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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-06-10 · Heft 12 (10.6.1921) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 12 (10.6.1921)
Date
1921-06-10
Page
Seite 6 (sequence 16)
Language
German
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6 einer der Vorkämpfer der freien Arztwahl,, hatte Anteil -an deren Einführung in Berlin und war Mitbegründer des Vereins zur Einführung freier Arztwahl? die ihn schon vor vielen Jahren zum Ehrenuri tglied ernannte. — In Bad Nauheiin!, lvo er Heilüng zu finden hoffte, verschied plötzlich das Aiitgli-ed der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, Herr Theodor Lö wender g, im 53. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene, seinem arbeits^- und erfolgreichen Leben so jäh entrissen, war ein Schwiegersohn -des ihm iw Tode kürzlich viorangegangenen Rabbiners Dr. Ferdinand Rosent h a l in Breslau. — Laut Bekanntmachung im Anzeigenteil werden die Aktionäre der früheren Aktiengesellschaft in Firma Nationalbank für Deutschland, Berlin, aufgefordert, ihre Aktien zwecks Umtausches in Aktien der fusionierten Unternehmen einzureichen. Gleichzeitig wird die Abstempelung der altere die Firma Deutsche Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien tragenden Aktien mit der neuen Firma vorgenommen. — Im englischen Unterhause fragte ein Abgeordneter, ob sich die Regierung dessen bewußt sei, daß die zwanzigtaufend Menschen zahlende jüdische Bevölkerung Oberschlesiens, die einen großen Teil der industriellen Bevölkerung bilde, einstimmig Zugunsten des Verbleibens bei Deutschland gestimmt habe, da sie wisse, daß ihre Wohlfahrt mit Deutschland zusammenhäuge, und ob diese Tatsache in Betracht gezogen werden würde. Harmsworth erwiderte, die Entscheidung werde in Uebereinstimmung mit dem Vertrage von Versailles erfolgen, der keinerlei Unterschied zwischen den Stimmen verschiedener Nassem Parteien oder Religionen vorsehe. — Infolge des starken Antisemitismus hat der Besitzer des jüdischen Restaurants in S ch r e i b e r h a u sich entschlossen, den Betrieb einzustellen. — Aus dem neuen- Israelitischen Friedhof zu Nürnberg fand die Beisetzungsfeier des stellvertretenden Landgerichtsdirektor Samuel Bernheimer von dort statt. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. F r e u d e n t h a P. Der Vorstand des Landgerichts, Herr Landgerichtspräsident Dröber, widmete dem Verstorbenen unter Niederlegung eignes Kranzes einen ehrenden Nachruf. — Aus Wattenscheid wird berichtet: Am 8. Mai fand auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe die Einweihung des von dem Ersten Vorsitzenden des Synagogen-Dorstandes San.-Rat Dr. B o n n i n gestifteten Denkmals für die im Kriege gefallenen Söhne unserer Gemeinde statt. An der Feier nahmen der Bürgermeister unserer Stadt, eine Abordnung des Kriegerverbandes, sowie des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten teil. Die Weihe vollzog Lehrer Oppenheim. —Die vom Verein jüdischer Bürger, Köln und Ehrenfeld abgehaltene Wohltätigkeits- Veranstaltung, am vergangenen Sonntag >in sämtlichen Räumen, des Friesenpalastes nahm einen günstigen Verlauf. Trotz der warmen Witterung hatten sich in Anbetracht des wohltätigen Zwecks viele eingefunden und folgten dem Varieteprogramm mit Spannung. Besonderen Beifall fanden die in der Wandelhalle aufgebauten Buden, deren Entwurf vom Chef-Dekorateur der Firma Leonhard Tietz A.-G., Köln, Herrn Israel, geschaffen wurde. — Die Palcvstinazentrale der Agndas Jisroet, Frankfurt a. M., erlaßt einen Aufruf zur Unterstütz unA des Schu.lwerks in Palästina, dlessen Beachtung, wir unseren Lesern sehr empfehlen. (Siehe Inserat.) — Der Anklag,erat des Szegediner Gerichtshofes befaßte sich kürzlich mit der Angelegenheit des Oberrabbiners Dr. L ö w , -der durch den berüchtigten Hollosy denunziert wurde: er habe gegenüber einen holländischen Journalisten Aussprüche .getan, die das Verbrechen des Hochverrates enthalten. Der Anklagesenat fällte nach mehrstündiger Verhandlung die Entscheidung, daß Dr. Löw wegen des Vergehens der Beleidigung des Reichsverw-esers unter Anklage gestellt werde. Dagegen wurde der auf die Verbrechen des Hochverrates und der Aufreizung bezügliche Teil der Anklageschrift abgewiesen, bezüglich dieser Delikte das Verfahren eingestellt und die sofortige Entlassung des Beschuldigten angeordnet. — Aus Florenz wird gemeldet: Hier ist das Gerücht verbreitet, Oberrabbiner Professor H. Margulies beabsichtige, Italien zu verlassen, um seinen Wohnsitz nach Breslau zu verlegen, wo ihm das Direktorat des Theologischen Seminars angetragen sei. Man gibt sich hier die größte Mühe, um ihn für Italien zu behalten. — Sowohl die „Morning Post" wie der Londoner Korrespondent des Pariser „Mutin" beschimpfen die jüdischen Minister, die die Milder-ungen im Ultimatum gegen Deutschland „verschuldet" hätten. Besonders.scharf werden Alfred Mond und Sassoon hergenommen. Auch Montague soll in dieser Beziehung „schädlichen" Einfluß aus Lloyd George ausgeübt haben. — Laut in Paris eingetroffenen Berichten haben in Tunis zahlreiche Fabriken jüdische Angestellte entlassen., um an ihrer Stelle die.ehemaligen Wr-angelsoldaten, von denen mehrere Taufend von Frankreich.nach Tunis überigesührt worden sind-, zu beschäftigen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Flovastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse. Ostsceva» Kolberg. Reu eröffnet r Samllitnpcolion flatf-fiolel. Beste Verpflegung. Prospekt r« Diensten. 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