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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-05-21 · Heft 21 (21.5.1920) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 21 (21.5.1920)
Date
1920-05-21
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 . Gottesdienste werden unter Führung der Religionslehrer von einein tüchtigen Ba!«-Kore geleitet werden, den Chor stellen die Zöglinge in ihrer Gesamtheit dar. Diese Gottesdienste sollen systematisch für alle, auch staatliche Schulen besuchende Kinder eingesührt werden, so daß dann nahezu 12 000 Kinder an diesen Gottesdiensten teilnehmen werden. Außer diesen organischen Verfügungen soll noch eine ganze Serie von Neuerungen getroffen werden, die alle die Ermöglichung eines religiösen Lebenswandels bezwecken. So wurde diesmal zu Pessach die bisher übliche Alazzothverteilung auch mit einer Verteilung von Kartoffeln verbunden, um auf diese Weise, da Mazzoth nicht in genügender Menge zur Verfügung standen, einen, geeigneten Ersatz für Brot zu sichern. Die Gemeinde hat Heuer zu diesem Zweck mehrere Waggons Kartoffeln verteilt lxziehnngslveise zu. bedeutend billigeren Preisen als im Handel verfällst, so daß auf jede Familie durchschnittlich ein halber Meterzentner Kartofsei-n entfiel. Sv arbeiten lvir, schloß Dr. Lederer seine Aufklärungen. Ich wiederhole, dgß die ganze Gemeinde mit uns arbeitet, und hieraus schöpfen wir die Kraft für die Fortsetzung unserer Arbeit. Ich hoffe mit Zuvor- , sicht, daß wir es ans diese Art erreichen lverden, daß die Pester Israelitische Religionsgemeinde schöner it<nb kraftstrotzender lverden wjrd, als sie je gewesen. Van Msh und Jfmi, — Bereits im Jahre 1915 hatte der Berliner Ala gistrat beschlossen, der über den bisherigeil Exerzierplatz an der Schwedter Straße führenden iteitciT Straße l verlängerte Sonnenburger Straße) den Namen R u d o l f - Al o s s e° S t r a ß e zu geben. Jetzt wurde der Beschluß ausgeführt. Dieser Tage sind die Schilder.mit der Bezeichnung Rudolf- Alosse-Straße zur Aufstellung gelangt. Die Gesellschaft H a ch - nassath Kal loh beging am Sonntag, den 10. d. Al., den Tag ihres 200jährigen Besteehns mit einem feierlichen Festakt, an dem zahl re'che Herren und Damen, Gönner und Freunde der Gesellschaft 'teilnahmen. Die Weihe re de hielt Rabbiner Dr. Weiße, die Festrede der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Emil P i n c u s. Ein ausführlicher Bericht folgt in der nächsten Nummer. Anläßlich des hundertjährigen Geburtstages des Begründers des Berliner Rabbinerseminars, Rabbiner Tr. Israel Hildesheimer, fand am Sonntagden 10. d. Al., im S y n ago g e n v orra l i m der Gemeinde Adaß Jisroel eine Gedenkfeier statt, verbunden mit der Einführung zweier neuer Dozenten, der -Herren Abraham K a p l a n lind Dr. Sam. G r ü n ö e r g. —- In den Berliner Krankenhäusern befinden sich zahlreiche ostjüdische Patienten, deren Lage iun. so tra-nriger ist, als sie keine für sie geeignete Unterhabtnngslektüre haben. Die BieschaMing von Büchern und Zeitungen in jiddischer und hebräischer Sprache zu diesem Zwecke lväre eine große Wohltat. Der Verband 'der- Ostjilden in Deu'tschlanp, Berlin Auguststraße 17, bittet daher, ihm nach Möglichkeit jüdische lind hebräische Werke lind Zeitungen zwecks Uobonveisung an die krallten. Ostjuden nach Möglichkeit zllr Verfügung zu stellen. - Der beruh inte antisemitische Dreschgraf Pückler machte Zuletzt aus seinen Versammlungen ein Geschäft. Sein Epigone Knüppel-Kunze ist gleichfalls darauf verfallen, fürreine Versammlungen Eintrittsgeld zu erheben, obwohl er solchen Brauch bei anderen Parteien sicherlich als „jüdisch" brandmarken -würde. Er lädt jetzt in Schöneberg, zu einer Versammlung ein gegen - 1 Mark Eintritt! Es wird ja alles teurer, aber 1 Mark für Knüppel-Kunzes Schwatz -. das ist einfach Wucher. --- Unser geschätzter Ali tar beiter Herr Al. Pu'lvermann, Prediger der nvird, habe-n - nach berühmten Musteril -- einige Atitglieder der Temckrakischen Partei in Stettin beschlossen, aus der Partei auszutreten und -nnter dem Namen „Reformgr.nppe der Deutschen demokratischen Partei" eine neue Partei ins Leben zu rußen.