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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-07-14 · Heft 37 (14.7.1906) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 37 (14.7.1906)
Date
1906-07-14
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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WWWWWW Mtsrellen. Zur Geschichte des „ewigen Juden". Der Altertumsverein zu Ulm besitzt neben mehreren Merkwürdigkeiten auch eine große Seltenheit: die Schuhe des ewigen Juden. Jeder dieser Schuhe wiegt neun bis zehn Pfund, besteht aus einer Anzahl einzelner Lederstreifen und ist reich mit Nägel beschlagen. Wie die Schuhe in den Besitz des Ulmer Altertumsvereins gekommen sind, wird folgendermaßen berichtet: Schon vor beinahe hundert Jahren hieß es, daß ein Ulmer Gastwirt sich im Besitze dieses Unikums befände, und zwar sollen die Schuhe schon seit unvordenklichen Zeiten im Hause gewesen sein. Merkwürdigerweise beobachteten aber alle darüber ein mysteriöses Schweigen, und der letzte Besitzer soll überdies auch einen hohen Grad von Derbheit besessen und jeden, der ihn um diese Altertümer befragte, mit harten Worten angelassen haben. Daß die Phantasie nicht untätig geblieben ist und die Schuhe mit der ganzen Fülle von Romantik ausstattete, ist leicht begreiflich. Das Geringste, zugleich aber auch das Unwahrste dieser Schilderung war, daß die Schuhe mit goldenen und silbernen Nägeln beschlagen seien. Als die letzten Besitzer/ nämlich der erwähnte Gastwirt und seine nicht minder geheimtuende Ehehälfte starben, machte der Erbe — ein junger Mann — die Raritäten dem dortigen Altertumsverein zum Geschenk, und nun war es jedermann ermöglicht, sich von ihrer Beschaffenheit zu überzeugen. — Eine weitere Sage von diesen Schuhen berichtet: ein frommer Wallfahrer, der vor Jahrhunderten nach Ulm gekommen, habe sie dort zurückgelassen, indem es ihm schien, daß er sich damit eine gar zu schwere Buße auferlegt habe. Unsere, seitdem noch nüchterner gewordene Zeit bezweifelt aber auch dieses und will in den Schuhen nichts weiter als das Wahrzeichen irgend eines alten Schuhmachers erblicken, wie derartige Dinge vor alter Zeit außerhalb der Werkstätten der Handwerker überall auf» gehängt zu werden Pflegten. Kolossale Steigerung. Eine interessante Statistik über die Entwickelung einer Zeitung im letzten Jahrzehnt bieten folgende Abonnentenziffern des »Berliner Tageblattes"*): 1895: 55.000 1897: 61.000 1898: 64,000 1899: 66,000 1900: -- 70,000 1901: 73,000 1908: 76,000 1903: 81,000 1904: 94,000 1908: 106,000 1906: 112,000 *) mit 6 Beiblättern: Jeden Sonntag : Der w rltspiegel, jeden Montag: Der Zeitgeist, jeden Mittwoch: Technische Rundschau r jeden Donnerstag: Der weitspiegel; jtden Freitag: Alk; jeden Sonnabend: Hau» Hof «grien. Absnnementsxrels monatlich 2 Mark. Reform-Institut empfiehlt: Wasch-, Reinmachfrauen, Kochfrauen, Serviererinnen, Aushilfen für Küche und Haus, Plätterinnen, Ausbesserinnen, Stubunbohner und Teppichklopfer; tüchtiges ehrliches Personal. Schöneberg, Hauptstrasse 30 Tel.: VI. 2440. . Inhaber: W. Junis. Tel.: VI, 2440. - ii. Darmkranke, Diabetiker, " Blutarme, Rekonvaleszenten, schwächliche Personen nehmen mit unerreichtem Erfolge das einzig existierende, nach D. R.P. hergestellte, ärztlich empfohlene homogene Pfianzeneiweiss 99 TUTULIN kk IM:- Unerreichtes Nähr- und Kräftigungs-Mittel. Rationellstes u. billigstes diätetisches Nährmittel. Nahrhaft Kräftigend Appetitanregend Dosis: 1 Teelöffel 4 Gramm 8 Pfennig. Zu haben in den Apotheken und Drogerien in Kartons enthalten. 125 gr Beutel k Mk. 2.50. Tutulin wird auch koscher unter streng ritueller Aufsicht Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Nobel in Leipzig hergestellt und ohne Preiserhöhung geliefert. Wo nicht erhältlich liefert direkt, " " A Klpfll Frankfurt Firma unter Nachnahme " lllulll, a. pz. — Bei der Deutschen Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt a. G. in Hannover waren im Monat August 1906 in den beiden von der Anstalt betriebenen Geschäftszweigen, der Militärdienstver - sicherung 'und Lebensversicherung (auch Töchterversorgung), zu erledigen: 821 Anträge über Mark 1 640 500,— Versicherungs-Kapital. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis Ende August 1906 gingen ein 403 056 Anträge über Mark 571 345 430,— Versicherungs-Kapital. Die Auszahlungen an Versicherungssumme, Prämienrückgewähr rc. im Laufe des Jahres 1905 betrugen rund Mark 10000000,—, die Gesamtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt rund Mark 70000000,—. Vermögensbestand 130 Millionen Mark. Ohne ärztliche Untersuchung versichert alte, renommierte deutsche Lebensversicherungsgesellschaft Damen und Herren 2u ausserordentlich günstig. Bedingungen. llsttellbsNrvmiebetiiitgrgrlegeilbeit - für llbgelrbnir. ■■ ..- Tüchtige Vertreter und Mitarbeiter werden gesucht. Man wende sich unter H. M. 1155 an Rudolf Mosse, Berlin SW. Fast alkoholfrei! Gräizer Bier berauscht nie! Bestes und bekömmlichstes Erfrischungsgetränk Magenleidenden, Zuckerkranken ärztlich gestattet.. Von fast unbegrenzter Haltbarkeit, daher besonders geeignet für den Haushalt. In federn besseren Bierverlag erhältlich. Vereinigte Grätzer Bierbrauereien II.-G. Grätz (Provinz Posen). Karlsruher Lebensversicherung a. (j. vormals Allgemeine Versorgungs - Anstalt 560 Millionen Mark. 202 Millionen Mark. Versicherte Summe: Gesamtvermögen: Ganzer Ueberschuss den Versicherten. Weitgehendste Unanfechtbarkeit und Unverfallbarkeit Mitversicherung anf Prämienfreiheit im Invaliditätsfalle. Freie Kriegsversicherung. Weltpolice. 391543^3 13

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