Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1920)
- Date
- 1920-06-18
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 in doppelter Höhe zu Lasten, der Stiftung. zu gewähren. Die „Viktoria" wird bei Ausstellung der in der gedachten Zeit fälligen Prämienrechnungen den doppelten Zuschuß in Abzug bringen. — Der geschäftsführende Ausschuß des Bürgerrats von Groß- Berlin hat einstimmig beschlossen, für ein Einstein-Institut an der Berliner Universität oder für wissenschaftliche Zwecke dieses Gelehrten, dessen Forschungen dem Namen des deutschen Bürgertums neuen Glanz verleihen, als ersten Grundstock 10 000 Mark zu stiften. -- Der 16. Delegiertentag der Z ioni st ischen Bereinigung für D e u t s ch l a n d findet am 20. (abends), 21., 22., 23. und 24. Juni 1920 im Blüthnerfaal, Berlin W. 35, Lützowstraße 76, ftatt. — Herrn Max Galliner in Eharlottenburg wurde die Rote-Kreuz-Medaille verliehen. — Die Reprüsentantenversammlung der Synagogeugemeinde zu Insterburg stimmte einer Vorlage des Vorstandes zu, nach welcher für den P a l ä st i n aaufbaufonds 2000 Mark bewilligt wurden. — Eine Ortsgruppe d e s R e i ch s b u n d e s j ü d i s ch e r Frontsoldaten hat sich am 1. Juni in Bremen zur Abwehr unberechtigter antisemitischer Angriffe gebildet. Insbesondere will der Bund gegen den Vorwurf mangelnder Beteiligung jüdischer Soldaten an den Frontkämpfer Stellung nehmen. An den Gründungsbericht schloß sich ein Referat des ersten Vorsitzenden mit genauen Angaben über die Zahl der jüdischen Kämpfer im deutschen Heere. — In der letzten Sitzung des Bayerischen Landtages wurde ein Antrag Dr. Wohlm u t h (Bayerische Bolkspartei), der die Ausgleichung der Bezüge der katholischen und Protestantischen Geistlichen an die Beioldungsvrdnung will, angenommen. Der Antrag wurde auf Antrag des Abgeordneten Geheimrat Held aus Regensburg, erster Vorsitzender der Bayerischen Volkspartei, dahin erweitert, daß auch die Rabbiner mit inbegriffen sind. — Herrn Rabbiner Dr. Norden in Elberfeld ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden. - Ein Hilfswerkfür d e n A u f b n u P a l ä st i n a s ist in den Städten Elberfeld-Barmen und in der Nachbarstadt Solingen unter Mitwirkung der Gemeinden, Rabbiner und Angehörigen aller Richtungen im Judentum eingeleitet worden. Die Geschäftsstelle des Hilfs.oerks ist der Jüdische Wohlfahrtsverband, Elberfeld-Barmen, Genügsamkeitstrabe 7. — Die Jüdische Gemeinde in München-Gladbach betrauert den Tod ihres Vorstandsmitgliedes Isidor A s ch a f f e n b it r g, der dem Vorstandskollegium vier Jahre angehörte. Sein Heimgang hat allgemeine Trauer ausgelöst. — Gegen den a n t i s e m i t i s ch e n S ch «r i f t st e l l e r Dr. Artur D i n t e r , der vor kurzem in öffentlicher Versammlung die beleidigendsten Ausfälle gegen israelitische Glaubenseinrichtungen machte, ist nunmehr bei der Staatsamoaltschaft Kassel Strafantrag wegen Gotteslästerung und Religionsschändung gesteht worden. — Im Schloßgarten zu Marburg (Hessen) sprach vor kurzem Herr Pastor T h i m m e über das Thema „Anti-, semitismus und Christentum". Thimme schilderte in glänzender Darstellung, mit Einfügung herrlicher Schriftsteller, die wechsetvolle, oft so tragische Geschichte 'des Judenvolkes, ihre Verfolgungen im Atertum, zu Innozenz'IV. und Luthers Zelten. Trotz aller Verfolgungen haben die Juden treffliche Eigenschaften, wie Pietät, Familiensinn, Nüchternheit, geistige Regsamkeit, entwickelt; einzelne Schlacken vom Getto her haften ihnen natürlich all. Nur eine ehr-.! liche Aussprache über die beiderseitigen Fehler kann hier eine Besserung bringen. Restlos dankbar müssen wir dem jüdischen Bolke für die Bibel sein, die, Geist von ihrem Geist, unser gesamtes Kulturleben mit ihrem Hauche erfüllt. — Wie „Jewish Chronicle" berichtet, haben 2000 jüdische Exofsiziere auf einer Versammlung in Wien beschlossen, bei der britischen Regierung die Erlaubnis einzuholen, nach Palästina gehen zu dürfen, um dort die jüdische Position zu unter-! stützen. — Aus Czernowitz wird gemeldet: Als erster j ü di s ch er 1 'Ab geord n e te r ist Rechtsanwalt Dr^ Benno Straucher, der