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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-27 · Heft 12 (27.1.1838) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 12 (27.1.1838)
Date
1838-01-27
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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46 Juden gemeldet worden, und wie denselben allerdings dort nichtS übrig bleibt, als —; haustren zu geheü, mag auch das bitterste Gefühl über dieses Loos in ihnen leben. Joel Jacoby. (Schluß aus dem liter. homil. Beiblatte No. 2.) Joel Jacoby — schlagt das Judenthum todt, munifi-. zirt den Leichnam, um — ihn als Antike an den Meistbietenden zu verkaufen. Damit ihn aber Niemand des Todtschlages bezüchtigen könne, erklärt er alle diejenigen, die als Zeugen auftreten, daß das Judenthum noch gelebt habe vor JoelJacoby's Todtschlag — sammtlich (man denke sich vier bis fünf Millionen, nach Einigen sogar neun Mill.) für Meineidige, erklärt sie für Anhänger geheimer Umtriebe, und die eigenen Lebenszuckungen des Gemordeten denunzirt er bei den Gerichten als gesetzwidrig und gestohlen. Nur daß, Gottsei Dank! dieser Todtschlag* allein in J.J's Kopf und auf I. J's kläglichen Blättern steht, und an den sel. Pfefferkorn erinnert, der auch das Judenthum und den Vertheidiger des Talmuds Reuchlin für „mausetodt" erklärte, als sie noch Beide lebten in Fülle der Gesundheit, wie denn das Judenthum seitdem abermals einige Jahrhunderte hinter sich gebracht. So wird auch in Bälde Niemand mehr wissen, wo Joel Jacoby's Pfeffer wächst, da hieser nicht einmal eine drastische Wirkung besitzt, sondern nur eine jämmerliche. Doch ohne Bild. Joel Jacoby, der überhaupt über Religion nur spricht, will das Judenthum verlassen, er will dies auf eine eclatante Weise, darum muß er sich mit ihm absinden. Er bringt das Judenthum in die engsten Schranken, in engere Schranken, als je der orthodoxeste Rabbiner anerkannt hat; er erklärt das Judenthum für nichts als das Eonvolut alter, unabänderlicher Ceremonialgesetze, „wie sie von Gott geoffenbaret und gesetzt, und von den Propheten und Rabbinen erweitert worden"*) — den ganzen eigentlichen Inhalt des Judenthums: die Erkenntniß und Anerkenntniß des einigen Gottes, die Unmittelbarkeit zum Menschen, die Bersöhnung des Menschen durch Buße und als zeitliches Mittel den Bersöhnungstag, die Heiligung des Menschen •') Die Heuchelei und Unwissenheit Joel Iacoby's gibt sich in jedem Worte zu erkennen: Die Propheten haben die Ceremonialgesetze erweitert, wo denn? Haben die Rabbinen sie erweitert aus'eignem Willen, oder unter Inspiration als göttliche Offenbarung? — Das läßt der Wortheld unentschieden, und gerade darin liegt Alles! durch Ibekila, /feseliuba und Olemilul Chesed, d. i. Gebet, Buße und Wohlthatigkeit rc., diesen Inhalt des Judenthums, den schon die ältesten Lehrer des Judenthums in der Mischna aufstellen, den Maimonides, Aldo h. A., die eigentlichen Autoritäten der Synagoge, so herrlich entwickeln —kennt er entweder nicht, oder verläugnet ihn absichtlich, was Beides glaublich wäre. Er macht das Judenthum zu so einem'Schnickschnack, daß es durchaus keine Entwicklung, keine Bearbeitung zuließe, als ob das Judenthum nicht durch die Tatmudisten, Rabbinen, durch die spanischen und portugiesischen Meister stets entwickelt und bearbeitet worden; er macht es zu einem todtgebornen Kinde, das nie eines Lebensathemzuges theilhaftig geworden, damit er, der nie ein hebräisches Buch gelesen, und der der Geschichte des Judenthums so wenig kundig, als aller Geschichte überhaupt, — die neueren Schriftsteller und Gelehrten der Juden, weit sie ebenfalls dasJudenthum entwickeln und bearbeiten —- unter die er sich zu reihen nicht vermochte — verurtheiten könne. Zum Glücke stellt er die Sache so unklug an, daß er nur zum Gelächter werden kann. Er sagt, alle neuere Schriftsteller würden eher spurlos verschwinden, als ein Wort des unbedeutendsten Rabbinen. Nun: Maimonides, Mendelssohn und Wessely waren — keine Rabbinen, und sind doch selbst im orthodoxen Judenthume die höchsten Autoritäten. Der Eine war ein Arzt,-der Andre ein ^Kaufmann, der Dritte ein Gelehrter. Also kurz, man sieht, Joel Jacobv weiß vom Judenthume kein Jota. Das ist die glänzende Ironie also, die I. I. mit dem orthodoxen Judenthume aufführen will. Die ganze Herrlichkeit des Judenthums tritt er in den Staub, das Leben des Judenthums erstickt er mit der Daumenpresse, um es — immer noch, bei innerlich dämonischem Lachen, mit hohlen Floskeln es liebkosend' — in den Sand zu werfen. Denn da er sagt: „Ich halte in alle Ewigkeit fest die Gebote und Satzungen Gottes, wie und weil sie meinen Vätern überliefert worden sind; ich halte sie fest in aller Strenge, bis auf die kleinste Faser ihres Inhalts K;" — warum, müssen wir fragen, hältst Du Joel Jacob y, kein einziges dieser Gebote und Satzungen, und lebst nicht im Mindesten nach ihnen: sondern laßt es Dir am christlichen Tische recht wohl schmecken, und schreibst am Sabbat Deine Klagen und'Harfe und Leier eben so wie am Sonntag und so fort? und wenn man Dich hiernach fragt, wirfst Du ein fürchterliches Lachen auf?— und wenn Du sagst: „entweder so ein Jude sein — oder bußfertiger Christ werden," warum wirst Du kein Christ und nicht bußfertig? — Freilich wird ein solcher Held auch über mich

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