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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-04-28 · Heft 9 (28.4.1922) · p. Seite 101

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 9 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
Seite 101 (sequence 6)
Language
German
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101 - stellvertretenden Borsitzenden ernannt. Tie Tagung wurde eingcleitet durch ein Referat von Eschelbacher (Düsseldorf): „Zur Würdignng der talinudisck)en Tialektik", dtis reichen Beifall fand, -ln das Referat schloß sich eine eingehende Anssprackje an. Einen breiten Raum der M'rhandlungen nahmen unter dem Einfluß der gegenwärtigen wirtschaftlich» Verhältnisse die Besprechungen über die Mittel und Möglichkeiten ein, den Amt-brüdcrn zu einer ausreichenden Grundlage ihrer wirtsck-aftlichen Existenz zu verhelfen. Es wurde, wie auf der Hauptrvrsammlirng im Mai v. I., nachdrücklich die Forderung erhoben, mit allen Mitteln dafür einzutreten, daß der Rabbiner fest eingestuft iverde in «die Gruppeneinteilung der allgemeinen Llaatsbeamtenbesoldung. dtnnit der unwürdige Zustand aufhöre, daß jede Verschiebung der Getdvcrhaltnisse den Rabbiner zwinge, in erneute Gehaltsverhandlungen mit dem Vorstand einzutreten. Ter Vorstand des Allgemeinen Rabbinerverbandes wird erneut beauftragt, den Amtsbrüdern bei der Durchführung ihrer Forderungen behilflich zu sein. Er wird ferner erneut beanftragt. die «ruf der Hmiptversannnlung lvreits erhol'ene Forderung mit Nachdruck zu vertreten, daß der Rabbiner den Sitzungen des Vorstandes und der Repräsentanten als ständiger Teilnehmer beiwohne. Zn* Durchführung der wirtsck)afttick)en Forderungen des Rabbinerverbtwdes und zur Erstreitung günstiger wirtschaftlicher Bednrgungen für die Lehrer und Kantoren wird ein Zusammengehen mit den entsprechenden Verbänden gntgcheiszon. Desprock-en wurde ferner die Durchführung seines .engeren Kontaktes mit den Provinzialverbünden. Ter Zentralausschuh wurde ergänzt durch die Znwahl von Arthur Levy (Berlin). Neuhaus (Leipzig) und Hofsmann (Breslau). In den Vorstand wurden hinzngewählt: Blumenthal (Berlin) und Wreschurr (Hamburg). Nachdem ein^ Reihe von Angelegensten deS Rabbinerverbandes und der gesamten deutschen Judenheit durchgesprockM worden war. schloß nach neunstündiger Tagung die Ätzung. < ' O LalMn Mld Zionismu^^^^ P r o s e f f o r W e i Lm a^N, beim K a r d i n al st ck ä I d e t 8F7 Wie auS Rom gemeldet wird, wurde Professor Weizmann am 2. April von Kardinal Gasparri. dem Staatssekretär des Vatikans, empfangen. -Weizmann befand sich in Begleitung des Sekretärs der zionistisckM Föderation für Italien. Tr. Dante Lattes. Tie Audienz dauerte über eine, halbe Stunde und lvar hauptsächlich dem Palästinaproblem gewidmet. Rach einem römischen Bericht des „I. E. B." soll der Kardinal seine Mißbilligung gegenüber Artikel 14 des PalästinamcmdatS (Bildung einer Kommission für die Heiligen Stätten) ausgesprochen und hinzngefngt haben, daß er noch verschiedene kleinere Bedenken gegen den Wortlaut des Mandats hege. Ter Vatikan und er persönlich seien jedoch trotzdem d urchauS keine Gegner7derjErrichtung deS jüdischen Nat L onalhe imSMn^Paliistin a, solange die ^Interessent deran-N deren Religionsgemeinschaften um Lande geschützt und dse Juden keine bevorzugte Stellung erhalten würden. — Es fei in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß Weizmann erst Ende März auf eine entsprechende Frage Millerands erklärt hat. daß die Zionisten m. t allen Kräften zu einvr günstigen Regelung dcl Schutzes der Heiligen Stätten beitragen wollen. Der König von Italien für den Zionismus. Professor Weizmann wurde während seines Aufenthalts in Rom vorn italienischen König in Audienz empfangen. Ter König, der dem Zionismus stets wohlwollend gegenüberstand, versicherte Weizmann. daß er die Fortschritte der Bewegung mit