Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 7 (31.3.1922)
- Date
- 1922-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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86. Jahrgang. Nr. 7 Allgemeine Berlin. 31. März 1922 Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse Dtrft $<tiun$ Erscheint »ierzehntLalich». 2Z^nn«rnent»«ppet»: durch ben Vuch. : die Pof (in Berlin und D*r* unsere Verrried»irrllen> bezogen 6 XXL — ssastscherkSsnlo 534. Begründet von Rabbiner Dr. Ludwig Pbilipplon Vcrlaa: Rudolf Mosse. Berlin. Jerusalemer Strasse 46-49 Alle Zusendungen für Redaknon und Lrpedition sind an die Adresse: Verlag der .Ällgrm. Aeinmde» Iuderimm»", Berlin 8>V. Jerusalemer Straße 4b-4g, zu richten. Verlag von Hnl»(f Masse, Sniin. Unhalt* Aus alter Zeit. Dcm Georg Minden. — Tie ^udcn *,***,**** m ^romwlcn. n. Don ,1. 59 a f di i Berlin). — Wockcn - f Aä ii. Wie welche Lift und iüd:f<1>? Tücke fict> «infr Vcrdvndcn. nur Den Iudenreinsten der Invrnreinen. Hcinriär d. Treitschke. in das ArhrlvoNer deA internativnaten jüdischen Lidcralisyius zu bugsieren H^inr gar schlimme Tatsacl)e. den Deutschen Studenten zur Warnung-entduüi von X. Y. Z. — Berthald Auerbach. Ein <4edcnkblatt Bon Regina Neißer (Bveslau). — Rabbi Meir Sclün sschlutz.' Bon Ratbrner Dr. I Günzig <Antwerpen>. — Feuilleton: Bannkreis der Cäsaren. s4. ^orts.) Hiiwroctze Enähluna von Carola Buch De im. — W-ackt am Jordan. Aus dem Hebräischen von Nastnli^er; Jrnber, übersetzt von s. Asch ne r. — Lcfe -!rüd)jf. — Literarische Mitteilungen. — Bücherei n l g u f. Dev Gemeindebvte (Beilage snr ..Allgemeinen Zeitung des Judentums'): Berlr.i. G!ciw:tz. Breslau. Hamburg. Hannover ^rciburg. Teplltz^schörraL. — Don Ng b und jy e r n. Aus alter Erit. Bon Georg Minden. Ankundiauniz. daß dir ..Allgemeine Zeitung des Judentums" ihr beinahe ^'.jähriges Dasein beschließen Er wenigsten-? einen gänzlich neuen Manien annehmcn wird, .erregt in mir die lebhafte (Erinnerung an die Zeit, als sie vor £>2 Jahren in den jetzigen Verlag überging. Ta ich fast der eemzige UeKerkeüende dm, der jene Umwandlung mit durchaemacht hat. ergreife ich gern Die Gelegenheit den Hergang Zn exzählen. wie ich ihn erlebt habe' Im Jahre 18>7 hatte mich Tr. Gmtav dlarpeles den ich beim Prediger der Reformgemeinde, Rabbiner Tr. Moritz Levin. kennengelernr, gefragt, ob ich nicht geneigt sei. an den Arbeiten des Tentsch-Z'raelitischen Gemeindvüundes teitzunehmcn. Ta ich der Answrderrmg gern nachkam, wurde ich dald daranin den nnter dem Vorsitz des Geheimen Sunirärsrats Tr. Samuel Kristeller tagenden Ausschuß dieses Bundes gewählt. Berliner Mitglieder dieses Kollegiums waren die berühmten Profenoren Moritz Lazarus und Hajim Srointhal. der Bankier Theodor Marcus, die Geheimen Sanirätsräte Moritz Marc nie und Jul. Boas, ferner der mir persönlich als College und Gesinnungsgcnosie in jeder Hinsicht besonders nahestehende Rechtsanwalt Hermann Stern und der sich damals als ..Privatier" bezeichnende spatere Hildhauer Hugo Rhoinhold. denen Bildwerk „Am Wege" die Vorhalle unserer Mationalgcllerie ziert, ein für alles Schöne und Edle begeisterier Mann, mit dem nrich bald innige Freundschaft verband, endlich Generalkonsul Eugen Landau. Maurermeister Marcus Adler und Jmtrzrat Felix Landau. Karpeles zeichnete als