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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-06-10 · Heft 12 (10.6.1921) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 12 (10.6.1921)
Date
1921-06-10
Page
Seite 5 (sequence 15)
Language
German
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5 deren Orten Ungarns Judenprügeleien an der Tagesordnung. Einer dieser verprügelten Glaubensgenossen, Samuel Katz, lieh nun gegen! seinen Angreifer, Franz Harda, beim Sätoraljaer Bezirksgericht die Strafanzeige erstatten. Das Bezirksgericht hat — wie Eghenlöseg jetzt auf Grund der bekanntgewordenen Urteile mitteilt — den Angeklagten Harda der Ehrenbeleidigung für schuldig befunden und zu acht Tagen Gefängnis und 100 Kronen Nebenstrafe verurteilt. Als erschwerenden Umstand nahm das Bezirksgericht den „auch bei der Schluhverhandlung zur Begründung seiner Handlung gelangten Judenhaß" des Angeklagten. Dieses Urteil. wurde jetzt auch von dem Sätoraljaujhelher Gerichtshof als Appellationsforum mit seiner Begründung bestätigt. Dieser zwar nicht bedeutungsvolle, aber doch charakteristische Fall beweist, daß die ungarischen Gerichte sich auch zur Zeit der höchsten Erregung ihre bewährte Unparteilichkeit gewahrt haben. — Baronin Charles Rothschild, geb. Wertheimstein —'eine geborene Ungarin — hat der eine große humanitäre und kulturelle Mission erfüllenden Mensa. academica des Ungar ischl-jüdischen LaNides-Kulllturv-ereins' eine Spende von 150 englischen Pfund — ungefähr einer Biertelmillion Kronen ungarischer Valuta — übermitteln lassen. Diese Mensa bietet derzeit 600 jüdischen Hochschülern der verschiedensten Lehranstalten vollständig unentg'ltliche Beköstigung. — Das ungarische Judentum hatte in den letzten Märztagen einen großen Verlust zu erleiden. Ein Großer in Israel, der weit über die Gemarkungen seiner Gemeinde hinaus bekannte Szekesfehervärer Oberrabbiner Dr. Jakob Steinherz, Mitglied des Direktoriums des ungarischen Landes-Rabbinerseminars, ist nach längerem Leiden im Alter von 65 Jahren verschieden. Der Verblichene, ein jüdischer Gelehrter von großem Ruf und großem Ansehen in allen Gesellschaftskreisen, einer der bedeutendsten Kanzelredner Ungarns, hat seine rabbinischen Studien bei Ksav- Soser, Reb Hoische Komorn, Bloch, Bacher und Kaufmann, an der Poszonher Jeschiva und am Budapester Landes-Rabbinerseminar absolviert, im Jahre 1886 das Rabbinerdiplom erworben und wirkte seit 1889 in Szekesseh^rvär (Stuhlweißenburg) als Oberrabbiner. Er wurde unter imposanter Teilnahme der Szekesfehervarer Gesellschaft von der Synagoge aus zur ewigen Ruhe geleitet. Dem Leichenbegängnisse wohnte die gesamte Szvkesfahervarer Gesellschaft ohne Z. A. Kenckelö Zwillingswerk - Solingen Fabrik feinster Gtahlwaren iiiiiitiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiii,i,„um,iiiiimiiiHiiiMiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiimfiiininiii mit -er bekannten Zwillingsmarke Dolle Gewähr für jedes Stück. mÄ: Berlin ff 66, Leipziger Straße 117/118. Eigene Derkaufsnlederlagen: Köln a.AH., Sresden-A.. 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Ter verblichene Rabbiner hatte ein Alter von 67 Jahren erreicht. Seinem Leichenbegängnisse wohnten fast sämtliche orthodoxe Rabbinen der Komi täte Nyitra und Pozsony bei. Von Mgh und Fern. — Die Bewegung zur Bildung von Parochialgeineinden, die sich zunächst in der Organisation von Bereinigungen von Synagogenbesuchern äußert, hat -auch zum Zusammenschluß der Besucher der Berliner Synagoge in der Levetzowstraße geführt. Am 1. Juni fand die erste Mitgliederversammlung des „Synagogenvereins Levetzowstraße" im großen Saal des „Tiergartenhofes'" statt, die von etwa 700 Personen besucht ar. Zum Vorsitzenden wurde der Repräsentant der jüdischen Gemeinde, Gewerberat Plotke, gewählt. Vorträge der Herren Raicibiner Dr. Lewkow'itz und Gewerberat Plotke über Zweck und Mel. dies, Synagogenvereins leiteten den Abend ein. Anschließend sprach Rabbiner Dr. Bergmann über das zweihundertjährige Bestehen «der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Musikalische Darbietungen -des Oberkantors Wilhelm Friedmann, Gesangsvorträge und Rezitationen beschlossen den Abend. — Die Eltern Albert Einsteins begingen am 1. Juni das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Unter den zahlreichen Glückwünschen, die idem greisen Jubelpaare in reichem Maße zuteil wurden, sich auch eine Adresse der jüdischen Gemeinde. — Geh. Negierungsrat Prof. Nikodemus Caro, Mitglied des Kuratoriums der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, ist zum Ehrendoktor der Landwirtschaft ernannt worden. — Geheimer Sanitätsrat Dr. Heinrich B r o ck ist in fast vollendetem 89. Lebensjahre gestorben. Zu Bromberg geboren, ließ er sich dort im Jahre 1858 nieder und erwarb sich in kurzer Frist eine große Praxis. 1873 verlegte Brock seinen Wohnsitz nach Berlin, wo er alsbald lebhaften Anteil an dem ärztlichen Vereinsleben nahm. Er war ln Schick und Mode tonangebend ist Walter Altmann Maßgeschäft für elegante Herrenmoden Sport Reisebekleidung BERLIN G 19 Neue Grünstraße 32 am Spittelmarkt Zentrum 3455 Fernsprecher: IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM J. L. DUYSEN Hoflieferant des Kaisers Friedrichsirasse 219 Telephon: Lützow 3257 FLÜGEL - PIANOS

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