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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-05-11 · Heft 19 (11.5.1906) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Lemförde, im Kreise Hameln tu Salzhemmendorf, im Landkreise Linden in Barsinghausen und Gehrden, im Kreise Neustadt a. Rbg. in Neustadt und Wunstorf, im Kreise Springe in Eldagsen und Pattensen, im Kreise Stolzenau in Stolzenau, und im Kreise Sulingen in Barenburg. Die Schule in Twistringen, Kreis Syke,' ist eingegangen. In den Städten Hannover und Linden bestehen nur drei' Privatschulen. — Zum Bezirkskommando Nürnberg gehören 190 Offiziere; davon sind bei der Infanterie 3 Hauptleute, 2 Oberleutnants und 5 Leutnants, bei dem Train 2 Rittmeister, 1 Oberleutnant und 3 Leutnants, bei der Kavallerie 1 Rittmeister, bei der Artillerie 1 Oberleutnant — Juden! Ein Kommentar hierzu erübrigt sich. — Der Verband süd we stdeutscher Freidenker hat an den Landesausschuß von Elsaß-Lothringen eine Petition gerichtet, nach der die Regierung ersucht werden soll, das Erforderliche zu veranlassen, damit hinsichtlich des Austritts aus der katholischen Kirche und aus der israelitischen Religionsgemeinschaft eine besondere Form staatlicherseits vorgesehen werde, wie dies bezüglich der protestantischen Landeskirche bereits der Fall sei, da diesbezüglich eine entsprechende staatliche Regelung nicht bestehe. — Die russischen Juden in Bulgarien, die dort verschiedenen Bedrückungen ausgesetzt sind, haben sich an Pas russische Ministerium des Aeußern, nach Abschluß des Handelsvertrags zwischen beiden Ländern, mit der Bitte um Hilfe gewandt. Sie erhielten nun die Antwort aus Petersburg, daß Graf Lambsdorff an die bulgarische Regierung das Ersuchen gerichtet habe, die gerügten Mißstände abzustellen und alle russischen Untertanen, ohne Unterschied der Konfession, gleich zu behandeln. Wer lacht da? — Die angesehensten zwei Wunderrabbis der Chasstim in Russisch-Polen, Rabbi Abraham Mordche Alter von Gora-Kalwarya und Rabbi Abraham Bornstein von Sochaczew, haben an die Juden von Russisch-Polen ein Wahlschreiben gerichtet, worin sie denselben dringend ans Herz legten, sich nach dem Beispiele ihrer Brüder in Ritßland eisrigst an den Wahlen zu beteiligen, damit möglichst viele jüdische Abgeordnete in die Reichsduma gelangen, um die Rechte der Juden im ganzen russischen Reiche zu vertreten — Zu Abgeordneten für die Duma wurden noch gewählt: Dr. Frenkel in Kostroma, Advokat Scheftel im Gouvernement Iekaterinoslaw, der Redakteur Georg Jwlles Pultawa.' Auch in Kanew und Tschernobil sollen jüdische Kandidaten durchgedrungen sein. Dagegen ist in Shito.mir, wo Herr S. Gottesmann gewählt wurde, die erste Wahl kassiert und bei der Wiederholung kein Jude gewählt worden. — Wie aus Krementschng berichtet wird, wandern die Juden der dortigen Gegend in Massen aus — Am 3. d. M. wurde in Petersburg der Kongreß der Delegierten des „Vereins für Gleichberechtigung der Juden" eröffnet- Nach den jetzt geltenden Verordnungen hat der Verein der Ver* waltnngsbehörde sein Statut überreicht ttnd seinen -Namen umgeändert in: „Gesellschaft für die Gleichberechtigung des jüdischen Volkes in Rußland. — Die Untersuchung gegen den Versasser der zu Pogromen gegen die Juden aufhetzenden Proklamationen, Staatsrat Lawroff, ist nunmehr beendet. Lawroff wird der Prozeß gemacht. Bekanntlich wurden die Proklamationen in der Petersburger