-' Die neue Gruppe will, wie sie sagt, den „Einfluß der jüdischen Elemente" -in ihren Reihen ausschalten. — Der Lehrer und Prediger der Jüdischen Gemeinde Geestemünde, Herr Sal. Bachenheimer, begeht am kommenden Schabnothfeste die Feier seines 25jährigen Amtsjubitäums. Bachenheimer ist Schüler des Lehrerseminars Zll Hannover, das er 1883 verließ. Eine Reihe von Jahren wirkte er in Bentheim und Osnabrück und seit 1895 in Geestemünde, woi-ckbist er eine überaus feigensreiche .Tätigkeit entfalitet hat und bei der Genleinde in hervorragendem Maße geachtet und gewertet wird. - In Köln ist das Vorstandsmilglied Justizrat Dr. >A p f eil verschieden. Bei der Beerdigung! hielt Herr Gemeinderabbiner Tr. Kober eine die Verdienste des Verstorbenen lvürdige-nde Trauerrede. -- Wie die „Kölnische Bolkszeitung" mitteilt, stellt „Ter. christliche Mittelstand" fest, daß er nicht antisemitisch gerichtet, vielmehr streng interkonfessionell ist lind auch jüdische Allittel ständler, die sich zu seinem Wirtschaits- und Kulturprogramm bekennen., zu feinen Mitgliedern zählt.. — Aus Friedberg (Oberhessen) wird berichtet: In Lln Wesenheit von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden fand in der hiesigen Synagoge die E n t hü l l u n ig d e r G e d e n k t a, se,1. statt, die döe israelitifche Gemeinde für die im Kriege für ihr Vaterland gefallenen jüdischen Seldaten gestiftet hat. Ernst und mit tiefster Ergriffenheit feierte Herr Lehrer E h r m a n n die 21 gefallenen Helden. In Nürnberg starb-im 81. Lebensjahre Herr Philipp P r e tz f e bd er. Ter Verstorbene war jahrelang Mitglied der Verwaltung der Israelitischen Kultnsgemeinde Regensburg und hat. dieses Amt. mit Gewissenhaftigkeit und Friedfertigkeit versehen. Seine menschenfreundliche Gesinnung war allgemein bekannt. - Die Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation wurde definitiv auf den 4. Juli nach Karlsbad vinbernsen. — Aus Budapest wird berichtet: Da den Söhnen, der Inden, der Freimaurer und der des L'beralismus verdächtigen Bürgertreise die Universität verschlossen ist, hat die Negierung Soldaten als Hörer einschreiben lassen. Doch diese erscheinen natürlich nicht, und so halten die Professoren ihre Vorlesungen vor fünf bis zehn Hörern. — Eine geheime Verordnung des Armeeoberkommändiercnden Horthy befiehlt die Verabschiedung aller jüdischen Offiziere. - An der festlichen Begehung der Nativnalseier vom 3. Mai haben weder die Rabbiner noch, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Warschau teilgenommen, da sie keine Einladung seitens des veranstaltenden Komittes erhalten hatten. — Der Lvdzer Rabbiner ' Rabbi Elieser Iehuda Drei st m ann. einer der angesehensten Rabbiner des Ostens, ist --- 57 Jahre alt — einem alten Lnngenleiden erlegen. -Im englischen Unterhause erkundigte sich ein Mitglied, lvann der Bericht der Kommission Sir Stuart Sa m u e l s über die Lage der Inden m Polen veröffentlicht werden soll. Gecil Har ms,worth -erwi derte, der Bericht werbe baldigst dem Völkerbundrat vor gelegt werden, da es sich hier -um -eine Angeilegenhert haindle, für die der Völkerbund zuständig fei. Die „Westminstor Gazette" bemerkt hierzu, viele Leute würden argwöhnen, daß für die Nichtveröffe'ntlichung. des Berichts über die Jndenverfo'Igllngen weniger die Achtung vor den Rechten des Völkerbundes, als der Wunsch maßgebendsei, im. gegenwärtigen Augenblick keine Abneigung gegen 'die Polen hervorzu,rufen. j Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58.! Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Moste. Synagogengemcinde Forst i. L., begeht am 1. Jum fern 50M)rlges Amtsjubiläum. --- Wie der „Pommerscheu Tagespost" berichtet Bad Elster Eisen-, Mineral-, Mooru. Badiumbad. Beiillunte Glaubersalzquelie, Badinmeinatmnngshalle. 500 in ü. d. a., vor Winden gesebfllst, inmitten grofiWaldungen an der Linie Leipzig—Eger, b. Herzleiden (Terrain* knren), Nervenleiden, Gicbt, Bbeumatisams. Blatarmnt,Bleichsucbt, Franenkrankbeiten, allgem- Sohwlchezuständen, Verdauungsstörungen, Nieren-, Leber* und znckerkrankheiten, Fettleibigkeit, Luunnngen. Groß^ Erfolge b.Wachbehandiung von V*< letzunoen, Badeachrift

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