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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-12-24 · Heft 39 (24.12.1920) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 39 (24.12.1920)
Date
1920-12-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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84. Jahrgang. Nr. 39 Berlin, 24. Dezember 1920 Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse Diese Zeitung erscheint vierzehn täglich. Abonnements »Preis: durch den Buch» Handel oder die Post (in Berlin un* Vor» orten durch unsere vertriebsstellen) bezogen vierteljährlich 3 Xtt, — Postscheckkonto 524. Begründet von Rabbiner Dr. Ludwig Pbitippfon Verlag: Rudolf Mosse, Berlin, Jerusalemer Strasse 46-49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adreffe: Verlag her „Allgem. Zeitung des Judentums", Berlin SW, Jerusalemer Straße 46-49, Z« richten. Verlag von Rudolf Blosse, Berlin. tlltftfflf* Deutsch-Jsraelitischer Gemeindebund. Von **\ - Zwei Vejfflljilli« kenntnisschriften von Nich-tjuden. Von Hermann Becker (Berlin). — Dr. Simon Eppenstein (mit Bild). Von M. D. — R. Abraham Trktin (mit Bild). Von Dr. S a l o m o n T i k t i n (Berlin). — Nengesundene hebräische Urkunden aus vormakkabäischer Zeit. Von Tr. S. I a m p e-l (Schwedt a. d. 0.}. — Feuilleton: Hulda und Borus. Von M a r e k Sich e r l a g. Der Gemeindevote (Beilage zur „Allgemeinen Zeituna des Judentums"): Berlin. Berlin-Weitzensee. Nikolassee b. Berlin, Elbina. Schneidetuühl. Würzburg, Stuttgart. — Von Nah und Fern. Deutlch-Urselitilcher Gemeindedund und Gklamtorsamlstion. Lum 23. llanusr 1421. n dem gesamten deutschen Judentum besteht die Ueberzeugung. daß die Zusammenfassung aller in ihm vorhandenen Kräfte zu einer Einheit dringend notwendig ist. Wir brauchen sie vor allem zur Aufrechterhaltung unserer durch die erleichterte Austrittsmöglichkeit bedrohten religiösen Institutionen, zur reicheren Entfaltung des Ideengehalts des Judentums, zur Ausgestaltung und richtigen Verwendung unserer Wohlfahrtsinstitutionen und nicht zuletzt zur Wah-! rung unseres Rechtes und unseres Ansehens nach außen. Unbestritten ist der Einheitsgedanke zuerst in liberalen Kreisen hervorgetreten. Er hak, wie Dr. Jsmar Freund in den Erläuterungen zu seinem, von allen Parteien als brauchbare -Grundlage anerkannten Entwurf ausführlich dargelegt hat, schon vor mehr als fünfzig Jahren zur Schaffung des > Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes geführt, dem es dank feiner unparteiischen Leitung im Laufe der Jahre gelungen ist, auch die orthodoxen Gemeinden um sein Banner zu scharen Vom Gemeindebund sind auch, lange bevor die gesetzliche Möglichkeit einer öfsentlich-rechtlichen Reichsorganisation der Gemeinden besta-nd, die Bestrebungen ausgegangen, wenigstens für Preußen eine staatliche Organisation zu schassen. An der Abneigung gegen jeden staatlichen Zwang sind die Bemühungen gescheitert. Inzwischen haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Der Zusammenschluß der Gemeinden zu einer Gesamtvrganisation ist heute nur auf dem Grunde der Freiwilligkeit möglich, deren Anrufung stets den stärksten Widerhall im Judentum gesunden hat, und der Artikel 137 der Rleichsverfassung hat den Weg geebnet, der zur Erfüllung des Sehnens der deutschen Judenheit führt. Der D. I. G. B. hat längst die jüdischen Gemeinden Deutschlands aufgefordert, das vor mehr als 50 Jahren begonnene Werk zu krönen und der Umgestaltung des D. I. G. B. in die Gesamtvrganisation zuzustimmen. Dieser Aufforderung sind bereits Viole Hunderte von Bundesgemeinden grundsätzliche nachgekommen. Offenbar hat sie hierzu die Einsicht bewogenx daß der D. .I. G. B., der von.Anbeginn bereits den größten Teil der Aufgaben erfüllt, die der Äesamtorganisation obliegen würden! der zahlreiche, segensreich wirkende Institutionen geschaffen hat, die, wenn sie nicht beständen, von der Gesamtorganisation geschaffen werden müßten, berufen ist nunmehr die Gesamtorganisation zu bilden. Die hierzu iwiwendige Abänderung seiner Verfassung hat in dem Freundschen Entwurf, dessen jetzige Gestalt aus zahlreichen Beratringen in Kommissionen und inr Ausschuß des D. I. G. B. hervorgegangen ist, ihren Ausdruck gefunden, der alle Parteien inr deutschen Judentum befriedigen dürfte. Er ist arrf breitester demokratischer Grundlage ausgebaut und trägt allen Interessen des Judentums und allen religiösen Richtungen vollkommen Rechnung. Irgendwelche Schwierigkeiten juristischer oder anderer Art, die der Umwandlung des D. I. G. B. in die Gesamtvrganisation entgegenstehen könnten, hat man im Schoße des Ausschusses des Gemeindebundes nicht zrr finden vermocht. Zu den Bnndesgemeinden, die ihre Zustimmung noch nickst erteilt, die überhaupt noch keine offizielle Stellung zuüer Gesamtorganisationsfrage genommen haben, gehören, allerdings als wichtigster Faktor, die sechs Großgemeinden. Aber es ist schwer zu denken, daß diese sich nicht dem Willen der überiviegenden Anzahl der Bundesgemeinden anschließen würden. Horn ruit. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, und es gibt keinen kürzeren Weg, zur Gesamtorganisation zu gelangen, als die Umwandlung des D. I. G. B. in diese. Der auf den 23. Januar 1921 zusammenberufene Gemeindetag soll diesem Bestreben das Siegel aufdrücken, und es steht zu hoffen, daß bis dahin auch die Großgemeinden in diesem Sinne ihr Votum abgegeben haben werden, zumal die von den Gemeindebehörden zu Berlin eingesetzte „gemischte Deputation" dem Vernehmen nach ihre Arbeiten beendet hat, und die Berliner Repräsentantenversammlung sich abermals ini Sinne der Bestrebungen des Gemeindebnndes ausgesprochen hat. Dann wird der Gcmeindetag, da er nur zu beschließen haben wird, was grundsätzlich bereits seststeht, ruhig und friedlich verlaufen und ein Segen sein für das Judentum in der Gegenwart und in alle Zukunft. *** Lum Lkkemltmslchrjktkn von Mchtjudkn. Neues apologetisches Material. Von Hermann Becker (Berlin), n der Bekämpfung des Antisemitismus bricht sich ery freulicherweise immer mehr auch in nichtjüdischen Kreisen die Erkenntnis Bahn, daß es so wie bisher nicht weitergehen kann, wenn die Reichseinheit, die deutsche Volkswirtschast und unser Ansehen im Auslande nicht unermeßlichen Schaden leiden sollen. Solange die Antisemiten mit Verleumdungen und Lügen, mit öden Schimpfereien und

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