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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-06 · Heft 3 (6.1.1838) · p. Seite 10

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 3 (6.1.1838)
Date
1838-01-06
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 trug er darauf an, der.Comite solle instruirt werden, die WohtLhat der Bill auf Personen aller religiöser Benennungen auszudehnen. Herr Gering unterstützte diesen Antrag Herr Longdale opponirte, weit eine solche Erweiterung das Schicksal der' Bill (im Oberhause) gefährden würde. Auf diesen Grund widersetzte er sich, und meinte auch überdies, daß wenn Quäker zu einer Betheurung in Sachen von Leben und Tod zugelaffen würden, eine Erklärung, wie sie die Bill vorschlüge auch für Personen von anderem Glauben hinreichen müsse. Herr I. Duke unterstützte den Antrag des Mitgliedes für London und gab der hohen Ehrenhaftigkeit der Herren Salomons und Sir M. Montesiore, seinem Vorgänger und Nachfolger in dem Amte, das er die Ehre gehabt zu verwalten, die vollste Anerkennung. Der erste habe die vollkommenste Achtung seiner Mitbürger mitgenommen und Sir M. Montesiore würde bei seinem Abgang: ohne Zweifel dieselbe Achtung davon tragen. (Hört). Beide Gentlemen wären äußerst freigebig in ihren Beiträgen zu allen gemeinnützigen Stiftungen, und Niemand von ihnen habe je nach dem Glauben der Empfänger ihrer Wohlthaten sich erkundigt"). (Hört, hört). Er sei überzeugt, das Haus würde gern die Gelegenheit ergreifen, jedes Hinderniß zu beseitigen, das solche Männer von dem Genuß ihrer bürgerlichen Rechte abhalten könne. (Hörtlj Sir H. Strickland pflichtete als ein Mitglied der Kirche von England allen Gesinnungen des ehrenwerthen Mitgliedes für London bei. Er hoffe die Zeit, wo alle Gesetz-Distinctlonen, die sich auf Religionsverschiedenheit gründen, wegfallen würden, sei nicht fern, indessen sei dies eine Frage der Politik ebensowol als der Principien, und seine Maxime sei, alles Erreichbare anzunehmen, wenn er nicht alles Gewünschte erreichen könne. Um deshalb der Bill im Ganzen nicht zu schaden, müsse er für jetzt dem Vorschläge des Herrn Grote opponiren. Herr Pattison unterstützte Herrn Grote. (Fortsetzung folgt.) Theologie. Die jüdisch-theologische Fakultät u n d das jüdische Seminar für Deutschland. (Schluß.) Nach dieser allgemeinen Relation fahren wir demnächst fort, einzelne Aktenstücke hier anzufügen. Wir erhielten auö °) Es kann für deutsche Christen und leider auch für einen großen Theil der deutschen Juden nicht genug wiederholt werden, daß die beiden bezeichneten Herren durchaus nicht zu der Claffe B. folgendes Schreiben, das uns aber nicht gestattet wurde, mit ausgeschriebenen Ortsnamen mitzutheklen. B.g. d. 10. December 1837. In einigen Tagen werde ich nun im Stande sein, Ihnen meinen Subsciptionsbogen (für die Begründung der Facultät) einzuschicken. Der Belauf wird freilich nicht brillant sein, allein ich piquire mich darauf, daß von unserer kleinen Gemeinde und der Umgegend bis auf die völlig Armen auch nicht ein Einziger fehle. Bis jetzt ist es mir gelungen die verschiedenartigsten Denkarten für diesen Gegenstand zu stimmen und so werden Sie auf meiner Liste Namen „qui hurlent de se trouver ensemble“ finden. Zu den Orthodoxen sagte ich: die alten lesesiidotsi sind dahin, wir müssen neue haben; zu den Heterodoxen: Wissenschaftlichkeit ist das einzige Gewand, in welchem man sich jetzt vor der Wett zeigen darf; zu den Schwankenden: wir wollen die Richter erziehen, die dermaleinst unfern großen Pozeß, den wir untereinander haben, entscheiden oder wenigstens zum Vergleiche bringen sollen; zu denen, die den Fortschritt fürchten: künftig hat jede ofsicielle Neuerung sich vor der Theologie zu legitimiren; zu denen, die den Rückschritt fürchten: seid ihr solche Egoisten, um eure Erleuchtung für die einzig mögliche zu hatten, und wollet ihr nicht auch der Masse eures Volkes etwas Licht gönnen? Was ich aber selbst denke, und wie ich mir erlauben kann, mit Jedem eine andere Sprache zu führen? höre ich 'Sie fragen. D, werther Freund, ich habe bei keinem Einzigen gegen meine Ueberzeugung gesprochen. Meine Ueberzeugung lautet aber: Die Unwissenheit hat uns herunter gebracht, die Wissenschaft sott uns wieder herauf bringen. Die Herrschaft und der Einfluß der süßlichen Gefühlsmenschen, der dünkelhaften Autodidakten und der unwissenden einseitigen Stock-Rabbiner — von denen man sprichwörtlich sagte: der Mann ist ein Gelehrter, darum kann er nicht lesen — sie sind dahin, um nie wieder zu erstehen; ein neues Geschlecht wirklicher Gelehrten ergreift das Heft, ebenbürtig steht unsere Religionswissenschaft da mit allen übrigen, wir pflanzen und pflegen, und der Gott Israels, der uns wunderbar geführt und erhalten hat bis auf diesen Tag, er wird auch ferner wissen, was er aus uns und aus unseren Pflanzungen zu machen hat. C. Hochgeehrter Herr Dpctor! In Bezug Jhi^r Aufforderung vom 24. Oct. a.c. in der Zeitung des Judenthums, unterzeichnen wir gern zu diesem der „Erleuchteten" gehören, noch gehören wollen. Sir Moses Montesiore war früher einmal in Jerusalem und man findet in seinem Wappen, auf seinen Karten und auf den Knöpfen seiner Livreebedienten den Namen dieser Stadt in ebräischen Lettern. A nm. des Correspond.

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