig erkärt hatte. — In Oevelgönne (Oldenburg) wurde dieser Tage die Synagoge durch den Auktionator verkauft. Sie wurde schon seit vielen Jahren nicht mehr benutzt, da sie halb verfallen ist und am Platze auch nur noch ein einziger Jude wohnt. — In Gießen ist > am 7. d. M. der ordentliche Professor der Theologie an der Universität; Geh. Kirchenrat Stade gestorben. Derselbe war einer der gelehrtesten! — Beider Deutschen Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt a. G. in Hannover waren im Monat November 1906 in den beiden von der Anstalt betriebenen Geschäftszweigen, der Militärdien st Versicherung und Lebensversicherung (auch Töchterj Versorgung), zu erledigen: 964 Anträge über Mark - 2 060 020,— Versicherungs-Kapital. Von Errichtung der! Anstalt (1878) bis Ende November 1906 gingen ein 405 767 Anträge über Mark 577 280 500,— Versicherungs-Kapital. Die Auszahlungen an Versicherungssumme, Prämienrückgewähr rc. im Laufe des Jahres 1905 betrugen rund Mark 10000000,—, die Gesamtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt rund Mark 70 000000,—. Bennögensbestand 130 Millionen Mark. Kenner des biblischen Altertums. Seine „Zeitschrift für alttestamentliche Wissenschaft" war lange ein Sammelpunkt der Bibelforschung, auch für jüdische Gelehrte. — Am Geburtstage des Großherzögs von Hessen wurde der praktische Arzt Dr. M. Sonnenberger zum Sanitätsarzt ernannt und dem Kaufmann Dietrich Lohn stein (beide in Worms) das hessische Ritterkreuz II.Klässe verliehen. — Bei den Landtagswahlen in Württemberg hatten die verschiedenen Parteien nur zwei Inden als Kandidaten aufgestellt, nämlich die Volkspartei für die Stadt Ulm den dortigen Rechtsanwalt Dr. Meyer und die Sozialdemokraten in Stuttgart den Redakteur Haymann. Gewählt wurde nur der letztere. — In Basel wurde am 2. d. M. das erste jüdische Krankenhaus in der Schweiz, das aus freiwilligen Beiträgen errichtet wurde, feierlich seiner Bestimmung übergeben. — In einer Audienz hat Dr. Olivenbaum in Bukarest kürzlich dem König die traurige Lage der rumänischen Juden geschildert und unter Überreichung einer Denkschrift um Gewährung der Korporationsrechte an die Kultusgemeinden gebeten. Der König sagte eine Erfüllung dieses Wunsches zu. — Immer lauter wird der Protest der „Russischen Leute" gegen die Judengesetzvorlage. Der Moskauer „Russische Klub" richtete an den Zaren ein Telegramm, worin er diesen anfleht, die russischen Bauern vor der Knechtung durch die Juden zu bewahren. Die „Russischen Leute" drohen einmütig mit Pogrome, wenn der im Ministerrate eingebrachte Gesetzentwurf genehmigt wird. — „Rußkoje Znamja", das Organ der „Russischen Leute", führt der Regierung zu Gemüte, die Zulassung der Juden im Dongebiet könne dahin führen, daß die Regierung zwischen den Inden und den Kosaken werde wählen müssen. — Kurz nach dem Attentat auf den Polizeibeamten Scheremetew in Petersburg wurde seiner Frau ein Paket zugestellt, das einen Dolch enthielt mit der Aufschrift: „Dem Organisator des Byalistoker Pogroms zur Erinnerung!" und den Namenszug des im Mai ermordeten Admirals Kusmitsch. — Vor kurzem plünderten abermals Milizsoldaten, die mit einem Vertreter Raisulis von diesem nach Arzila entsandt 'waren, mehrere Läden von Juden und versetzten die Bevölkerung in Aufregung. In Arzila wird eine Schreckensherrschaft ausgeübt. — Professor Dr. Bier aus Berlin hat sich nun doch entschlossen, als Leibarzt des Sultans in Konstantinopel zu bleiben. — Ein jüdisches Blatt hatte vergangene Woche gemeldet, daß Jakob H. Schiff in New Jork der Jto eine Million Dollars zur Verfügung gestellt habe. Diese Meldung ist jedoch unrichtig. Nicht der Jto, sondern dem Fonds für die Verbreitung der jüdischen Einwanderer in Amerika über das Innere des Landes hat Schiff die genannte Summe übermittelt. — In New Jork ist der Kantor Hermann Gold st ein am 9. d. M. gestorben. Er war als Komponist von Synagogenmusik bekannt und lange Zeit Vorsitzender des amerikanischen Kantorenverbandes. — Der Richter Mayer Sulzberger in Philadelphia, der jüngst zum Vorsitzenden des amerikanisch-jüdischen Komitees gewählt wurde, soll, dortigen Blättern zufolge, von der republikanischen Partei als Kandidat für die Bürgermeisterwahl aufgestellt werden. — In Brooklyn ist am 15. d. M. Reverend Raphael Benjamin im 61. Lebensjahre gestorben. Er hat 1887 die Zeremonie der Uebergabe des Garfield- Denkmals in Cincinnati vollzogen. Wie wir vernehmen, ist in den berühmten Heilstätten für Lungenkranke von Davos, Arosa, Leysin, Bozen, Meran und in mehreren großen Universitätskliniken das neue Mittel Hiftosan mit so auffallend günstigem Erfolg gegen Lungenleiden, Bronchitis und andere Erkrankungen der Atmungsorgane erprobt worden, daß zahlreiche Professoren und Aerzte jetzt fast ausschließlich dieses Mittel zur Behandlung der genannten Krankheiten anwenden. Nach einem in der „Medizinischen Klinik", Wochenschrift für praktische Aerzte, Berlin, veröffentlichten Bericht der I. mediz. Abteilung der Wiener allgemeinen Poliklinik (Vorstand Prof. Dr. von Stoffella d'alta Rupe) wirkt das Hiftosan auch bei der mit Lungenleiden oft verbundenen Anämie (Blutarmut) ganz vorzüglich, denn bei sämtlichen Patienten, zumeist chlorotischen Mädchen oder Rekonvaleszenten, konnte man sehr bald Besserung des Allgemeinbefindens, Zunahme des Körpergewichtes, Schwinden der durch die Anämie bedingten Erscheinungen, wie Kopfschmerz, Herzklopfen, bemerken. Es ist dies ein sehr bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Medizin, weil blutarme Personen von jetzt ab keins von den meist schädlichen Eisenmitteln mehr einzunehmen brauchen, sondern viel leichter uUd schneller mit Dr. Fehrlins Hiftosan kuriert werden können. Hiftosan ist in den Apotheken, oder, wo nicht vorrätig, direkt franko erhältlich von Dr. Fehrlins Histosan- Depot Schaffhausen (Schweiz) oder Singen (Baden).