ehrenamtlicher „Bibliothekar*. Tie Verhandlungen Bundes wurden von Kristeller unter großen Gesichtspunkten, aber mit einer gewitzen Breite geführt, die die zur Verfügung stehenden Kräfte erheblich überstieg. Wir saßen oft bis 2 Uhr nachts in der Sigismundstraße 5 zusammen. .Kristeller mit dem Sekretär Arnold Budwig arbeitete den ganzen Tag für den T. I. G. B. j Am Ende des Jahres i*m» starb iu Bonn der Begründer und Herausgeber der „Allgemeinen Zeitung des Judentums". Rabbiner Tr. Ludwig Philippson. am Vorabend keines 79. (Geburtstages. Er hatte die Zeitung bis zu seinem Tode . allem redigiert, obgleich sein Augenlicht fast ganz erloschen I war. Tie Zeitung, die im Verlage eines christlichen Buchhändlers Gustav Engel in Leipzig erschien, hatte im Laufe der j—Jahre von ihrer ursprünglich sehr großen Bedeutung viel eingebüßt. Tie Weltereignisse, die das deutsche Volk in der ziveiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschäftigten, ließen die jüdischen Fragen znrücktreten oder — wie diejenige des Antisemitismus — besser in der allgemeinen politischen Tagespresse behandeln. Ter Sohn des Tahingeschiedenen, der Historiker Martin Philippson. damals Universitätsprosessor in Brüssel, der spätere Leiter des Gemerndebundes. eilte vom Begräbnis seines Vaters nach Berlin und machte dem T. I. G. B. den Bo schlag, daß dieser die Herausgabe der verwaisten Zeitung ii' r* nehmen sollte. Kristeller war hierzu gern bereit: er sah Jei*Ä die Gelegenheit, für den T. I. G. B. ein starkes Prop' \ Mittel zu gewinnen. Tie sofort zusammentretenden *; Mitglieder berieten hin und her und beriefen % Rotabeln der Jüdischen Gemeinde zur B.u'r Phuippwn, der nur wenige Tage in Berlin ' f nu;<fi" kleines Komitee, das nach der Abreise W ^wpmi^Tcifcn stürmischem Temperament die in der -rat r ■ ■ . ' ^" - ic.H eilige witdhe TiidU schnell nenufl flins1, die Angelcgenhet weiter bearbeitete fnia zu der nahe liegenden Erivägung. d ]ln ^„,'etz.ma . ' ^ritrinn N'näei'Z Weit. gehöre. Der von u.kder iu oc.mtnnSanaeletionlu'itCH trrfafmtn* besäst. war Itiim-fr» «f* »?*•“*!* *«*• 3. «. » fdliiKcjatttflen Arbntsweue nicht besonders aeeicniek. als Nebel der Fülle anderer Arbeiten, die diesem obläge», nndnrchsül,rbar. Als geborener Kandidat für dielen Posten erschien i:n4 viesmchr Enstav Karpeles. Wir ersuchten den Professor dda;arns. der in feinem zweiten Tomizil bei Leipzig weilte, mit dem dortigen Perlener Yn^e! pi verhandeln und baten gleichzeitig den Justizrat Hermann Makower. den Vorsitzenden der Peru »er Repräsentanten, sich mit dem ihm befreundeten, einflutz-reitchsten Zeitungsvcrleger jüdischen Bekenntnisses. Rudolf Mosie. in Perbindung zu setzen. Hermann Ltern. obgleich ein noch ziemlich junger Anivalt. ivttr Der erste, der erklärte, dag er eine «umme — ich glaube Mark k fomls perdu für das Unternehmen zeichne. Tie Verhandlungen gingen hin und her. bis uns plötzlich Ma.'mver mit der Sröffnung überraschte, oasr tauf seine Deranlaksnng» Rudolf Mosse die Zeitung überiioinmen und alle pckuin'ärc» Ansprüche aufs nobelste geordnet, zugleich auch Tr. Karpe.'es >>»m Redakteur ernannt und ihm die nötigen Mittel zur Verfügniig gestellt habe. Wir waren alle von dieser Wendung der Tinge sehr befriedigt. Rur Kristeller war nicht ganz einverstanden, da er gehofft hatte, die Zeitung