Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1906)
- Date
- 1906-10-05
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Cäsar Pomeranz wurde zum ordentlichen Professor der Chemie an der Universität in Czernowitz ernannt. — In meinem letzten Bericht muß es statt „Adolf Sand aus Bamberg" vielmehr heißen : Adolf Standt aus Lemberg. Von Kah und Mn. --- Professor Dr. August Wassermann ist zum Abteilungsvorsteher bei dem Institut für Infektionskrankheiten ernannt worden. — Die Witwe Frau Henriette Löwen stein, geb Schmey, gestorben am 22. April, hat von ihrem Vermögen die Summe von 20 OM Mark der Stadt Berlin für arme hilfsbedürftige Personen beiderlei Geschlechts, ohne Unterschied der Konfession, vermacht, sowie außerdem 2000 Mark dem Asyl für. Obdachlose. Die Verstorbene, die mit geringen Mitteln anfing, hat durch Beharrlichkeit und Fleiß als Inhaberin eines Samtgeschäfts es zu Wohlstand gebracht und aus Freude über ihre Erfolge einen Teil ihres Vermögens der Stadt Berlin zugewendet. — Zum Rabbiner der. Gemeinde Labischin wurde Dr. Jonas Ansbacher aus Nürnberg gewählt. — In Göttingen war, wie bereits mitgeteilt, die Wahl des Herrn Dr. Sonderling aus Berlin zum Rabbiner der dortigen israelitischen Gemeinde vom Ministerium nicht bestätigt worden, weil Dr. Sonderling österreichischer Staatsangehöriger ist. Auf eine nochmalige Eingabe ist nunmehr die Bestätigung erfolgt, jedoch unter der Bedingung, daß Dr. Sonderling sich als Preuße naturalisieren lasse und als solcher der Wehrpflicht genüge (!) — Der ehemalige Lehrer Abraham Heilbronner, der 50 Jahre lang in Buttenwiesen amtierte, ist in Augsburg gestorben. — Eine antisemitische Zigarrenabschnitt- Fechtstelle ist jetzt in Hamburg eingerichtet worden. Für das Fechten mit all seinen Abarten sind die Antisemiten von jeher sehr eingenommen gewesen und jederzeit unermüdlich tätig (siehe „Wartburg- Vereinigung"). Die Geschäftsstelle der Deutschsozial^n Partei quittiert jetzt über 70,07 Mark Einnahme aus Zigarrenabschnitteu und Zigarrenbändern. — Der Zar bewilligte auf Vorstellung Stolypins dem Verbände des russischen Volkes, der die Pogrome gegen Intelligenz und Juden vorbereitet, eine Subvention von 25 000 Rubel. — Aus Odessa wird gemeldet: Durch Mordtaten und Uebersälle schwarzer Banden aufs äußerste beunruhigt, sandten die Juden eine > — ~i Abordnung zum Chef des Militärbezirks, Kaulbars. Dieser versprach für die Aufrechterhaltung der Ruhe zu sorgen, fügte aber hinzu: „Ich warne Sie, kommt ein Mitglied des Verbandes des russischen Volkes zu Schaden, so wird Blut in Strömen fließend Die jüdische Bevölkerung ist verzweifelt. — Als die Kunde sich verbreitete, daß die in Siedlee gefangenen Juden vor ein Feldkriegsgericht gestellt werden sollten, wandte sich das zionistische Actionskomitee telegraphisch an den russischen Premierminister Stolypin, den .Kriegsminister Rediger und den Justizminister Stscheglowitow, wie auch an den Großherzog von Baden, den König von Italien und den König von England, sowie die englischen Minister, mit der Bitte, für die Unglücklichen zu intervenieren und den entsetzlichen Justizmord zu verhindern. — In Petersburg fand am 25. d. M. vov dem Kreisgericht die Verhandlung gegen den früheren Beamten des Polizeidepartements Kowrow statt, wegen Verbreitung der bekannten Hetzschrift gegen die Juden, die, wie man weiß, mit Zensurerlaubnis erschienen war. Kowrow erklärte, die Schrift sei gegen Witte und die„Ehristusverräter" gerichtet gewesen. Er wurde in Anbetrachtmildernder Umstände, die das Gericht in der Einholung der Zensurerlaubnis fand, nur zu 100 Rubel Strafe verurteilt. — Nathaniel Durlacher, erster Kantor in der Synagoge Bus äs la hiotrsdame in Paris, ist gestorben. Er war ein Enkel des Grand Rabbiner de France, Ennery. — In Amsterdam hat in der vorigen Woche eine Konferenz der holländischen Rabbiner zur Beratung über Berufsangelegenheiten stattgefunden. — „Evening Standard" meldet, die Polizei habe Kunde von Gerüchten erhalten, daß Russen im Londoner Ostend eine Bombe nach Lord Rothschild bei Besuch des Gottesdienstes in der großen Synagoge am Versöhnungsfest werfen wollten, weshalb die Synagoge mit Geheimpolizisten besetzt wurde Dze-Veranlassung sei, daß Rothschild bei Anbringung russischer Anleihen geholfen habe. Rothschild erklärte die Gerüchte keiner Beachtung wert und bestritt, bei Unterbringung russischer Anleihen geholfen zu haben. Wir haben dasselbe schon in der vorigen Nummer auf Grund der Mitteilungen eines durchaus zuverlässigen Gewährsmannes gesagt. — L. M. Lever son, ein alter Freund Garibaldis und vieler angesehener Politiker, ist in London im 80. Lebensjahre gestorben. — Der neue Chacham Baschi von Jerusa lem heißt Rabbi Jakob Melr. Seine Wahl begegnet großer Opposition. Der heutigen Gesamtauflage unseres Blattes liegt ein Prospekt der Firma L. Schwager & D. Frankel, Hussiatyn (Oesterreich), bei, den wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. Vamps-«. fiandwäscberei des Ule$ten$ SW. Yorkstr. 59 J||ff£(| SW. Yorkstr. 59 h^npfohionstfür3 flaus-, £eib-, Luxusu. jarSmen-VSsclie. Preislisten auf Wunsch sofort. Fernsprecher Amt 9, 8565. Billigste u. verbreitere Zeitung! mit den beiden Beiblättern: Tägi. .u. Jllustr. Volksfreund Alles zusammen kostet bei allen Briefträgern und Postanstalten Deutschlands nur 4S Pfennig monatlich Im nächsten Quartal erscheint außer kleineren Novellen der äußerst spannend geschriebene Detektiv-Roman Das Perlenhalsband von Vurton €. 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