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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-07-22 · Heft 15 (22.7.1921) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 15 (22.7.1921)
Date
1921-07-22
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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T volle Begründer der Heitclnstcll't für GemüLskvanke in Charlottenburg, ist am 16. d. M. im Alter von 83' Jahren gestorben. — In Rheden (Pommerellen) ist die Zahl der jüdischen Bürger 'derart zurückgegangen, daß die Synagoge schon vor einiger Zeit verkauft werden mußte. — Der Studienrat an der staatuchen. Baugewerkschule Breslau Professor Dr.-Jng. Alfred Grotte ist von der Provinzialkommisston zur Erhaltung und Erforschung der Kunstdenkrnäler Schlesiens zum Pfleger der Kunstdenkmäler gewählt und vorn Landeshauptmann bestätigt worden. Professor Grotte hat in selbständigen Werken und wissenschaftlichen Aufsätzen führender Fachzeitschriften mehrfach eigene Forschungsergebnisse über alte Baudenkmäler Ostdeutschlands, Polens und Böhmens veröffentlicht, vornehmlich den Sakralbau und die Grabmalkunst aller drei Bekenntnisse als Sondergebiet behandelt rrnd ist auch uns diesem Gebiet vielfach ausführend tätig gewesen. — Die hannoversche Stadt Tostedt gibt als Notgeld einen 50-Psennig-Schein heraus, der ein antisemitisches Hetzbild übelster Sorte als „Zierde" enthält. Es ist da als Symbol ein Baum abgebildet, an dem zwei Juden aufgeknüpft sind, während eine Anzahl Raben sich abseits halten, als scheuten sie sich, diese Leichen anzurühren. Ein Spruch, in dem von „Schiebers" die Rede ist, illustriert diese geistreiche Zeichnung. Gewissenloser kann wohl die politische Hetze kaum getrieben werden. — Die Vertretung der Synagogengemeinde Ad-Gladbach hat einstimmig Herrn Rabbiner Dr. Siegfried Gelles, Lissa (Posen), zu ihrem Gemeinderabbiner gewählt. Die Berufung erfolgte ohne vornusgegangene Gastpredigt. — Aus Nauheim wird geschrieben: In dem passend ausgeschmückten Gotteshause der Jüdischen Gemeinde wurde mit einer stimmungsvollen Trauerseier eine Gedenktafel für sieben im Weltkriege gefallene Gemeindemitglieder enthüllt. Herr Provinzialrabbiner Dr. H i r s chs e l d aus Gießen hielt eine großangelegte, gedankenreiche Gedächtnisrede, die ihres tiefen Eindruckes auf die versammelten Gemeindernitgl'ieder und Vertreter der Behörden nicht verfehlte. — Aus Kopenhagen wird gemeldet: Die Zeitung „Obschteje Dielo" teilt mit, daß die antisemitische Bewegung unter den russischen Arbeitern und Bauern immer weiter um.sich greift. Im Gouvernement Hornel kam es zu blutigen Judenverfolgungen, die sich von dort nach Wolhynien, wo namentlich in Radomisl furchtbare Pogrome abgehalten wurden, hinzogen. — Herr Emil Deutsch de l a M e u r t he, . Mitglied des Jüdischen Zentral-Komitees von . Frankreich, hat der ' Universität Paris eine Schenkung von zehn Millionen Francs ge-, macht. Die Stiftung soll dem Bau eines Universitätsviertels dienen, wo die Studenten zu billigen Preisen leben können. — Am 1. Juli feierte in London Herr I o s e p h .N ä u h e i m, vom Bankhause Rothschild, das Jubiläum feiner sünszigjährigen Tätitzkeit bei dieser Firma, in die er als Siebzehnjähriger eintrat. Nauheim, der als eine der maßgebenden Persönlichkeiten des Hauses Rothschild auch in Deutschland bekannt «ist, war erst vor wenigen Wochen in Berlin, um mit führenden deutschen Bankkreisen Fühlung zu nehmen. — Aus Kowno meldet I. C. B.: Der Ministerrat beschloß die Gründung einer jüdischen Fakultät an der litauischen Universität für jüdische Philologie, Geschichte und Literatur. — Das Jerusalemer Theater hat vor kurzer Zeit Ibsens „Nora" in hebräischer Sprache