Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1906)
- Date
- 1906-01-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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.''s» - E. 0mm0^0^ %?* «O-, ,%<*•**> - i-..^. ünpEteiisches Mese Heilung erscheint w"öchentlich. A l^o n n e m e n ts - j.)r ei s: Durch Buchhandel, L)ost üver direkt von her 'Expedition inVerl!n Hüter Streifband bezogen vierteljährl. 3 M. Ä ebatient: Gustav “Hä*peles. Begründet-von Krtbt>iitc-r Ar. LubRvRg Verlags-Eqretlition: 1ßerlia,Jflrusalemerstr. 46/49. Alle Zusendungen fär Redaktion' und' Expedition sind an die Adresse Verlag ^r. „Allgem Zeitung Ees Juden tums^MeAm ' 8M^Aerusalemer> Straße M/4DÄU^ichien.» verlM rw,pRu-olf . Berlin, 23. Januar, llehwe und selbst Witte haben btz'hänptet, iiffb ändere rüsstsche und Namentlich auch deutscheAntisemiten 'haben e§ nachgebetet, düß die Juden in Nußländ die gattz'e revolutionäre Bewegung angezettelt hätten und ihre Häliptführer und Leilnehiner seien. 'Es ist katrm ttuzuNehineU, daß Plehwe urid andere russische Größen das'selbst geglaubt haben; sie sagten es Nur, um einen 'Vorwand zU haben, Judenmetzeleien zu veranstalten, die sie brauchten, Um deN Pöbel ab und zu zu beschäftigen und durch Beutegelegenheiken zu »befriedigen, oder um die 'eüipöreudtzn Ereignisse vorder-übrigen Welt einigermaßen zu entschuldigen. 'Wenig ahnten sie, 'daß sie durch diese Veranstaltungen den 'russischen Völkern den Weg wiesen, wie man mit Erfolg MaUbzüge, Meutereien, Brandstiftungen praktisch in Szene setzen Eömie. In Wirklichkeit zeugt es von einer -außerordentlichen Naivität oder von einer unglaublichen Verblei,düng, der Welt einreden zu wällen, daß dir russischen Juden, von denen die weitaus überwiegende Mehrheit in den allerärmsteU-und in jeder Hinsicht gedrücktesten Verhältnissen lebt UNd ^selbst räuniltch auf das äußerste eingeengt ist, die das ganze Mefenveich umfassende, Nus alle, namentlich ^auch auf die den Juden fast unzugänglichen Stände sich erweckende Revolution Min Ausbruch gebracht haben fällten. Haben etwa die Juden «dir protestantischen und katholischen Geistlichen auch, die Gelehrten und Schriftsteller, -die Fürsten, Soldaten und Matrosen -zur Auflehnung veranlaßt? Im Vergleich zu der Behauptung, die Juden trügen die Hauptschuld an der Revolution, ist die seinerzeit ausgestellte Behauptung, sie -hätten den Krieg mit Japan entzündet, noch vernünftig zu nennen. Tut aber-nichts. Es findet sich gar bald ein deutscher Professor, der den speziellen Kasus beweist, und es dauert nicht lange, dann ist ein anderer schon da. der nach dem Rezept im „Faust" -mit Worten das System bereitet. alles „rubriziert und gehörig klassifiziert"; - und dabei plagen den wMeren Gelehrten „weder Skrupel noch Zweifel." - v- Da' schreibt Professor Schiemann in der „Kreuz- z eitung', allerdings nicht im präfeffvralen Stilsondern in dem konservativen Jargon, über die angebliche Vorherrschaft des Judentums in der russischen Revolutionsbewegnng u. a.: Me Führerdes ganzen, nämlich der mit den niederträchtigsten Mitteln. hervörgerufenen Agrarrevolntion, sind Zöglinge von Marr und Genvffen, teils russische Studenten und Studentinnen der. Schweizer Universitäten russischer Nätionülität, Noch häufiger siiedsatne. JudenjünMngr, Affilierte des „Jüdischen Vustdes", die .^Alde, Stückgätd, Hirschnkcärn. 'G^hrmmi, und 'wie' sie alle heißen mögen; teils — und das gibt Ee nette Gruppe— 'Letten, die Mtt Sozialismus - aus erster-' Duelle in Deutschland geschöpft oder aus zweiter,'Hand von jüdischen und russischen Lehrern ausgenommen hüben." » .... »■;- Dübei heißt -es in eitlem späteren Leitartikel derselben „KreiigzeituUg", vielleicht gar auch einem von demselben Professor geschriebenen: „Die Folgen des von Alexander III. inaugurierten 25 jährigen Stillstandes und schrankenloser Herrschaft des Selbsterhaltungstriebes machen sich in bedrohlicher Weise fühlbar", mnd sie gibt selbst zu, daß die Anhänger des Alten für eine ,-aussichtslose Sache" kämpfen, und „auch in ' Rußland könne und -werde das Alte nicht wiederkehren." - Gewiß haben sich die Juden auch an der revolutionären Bewegung dort beteiligt; hatten sie ja unter den 130 Millionen 'Einwohnern Rußlands entschieden den meisten' Grund,.- eine \ Umwälzung herbeiWsehnen, da sie von allen die, weitaus, gedrücktesten waren und systematisch dem geistigen und physischen Untergang entgegengetrieben wurden. Aber eine wirklich größere Beteiligung, der Juden an der revolutionären Bewegung hat erst nach den-empörenden Btetzeleien. in Kischinew begonnen. Da zum ersten Male begann sogar den politisch -ungebildetsten Juden einzuleuchten, daß sie selbst-sich ihrer Haut -wehren müssen. Zudem wurde von den Nach Äintrika ausgewanderten, beziehungsweise vertriebenen Juden, die von der Freiheit bereits einen Hauch verspürt hakten-und von ihren schon länger in Amerika, weilenden Glaubensgenossen un| Landsleuten, nicht zum wenigsten aucks von Irländern, auH gestachelt wurden, das sich eben entzündende Feuer angefachH Sie sahen und hörten, daß man die jüdischen Opfer Voss Kischinew zwar bedauerte, aher üuch .mit Geruhgschätznug. von -den Juden sprach, -die sich so 'ruhig/HM^ qusp^nherr^ martern -und ubschlaHkett tässen^ GiM KAWtüD^-DWaiÄ stog die Mahnung, man Müsse sich zur Wehr setzen, man müstz 'eine Besserung zu erzwingt suchen, odex/Myn werde sie nie erläNgen und sie auch nie verdienen. Ein FreiheitsransD sergri^f 'alle. MsidcheKÄnsiPnen jeH in größerer,.ZM;. äA. her ^revosuftWM^KeMWW: aktivM Teil, fetzten ihr Vermögen, ihre Freiheit, und ihr Leben auH Spiel, um wie die ätsdern in Rüßländ dex. FrHett?ine Gas^ zu bahnen.,Ään kann von. dieserStgejsterung sich-säum eilte Vorstellung machen. Nirgends aber konnte »nan das so deutlich sehen, wie in dem, Lände der Freiheit, Amerika, wie sin Newyork. wo etwa eine haftip Million rüssislhep. Jude« oder Abkömmlinge russischer Anden leben. Und auch dort loder^ die Flamme derBegsisterm^/eM choWÄdig auf nach de^t jüngsten JüdenmLffäkevA die ^die-WntWstrmg sÄSk ganzen Well Herlchrgerufen haben. Man -weiß, tvie die ersten amerikanisches Mä^tsmättner im AWe undWEHtmtz deusi^ä^dent RoosevH,