Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 7 (31.3.1922)
- Date
- 1922-03-31
- Page
- Seite 2 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3229509-3229516--76670-3289299- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
notwendig sind. Möchten Ihnen noch lange Jahre körperliäzer und geistiger Rüstigkeit und befriedigenden Schaffens beschicken scin!" Tie -Kcffourcc von 1794, deren Vorsitzender Generalkonsul Landau ist. überreichte dem Jubilar ein Lelgemälde, wahrend die Lberschlesische Eisenbahnbedarssaktiengesellschaft eine Büste des Jubilars von Lederer hatte anfertigen lasten. 82 Berlin, 28. März. Am Li», und 27. Februar tagte in Berlin des Kuratorium kes R abb in er sc m i na r s zu Berlin. Ter Sitzung oblag die sckrwere Pflicht, erstmalig nach dem Tode des bisherigen Rektors des Seminars, des Herrn Profestors Hyffmann, die Entscheidung über die weitere Gestaltung des Lehrkörpers zu fallen. Nachdem der Vorsitzende, Herr Hermann Gumpertz (Hamburg), warme Worte des Nachrufes auf Herrn Profestor Hoffmann, auf den vor kurzem dahingegangenen Schüler des Seminars Rabbiner Nobel und auf das Mitglied des Kuratoriums Herrn Aron Kober geiprock>m halte, wurden in eingehender Ausspräche alle schwebenden Fragen erörtert. Tas Kuratorium kam schließlich einstimmig zu dem Beschluß, das Rektorat wahrend des Trauerjahres um den verewigten Tircttor noch nicht neu zu desetzen, aber wahrend besten Umschau zu halten, um. den Traditionen des Institutes getreu, einen Mann von überra^nter Bedeutung^ auf diesen Platz stellen zu können. Tie Verantwortung für eine solche Entscheidung war jedoch zu groß, als daß diese eine, wenn auch ausgedehnte Besprechung allein genügen könnte. Hingegen iollen die zahlreichen, in der Sitzung von verschiedenen Zeiten gegebenen Anregungen eingehend geprüft werden. Jur übrigen wurde deschlossen, den Lehrkörper durch Berufung des Herrn Tr. Mösts A u e rb a ch , zurzeit Tozeut am Lehrerseminar in Köln, zu verstärken. Herr Tr. Auerbach war Schüler des Seminars und als solcher sowohl seiner Gefamtpersönlichkeit nach als auch besondere infolge lcirres jüdischen Wissens und seiner allgemein-wissenschaftlichen Veranlagung dem Tozenkenkollegium und Kuratorium tes Semmars bestens bekannt. Hinsichtlich weiterer Verstärkung des Lehrkörpers wurden vorbereitende ritte getan, über bereu Ergebnis ledoch erst zu einem späteren Zeitpunkt zu berichten fein wird. vJf*11 Befriedigung wurde festgc stellt. daß der Besuch der Antt.ür zurzeit ein guter ist und daß t:e Studien mit regstem Eifer b.'rr'.eben werden. Tie Beratung des zweiten Tages wurde durch tie Besprechung der Finanzlage ausgefüllt. Wie alle Anstalten testet auch das Seminar unter den Folgen der Geldentwertung 'chner. Es muß gehörst werten, daß die in der Beratung in Viiivfiit: genommenen Mittel es ermöglichen. aud| in t:estr 'chweren Zeit die Aufgaben des Semmars voll zil erfüllen. Vien in das Kuratorium gewählt wurde Herr Rabbiner Tr. W re ich n er, der dem Kuratorium icl^on früher angehört harre und nur während seiner vorübergehenden Lehrtätigkeit an tem Seminar in Berlin ausgeschieten war. ferner Herr Rabbiner B r. Moses Hoff m u n ii «Breslau). r. tzittciwilz, im März. Unsere Stadt und insbesondere die Indische Gemeinde haben einen schweren Verlust erlitten. Am 7. März verschied saust nach schweren Leiden im *:3. Lebensjahre der Fabrikbesitzer Joseph Kleezewfki, Ehrenbürger der Stadt GLoiwitz. der Besten einer, das älteste Mitglied der Repräsentantenvcrfammlung. 35 Jahre hat der Verewigte der Gemeindekörperfchaft angehörr, und an allem, was in dreien Tezennien geschaffen wurde, hat er den regsten Anteil gehabt, hat er warmherziges Interesse bekundet, Sein ruhiges, verständiges Wesen, seine tiefgründigen Kenntnisse. sein jugendliclxs Feuer, wenn es der Turchführung neuer Ausgaben galt, herben seinen Mitarbeitern stets dre wertvollste n Tienste geleistet. 