Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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sich bübische Hände dazu ausersehen, um die kunstvollen Ein-g-angstvre mit schwarzer O-elsarbe in Form von! großen, sogenannten H a k e n k r e u z e n bemalen. Auch mehrere > der Syna-goge benachbarte Häuser sind mit diesen Hakenkreuzen „geschmückt" w-oriden, die in g.ewissen> Kreisen als antisemitische j Wahrzeichen gelten. Die Täter haben ihr Werk in einer der letzten! Nächte verübt und sind leider nicht beobachtet worden. Die Versuche, die Kreuze zu entfernen, waren mit. einfachen Mitteln vorläufig ergebnislos. Die Syna-gogenverwaltung sieht sichgenötigt, die Portale durch Handwerker abhobeln un-dreinigen zu lassen. — Frau U mg e r geb. Wiese wthal. hat dem Magistrats Berlin für die ,,Bereinigten! Fonds" 50 000 Mark überwiesen, Herr Gumbert für die Siegj mund-und-Minna-Gumbert-Stiftung 48 000 Mark, Frau Professor Lieber mann für die F.-und--C.-Lie!bermann--Sti!s-tnng 5000 Mark. Ferner hatder Berliner Magistrat die Annahme einer Spende von 50 000 Mark zur Begründnng einer Markusi-nnd^- Ätiathilde-Klappet-Stist'ungi beschlossen. Die Zinsen! sollen zn Weihnachten an arme Familien verteilt werden.^ Außerdem haben, die Spender 10 000 Mark zur sofortigen Verleitung au christliche und jüdische Lehrlinge letztwillig vermacht. — Ans Poelcapelle hat der „Bolksbunjd Deutsche Kr-iegsgräbersürjsor,ge" die Nachricht erhalten, daß verschiedene deutsche Friedhöfe in der Umgegend von- -Poelcapelle in einem derartigen Zustand sind, daß man die Gräber nicht mehr erkennen kann. Der Dolksb-und hat die amtlichen Stellen ersucht, aus die Wiederherrichtung, dieser Friedhöfe, der>en Instandhaltung laut Friedensvertrag Sache der belgischen Regierung ist, fördernd einzuwirken. Er halt die Möglichkeit, durch ortsansässige Fachleute, die ihm behördlicherseits empfohlen! worden sind, 'besondere Wünsche für die Pflege der Gräber zu vermitteln^. Alle Mittei tu n>geni sinv dem „,Bolksbund Deutsche Kriegsgräber-fürsorge e. V." (neue Postadresse.- Charlottenburg 5, Königsweg 30) baldigst einzusenden, damit die Vermittlung rechtzeitig erfolgen - kann. — Aus Neustadt (O.-S.) wird uns berichtet: Der Firma S. F r a e n k e l ist von einem ihrer größten Knuden., denl- New Porter GeschäM«- hanse Dezell u. Cnnningham., ineinem sehr liebenswürdig! gehaltenen- Schreiben die er'fotgte Absendung von 17 Kisten und Fässern verschiedener Lebensmittel angezeigt lvorden, die das New Porter Hans alseine kleine Hilfe für die.Fraenkelsche Arbeiterscha-fi stiftet. - Der-. Breslauer Bertag-sbuchhärrdler und Rittergutsbesitzer S. Schot t l ä n de r ist i-m 76. Liebens-jahre verschieden'. — Die Jsraeli'tische Gemeinde in Zittia-u (Sachsen) könnte vor kurzemden. 70. Geburtstag ihres Vorstehers, des Stadtverordneten Herrn M. Glaser, festlich begehen. Nachdem anr Vormittag ein a>uch von zahlreichen Andersgläubigen 'besuchter Festgottesdienst veranstaltet war, bei welchem Herr Prediger B ellak die Verdienste des Jubilars während dessen mehr als vierzig^ jähriger Amtstätigkeit gewürdigt hatte, versammelten. sich verschiedene Korporationen, wie z. B. der Gemeind evorstanb, die Chewra, der Frauen- und Jugendverein, die Loge und eine Abordnung des Stadtverordnetentollegiuuis., im Hanse des Herrn Glaser, um mit Ansprachen wertvolle Geschenke zu überreichen.. Abends fand eine Festen ffühvung. mit. anschließendem Festessen statt. — Aus Köthen (Anhalt) wird geschrieben: Die hiesige Israelitische Gemeinde hat ihrem verstorbenen verdienten Seelsorger Rabbiner