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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-07-08 · Heft 14 (8.7.1921) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 14 (8.7.1921)
Date
1921-07-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Ehrungen Zuteil. — Der „Völkische Beobachter" in München, das bekannte antisemitische Kampforgan, ist von. der Regierung auf vier Wochen verboten worden. Anlaß gaben dazu unflätige Beschimpfungen der Reichsregierung und des Reichstags. — Die „Münchener Neuesten Nachrichten" schreiben: Aus dem Kreise der Münchener Israelitischen Kultusgemeinde erhalten wir die Nachricht, daß in den beiden letzten Nächten verschiedene Herren durch das Telephon aus dem Schlafe geschreckt und darauf vorbereitet wurden, daß in' der nächsten Stunde auf sie ein antisemitischer Ueberfall ausgeführt werde. Einer der Angerufenen wandte sich an die Polizei, die eine Patrouille abschickte; ein Ueberfall erfolgte aber nicht. Tie Leute, die den Anruf bewerkstelligten, mißbrauchten die Namen von Mitgliedern des Republikanischen Reichsbundes. — In der Synagoge zu Trier wurde kürzlich eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen 17 Mitglieder der Gemeinde enthüllt. Abordnungen der einzelnen Kriegervereine und viele Gäste waren erschienen. — Aus Fulda wird geschrieben: In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde bei der Etatsberatung -der hiesigen israelitischen Volksschule.für das 'lausende Jahr ein Zuschuß von 32 513 Mark bewilligt. Dieser städtische Zuschuß ermöglicht es der Jüdischen Gemeinde, die persönlichen Ausgaben ohne eigene Opfer zu decken. Die erwähnte Schule wird zurzeit von 102 Kindern besucht. — Am 29. Juni ist in Kassel Semina rieh rer K atz plötzlich verschieden. — In Madrid wurden bei einem Bankett der medizinischen Fakultät zu Ehren, des Professors Dessauer > aus. Frankfurt, a. M. dieser und die deutsche Wissenschaft begeistert ' gefeiert, während Professor. Tesfauer in warmeri Worten Spaniens gedachte. Desfauer wuvde auch von dem König und, der Königin in Audienz empfangen. Die gesamte Presse hebt die Arbeiten Professor Tessauers rühmend hervor. — In Antwerpen herrscht unter den polnischen.und rumänischen Junnigranten eine große Panik infolge der überraschenden Meldung, daß die Zahl der Einwanderer nach Amerika auch für den Monat Juli bereits überschritten sei und daß die Einwanderer trotz ihrer visierten Pässe nicht nach' Amerika gelangen können. Bloß bei einer Schiffsgesellschaft allein sind mehr als 1000 Emigranten steckengeblieben, deren Lage verzweifelt ist, größtenteils Ukrainer, die auch nicht heimkehren können. — Baron Edmund Rothschild hat der französischen Akademie . der Wissenschaften untgeteilt, daß er ihr 10 Millionen Francs für eine wissenschaftliche Gründung, zur Verfügung stelle. — Der bekannte englische Philanthrop Sir Ernst Cassel, der bereits im Jahre 1919 eine , halbe Million Pfund für Erziehungsinstitutionen gespendet hat, spendete neuerlich 250 000 Pfund für ein neues Spital. Sir Ernst Cassel entstammt einer deutschjüdischen Familie. — Sir Marcus Samuel, Finanzfachmann für Petroleumangelegenheiten, hat den Titel Baron erhalten. — Aus Warschau wird gemeldet: Auf Bericht der Untersuchungskommisfion beschloß das Parlament einstimmig, die Regierung zu beauftragen, die gerichtliche Unt-ersuchung gegen die Schuldigen an der Erschießung von 34 Juden am 9. April 1919 in Pinsk einzuleiten, die von General Listowski emgehobene Buße von 100 000 Rubeln der Pinsker Judenschaft zurückzuerstatten und die Hinterbliebenen der 34 Opfer zu entschädigen. Das macht die Toten nicht lebendig! — Zum Präsidenten des amerikanischen Shipping- Board ist Albert Laster ernannt worden. Er nahm die Ernennung an. „New Jork Herald" erklärt, daß er der erste Jude sei welcher einen bedeutenden Posten unter der Regierung Hardings erlangte. — Laut den „Times" sind in den Vereinigten Staaten bereits zirka 23 Millionen Franken gesichert worden für den Bau l der hebräischen Universität in Jerusalem, ein Viertel des Betrages allein infolge der Bemühungen Professor Einsteins. — Der amerikanische Gelehrte Dr. La gr an von der babylonischen Abteilung des Pennsylvanischeu Museums ist der Gewährsmann dafür, daß Briefmarken — man höre — nicht etwa eine Erfindung des letzten Jahrhunderts sind, sondern bereits in urdenklichen Zeiten bekannt waren. . Lagran hat nämlich eine Art „Postmarke" aus Ton mit dem Bilde des Jbidin, chaldäischen Königs von Ur, entdeckt. Annähernd vor 2300 Jahren vor Christi Geburt sandte dieser König ein Briespäckchen an. den hohen Priester des Tempels von Ur, auf dem sich dieses „Postwertzeichen" befand. Was haben wir gewöhnliche Mitteleuropäer nun eigentlich entdeckt oder erfunden? Weder Amerika, noch den Kompaß, noch die Briefmarken, noch den Stein der Weisen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floyastr.aße 58 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse. Erholung! Braunlage i. Harz Villa Tannhäuser. Mäßiger Breis. Telephon 119. Ostseebad K-lberg Neu eröffnet: $amflfenpcn|ion parMjotsl. Beste *1 Herrliche Verpflegung. Lage. Prospekt zu Diensten. Josef Hamburger. Norderney Winterstrabe 8 Moderne Zimmer Gute, reichliche Verpflegung. G. Etzold, Lehrer. Hans Brandenburg Hotel und Pensionshaus 1. Ranges, herrlich am Zeuthener See und Wald gelegen, große gedeckte Veranda,Naturgarten, gern besuchter Aufenthalt für Gesellschaften, Vereine, Anlegestelle für Seget-. Motor-, Ruderboote, erstklassige Verpflegung. Fernruf 122 Amt Zeirihen. Prinz-Heinrich-Straffe 12. 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