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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-18 · Heft 8 (18.1.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 8 (18.1.1838)
Date
1838-01-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II. Jahrgang. Allgemeine N°. 8. Zeitung des Zu-enthums. Ein unparlhmsches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sää)sischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 18. Januar 1838. Zeitttttgsnachrichten. Prag, 24. Dec. (Privatmitth.) Das am 19. April d. I. erössnete neue Bethaus des geregelten Israel. Gottesdienstes erfreut sich eines sehr zahlreichen Zuspruches, sowohl von Seiten der israelitischen, als christlichen Bevölkerung. Man sieht darin Christen, die regelmäßig jede Predigt besuchen, um sich an den geistvollen Vortragen unsers v. Sachs zu erbauen. Freilich kann die Wirkung der vom k. Kapellmeister Herrn Skraup trefflich geleiteten Chorgesänge nur an den sogenannten halben Festtagen durch Orgettöne erhöht werden. Danzig, 21. Dec. (Pcivatmittheil. (Verspätet.^). Unter den fünf israelitischen Gemeinden Danzigs '(Schottland, Weinberg, Langefuhr, Breitengasse, Mattenbuden), zeichnet sich die letztere durch ihren „Wohlthatlgkeitsverein" sehr aus, (obgleich dieselbe gerade die mindest zahlreiche ist), deren Stifter und Vorsteher, Herr I. M. Goldstein durch sei-' nen regen Eifer, alles Gute selbst mit den größten Opfern zu fördern, sich die größten Verdienste erworben. Am 29. Oct. d. I. war der 25jährige Stiftungstag; es versammelten sich die Mitglieder des Vereins in den Frühstunden und sandten eine Deputation zu Herrn Goldstein, die ihm im Namen des Vereins einen kostbaren silbernen Pokal, mit paffenden Inschriften versehen, überreichte. Darauf führte die Deputation den würdigen Mann in die Versammlung, wo ihm ein passendes hebr. Gedicht überreicht und dann ein heiteres Frühstück eingenommen ward. — Durch die Mühewaltung und Aufopferung dieses Mannes ist es auch dahin gekommen, daß die Gemeinde ohne anderweitige Beihilfe sich einen Tempel erbaut hat, welcher im nächsten Frühjahre eingeweiht werden soll. - - Berlin, 29. Dec. Den Herausgeber der hiesigen medicinischen Central-Zeitung, vr. I. I. Sachs (israel. Religion), haben, wie im vergangenen Jahre die gelehrten Societaten zu Bonn, Breslau und Leipzig, im Laufe dieses Jahres der Verein großherzoglich badischer Medicinal-Beamter zur Beförderung der Staats-Arzneikunde, die wetterauische Gesellschaft für die gesammte Natur-Wissenschaft, die medicinische Societat zu Leipzig und die für Natur-Wissenschaften in der Universitätsstadt Frei bürg, theits zu ihrem colrrespondirenden und theils zu ihrem Ehren-Mitgliede ernannt. Auch die philosophische Facultat zu Erlangen hat in sehr schmeichelhaften Ausdrücken zu dessem medicinischem Doctorgrade ihrerseits noch die philosophische Doctorwürde hinzugefügt. stimmen ans England. (Aus England eingesandt.) I. Die Juden von Jork. (Aus V'lisrael!, Ourio8it'i68 of Literature.y Als Richard der Er.ste *) den Thron bestieg, brachten die Juden, um sich den königlichen Schutz zu erwerben, einen Tribut. Es waren daher viele von entfernten Theilen Englands nach Westminster gekommen; doch dort angelangt, sing der Hof und der Pöbel an zu glauben, sie hätten sich vereinigt, um den König zu behexen. Es wurde ein Befehl erlassen, der ihre Gegenwart bei der Krönung untersagte, doch einige, deren Neugierde wol größer als ihre Klugheit gewesen sein mag, wagten sich in die Abtei, in der Meinung, sie würden wol unbemerkt in der Masse bleiben. Ob nun ihre Stimme oder Gesichtszüge sie verrathen haben, genug, sie wurden alsbald entdeckt, und flohen in großer Bestürzung nach allen Richtungen, während die Uebrigen gemißhandelt, und fast ohne Spuren des Lebens hinausgeschleift wurden. Bald verbreitete sich das Gerücht, es sollten zur Verherrlichung des Festes die Juden geschlachtet werden. Der Pöbel eben so bereitwillig zur Königsschau als zum Aufruhr, ermordeten die Juden, verbrannten und plünderten ihre Hauser. Benedict, ein Jude aus Pork, nahm, um sein Leben zu retten, die Taufe an, doch als er mit seinem Freunde Jovenus, dem reichsten unter den Juden, nach Flork zurückkam, starb er an seinen Wunden. Jovenus und sein Diener erzählten, was sich begeben, ihren Nachbarn, doch statt Mitgefühl zu erwecken, regten sie vielmehr die Wuth auf. Bald verband sich das Volk von Uork, um es dem Volke von London nachzuthun, sie machten einen Angriff auf das Haus des verstorbenen Benedict, daS, da es ziemlich weit- *) Bekannter unter dem Namen Löwenherz, bestieg den Thron im Jahre 1189. D. Redact.

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