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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-05-18 · Heft 20 (18.5.1906) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 20 (18.5.1906)
Date
1906-05-18
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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worden. — Das Legat von 34 000 Mark, über dessen landesherrliche Genehmigung wir berichteten, ist seitens des Rentiers I. Juliusburger dem jüdischen Krankenhanse in Breslau lnicht, wie es in voriger Nummer irrtümlich, hieß, in Berlin) . hinterlassen worden. Mehrere Tageszeitungen erhöhten die Summe auf 340 000 Mark und .bedachten damit das. hiesige Krankenhaus. Der Direktor der Berliner Handelsgesellschaft, K a r l F ü r ste n b er g. hat den Roten Adlerorden dritter Klasse mit der königlichen Krone erhalten. — Der Sanitätsrat Dr. Heinrich Heymann ist hier im 67. Lebensjahre am 7. d. M. gestorben. Er war Oberstabsarzt der Landwehr und wurde im Kriege von 1870/71 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Der Berlag der in Dresden erscheinenden „Deutschen Wacht", des Partei» organs der sächsischen Antisemiten, hat die Eröffnung des Konkurses beantragt. Zum wievielten Mal? In der letzten Schwurgerichts- Verhandlung in Braunschweig trat auch ein Zeuge jüdischen Glaubens ans. Dieser bat den Vorsitzenden, den Eid bedeckten Hauptes leisten zu dürfen. Seine Religion schreibe ihm vor, den Namen Gottes micht rmbedeckten Hauptes zu nennen. Der Bitte des Zeugen wurde seitens des Gerichtshofes entsprochen. — In Gotha ist am 7. d. M. nach schwerem Leiden der Kommerzienrat Jacob Goldschmrdt im Alter von 58 Jahren . gestorben. Derselbe war lange Jahre hindurch Vorsteher der jüdischen Gemeinde daselbst. — In Freiburg i. B. ist ira Alter von nahezu 96 Jahren Fräulein Sophie Werl gestorben, wohl die älteste Frau der Stadt. Die Verstorbene war seit vielen Jahrhunderten die erste Jüdin wieder, die seinerzeit in Freiburg festen Fuß zu fassen vermochte. Einige Geschäftsleute wollten ihre Niederlassung nicht dulden und erst nach vielen Mühen gelang es ihr, eine Wohnung zu finden. ~ Prinz Ludwig von Bayern besuchte am 12. d. M. die Jubiläüms-Landesausstellung in Nürnberg. Auf dem Bahnhofe schon begrüßte er die Vertreter der Geistlichkeit und beehrte auch Herrn Rabbiner Dr, Ziemlich mit einer längeren Ansprache.. Auszeichnungen erhielten aus-diesem - Anlasse.' Kommerzienrat Ludwig v. Gerngros den Verdienstorden vom Heil. Michael II. Klasse; Kommerzienrat Wilhelm Gerngros denselben Orden IV. Klasse. Znr Hoftasel im großen Rathaussaal wurden schon acht Tage zuvor durch den Oberfthofmarschall in München die beiden genannten Herren. Rabbiner Dr. Ziemlich, Kommerzienrat Gallinger, Kommerzienrat Bing und Stadtverordneter Wertheimer geladen..— Der Amtsrichter Einstei n in Nürnberg' wurde zum II. Staatsanwalt inWüvzburgchesördert. Der , Magistratsrat Bankier Sr myn Leb re cht in Münch e n. und der Großi Händler M ax PHtlipp Tnchmann in Nürnberg wurden zu Kom-! merzienräten ernannt. — Bei den fran z ö f i sch e n Kammerwahlen ist bis! jetzt nur ein jüdischer Deputierter gewählt, resp. wiedrrgewählt worden L. L. Klotz in Montdrdier. L. R. Bischoffsheim ist in dem Wahlkreis, den. er jahrelang vertreten, diesmal unterlegen. Dagegen kommen, drei jüdische Kandidaten mit guten Aussichten in die Stichwahl^ Louis Dreyfus in Florad, Josef Reinach in Digne, Theodor e Rer n ach in Chamberh. Ausgestellt. waren außerdem noch 14 jüdische' Kandidaten. —. Der. russische Senat hat - das Maximum der Strafsumme derjenigen jüdischen Familien, von denen irgendein Angehöriger sich dem Militärdienst entzogen hat, auf 300 Rubel festgesetzt, auch wenn dem Flüchtling noch andere Vergehungen zur Last gebegt wurden. Der Senat hat mit diesem Schritte der Beamtenwillkür einen Riegel vorgeschoben. — Dem „Standard" wird aus Odessa telegraphiert, daß nach Nachrichten aus JekaterLnoslaw und Elisabethgrad antisemitische Ruhestörungen zu befürchten sind. Man beschuldigt die Juden, den Gouverneur von Jekaterinoslaw ermordet zu haben und behauptet,! daß sie auch .den Mord aller Gouvernenre-Südrußlands beschlossen! hätten. Die.Garnisonen der beiden genannten Städte stehen unter! den Waffen und die Straßen, werden von dem Militär abpatronilliert. — Auf der letzten Jahresversammlung der Britischen und Ausi ländischen Bibelgesellschaft in London wurde mitgeteilt, daß im letzten j Jahre fast sechs Millionen Exemplare der Heiligen Schrift verbreitet wurden. Die Zahl der Sprachen, in denen die Bibel im Auftrag der Gesellschaft übersetzt ist, beträgt jetzt bereits fast 400. Im letzten Jahre wurden 11 neue Uebersetzungen dieser stattlichen Liste hinzugefügt. — Rev. tzm.il G. Hirsch in Chicago will auf sein Amt als Prediger am Temple Israel daselbst vom 1. September d. I. ab > verzichten. — Aus Hon gkong meldet der „Hongkong Telegraph":! Zum Oberrichter der Provinz wurde ein Jude I. R. Michael! ernannt. Als dieser den vorgeschriebenen Eid leisten mußte, setzte er nach jüdischem Ritus den Hut auf und wollte die Bibel küssen, ' bemerkte aber, daß er statt der Bibel ein Neues Testament in Händen - hatte. Da im Saale keine Bibel zur Stelle war, wurde die! Zeremonie unterbrochen und Sir Michael selbst holte sich eine Bibel, l worauf die Eidesleistung erfolgte. (Thlöcol 10, Orangensirup 140) Wird bei £ungeitkrankheiten, Keuchhusten Katarrhen, Skrofulöse, von sahlreichen Professoren und Anraten täglich verordnet. Hebt Appetit und Körpergewicht, beseitigt Husten, Auswurf, Nächtschweiss. Da minderwertige Nachahmungen angeboten werden, bitten wir stets zu verlangen: Originalpackung F. Hoffmann-La Roche & Go. Grenzach (Baden). Roche“ Erhältlich in den Apotfu & M. 3.20 p. Fl. Magenu." ' Diabetiker, Nervenleidende, , “ ' ' ' , schwächliche Personen nehmen mit unerreichtem Erfolge das einzig existierende, nach D. R. P. hergestellte, ärztlich empfohlene homogenePfLanzeneiweiss Unerreichtes Nähr- und Kräftigungs-Mittel. Rationellstes u. billigstes diätetisches Nährmittel. Nahrhaft Kräftigend Appetitanregend . Dosis: 1 Teelöffel ----- 4! Gramm 8 Pfennig. . . 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