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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-01-06 · Heft 1 (6.1.1922) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 1 (6.1.1922)
Date
1922-01-06
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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gegen den bekannten Judcnbckämpfvr Rüge p.it vnhandlwrg. fünfmal wurde de- Prozeß vertagt. Zu Beginn der Verhandlungen stellte der Privatkläger Tr. Rathan den.Antrag, daß der Schösse Frommer abgelehnt werde, da er ihn für befangen halte. Frommer fei Mitglied des Schutz- und Trutzbundes und habe sich in der Versammlung, die nun sür die Verhandlung maßgebend sei, agllatorisch für den Schutz- und Trntzbmld betätigt. Darauf lehnte der Verteidiger Ruges den Vorsitzenden des Gerichts, Amtsrichter Walter, ab, da er, wie ihm soeben mitgcteilt worden sei, viel in jüdischen Kreisen verkehre und jüdisch versippt sei. Auf diesen Antrag hin mußte, um die Sache endlich zum Abschluß zu dringe»», ein Beschluß der Strafkammer herbeigeführt werden. Amtsrichter Wauer erklärte sich nicht für befangen. Tie Strafkammer entschied sich dahin, daß Amtsrichter Walter die Verhandlung leiten könne. Auch der schösse Frommer wurde belassen. Die Verhandlung, zu der eine Reihe von Zeugen geladen war. endete mit der Verurteilung des Rüge zu einer Geldstrafe von 500 Mark und der Berechtigung des Privatklägers, das Urteil ins „Nlmer Amtsblatt" und die „Süddeutsche Zeitung" emzurücken. --- Krankfnrt a. 9t., 30. Tezember. Bei der preußischen Schutzpolizei sollte ein Flugkllatt des deutschnationalen „Hammer-Verlags" verbreitet werden. Das Flugblatt hat es sich zur Aufgabe gemacht. Judenhaß rvachzurufen, um dadurch die Poli.zerbeamten zu einem monnrch'frischen Putsch .zu verleiten. Die Juden hatten das Ziel einer jüdischen Weltherrschaft: aus Vielem Grunde haßten sie dir „nichtjüdischen Staatsordnungen", wie die Monarchie, und suchten ftzu stürzen. Der Kommunismus fei eine „jüdische" Gemeinwirtschaft; alle Revolutionen, sogar sclwn die des Altertums, seien von den Juden angezettelt worden. Die jüdischen- Minister handelten unt jüdischen Aufständischen im Einvernehmen, denn alle arbeiteten gemeinsam nach einem von der jüdiscL^n Oberleitung entworfenen Plane. So geht es mit dem Blödsinn weiter. Bor allem wird mit einem Geschäftssinn, den selbst der geschästsrüchrigste Jude nicht übertreten kann, für Käufer der Schriften des „Hammer-Verlags" geworben. Der antifernitische Appell an die Urteilslosigkeit der Polizeibeamden wird sicherlich ohne Erfolg sein. Von Sah und Fern. j Im SteuerauSschuß deS Reichstages wurde, die auch für die J jüdischen Kultusgemeinden bedeutsame Entschließung gefaßt, daß den j Religionsgefellschäften SffeaLlichen Rechts und den Kirchengemeinden ' bis zur endgültigen Regelung der Kirchensteuer Vorschüsse vom Reich! geleistet werden sollen. Das Plenum hat jetzt diese Entschließung j angenommen. — Die Lesfer-U ry-Ausstellung der Derliner Sezession wird am 21. Januar eröffnet. Die besten Werke aus der ganzen Entwickelung des Künstlers sollen hier gezeigt werden, auch seine.Graphik^.Der deutsche Privatbesitz hat n. reichem Maße für die Veranstaltung beigesteuert. — Vor kurzem fand in Berlin eine Versammlung jüdischer Schriftsteller statt .zwecks Gründung eines professionellen Vereines der jiddische» und hebräischen Schriftsteller in Berlin. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Eliaschoff gewählt. — Tie juristische Fakultät der Unfoerfität Jena hat Hvvrn Arthur Guttmann, Disponent des Bankhauses S. Btojchröder, zum Doetor Juris honoris causa ernannt. — Moritz Hermanns Drama „Armand Carrel" - wurde vom Staatlichen Schauspielhaus in Berlin zur Ausführung! angenommen. — Herr Leo (Lefier) Raftaniel. Lehrer an der j Knabenschule der Berliner Jüdischen Gemeinde, ist nach längerer i schiverer Krankheit am 31. v. M. im 53. Lebensjahre verj schieden. — Man schreibt uns aus Köln: Hier sprach am j 12. Dezember in einer von dem Literaturverein und der Rheinlandloge gemeinsam aetrofvnen Beranstaltung Rabbiner Tr. Behrens (Göttingen) über „Probleme der jüdischen ' Geschichte" im großen Saale der Rheirilar.dloge. — Ferner wird; uns aus Essen' Öericfjfct: %>\cx sprach in den Räumen der Glückaus- Lo>7!e Rabbünier Tr. Bohrc ns (Götturaen) nlVr „ProbLome \ jüdischer Geschichte". - - Aus Einbeck in Hannover wird ge- ' meldet: Err.c hier vor einiger Zeit geplante a n t i f e m i t i f ch e V e r - ' anstaltung wurde durch das AuftreLn der Hörnen Schiller (Redakteur in Gödringen^ und Radbinr Dr. Behrens iGötrmgen) - vereitelt. — In Würzburg nyiixbc i:ii Hotel Reid^hok ein; Wohltätigkeitskonzert zugunsten der m« N7-u ncarb'miea Für die Benrteilnng des Wertes einer Milch ist wesentlich der Fettgehalt Gote Vollmilch hat ... Fett Dickt man VoUmilch mit Zucker aut die Hälfte ein, so erhält man sog. kondensierte Milch mit etwa 7 Fett man Vollmilch ohne Zucker auf fast ein Drittel ein, so erhält man sog. Sahnemilch mit etwa 9 * 0 Fett »Ramogen** enthält.-.... 16»S% Fett Ausführliche Schriften über Ramogen kostenfrei durch: Deutsche Müchwerke, Zwingenberg i. H. LQhQMS' uQB’s5s!n)GPM^gQira aller Art vorteilhaft und billig £\0ÜQ (L©DP2BgQE? Vkslpilgtp 4.«bansv#r»lcharunfla-G«*«ll*ch»ft a. G. Leipzig, Olttrlchrlng 21 ümorn I Mazzsnfabrlk von Jfaac Glauberg tnfHB.n i Inhaber: Hermann Glauberg Telephon. .1 Langenselbold b. Hanau a. M. empfiehlt für kommende Liter« Mazzen vnd Mehl in jeder beliebigen Menge, da dieselben nicht mehr rationiert sind. Die Fabrik klebt unter Aufsicht de» Herrn Rabbiner Dr. Graden wlts, Heve« e.M. Bestellungen wolle man alSdald machen. — Vertreter Vverde« DtrtB gefacht. — lllllai

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