sympathischem Interesse verfolge. . * China. Wie das Internationale Korrefpondenzbureau berichtet, hat der jüngst verstorbene jüdische Großtaufmann und Philanthrop in Hongkong Elis Kadoorie ein Barvermögen von 1117 352 Dollar hinterlassen, außer verschiedenem Grundbesitz in anderen Weltteilen. Nach seinem Testament soll sein Vermögen gleichmäßig in drei Teile geteilt werden. Den einen Teil vermachte er der englischen Regierung mit der Bestimmung, daß aus ihm ein Fonds geschaffen werden soll für Schulbau in Palästina, den zweiten Teil erbt sein Bruder in Schanghai, den dritten Teil soll die Anglo Iewish Association für ihre Zwecke überwiesen erhalten. 2.?. X. Ans und über Palästina. Der britische Lbcrkouunissar :n Palästina. Sir Herbert Samuel, wird sich demnächst nach England begeben, um dort etrva sechs Wochen zu bleiben. Im Unterhaus stellte der Abgeordnete Ormsby-Gvre Len Antrag, die Grenzen Palästinas bis zum Suezkanal zu erweitern, da diese Maßnahme die Frage des Schutzes der britischen Interessen am Kanal am besten löse. Ter Redner, verlangte in diesem Zusammenhang die Stationierung der Garnison auf der asiatischen Seite des ärmmls. Wie „Iewish Chrvnicle" meldet, hat Lord Milner. der gegenwärtig in Palästina weilt, in einer arabischen Versammlung in Jaffa eine größere Rede gehalten. Er warf den Arabern Intoleranz vor und erklärte, daß die Da l so u r - T e k l a ra t i v n unwiderruflich sei. In den letzten 14 Tagen hat die Palästinensische Regierung mehrere große Arbeitsaufträge vergeben. So wurde der Firma Fischelsohn n. Levöntin die Fertigstellung de- Hospitals in Gaza übertragen. Tie Stadtverwaltung von Haifa wurde angewiesen, alle Straßenzüge auf Kostest der Regierung zu pflastern. Eine Jaffaer Firma wurde mit der Instandsetzung aller Brücken des Landes beauftragt. Auf Grund «dieser Maßnahmen hat die Arbeitslosigkeit im Daugeiverbe erheblich nachgelassen. In den kommenden Monaten wird die Bautätigkeit voranssichtlich sogar so rege werden, daß die Unternehmer einen Mangel an Arbeitskräften befürchten müssen. MPalüsti naämter haben im Februar UW insgesamt SL^ Eimpauderer nach PMstma ^eitet^nnd.zwar. 482 onverheiratete n»!) 137 verheiratete. Bon den Emigranten sind 501 in Haifa gelandet, 420 in Jaffa. während 32 auf dem Landweg über Kantarra rrach Jerusalem kamen. Im Jamiar d. I. liefen in Jaffa 51 Schiffe mtt einer Gesamttonnage von 78040 t. in Haifa 47 Zchisfe mit einer Gesamttonnage von 59 506 t an. Ans Antrag mehrerer Handelskammern des Lalwes hat die palästinensische Regierung die Aushebung aller Einfuhrzölle für Gold- und Silbermünzen perfügt. In Jerusalem wurde neuerdings eine Filiale der American Ex- ^P^ßtCönrpanyichrSffnek, die bekanntlich'in mehreren europäischen Hanptstadten.u.a. in Der l i n. Zweiginstitute unterhält. Tic Ge- A sellschaft, deren Zentrale in NewDorkist. wird sich in Palästina allen^nk^ nnd vTranSportgefckMften widmen. An der Spitze.-der Jerusalemer Filiale stehen die Herren Tuhabis und Moor. Me aus Jaffa gemeldet wird, bereiten Ingenieure der American Standard Oil Company eine genaue geologische Untersuchung der Gebiete in der Nähe des Toten Meeres vor, da man dort Oelqnellen zu erschließen hofft. Die erfvrderlick)e Konzession lvurde bekanntlich noch von der türkischen Regierung erteilt; nach der jüngsten Unterhauserklärung des britischen Smatssekretärs für die Kolonien dürfen jedoch Praktische Oelbvhrungen nicht vor der Ratifizierung des Palästinüniandats begonnen werden. Nach der neuen Zollordnung unterliegen sämtliche Waren, die in Palästina aus importierten Rohstoffen erzeugt lverden. einem Ausfuhrzoll von 1 Prozent. Aus einer soeben veröffentlichten Uebersicht geht hervor, daß in Palästina von Juni Will bi- Okrober 1920 nahezu 300 größere und kleinere Wirtschaftsimternehmungen handelsgerichtlich eingetragen wurden.

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