amtlichen Druckerei mit Erlaubnis des ^Zensors Sokolow gedruckt. Der die Untersuchung führende Beamte hat die Sache Sokolow an den Prokurator weitergegeben. — Im Dorfe Nowo - Petrowsk (Gouvernement Chersons wurde in der Bauernversammlung (der nach dem ^Bauernrecht" eine eigene Jurisdiktion über die Gemeindemitglieder zusteht) einstimmig beschlossen, 14 Bauern, die sich an denOktoberpogromen beteiligt haben, aus der Gemeinde auszuschließen und nach Sibirien zu verschicken. Der Landschaftshauptmann legte Protest gegen das Urteil ein und setzte sich.für die Pogromanstifter ein. Der Protest blieb aber fruchtlos und die Bauern verharrten bei ihrem Urteil. — Der bekannte Senator Leo Mechelin in Helsingsors, der unmittelbar nach der glücklich durchgeführten Oktober-Revolution vorigen Jahres aus der Verbannung zurückkehrte und an die Spitze der Regierung in Finnland trat, hat schon längst die Gleichstellung der Juden mit der übrigen Bevölkerung des Landes, befürwortet und scheint fest entschlossen zu sein, diese Reform nunmehr durchzusetzen. — Bei den olympischeu Spielen in Athen haben sich Juden in verschiedenen Arten körperlichen Sports hervorgetan und erste Preise errungen, so ein Herr- Selig mann aus London, Shef aus Wien u. a. — Herr Bert hold Margu lies in Brüssel ist von der sranzösischen Regierung zum Ollieier de l’Academie Francaise ernannt worden. — An: 6. b. M. starb, in Paris der aus Frankfurt a. M. stammende Maurice Kann, der Bruder des im vorigen Jahre verstorbenen Kunstsammlers Rudolf Kann. Da sein Bruder ihn als 'Haupterbe eingesetzt hatte, wird sich jetzt entscheiden, ob die berühmte Gemäldegalerie der Stadt Paris zufallen wird, da in einem älteren Testamente Rudolf Kanns die Stadt Paris als Erbin vorgesehen war. — Wie in den letzten Tagen gemeldet wird, wird in Jerusalem die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt werden. Außerdem wird eine elektrische Bahn von Jerusalem nach Bethlehem und einigen anderen Städten Palästinas projektiert. — Wegen der Bill über die Sonntagsruhe für Kanada hat eine Deputation der jüdischen Gemeinden beim Premierminister Laurier vorgesprochen und gebeten, daß zum mindesten eine Klausel ausgenommen werde, wonach diejenigen, die einen anderen Tag als den Sonntag sabbatlich begehen, das Recht haben, in ihrem Eigentum Sonntags alle keinen Lärm verursachende Arbeit zu verrichten. Der Premierminister erwiderte, daß er einer Verbesserung des Gesetzentwurfs im angedeujeten Sinne volle Sympathie entgegenbringe. — Bei dem Brande in San Francisko ist auch die große Adolf Sutro-Bibliothek mit unersetzlichen Literatnrschätzen zugrunde gegangen. Verschiedene Blätter berichten, daß Sutro ein Neffe des sel. Oberlandesrabbiners Sutro in Münster war der einen großen Kampf gegen die Orgel geführt hat. Sie vergessen aber hinzuzufügen, daß Adolf Sutro in San Francisko — freireligiös gewesen ist und mit dem Judentum nichts mehr gemein hatte! I BERLIN C. 1\T ICD A PI BERLIN C. li 5PANPAUER STRASSE 26-30 1. ^| / ■ *4 » M *■» KÖNIG-STRASSE 11-14 —* I Baumwollenu. Leinenwaren, Tischzeuge, Handtücher, Damen- und Kinderwäsche, Herrenwäsche, Trikotagen und Strümpfe, Handschuhe, Mützen, Hüte, Taschentücher, Betten und Bettwäsche, Bett- und Steppdecken, Schlafdecken, Pferdedecken. W äsche - Ausst attungen. Kataloge kostenfrei. Verkaufst! äuser der Firma N. JSRAEL. 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