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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-06-01 · Heft 22 (1.6.1906) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 22 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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- 4 - Kronen. Dagegen erfuhren die Einnahmen eine Erhöhung von. 88 137 Kronen auf 157 315 Kronen, hauptsächlich durch die Erträgnisse der Nathan iel Freiherr von Rothschildschen Schenkung von 2 000 000 Kronen. Die Ausgaben für Unterstützungen haben sich von 161867 Kronen im Jahre 1904 auf 188311 Kronen im Jahre 1905 vermehrt. Bei Beratung^der Posten für den Religionsunterricht wurde wieder lebhaft Klage geführt über die Art, wie dieser in den Mittelschulen erteilt wird. Mit Recht! Man muß sich nur das Lehrerluaterial ansehen, um diese Klage zu begreifen. Es ist deshalb sehr erfreulich, daß vom Vorstandstische die Mitteilung gernacht wurde, das Projekt einer Lehrer-Präparandie sei zur Ausführung fertig und werde schon im nächsten Monat vorgelegt werden. — Rabbiner Dr. Josef Link in Teltsch ist zum Rabbiner in Hohenems (Landesrabbinat für Tirol und Vorarlberg) gewählt worden. — Bei den nunmehr abgeschlossenen ungarischen Abgeordnetenhanswahlen sind außer den bereits genannten noch fernere Juden durchgekommen: Dr. Fr. Hajdu in Faeset, M. Lany in Regöce, Dr. I. Markbreit in Vis-Akno und Dr. A. Nagy in Nagy-Lak. Damit ist die Zahl der jüdischen Abgeordneten in Ungarn auf zwanzig gestiegen. Vrm Sah und jfrrn. In der letzten Zeit hat der Hilfsverein der deutschen Juden wiederum eine erhebliche Anzahl neuer Mitglieder gewonnen und die Jahresbeiträge sind in beträchtlichem Maße gewachsen; sie haben sich um zirka 20 000 Mark vermehrt, in Berlin allein um 5000 Mark. — Den neuen Eisenbahnminister Breitenbach hatten antisemitische Blätter für einen „Judenstämmling" ausgegeben. Die „Deutsche Tageszeitung" hat sich nun, schwer besorgt, nach der Abkunft Breitenbachs erkundigt und zu ihrer Beruhigung erfahren, daß die Mitteilung der antisemitischen Hetzblätter vollkommen unbegründet sei. — Sein fünfzigjähriges Doktorjubitäum feierte am 24. d. Mts. der Geheime Sanitütsrat Dr. Albert Cohn. Derselbe erhielt den Roten Adlerorden IV. Klasse. — Am 27. v. M. ist hier Frau Recha Marckwald, geb. Kohn-Speher, im 70. Lebensjahre gestorben. Die Verewigte widmete 40 Jahre hindurch als Ehrenmutter der Baruch Auerbachschen Waisen - Erziehungsanstalten diesen die treueste, unermüdliche Arbeit, womit sie sich ein bleibendes Andenken! gesichert hat. — Zum Oberkantor der Synagogengemeinde j Broui b erg wurde Herr Wilhelm Heimann, bisher! in Glogau, gewählt. — Am 20. Mai fand in Bernstadt i. Schl.! tim Festessen zu Ehren des General-Kirchenvisitations-Kommissars j Generalsuperintendeuten v. N ottebohm statt, zu welchem im Namen j der Stadt Einladungen an die Geistlichen aller Konfessionen, auch! an den Seelsorger der Synagogeugemeinde, ergangen waren. — In | Magdeburg ist der Hörer des Breslauer Seminars, Dr. Wilde,!! zum Rabbiner gewählt worden. Dr. Gr ün sel d - Bingen hatte den Ruf abgelehnt. — In Göttingen wurde Dr. I. Sonderling, i Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, zum Rabbiner gewählt. — Professor Max Liebermann ist mit Genehmigung des Königs voll Sachsen zum Mitglied der Akademie der bildenden Künste in Dresden ernannt worden. — Herr Küster in Hannover, der Vorsitzende der krypto-antisemitischen deutschen Mittelstandsvereinigung, ist wegen bedenklicher Geschäftspraktiken aus dem Bürgervorsteherkollegium ausgeschlossen worden. — Der Landtag des Herzogtums Brannschweig nahm einen Antrag an. der die Regierung ersucht, mit dem Landtage ein Gesetz zu vereinbaren, das die Betäubung des Schlachtviehs vor der Tötung anordnet. — Auf das vom Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Worins veran-; laßte Preisausschreiben über: „Was bedeutet Raschi für feine Zeit, wie wirkte er in der Folge und von welchem Werte sind seine Schriften für die Jetztzeit?" sind zwei Arbeiten eingelaufen, welche beide mit einem Preise ausgezeichnet worden sind. Die Verfasser sind: Kreisrabbiner Dr. Beermann - Insterburg und Landrabbiner Dr. Do eto r - Ca s s el. Beide Schriften werden dem Drucke übergeben. — In Wiesbaden ist der antisemitische Reichstagsabgeordnete Ludwig Gras zu Reventlow im 42. Lebensjahre gestorben. Sein Wahlkreis Rintelen-Hofgeismar, der bis 1890 im Besitze der Nationalliberalen gewesen war, ist seitdem in allen Wahlen von der deutschsozialen Resormpartei behauptet worden. — Auf Veranlassung der Pariser Polizei wurde Mare Lapierre, der Herausgeber des in Paris erscheinenden antisemitischen Blattes „La Cocarde" in London j verhaftet. Damit hat eine zwanzigjährige Verbrecherkarriere, die ihresgleichen kaum aufzuweisen hat, ihr Ende gefunden. — In Paris ist am 20. d. M. Raphael Bischofs he im im 83. Lebensjahre gestorben. Derselbe war jahrelang Abgeordneter des Departements Alpes maritimes und ist bei den letzten Wahlen durchgefallen. Dies hat er sich so zu Herzen genommen, daß er in eine schwere Krankheit verfiel. Er war in Amsterdam 1823 geboren und lebte seit vielen Jahren in Paris. Besonderes Interesse widmete er der Astronomie und ihm verdanken viele Observatorien und Sternwarten ihre Entstehung oder ihren Bestand. — Der Zar hat Herrn Lazar Poliakow in Petersburg den Geheimratstitel verliehen. — Die Petersburger Juden faßten nach einer überaus stürmischen Versammlung einen Beschluß betreffend Gründung einer parlamentarischen Fraktion zum Schutze der Judenrechte. — Ter Generalgouverneur von Kiew erhielt vom Minister des Innern die Anweisung, daß die Juden, die in dem ihm unterstehenden Gebiete gesetzwidrig außerhalb der für die jüdische Bevölkerung -vorgeschriebenen Zone wohnen, ermächtigt werden, bis zur Lösung der Judenfrage durch die Reichsduma dort zu verbleiben. WsuM WMüW 11 Ir Tausende zu verdienen I Hn IT 100 Prof. Oppenheim Postkart. M. 3 IIUII, loo n Junker jüd. „ „2 0. Grödel, Frankfurt a. M.« Börnestr. 35 Teppiche Prachtstücke 3.75, 6.-, 10.—, 20.- bis 800 Mark. 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