Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1906)
- Date
- 1906-08-31
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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vorübergehend Beschäftigung erhalten. Das Bureau des Vereins befindet sich seit 26. d. M. am Monbijouplatz 10. (Telephon Amt 111 Nr. 2589). — Die verwitwete Frau Kommerzienrat B. Engel, geborene Louis, ist im Städtchen Roebel (Mecklb.) im 100. Lebensjahre gestorben. Sie wurde unter großer Teilnahme an der Seite ihres ihr längst im Tode vorangegangenen Gatten bestattet, der ebenso wie sie im stillen Wohltun an Bedürftige aller Art sich niemals genug tun konnte. — Eine jüdische Ausstellung soll, wie wir erfahren, im Haag bei Eröffnung des Friedenspalastes veranstaltet werden. Es soll außer anderen interessanten Gegenständen eine Anzahl von Gemälden und künstlerischen Reproduktionen, darstellend die Verfolgungen des jüdischen Volkes im Laufe der Jahrhunderte, besonders des letzten Jahrhunderts in Rußland, gezeigt werden. In einer anderen Abteilung soll die Mitwirkung der Juden in der Entwicklung der Künste, ihre Beteiligung am Handel usw. zur Anschauung gebracht werden. Alle jüdischen Künstler sollen eingeladen werden, die Ausstellung zu beschicken. Jüdische Musiker werden eigene Kompositionen zur Aufführung bringen und eine Reihe wissenschaftlicher Kongresse soll veranstaltet werden. — In Amsterdam ist der berühmte Oberkantor J-saac Hey mann im 72. Lebensjahre gestorben. — Das französische Amtsblatt veröffentlicht jetzt den ersten Teil des Verzeichnisses der Kirchengüter, die an Kultusgemeinden, und zwar an protestantische und jüdische, überantwortet werden. Die Israeliten haben zurzeit nur im Departement Vosges eine Kultusgemeinschast gebildet. — General Naquet-Laroque ist zum Vorsitzenden des französischen Artilleriekomitees ernannt worden. — In London ist am 20. d. M. Rev. Simeon Singer im 58. Lehensjahre gestorben. Er war einer der ersten und angesehensten Prediger in England. Ehre seinem Andenken! — Das russische Ministerium für Volksaufklärung hat den Beschluß gefaßt, daß von jetzt an zur Eröffnung neuer Lehranstalten im europäischen Rußland nicht mehr eine ministerielle Konzession, sondern eine einfache Anmeldung nötig sei. Das Recht, eine Schule zu eröffnen, steht allerdings nur den Leuten zu, welche die nötige'Vorbildung besitzen. Dagegen wird für Juden dies Recht durch die Klausel beschränkt, daß die für die Schule verantwortliche Person christlicher Konfession sein muß. Jüdische Schüler, die eine Mittelschule absolviert haben und nun nach Petersburg kommen, um Aufnahmegesuche für höhere Lehranstalten einzureichen, werden vom Stadthauptmann nach vierzehntägiger Anwesenheit wieder ausgewiesen. — LeutnantSmirnski fordert in der „Nowoje Wrerrrja" (!) den früheren Abgeordneten Jakubsohn, der anläßlich der Judenhetze in Bialystock die ganze russische Armee der Feigheit bezichtigt hatte, zum Duell. — Der Prokureur des Appellgerichtshofes in Wilna wurde strafweise nach Charkow versetzt, weil er über die Vorgänge in Bialystock in der Regierung nicht genehmer Weise die Untersuchung geführt und die Schuld der dortigen Behörden festgestellt hatte. Nunmehr führt der Untersuchungsrichter von Bialystock die Untersuchung. — Nach Beschluß von 400 Rabbinern hat die jüdische Bevölkerung von Rußland sich ein eintägiges Fasten auferlegt, um zu erflehen, daß künftighin keine Pogroms mehr stattfinden. — Bret Harte, ein Jude! Die vor einigen Monaten in verschiedenen amerikanischen Blättern aufgetauchte Nachricht über die jüdische Abstammung des verstorbenen amerikanischen Humoristen Bret Harte findet jetzt volle Bestätigung. Hartes Großvater, Bernard Hart, wurde 1764 als Jude in London geboren und starb 1855 als Jude in Newyork. Er spielte im politischen und gesellschaftlichen Leben des damaligen Newyork eine ansehnliche Rolle und war auch Vorstandsmitglied der Gemeinde Scherith-Jsrael gewesen. Alle diese Angaben stammen von Fräulein Ethel Bret Harte, der Tochter des verstorbenen Dichters, und stellen die Abstammung Hartes vom Judentum außer Zweifel. — In Newyork ist Michael H. Cardozo, einer der ersten Anwälte, der l für den hohen Posten eines Richters am höchsten Gerichtshof nominiert war, im 55. Lebensjahre gestorben. Berliner Tcraeblatt mit seinen 6 wertvollen Beiblättern: 2ettgeistw>ffenschaf«lich- und feuttlewnisttsche Zeitschrift (Montag) llechn. Rundldjau tauftr. polytechnischeFachzeitschrift (Mittwoch) Oer roeltfpiegel illustr. Äalbwochen-Cyronik (Donnerstag) ULK farbig illustriertes, satirisch-politisches Witzblatt (Freitag) IWUS lwk Karten Wochen, schrist für Gartenu. Lauswirtschaft (Sonnabend) vrr weUspiegel illustr. Lalbwochen-Chronik (Sonntag) Im Roman-Feuilleton des nächsten Quartals erscheint: Der brennende Busch von Clarice Tartufari, der unseren Lesern durch den Roman „Sumpfpflanzen" bekannten Schriftstellerin. Das Werk ist ein Juwel der Erzählungskünft. JlbonntmentspreK•. monatlfcb r mark. tferteijibrlicb - mark bei allen Postanstalten und Briefträgern des Deutschen Reiches. 112,000 Abonnenten Geschäftliche Marttbreit am Main. Wie uns mitgeteilt wird, ging die Real- und Handelsschule in Marktbreit am Main (bisheriger Pächter Herr Direktor I. Damm) durch Kauf an den bisherigen Direktor der Goetheschule Offenbach am Main über. Die hiesige Real- und Handelsschule wird in der bisherigen altbewährten Weise weitergeführt. » Vampsm. ßa»<lwä$ci>cref des Westens SW. Yorkstr. 59 HsjjHN SW. Yorkstr. 59 1 'ein p fo h 1 c ns fü rs jlairr-, Qid-, fuxus-u. jarSinen-Vbcile. Preislisten auf Wunsch sofort. Fernsprecher Amt 9, 8565, Gebr. Thiele, ««,>!»,°n»o,en, Berlin, Leipzigerstr. 34. Offerieren täglich frisch: Butter-Kakes und Biskuits k Pfund 1,20 bis 2,40 M. Reinen Butter-Zwieback k Pfund 1,20 M. Feinsten Natur-Höntg k Glas (1 Pfd.) 1,35 M. u. k Glas (2 Pfd.) 2,50 M. inkl. Feinste Tees in allen Packungen (neueste Ernte) 3,00 bis 5,00 M. Konfitüren, Prallin6s, Schweiz. Schokoladen, Holland* Kakaos etc. --0 Spezial- Haus, op TO5 feinste Pflanzenbutter unübertroffen zum Kochen, Braten u. Backen gleich vorzüglich für Fleischwie Milchspeisen. Hergestellt unter streng ritueller Aufsicht der Herren B&bbiner Or. P. Kohn. Ansbach, und Or. L. 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