Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 14 (1.2.1838)
- Date
- 1838-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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h. Z.hM>g. Allgemeine N». 14. Zeitung des Zudcnthums. Ein lmpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. in Betreff von Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkunde und Belletristik. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger m Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den I. Februar 1838. Diese Zeitung rrscheint wöchentlich 3 Mal, Dienstags, Donnerstag- und Sonnabend-, und wird jährlich 96 Vogen in Quart incl. de- Titel-, Registeru. s.w. umfassen. 2« Gemäßheit de- Zweckederselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig : mit 3 Thkr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für da- Vierteljahr angesctzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, nrohllöbl. ' Zeitung-. Expedition allhicr unterzogen. Theologie. Der RituF der portugiesischen Synagoge. (Fortsetzung.) Als Ersatz werden jedoch im gewöhnlichen Umgänge, selbst von den weniger Gebildeten, von halbhebräischen Worten keine, und von völlig hebräischen nur wenige gebraucht, und neben diesen auch einige spanische z. B. Cunado, mo- *«, tedesco u. dgl. m. Die auf den Cultus bezüglichen Ausdrücke werden größtentheils deutsch und portugiesisch (oder spanisch) gegeben, wie z. B. beten, vorbeten, rv-sr; doch wird gewöhnlich lesen, Minchalesen, Arbith - lesen etc. gesagt. Ferner: statt Gebetbuch: Kera-Buch, Pentateuch (Chumasch sagen sie nicht) Daraseli^Buch; Machasor: kosta-Buch; Tischgebet sagen (benschen) Ben<jao sagen; paskenen: Via-gebe», kaschern: ooeombrar; condoliren: dar», peoame«; Kabran: covador. Statt: guten Jbmtob sagen sie buenas fiestas; statt Passah: pasoua; statt 8uevot: cabaaas. Auch bei den Leichen sind nicht wie bei uns hebräische Ausdrücke gebräuchlich, sondern deutsche und spanische, z. B. Tachrichin: Mortalhas, metaher fein: lavar etc. Schon beim Eintritt in eine Lsnoxa fällt hinsichtlich der Bauart viel von unser» Einrichtungen Abweichendes in die Augen. Zuerst die heilige Lade ohne Borhang — dieser ist inwendig — und der Raum vor derselben völlig frei, ohne Eanukah-Eandelaber oder Hadlaka und andere Leuchter, namentlich aber ohne Stand für den Vorsänger. Letzterer steht nemlich während aller Gebete nur auf der Tribüne, Teba genannt, was wir Almanbar nennen. Diese Tebä ist aber nicht wie bei uns, genau in derMitte, sondem mehr rückwärts placirt. und verhältnißmäßig sehr groß und tief, nach hinten fast bis an die Westwand reichend. Die Banke, stehende Betpulte sind nicht vorhanden — sind nicht parallel gegen Osten, sondern mit den Wänden gleichlaufend, rings herum gegen den in der Mitte stehenden Vorsänger gerichtet, ungefähr wie bei uns die Sitze auf dem Damenchor. Es sitzt demnach Niemand hinter dem Vorsänger, und. er wendet sich beim Ablesen des Segens rechts und links zu dem Publikum, was bei unserer Einrichtung ganz bedeutungslos ist. Die Taletim (Bet-Schawls) sind viel länger als die unsrigen, ohne Tressen (Beter) auf dem Rücken, sondern mit solchen an den Ecktäschchen, wo gewöhnlich bunt auf dunkelm Grunde der lateinische Anfangs-Buchstabe des Namens des Besitzers sehr groß eingestickt ist. Schwarze Mäntel sind durchaus nicht üblich, auch der Vorsänger trägt keinen, sondern blos einen langen schwarzen Chorrock nebst flachem dreieckigem Hute. Neben der Lab« und an mehrem Plätzen in der Synagoge hängen während der Sefira-Zeit Bretchen mit den Worten Bumer, Seinanha und Dia zum täglichen Bezeichnen der fortlaufenden Zahl in gewöhnlichen arabischen Ziffern. Ick kann nicht umhin. Ihnen hier eine Brmerkung