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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-06 · Heft 3 (6.1.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 3 (6.1.1838)
Date
1838-01-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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0.3-hrg°°g. Allgemeine No. 3. Zeitung des Zudenthirms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köm'gl. Sächsischer allergnädigster Concesiion.) Leipzig, den 6. Januar 1838. Zeitungsnachrichten. London, 8. Dec. In Bezug auf die Verhandlungen des Ausschusses über die Bill des Herrn Barnes, siehe den ausführlichen Artikel hierüber in der polit. Eontrole. Frankfurt am Main, 12. Dec. In der Sitzung unsrer gesetzgebenden Versammlung vom 9. d. ward ein Antrag des Herrn Minoprio, betreffend die Aufhebung der im Gesetze vom 1. Sept. 1824 enthaltenen Bestimmung, daß.jährlich nicht mehr als zwei solcher israelitischer Ehen geschlossen werden sollen, bei welchen der Mann oder die Frau fremd ist, mit 60 gegen 18 Stimmen, so, wie er vorlag, für unzulässig erklärt; es erfolgte jedoch mit 49 ge- 26 Stimmen der Beschluß, „die gesetzgebende Versammlung ersuche den hohen Senat wiederholt nach Maßgabe diesseitigen Protokolls vom 26. Febr. 1834 baldigst prüfen zu wollen, ob und in welcher Art eine Erweiterung der jährlichen Zahl sol-er israelitischer Ehen, bei welchen der Mann oder die Frau fremd ist, statthaft sei/'' politische Lontrolc. Verhandlungen im englischen Unterhause am vierten December 1837. Am 1. Dec. war die zweite Lesung der Bill des Herrn Barnes v,or sich gegangen, nach welcher die bei dem Antritt eines Munici.palamtes zu leistenden Eide so modificirtwerden sollen, daßQuaker und mährische Brüder, die überhaupt nicht schwören, durch dieselben nicht ausgeschlossen wären, vor sich gegangen. Da schon hatte Herr Pattison angezeigt, daß er im Ausschüsse darauf antragen würde, diese Maßregel auch auf die Juden auszudehnen *). Nachdem nun in der heutigen Sitzung Herr Baines auf die Verwandelung des Hauses in den Ausschuß, wegen seiner Bill, antrug, erhob sich Herr Grote und sprach: *) S. No. 113 des vor. I. Er hatte den gegenwärtigen Zeitpunkt für geeignet um zu beantragen, daß die Wohlthat dieser Bill nicht nur aus Quäker und Herrnhuter, sondern auf alle Klassen der Unterthanen I. Maj. ausgedehnt werde. Inzwischen sek er von nichts weiter entfernt als von der Absicht, den Wünschen des ehrbaren Mitgliedes für Leeds in Betreff der beiden in der Bill benannten Klassen entgegenzutreten; er meine blos, das Prkncip der Bill gehe nicht weit genug. Wer den Lauf der Legislatur beobachtet habe, dem könne es unmöglich entgehen, daß seit dem Durchgehen der Test- und Corporations- Eide-Widerrufs-Bill das Princip, solche Eide aufzulegen, völlig aufgehoben sei. Er glaube, es sei jetzt ganz außer Frage, Jemandem wegen seiner Religion bürgerliche Nachthekle empfinden zu lassen. Er schlage daher vor, die Bill durch eine von ihm anzugebende Instruktion auf den Punkt zu führen, auf welchen sie 1836 in dies Haus gebracht und angenommen und nachher im Oberhause blos wegen Mangels an Zeit, der keine gehörige Diskussion über das Princip derselben gestattete, durchfiel. Herr Grote bemerkte ferner, daß unter seinen Eonstituenten (London) eine heftige Empfindung gegen die Intoleranz des bestehenden Gesetzes vorherrsche, besonders wenn sie Gentlemen von jüdischem Glauben ausgeschlossen sähen. Er beziehe sich auf mehre der anwesenden Mitglieder, ob die Juden, welche seit einigen Jahren die Aemter von Hoch-Sheriffs von London bekleidet hatten, nicht diesen Stellen mit eben so viel Ehre und Einfluß vorgestanden als irgend einer ihrer Vorgänger. Er behaupte, Juden sowohl als andere von der hohen Kirche Englands Abweichende müßten zu Municipalämtern unbedingt zugetassen werden, und er sehe nicht ab, was das Mitglied für Leeds diesem Vorschlag entgegensetzen könne, zumal da dasselbe im Jahre 1836 die Bill in obgedachter Form eingebracht habe und er (Grote) jetzt nicht einen Schritt weiterzugehen verlange als der damalige Vorschlag. Wenn er (Baines) die Juden von seiner gegenwärtigen Bill ausschlkeße, so setze er seinen Vorschlag von dem Standpunkt der Billigkeit und Gerechtigkeit auf den der besondern Gunst und Bevorzugung herab. Schließlich

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