Dr. Selig ko w i tz , der, ans dem israelitischen Teil des Gemei ndefriedhofes ferne letzte Ruhestatt gefunden hat, ein prächtiges Grabdenkmal aus schwarizemi Marmor errichten lassen. Eine schlichte Feier am Grabe des Verstorbenen, der sich auch auf wissenschaftlichem Gebiete einen Namen erworben hat, fand bei Uebergabe des Denkmals statt. Die Ansprache hielt der jetzige Rabbiner Dr. Alexander. — Am 17. v. M. starb in Wien Herr M. A. Pollak, Vizepräsident der Israelitischen Armenanstalt, im 67. Lebensjahre. Der Verblichene hat sich dem von ihm geleiteten Institute mit größter Hingebung gewidmet.. Die Leiche wurde nach Baden bei Wien übergeführt und an der Seite seiner dort ruhenden. Eltern bestattet. — Wie aus Budapest gemeldet wird, mußte die letzte ,,Walküre"-Aufführung in der Staatsoper infolge von Judenkrawallen -abgebrochen werden. Tie Sänger B u r i a n und Ludwig. N o s s a wurden mit Rufen ,,Heraus mit den Inden!" empfangen und so lange niedergebrüllt, bis der Vorhang endgültig siel. Auch dieses gehört zur Aktion des „erwachenden Ungarn", an.dessen Spitze der Markgraf Pallavicini steht, dessen eigener Schwiegervater, Graf Andrassh, unlängst, wie behauptet wird, auf der Straße, ehe er sich ausweisen konnte, als Jude verprügelt worden sein soll. — Die Pester Chewra Kadischa hat in ihrem Siechenh-ause, das während des Kieges zu, einem Offiziersspital umgewandelt wäv, ein den modernsten Anforderungen der Hygiene entsprechendes Spltal für heilbare Kranke eröffnet-, das auf streng ritueller Basis geführt, wird undbesonders dem jüdischen Mittelstände, der ,aus leicht begreiflichen Gründen die überfüllten öffentlichen Krankenhäuser nicht gern aufsucht und in den Privatsanatorien wegen der unerschwinglich hohen Preise keine Aufnahme finden kann, zu Diensten stehen will. Am neuen Spital — dem dritten jüdischen Spital Budapests — wirken vier hervorragende Primarien. — Aus Paris wird gemeldet: Die Alliance Israelite hat den Betrag von 20 000 Fr. zur Errichtung nationaljndischer Schulen in Galizien beigesteuert, weitere 25 000 Fr. dem Betrage hinzugefügt, welchen Baron E. de Rothschild zugunsten der jüdischen Waisen in Ostgalizien gespendet hat. — Bei einem ernsten Zusammenstoß in J-erufaslem zwischen Juden und Muselmanen am 4. April kamen, einer Reuter-Melduing zufolge, 188 Personen zu Schaden. Die Mehrzahl davon ist leicht verwundete — Ferner wird aus Jerusalem gemeldet: lieber Jerusalem wurde anläßlich der Zwischenfälle zwischen Juden und Mohammedanern das Kriegsrecht verhängt. Während der Unruhen kämen einige hundert Personen ums Leben. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Masse. Träger des letzten Fontane-Preises! Max Brod Ausgewählte Romane und Novellen. In 6 Bände gebunden 82 Mark einschließlich Teuerungszuschlag. Inhalt: Band l: Die Einsamen (Tod den Toten - Oie Insel Earina - Ein tschechisches Oiensimädchen). Band 2: Schloß Nornopygge. Band 3: Jüdinnen. Band 4: Weiberwirtschast. Bands: TychoBrahes Weg zu Gott. Bands: Das große Wagnis. Ich liefere sämtliche. Rar Swd, der erste ,ii»ls»e Schriftsteller, deffen Arbeiten mit dem ronlane-Prei» ausgezeichnet wurden, behändest in seine« Sägern die tiefsten und wichstasten Probleme unserer Epoche. L« ist deshalb ein Gebot der Seit, wen« aerade letzt im Stadiumder «liinma und de» Aeuauibaue« eine Sefomtanraabe der Schriste» tiefe« im höchsten Sinne astuesten Sichler» erscheint. 6 Bände auf einmal gegen monatl. TeilzahlungenO«N> von nur Karl Block, Buchhandlg., Berlin SW68 Postscheckkonto 20249. 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