langjährige Vorkämpfer für die Rechte der Bükowinaer Juden, in den rumänischen Senat gewählt worden. Das Mandat in . die Kanuner erlangte der jüdische.Sozialdemokrat Dr. P i sti n e r. Die deutsche Minorität, welche, das' Abkommen mit der jüdischen Partei aus Listenkoppelung nicht eingehakten hatte, vermochte infolge dieses Verhaltens kein Mandat zu erringen. - Der Abgeordnete des polnischen Parlaments Hartglas hat in Krakau in Gegenwart vieler Vrofessoren, Geistlichen, Rechtsgelehrten und. Journalisten einen Vortrag über dle Teilnahme der Juden an der wirtschaftlichen. Entwicklung Polens gehalten. Herr Hartglas bewies, daß der wirtschaftliche Kampf der Polen gegen die Juden im scharfen Gegensatz zur Wohlfahkt des polnischen Staates stehe. — Zum £> b e r r a b biner d e r L e m b e r g e r Gemeinde wurde Dr. Samuel G u t t m a n n, welcher seit zwanzig Jahren in Lemberg das Nabbinat verwaltet und während 'der Vakanz die Geschäfte des Oberrabbiners versah, gewählt. — In Rowno in Wolhynien ist ein Zentralkomitee mit dreizehn Unterkomitees gegründet worden., um der Not der hauptsächlichsten jüdischen Zentren in der Ukraine zu steuern. Man hat Snppenküchen, Waisenhäuser und Krankenhäuser gegründet. Heilmittel, Kleidung, Schuhwerk und Feuerung werden unentgeltlich verteilt. Die letzten Berichte aus der Ukraine bezeichnen die Situation dort als unbeschreiblich. Aus Paris wird gemeldet: Baron E d m und R o t h s ch i t d überwies der „Jca" fünf Millionen Francs zugunsten seiner Institutionen in Palästina. — Die A ll i a n c e Israelit e hat die Summevon 300 000 Francs zur Linderung für die Not Der ukrainischen. Juden bewilligt. Das Geld wird an. das Warschauer Komitee übersandt werden, dessen Vorsitzender Dr. Go l d stein ist und das gemeinsam mit den Gemeinderepräsentanten und verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen arbeitet. — „Morning Post" meldet: Zn London wird eine P a l ä st i n a a u s st e l l u n g vorbereitet. Die feierliche Eröffnung erfolgt am 10. Juni durch den Bischof von London und bleibt die Ausstellung bis zum 7. Juli offen. - Ein Telegramm der Zionistischen Organisation aus Jerusalem meldet, daß die Angriffe der Beduinen in G a l i l ä a anhalten. Am 29. Mai wurden in Messchin zwei Juden getötet und einer verwundet. — Im Hasen von Jaffa landete unlängst das Schiss „Milano", auf dem sich vierzig Flüchtlinge ans Rußland, unter ihnen auch Sch. Schwarz, früherer Redakteur der „Jewreiskaja-Mysl" und „Odesskije Nowosti", befinden. —- Das Jüdische M u seum in Jerusalem, das dem Bezalel angegliedert war, ist jetzt in einem vom Stadtrat zur Verfügung gestellten Gebäude untergebracht. Die etwa 3000 Objekte zählende Sammlung füllt vierzehn Säle. In der Abteilung für Skulptur sind Werke von Antokolski, G ly c enstein, R o,u kh o m o w s k h .. K a u f m a n n und Becker ausgestellt. Die Sammlung für Malerei besitzt, Werke von Josef I s r a e l.s, Max L i e b e r m a n n , H i r z e n - b erg, I. S a l o m o n , Abraham Neumann, P i l i ch o w s k i und anderen. In der graphischen Abteilung sind Originale von Israels, Lieber mann, Hermann Struck, Lilien ausgestellt. Das Museum hat in der letzten Zeit eine schnelle Entwicklung erfahren. Es besteht die Hoffnung, daß alle in Palästina aufgefundenen Antiquitäten dem Jüdischen Museum zufallen werden. — Aus New York wird geschrieben: Der Verband der polnischen Juden in Amerika hat von der Regierung die Erlaubnis erhalten, einen ständigen Vertreter in Ellis Island zu haben, der die Neuankommenden empfangen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraftratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Perlin-Friedenay. Druck und Verlag von Rudolf Moffe. Eisen-, Mine RjmI PlaA PISS L 51fa nnH rmPfMillm MWW»W» mmmv im mmmmtk m groll. Waldungen I an der Linie I Leipzig—Eger, b.l kuren), Nervenleiden Dicht, BtaenmatismnS’ Blatarmnt,Bleiciusinont Frauenkrankheiten, ailgem. Schwäche»- ständen, Verdauung»- Störungen, Nieren-, Lebernnd Zuckerkrankheiten, Fettleibigkeit, Lähmungen- Groß Erfolge [».Nachbehandlung von Vn>letzun<>en. Badeschmt frei durch die Badedirektion