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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-10-12 · Heft 41 (12.10.1906) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 41 (12.10.1906)
Date
1906-10-12
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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AiWllAL — K^ön Lg/ Dav i d A nd H^ei Kr itzh Heine. Ist der Münchener „Jugend" tziM 'erKhlt: In.der Mntersekunda eines Gymnasiums konW^M^Warrercur^^ auf die althebräische PdW M'jp^chen.iMNehL-'fich'-desorrders über die Psalmen und fügt d cMn M „Ja, meine Lieben, solche herrlichen Dichter sind-.;Mtzt.er ^dem Volke Israels.-aufgestav den, da es noch' die Wege wandeM ^dre es der Herr führje. Nachdem, es aber unsern Herrn JesüM Christum verworfen, hat der liebe Gott die Juden auch mit der Strafe geschlagen, daß er die liebliche Gäbe'des Dichtens ganz von ihnen genommen." . Ein Schüler: „Aber Heinr ich H"ei ne, Herr Pfarrer?" Der Pfarrer: „Aber mein Sohn! . . . Heinrich Heine ist doch . noch lange kein König David!" Der Schüler: „Ja, . ... aber doch ein sehr begabter Dichter —" Der Pfarrer: „Nun ja, nun ja, . . . ich bestreite ja nicht, daß Heinrich Heine talentvoll war . . * Aber er ist doch nicht so all - gemein anerkannt wie König David!" j; R e l igi o ns stunde. In einer Wiener Mittelschule , wird der einzige Israelit einer Klasse vom Direktor auf dem Gange gesehen. „Warum sind Sie nicht inder Klasse?" — „Bitte schön, Herr- Direktor, die Antisemiten haben Religionsstunde." - '. ’’ *\ ... :Der berühmte russische Bildhauer N. I. Aronfohn hat einmal eine schlichte ergreifende Darstellung von der Not und den-Eritbehrungeü gegeben,' denen er ausgesetzt war, ja selbst dann noch, als er schon längst zu den „berühmten"'Künstlern gehörte. Raum Hjitsch Aroirsohn ist rn dem kleinen Städtchen Kreslawka im Gouvernement : Witebsk als Sohn eines armen Haudelsjuden geboren und genoß nur eine mangelhafte Erziehung. Früh regte sich in ihm die Liebe zur Kunst, find mit 15 Jahren sehen wir ihn bereits in der Wilnaer! Zeichenschule. Die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, um deur Knaben dir Künstlexlaufbahn zu eröffnen, waren keine geringen. Schon in der Zeichenschule wurde seine besondere Begabung für die Bildhauerkunst erkannt. Es gelang ihm. die Aufmerksamkeit des berühmten Akademikers Trutnew auf sich zu lenken, der ihn bei seinen Arbeiten mit Rat und Tat unterstützte. Seine materielle Lage ist jedoch eine mehr wie traurige. Er hat selten etwas zu essen,, aber er läßt sich in seinem Streben nicht entmutigen. Es gelingt ihm, Freunde und Gönnerzu finden, die eine kleine Summe für ihn zusammenbriugen. So ausgerüstet begibt er sich zu seiner weiteren Ausbildung nach Paris. Bald sind die geringen Barmittel < aufgezehrt und er sieht sich wieder vor dem Nichts. Hin und wieder gelingt es ihm, kleine Arbeiten für Geschäfte zu liefern, und mit dem geringen Erlös fristet er notdürftig sein Leben. Er sagt selbst von seiner Zeit, daß -es die schwerste seines Lebens war. Währenddem arbeitet er in dw Werkstatt eines bekannten Pariser Künstlers, der seine glänzende Begabung erkennt und ihn ermutigt. Bald debütiert auch Aronsohn im Salon. Seine Arbeiten finden Anerkennung, erregen die Aufmerksamkeit maßgebender Kreise, werden in allen Zeitungen lobend besprochen, aber — nicht gekauft. Das Leben in Wilna mit fünf Kopeken pro Tag erscheint ihm im Vergleich zu dem in Paris als ein fürchterliches. Ueber lene Zeit schreibt er: „Ich hatte nur sehr selten etwas zu essen, aber ich fand den Mut, das Hungerleben zu ertragen, weil ich wußte, daß ich viele .Leidensgenossen hatte. Am 1. Januar 1896 fiel ich, vor Hunger gänzlich erschöpft, auf der Treppe meines Hauses bewußtlos nieder. Man fand mich und brachte mich nach meiner Wohnung.. Als ich wieder zum Bewußtsein gelangte, fand ich auf meinem Tisch eine Anweisung auf 2000 Franks.für meine erste verkaufte Arbeit." Aronstzhn lebt ständig in Paris in der Avenue dDrleaus. Sein Atelier ist einfach, aber mit vornehmem künstlerischen Geschmack ausgestattet. In diesem Atelier fälllt dem Besucher besonders ans eine prachtvolle Büste des Grafen Leo Tolstoi, dessen aufrichtigster Bewunderer Aronsohn ist. & Eine interessante Statistik über Lie Enlwickeün^ einer Zeitung im letzten Jahrzehnt Wterr ^folgende Abonnenter^Am des »Berliner Ta-eRattes"*): > 1896: IR07. 55.0CM» 61,009 1ÄO^; . . -1899* - ■ 70,000 73.ÖOO 1QOÄ! _ 7^QOO 81,000 -1904* 94,000 5005* _ 106,000 LS06: __ 112,000 *) mU 6 Beiblättern: Jeden Sonntag: Derwettfptegel,jtd«n Montag: -Der Kettseist, jedenMttrvoch: technische NuntAtzttu, jedenHvnnerstag: Derweltsptegelr jide» Freitag: N», jeden SormädenL:.HauL HajGattL«. Nb-nnementsxreiH mona tli Mark - : Hoflieferanten, B C 4*1-1. fly LcipzigCfStr. 34- - Offerieren täglich frisch: Butter-Kakes und Biskuits ä Pfund 1,20 bis 2,40 M. Re iten Butter-Zwieback„ ä Pfund 1,20 M. Feinsten Blüten-Honig Ä Glas (1 Pfd.) t,S5M. n. äGlas(2Pfd.)2,50M.inkl. Feinste Tees in allen Packungen (neueste Ernte) 3,00 bis 5,00 M. pr. Pfd. 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