Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1906)
- Date
- 1906-10-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Geschäftliche Motiren. Reform-Sanatavinm. An hotelartigen Sanatorien ist wahrhaftig kein Mangel mehr, und sanatorienartige Hotels gibt es auch bereits eine Menge; man denke nur an die Häuser der hervorragendsten Sonnnerwie Winterstationen, welche. Badeeinrichtungen aller Art, Hausärzte, Masseure usw. besitzen. Soll aver auch eine derartige Einrichtung Bestiulmung und Zweck erstklassiger Häuser sein? Sollen Sanatorium und Hotel, Arzt und Wirt auch in Konkurrenz treten? Diese Frage beantwortet uns allein das Auftreten eines Reformsanatoriums in Riva am Gardasee. Das Ziel des Sanatoriums ist ja oft ein dem Hotelwesen geradezu entgegengesetztes. Eine Vereinigung solcher Gegensätze sind ein Unding, ganz unzweckmäßig, daher absolut unzulässig. Erste Häuser in den herrlichsten Alpenstativnen. an unsren blauen italienischen Mpcnseen, an den Mittelrneerküsten sind nur als E holungsstätten auszufassen, wo der sonst gesunde, aber durch Ueberanstrengung erschöpfte oder gesellschaftlich ermüdete Gast bei sonst hygienischer Lebensweise durch Ruhe unv passende Pflege alles findet, was er zur Sammlung seiner Spannkräfte hraucht. Nie und nimmer vermag ein Ernstkranker. sei es im Gebiete seiner Stoffwechselvorgänge oder anderer Organe, bei solchen Verhältnissen zu gesunden, da doch die diätetische Behandlung die erste und notigste Grundlage für iedes erfolgreiche psychiatrische Verfahren bildet. Hier darf und kann ia nicht in den kleinsten Umfängen individualisiert Herden, ohne dem Hotelwesen seinen ganzen Charakter zu rauben. Das Resorinsanatprium hat seinen unerschütterlichen, da wissenschaftlich begründeten, antiatkoholischen Standpunkt in leder Qualität wie Quantität ganz gegensätzlich zu den noch herrschenden Trinkfitten des Volkes und der Gesellschaft, von welchem doch noch immer die Prosperität vieler Häuser abhängt. Es schätzt ferner die Nahrungsmittel nicht Mehr in irrtümlicher Tradition nach ihrem Brennwerte ein. stellt sich daher auch hier durch verminderten oder ganz gemiedenen Fleischkultus in starren Widerspruch zu den Bedürfnissen und Aosichten der-meisten Gaste- und Hotelgepflogenheiten. Die Ergebnisse der neuesten biologischen Forschung bedingen aber noch weitere Differenzierung auf dem Gebiete der Ernährung. Hotel und Sanatorium sollen sich jedoch nicht allein durch diese Formen einer unteren Distinktion unterscheiden, sondern auch durch die äußeren Verhältnisse emer strengstens geregelten Lebens-und Hausordnung. Der Kranke dem Arzte uttd seinem Hause, der erholungs- oder zerstreuungsbedürstige, aber sonslgesunde Reisende dem Wirte und seiner Herberge, so loll es fürderhin allgemein werden und bleiben, und dafür soll durch bte Errichtung zahlreicher Reformsana.orten rm Geiste einer wissenschaftlichen Hygiene gesorgt werden. «i Sayn bei Coblenz. Getrennte Abteilungen für Nerven- und Gemütsleidende, Erholungsbedürftige, Morphiumkranke etc. — Zentralheizung, Wintergarten, Billard- und Lesezimmer, eigene Synagoge grosser Park. Wasserheilverfahren, Elektrothera pie, Heilgymnastik, Massage, Milch und Diätkuren, Beschäftigung in Landwirtschaft und eigenen Werkstätten. Prospekte kostenfrei. Die ärztliche Direktion: Sanitätsrat Dr. Behrendt. Dr. Rosenthal. DieVerwaltungsdirektion: B. Jacohy. •ras Weißwein eigenes Wachstum, per Liter 40.50 u 60 Pfennig. Nachnahme od. Refrenz. Fässer von 20 Litern an leihweise Station angeben. 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