Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1906)
- Date
- 1906-11-09
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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- Vilnius 2× ep/1000947
- Minsk 1× ep/1000754
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-r- 4 -- ■ lunu Präsidium berichtet, das; während der verflossenen 'Monate aus den gemeinsamen Aiitieln der Hilfsorganisationen nach Bialystok 77 000 Rubel (ca. 183 000 Kranen), nach Siedlee 60 000 Nudel (ca. 150 000 Kronen) gesandt wurden. In derselben Sitzung wurden aus den eigenen Mitteln der Wiener Allianz zugunstender durch die Judenverfolgungen tu große Not geratenen 'Wohltatigkeitsanstalten in Wilna, Kowno und Minsk 2600 Rubel (ca. 6500 Kronen), der Edler von Lämel-Schule in Jerusalem für drei Jahre eine Subvention von 3000 Kronen jährlich und einer Reihe von Kultusgemelnden und Minjanvereinen zur Erhaltung des jüdischen Religionsunterrichts an den betreffenden Orten Subventionen bewilligt. — Durch Verordnung des Unterrichtsministeriums ist für die galizischen Hochschulen die Einrichtung getroffen worden, das; die Studenten bei der Einschreibung statt der Nationalität die Muttersprache anzugeben haben. Die zionistischen Studenten haben daraufhin den Beschluß gefaßt, da^ Hebräische als ihre Muttersprache anzumelden. Wie viele von ihnen wirklich Hebräisch sprechen oder auch nur verstehen, ist freilich eine andere Frage.; 1 Vun Wh und Fern. — Der Geheime Kommerzienrat I. Loewe hat anläßlich der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung den Kronenorden III. Klasse erhalten. — Der Bankier Alfred Simousoh,n hat den Titel Kommerzienrat erhalten. — Der Magistrat von Schöneberg hat beschlossen, zu Ehren des Kommerzienrats Haberland eine Straße mit dem Namen „Haberlandstraße" zu benennen. Oberbürgermeister Wilde überbrachte diese Nachricht dem Jubilar bei einem Feste, das aus Anlaß des 70. Geburtstages unter Beteiligung weiter Kreise stattfand, als Geburtstagsüberraschung. — Ein auffälliger Unterschied im Alkoholgenuß zeigt sich je nach der Konfession: unter den Katholiken die geringste Zahl Abstinenzler (12 Prozent), unter den Israeliten die größte (20 Prozent), in der Mitte die Protestanten mit 16 Prozent; umgekehrt finden sich eigentliche Trinker (Kinder, die entweder regelmäßig Schnaps oder täglich einen halben Liter Bier und darüber erhalten) bei den Katholiken am meisten <18 Prozent), bei den Israeliten am wenigsten (4,5 Prozent), in der Mitte wieder die Prolestanten mit 9 Prozent. Daß nicht die Religion an sich die Ursache dieses Verhaltens ist, sondern das soziale Niveau, bedarf wohl kaum der Erörterung. — In Bereut wurde der Tabaksabrikant M. Kallmann zum unbesoldeten Magistratsmitgliede gewählt und bestätigt. — Auf dem jüdischen Friedhöfe in Myslowitz haben zwei Arbeiter mehr als zwanzig Marmordenkmäler in hohem Werte zerstört. Sie sind beide verhaftet. — Eine Pensions- und Reliktenkasse soll demnächst für die israelitischen Prediger und Lehrer in Anhalt geschaffen werden. Die Kaffe soll nach dem Prinzip der Gelchsktlichr Mtireu. — Wir machen unsere Leser, die beabsichtigen, nach der Riviera I zu reisen, darauf aufmerksam, daß sich nunmehr auch in Monaco > eine deutsche Apotheke befindet. Nachdem der Fürst von Monaco Herrn Apotheker Dr. Glinmann die Konzession zum Betriebe einer Apotheke erteilt hat, ist die „Pharmacie Internationale“ in dem Stadr- Änhaltischen Staats- und Kotnuiunalbeamtrn-Pcnsionskasse begründet weiten. . Der Grundstock wird aus der v. Cohn-Oppenheim-Stistung der israelitischen Gemeinde zu Dessau gebildet, während die jüdischen Gemeinden im Lande zn den Beiträgen herangtzzogen werden sollen. — Vom 28. bis znm 2.5. Oktober fand am Lehrerseminar in Kassel unter dem Vorsitz des Geheimen Regierungs- und Provinzialschulrats Dr. Otto die zweite Lehrerprüfung statt. Vier der Teilnehmer bestanden die Prüfung und erhielten das Recht auf definitive Anstellung..