zur Aufführung gebracht. Das Hebräische Theater in Jaffa hat nunmehr Strindbergs „Vater" mit starkem Erfolg inszeniert. Die Dekorationen sind von jüdischen Künstlern entworfen. Frau C o h n - B,e r n st e i n , ein ehemaliges Mitglied des Moskauer Kaiserlichen Eremitage-Theaters, spielte bei der Erstausführung die weibliche Hauptrolle. — Aus New Jork wird berichtet: Der Orden Brith Abraham hat eine Kampagne begonnen zwecks Bekämpfung der im Lande geführten antisemitischen Propaganda und beabsichtigt zu diesem Zweck einen Spezialfonds von 1 Million Dollar zu schaffen. . Ueberall, selbst in den kleinsten Ortschaften, sollen von den 640 Logen, die gegen 1 Million Mitglieder umfassen, Massenmeetings veranstaltet werden. Der neu-gewählte Grand Master, Richter Levi, wird Präsident Harding und Generalprokurator Doverthy besuchen und die Inhibierung der antisemitischen Propagandaschriften verlangen. — Aus PHWaidelPhia wird gemeldet: Dr. Morris Jastrow, geboren 1861 in Warschau als Sohn des Rabbiners Dr. Marcus Jastrow, der später nach' Amerika übersiedelte, ist verschieden. Er hatte an der dortigen Pennsylvania-Universität einen Lehrstuhl für semitische Sprachen und Literatur inne, und seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind sehr zahlreich. Sein Bruder Dr. Joseph Jastrow lehrt an der Universität in Wisconsin. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraslr-aße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Jung e, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse. Victoria zu Berlin. Alla. Be»sich.-Act.-Ges. Die Generalversammlung vom 16. Juli genehmigte die Vorschläge des Aufsichtsrats und detz Vorstände». Der ausaewiesene Ueberschuß beträgt 25.1 Millionen Mark. Davon bekommen die Versicherten 23,9 Millionen als Gewinnanteil und auf jede Aktie entfällt eine Dividende von 150 Mark. Tie mit Gewinnanteil Versicherten erhalten in der groben Todesfallversicherung 2 % der Summe der für jede Versicherung seit ihrem Beginn gezahlten gewinnberechtigten Jahresprämien, in der Unfallversicherung 207« und in der Erlebensfallversicherung 10% einer Jahresprämie. Die allbekannte gewaltige Erhöhung der Unkosten, vor allem der persönlichen, traf die Votksversicherung besonders hart, weil sie mit ihren Wochenbeiträgen besonders viel Arbeitskräfte erfordert, die heute so kostbar geworden sind. Hier konnte darum keine Dividende verteilt werden. Die wahrscheinlichen Auszahlungssummen der Volksversicherung, die in den alteren Prospekten angegeben waren-, weiden somit nicht erreicht, zumal auch in den vergangenen Jahren die Dividende der Vorkriegszeit nicht gewährt werden konnte. Das Neugeschäft war größer als je zuvor. DerLebensversickerunasdestand stieg um 1223Millionen Mark (i. V. 550) auf 4 Milliarden und 381,8 Millionen, die Prämienemnahme in der Unfallversicherung um 11,5 auf 30,8 Millionen Mark. Das Gesamtvermöaen stieg um 151,9 Millionen auf 1 Milliarde und 558.8 Millionen Mark An Prämien und Zinsen wurden insgesamt 399,3 Millionen Mark (i. V 260.9) vereinnahmt und an Versicherte 128,9 Millionen Mark ausgezahlt. Insgesamt hat die Victoria bisher an Versicherte gezahlt 1 Milliarde und 693,4 Millionen Mark, darunter 475.5 Millionen Mark Gewinnanteile. I. A. Henckels Zwillingswerk — Solingen Fabrik feinster Gtahtwaren llllllllllllllllllimilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllimill!lllllll!!lltlll!llllll,,,,l,,,,lllllllllllllllllllll!IIIIIIHIIIII mit der bekannten Zwillingsmarke Dolle Gewähr für jedes Stück. nieferläge: VekÜN W66, ÜWger Sttliße 117118. Eigene Deckaufsnlederlagen: kölna.AH.,Sresden-A.»Franksuria.M,Samburg» München» Wien l. 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