Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 12 (27.1.1838)
- Date
- 1838-01-27
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
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47 lachen, daß ich ihm diese Fragen vorlege — aber ich lege sie ihm nicht vor, um sie beantwortet zu sehen, sondern um denjenigen Personen, die diesen Vogel noch nicht kennen, zu zeigen, was er ist und will — Nichts, Nichts, als Schein und Lug! Zoel Jacoby, meine Freunde, ist kein Jude. Joel Jacoby wird nie Christ sein. Beides im wahren Sinne des Wortes. Joel-Jacoby besitzt keine Religion, keine Wahrheit, keine Treue — nur das hat er und will er, was G enuß und Plaisir macht und schafft. Gehet hin und fragt ihn. Wir wollten mit diesem Aufsatze eine Charakteristik Joel Jacoby's geben. Wir wollten ihm für die, so ihn nicht kennen, die Larve abnehmen, und „entweder das fahle Todtengesicht oder den ausgestopften Lederbalg" hinter derselben zeigen. Wir wollte« durchaus keine Vertheidigung des Judenthums schreiben, denn dieser bedarf es gegen solch ein Subject wol nicht. Auch geben wir ihm das feierliche Versprechen , nie wieder den Namen Joel Jacoby und Judenthum zusammen zu nennen, nie wieder gegen ihn direct ein Wort zu sprechen und zu schreiben — er mag in Zukunft noch oft schimpfen und raisonnirem Darum lassen wir auch jetzt seine Deklamationen gegen die neueren jüdischen Schriftsteller ganz unbeantwortet stehen, seine Denunziationen unentwaffnet. Mag er immerhin täglich durch die berliner Kaffeehäuser die Runde machen, und wenn er nach Hause kommt, einige leere Phrasen aus falschem Herzen drehen, und fade Klingeleien schmieren, wie: „Stille, stille meine Seele; klage, klage Du. nicht länger. Stille, stille Du mein Herz, härme, härme Dich nicht mehr!" (S. 7) uud diese fite die höchste Kunst der Sprache ausgeben; mag er immerhin seiner tiefen Wirksamkeit und seines Stolzes als Jude sich, rühmen, wo denn unter den löblichen Eigenschaften der Juden auch: „Du ehrest klug den Schlüssel dieser Welt, das Gold rc." (S. 66.) aufgezählt wird; mag er immerhin „den Tiefsinn" loben, „der in seiner Seele blüht" (S. 96) rc. — sein Ziel und fein Lohn ist und bleibt — die Verachtung der Welt, am meisten aber seiner Glaubensgenosse». Wir könyen zu Ende dieses Aufsatzes nur noch auf die in'diesen Tagen ausgegebene Broschüre verweisen: „Die Juden, ihre Bestrebungen und ihre Denunzianten." B e I I is t t t ft i f. Von den sieben treuen Söhnen *) Legende au* dem Menorat Hamaor. Ueber Juda war gekommen eine Zeit der Noch und Schmach, Salamonis heil'ger Tempel tief in Schutt und Asche lag, Reich an Trümmern, leer an Menschen, lag Jerusalem zerstört, Doch die Glaubenötreue hatte nicht im Volke aufgehört. Da begann der Heidenkaiser eine* Tag'S mit wildem Spott: „Will doch sehen, ob sie halten fest an ihrem alten Gott; „Bringt mir her die fromme Mutter, die, wie jüngst man mir gesagt, „Lebt mit ihren sieben Söhnen, gläubig, fromm und unverzagt!" — Und die fromme Mutter führen sie gleich einer Sünderin, Im Geleite ihrer Söhne vor den Thron des Kaisers hin, Und er spricht zum ält'sten Sohne: „Siehst Du jene Erzgestalt, „Das ist meines Gottes Bildniß, beuge Dich vor ihm alsbald!" Doch eS gibt zur Antwort Jener: „Unsre heil'ge Schrift gebeut: „Ich der Herr, ich bin Dein Gott, der aus Egypten Dich befreit, „Keinen andern Göttern sollst Du weihen im Gebete Dich, „Keinem Götzenbild Dich beugen, denn Dein Gott allein bin ich." *) Also sprechend ward derJünglrng weggeführt zu Qual und Tod, Und der Herrscher drauf dem Zweiten: „Opfre diesem Gott!" gebot; Doch der sprach: „Wer andern Göttern dienet als dem Herrn allein, „Soll vertilgt mit seiner Sünde von dem Erdenrunde sein." 2) Tödten ließ auch ihn der Kaiser und befahl mit kaltem Hohn: „Kniee zum Gebete nieder nun Du dritter frommer Sohn!" „ „Im Gesetz, erwidert dieser, steht — wie Du auch zornig bist: „„Höre Israel, der Ew'ge, unser Gott der einz'ge ist!"" 3) Wenig Augenblicke spater fiel er durch deö Henkers Schwert, Und vom vierten Bruder Jener nun den Götzendienst begehrt. Doch es spricht der Jüngling gläubig: „Ehre nur dem Herrn gebührt, „Ihn nur bet' ich an, der gnädig aus der Knechtschaft uns geführt.""») Also sprach er, fest umschlungen von des nächsten Bruders Arm, Und so litten Beide freudig bald des Martertodeö Harm. Jetzt gebot dem sechsten Sohne auch der Kaiser grausig wild: „Zogre nicht und wirf Dich nieder hier vor meines Gottes Bild!" Ruhig doch entgegnet Jener: „Lieben soll ich immerdar „Meinet, Gott von ganzer Seele, ihn den Herrn nur, treu und wahr. 5) Kaum verhallten seine Worte, da auch strömte hin sein Blut, Als ein neues Opfer blinder gräßlicher Tyrannenwuth. Und den letzten Sohn der Mutter rief der Kaiser zu-flch hin, Ihn den jüngsten, einen Knaben, der mit kindlich reinem Sinn In des Herrschers finstres Auge blickte ohne Furcht und Scheu, Jugendfrische in dem Antlitz, in dem Herzen Lieb' und Treu'. *) 2 Buch Mostt 20, V. 2-5. 2) 2 Buch Mosis 22, V. 19. 3) 5 Buch Mosis 6, V. 14. - 4) 6 Buch MosiS 6, V. 14, 15. 5) 5 Buch MosiS 5, V. 6.