— Der langjährigen Vorsitzenden des jüdischen Waisenvereins in Mannheim, Frau Sara Noether, wurde vom Großherzog die Friedrich- Luisen-Medaille für besondere Verdienste auf sozialem Gebiete zuteil- — Das Exekutivkomitee der russischen Zionisten hat in Wilna .eine I Konferenz abgehalten. Es wurde beschlossen, einen Kongreß der Zionisten aus ganz Rußland und Polen nach Wilna einzuberufen? und demselben ein Memorandum über die Pogroms vorzulegen, das! an alle europäischen Kabinette gerichtet werden soll, um deren Jnterj vention zu erbittern — Der Generalgouverneur Skallon richtete einen i geheimen Befehl an die Regierungskommandeure in Russisch-Polen i mit der Aufforderung, die jüdischen Militärkapellmeister, deren es viele \> gibt, zu entlassen. Einer der Kommandeure legte dem General- E gonverneur daraufhin die Bitte vor, seinen Kapellmeisters der schon j zehn Jahre in seinem Regimente dient und viel zur Hebung der Aus-! bildung der Militärkapelle beigetragen hat. im Dienste belassen zu dürfen, er erhielt aber einen ablehnenden Bescheid mit der Begründung, „daß die Inden den revolutionären Geist in der Armee schüren". — | Unter der Redaktion des Kandidaten der Philosophie L. Majufis erscheint in Warschau ein neues jüdisches fortschrittliches Blatt, betitelt „Morgenblatt". Es ist ein kleines Blättchen, das' im Straßenverkauf eine Kopeke kostet. Es gibt dort schon drei solche jüdische Jargonblätter, die ausschließlich für das jüdische Proletariat bestimmt sind. — Der wissenschaftliche Sachverständige beim Generalkonsulat zu Kairo, Regiernngsbaumeister Dr. Ludwig Borchardt, hat den Professortitel erhalten. — In der stark von Juden besetzten Ostseite von New York tobt seit Wochen ein heftiger Wahlkampf, dessen Preis ein Sitz im Repräsentantenhause zu Washington ist. Bon einer Seite ist der bisherige Inhaber des Mandats, der bekannte Henry M. Goldvogle, aufgestellt, der noch im Juni dieses Jahres die neue Fremdenbill mit zu Falle bringen half. Die Republikaner haben den neuen jüdischen Beamten auf Ellis Island, dem Einwanderungshafen von Newyork, Mr. Charles S. Adler, aufgestellt. Endlich ist ihm in dem erst 1887 aus Riga eingewanderten Rechtsanwalt Morris Hilkowitz ein Gegenkandidat entstanden. — Die Tammanydemokraten haben die Juden Max Platzek und Michell L. Erlanger als Mitglieder des Höchsten Gerichtshofes nominiert, während die Republikaner ihrerseits einen Juden namens Otto A. Rosalsky zum Richter des Kriminalgerichts aufgestellt haben. teil La Gondamine 22 Rue Grimaldi in dessen Hände übergegangen. Dieselbe ist nach deutschem Muster eingerichtet und wird auch ständig in deutschem Sinn geleitet, so daß wir im Bedarfsfälle die Apotheke empfehlen. ' Der heutigen Gesamtauflage unseres Blattes liegt ein. Prospekt der Firma EMitten & lioeiiins in Frankfurt a. Main bei, den wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. LE" Auffallend *W3 günstige Heilwirkung bei Erwachsenen u. Kindern UL- Gegen Lungenkrankheiten, Katarrhe, Keuchhusten, Skrofulöse, Intluenza -»>..» -- Dr. Fehrlm’s HlSTOS AN (Eiweissverbindung1 des Brenzkatechinmonomethylaethers D. R. F. 162656) ein Mittel, welches nach Untersuchungen, im Institut zur Erforschung der Infektionskrankheiten der tlnivcrsität. Bern.', und nach den Erfahrungen in Krankenhäusern u. Sanatorien (z.B. den berühmten Heilstätten von Davos, Arosa,Leysin) durchaus zuverlässig wirkt u. deshalb unbedingt das wertvollste Mittel gegen die genannt. Krankheiten ist. Histosan { :!icrhu°ko'at,e-Tab,?tten gS lasche6' ”Mio } Nur echt mOriginalpaokunfl! In den Apotheken oder, wo nicht erhältlich, direkt zu beziehen vom Histosait-Depot Singen 976 (Baden) oder Schaffhausen 23 (Schweiz).