3o w««rde er der Mittelpunkt der Gleiwitzer Gemeinde, in dem sich die wiverstrebendsten Richtungen zusammeufandcn. der Fels, an dem alle Leidenschaften zur Ruhe kamen, rveil siegend auf ihm die Liebe t«nd das Verstellen thronte. Eirre riefinnerliche Religiosität war ihm eigen, eine innige Liebe ,\w den althergebrachten jüdischen Formen und Gebräuchen: eine ungewöhnliche Kenntnis der jüdischen Geschichte verband er damit, die vielverschlungenen Pfade des jüdischen Volkes, seiner t>erzdewegende Leidensgeschichte, aber auch 'eine Ruhmestage: wie hat er sich in sie versenkt, und wie ist er allezeit ihr begeisterter Künder gewesen. Aber über allen diesen Eigenschaften schwebte, wie ein güldenes Leuchten, der Stern feiner Herzensgute und Milde, die nicht halt,nachten an den Grenzen des Jiidentums. Ter ganzen Menfchlreir schlug sein Herz, lind wenn es galt. Werke der Liebe zu tun. aufznrichten und Trost zu spenden, auf ihn konnte man immer zählen. Helfen war ihm Lebenswerk mnd Lebenszweck; nimmer hat er gewartet, bis das Unglück sich flehend seiner Sck-welle nahte, entgegen ist er ihm gegangen und hat gar manchem der Bitte schweres Wort erspart. 3o wird sein Bild bei allen denen, die den edlen Heimgegangenen gekannt und verehrt haben, fort» leben, und sein Andenken wird in ihren Reihen niemals erlöschen. 22 Breslau, 24. März. Im Sommersemester 1922 werden am Jüdifch-Thevlogischen Seminar folgende Vorlesungen und Uebungen gehalten: .. * Herr Profesior Tr. Michael Guttmann wird lesen: a) Talmud statarisch Traktat Jebamoth 6 Std. wchtl. Lber-Abt. b> Tezisoren. 4 „ c) Schulchan aruch Lrach Chaim . . 2 „ „ Unt.-Abt. d) Halachische Hebungen.1 „ „ Oder-Abt. e) Kalenderkunde.1 Herr Tr. Heinemann wird lesen: a) Talnrud Berakoth.5 „ llnt.-Abt. b) Hebräische Grammatik (Nomen, starkes Verbum).2 .. „?, e) Aram. Gramnmtit mit Lektüre aus den aram. Stücken der Bibel . . 1 .. „ ck) Geschichtl. Einleitung in das Gebetbuch mit Lektüre leichter Piutim 2 ,. e) Ausgcwahlte Abschnitte aus Rafchis Pentateuchtommentar ..... 1 ,. k) Religionsphilosophie der Kabbala mit Lektüre aus dem Sohar . . 2 .. 1k.- n. O -A. kt) Uebungen über Reinachs Textes relak. aux Juifs et au Judaisine l „ h) Homiletische Uebungen.1 Herr Tr. Lewkowitz wird lesen. ») Grundlagen der jüdischen Ethik . . 2 .. b) Hebungen zu den Hauptproblemen der jüdischen Ethik ...... VA ., cf Lektüre von Cttu: Tas Heilige «Einführung in d.Religionspshcholvgie) 1 .. d) Tie Klassiker der Pädagogik . . . 1 .. <9 Lektüre ausgewählter stellen au* den pädagogischen Klassikern . . 1 .. Herr Tr. Rubin wird leien: •u) Talmud kursorisch Makkvth . . . 2 ,. Lber-Abt. b) Ter Prophet Ezechiel.3 .. c) Einleitung in die jüdische Bibelübersetzungen; Lektüre der Peschittha . 1 „ d) Historische Uebungen (Papyri von Assuan und Elephantine). . . . 2 „ e) Geschichte «Tie Gaonäische Zeit) . . 2 ., „ U-. u. O.-A. f) Hrstorisck)e Bücher der Bibel ... 2 „ x) Neuhebräische Uebungen..... 2 .. Lber-Abt. Ferner werden für die Mittelabteilung 6 stunden Talmud statarisch, 2 stunden kursorisch gelesen. Verteilung der stunden Vorbehalten. Tie Aufnahmeprüfung findet am 1. Mai statt; die Vorlesungen beginnen am 2. Mai. Anmeldungen sind bis zum 25. April an den Vorsitzenden des Tozentenkollegiums. Herrn Tr. I. Ra bi n. Wallstraße 14, zu richten. Alle Vorlesungen werben unentgeltlich gehalten. Ten Studierenden aller Fakultäten steht es frei, an einzelnen Vorlesungen teilzunehmrn. Es ist dazu die Anmeldung beim Vorsitzenden des Lehrerkollegiums und die Erlaubnis des betreffenden Tozenten erforderlich. Beginn sämtlicher Vorlesungen Tienstag, den 2. Mai 1922. r. Breslau, im März. Tr. Hugo Schiff, Hörer des hiesigen Jüdisll>Theologisäien Seminars, ist zum Nachfolger des nach, Stuttgart berufenen Landes robb irrer Tr. Paul Rreger lBraunfchweig) gewählt worden. - Sanitätsrat T 7. Jung mann, leitender Arzt der Abteilung für Augcnkranke am hi engen Jü bücken Krankenhanse, einer der antzeiel>ensten Aerzte unserer Stadt, der auch dem Vorstand der Smiaaogenger.reinde anechvrt. beging am *<. März seinen «in. Geburtstag fern von der Heimat. Tr. Jungmann hat während des Weltkrieges aus verschiede««cn Schauplätzen dem Vaterlande die wertvollsten Tienste in