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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-04-20 · Heft 16 (20.4.1906) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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. —— 4 " —- - ■ kollegiums der jüdischen Gemeinde, gestorben. — In Halberstadt ist im Alter von 68 Jahren v. M. der Lehrer Dr. I. van Gelder gestorben, der 32 Jahre an der jüdischen Elementar- und Neligionsschule unterrichtet hat und seit 1. Oktober v. I. in den Ruhestand getreten war. — Anläßlich seines Scheidens aus dem Dienste wurde dem Oberpostsekretär Moritz Landsberger in Breslau der Titel Rechnungsrat verliehen. — Die „Deutsche Hochwacht" in Stettin hatte eine kleine Ritualmordfabel erfunden, nach der in Posen am Bahnhofe eine Kiste von Beamten geöffnet worden war, worin man einen acht- bis neunjährigen Knaben fand, dem der Mund verstopft und ein Bein gebrochen war! Die Kiste war an einen Rabbiner in Bromberg adressiert. Ein Artillerieoffizier, durch das eigentümliche Benehmen seines Hundes stutzig gemacht, habe die Oeffnung der Kiste verlangt. Der Stationsvorsteher habe sich vorerst geweigert; aber der Offizier habe erklärt, er werde die Kosten und die ev. Folgen tragen. Wie amtlich konstatiert wurde, ist an dem Gerücht auch nicht eine Spur von Wahrheit. Es handelt sich lediglich um das Produkt einer überreizten Phantasie. — Rabbiner Dr. Jacob in Dortmund hat einen Ruf nach Wien als Professor an der israelitisch-theologischen Lehranstalt und Nachfolger des als Direktor des theologischen Seminars nach London berufenen Prof. Büchler erhalten. Wie wir hören, wird Dr. Jacob dem Rufenicht folgen. — Am 8. d. M. starb in Meran Sanitätsrat Dr. Moritz Korn, der viele Jahre in Berlin und Breslau tätig war. Im deutsch-französischen Kriege erwarb er das Eiserne Kreuz. — Das Zen trat kon sistorium hat dieser Tage den Statutenentwurf für einen Bund der israelitischen Kultusgemeinden Frankreichs zu Ende beraten. Der Entwurf geht jetzt an die Departementskonsistorien und die Gemeinden. — Der Chefinspektor 1. Klasse A us ch er in Pari s ist zum zweiten Direktor der Zentralleitung des technischen Marinedepartements ernannt worden. — Aus Minsk wird der Zeitung „Strana" berichtet: Bor einigen Tagen verbreitete sich unter der christlichen Bevölkerung das widersinnige Gerücht, daß die Juden ein christliches Mädchen zu religiösem Zwecke ermordet haben.' Die Tatsache, durch die gewisse Agitatoren das Blutmärchen irnterstützen und es zum Ausgangspunkte einer neuen Judenmetzelei machen, wollen, ist die, daß man nach dem städtischen Krankenhause ein Mädchen gebracht hat, das eine Halswunde aufwies. Die Wunde hat es während eines Streites mit ihrer Familie davongetragen. Aber die Hetzer und behördlich geschützten Agitatoren benutzen jede Gelegenheit, um einen neuen Pogrom vorzubereiten. — Bei den 147 Wahlen zur russischen Duma, die bis jetzt stattgefunden haben, sind 4 Juden und 1 Karait gewählt worden und zwar in Grodno die Rechtsanwälte Ostrogorski und Jakubson, in Kowno der Rechtsanwalt Bramson, in Witebsk der Zionist. Brug. In Minsk ist als Kandidat Rosen bäum' aufgestellt. Auch in Petersburg sollen zwei Judest als Kandidaten aufgestellt werden, in Moskau, wie es heißt, Rechtsanwalt Margulies. — Jacob H. Schiff in Newyork hat eine Reise nach Japan angetreten, wo er etwa fünf Wochen verweilen wird. Herr Schiff, der am 26. v. M. in Tokio, der Hauptstadt Japans eintraf, war zuerst der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der dortigen Finanzwelt, die ihm einen glänzenden Empfang bereitete. Am folgenden Tage wurde er zu Hofe geladen und zum Luncheon im kaiserlichen Palaste zugezogen, eine Ehre, die einem Privatmann nur in den allerseltensten Fällen zuteil wird. — Der bekannte Jargon-Dichter Morris Rosenfeld liegt an den Folgen eines Schlaganfalles im Newyorker Phisical and Medical Hospital danieder. — In Philadelphia ist am 1. d. M. der allgemein bekannte Oberst Max Einstein im 86. Lebensjahre gestorben. Er diente in der Armee zehn Jahre und hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten ausgezeichnet. Später war er eine Zeitlang amerikanischer Konsul in Nürnberg. * * * Kenner und Liebhaber von frischen, rassigen Mosel- und Saarweinen machen wir auf das der heutigen Auslage beiliegende Sonderangebot der Weingrosshandlvng Paul Eggebrecht, Berlin, Friedrichstrasse 109, aufmerksam. Die Firma unterhält in ihren großen Kellereien und Speichereien riesige Läger, deren Besichtigung jederzeit gern gestattet ist. Milch-Chocolade Grösster Absatz derWelt. Bonn a. 6b. Israel. Knabenpensionat. April 1906. Auch für Ausländer. — Beste Referenzen. Näheres durch Prospekte. A. Kurzmann, Philologe, z.Z. Dinslaker.Rhld. --- / Ausschank der Dortmunder Union-Brauerei Inhaber: Theodor Kochintke > -.. ■ Leipzigerstrasse 109. Dortmunder I J Pilsener. Anerkannt gute Küche. Weltkurort (Böhmen) 628 Meter, subalpines Klima.' 80 Kilometer Spazierwege im Hochwald* Saison 1. Mai bis 30. September. Drei grosse Bade-Anstalten. Indikationen bekannt. 28 OÖO Kurgäste. 75 000 Touristen. , Prospekte gratis vom Bürgermeisteramt. - feinste Pflanzenbutter unübertroffen zum Kochen, Biraten. u. Backen gleich vorzüglich für Fleisch-wie Milchspeisen. Hergestellt unter streng ritueller Aufsicht der Herren Rabbiner Dr.. P. Kohn. Ansbach, und Dr. L. Rosenack, Bremen. — 35 hohe Auszeichnungen und zahlreiche Atteste, darunter von Herren Rabbinern Dr. Bondi, Mainz, Dr. 8. Carlebach, Lübeck, Dr. Mannheimer^ Oldenburg, Dr. Muck, Berlin. Produzenten: H. Schlinck & Cie., Mannheim. 49

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