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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-09-24 · Heft 39 (24.9.1919) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 39 (24.9.1919)
Date
1919-09-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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--4 Äaalsbürgcr jüdischen Glaubens. Herr Ta-. .Beuger verurteilte diese schmutzige anti semitische Bewegung, die fast nur von der äußersten Rechten hervorgerufen sei, um ihre Schuld von der Berlüngerung des Krieges auf die Minorität der jüdischen Voltsgenossen? abzuwälzen. Tie zlarholiken verwerfen diese Agitation aus politischen wie aus religiösen Gründen. Er ermahnte seine -Zuhörer,' sich von der antisemitischen Bewegung sernzuhalten. -- Auf der Tagesordnung der kürzlich in Weimar stattgehabten 15. -Tagungdes Verbandes d e u t s ch er Ti er s ch utzvereine standen zwei Anträge Dresden - Atagdeburg, welche a-u.f ein Reichsverbot des- Schächtens abzielten. Dresden hatte seinen Antrag zugunsten ci«; Abagdeburger zurückgezogen. Bor Eintritt in die Sitzung des dritten Beratungstnges stellte der Tierschutzverein Nürnberg, vertreten durch Herrn Kommerzienrat Leykauf und Herrn städtischen Tierarzt Tr. Boltz, den Antrag, die Behandlung des Antrages 4 der Tagesordnung (Antrag Magdeburg) von der Tagesordnung abzufetzen. Mit überwältigender Majorität xm\xte der Antrag angenommen. Bon den allgemeinen Eindrücken, die man bei der Tagung gewann, verdient besonders hervorgehobcn zu werden, daß Grund zu der Erwartung vorhanden ist, für richtige Aufklärung über den religiösen Charakter der Schecksta in Zukunft Verständnis zu finden. -- Am 26. August beging Herr Alexander. Katten in Frankenberg sein 25jähriges Tienstjubi'.äuni als Vorsteher der Israelitischen Gemeinde. Dem Ernst der Zeit entsprechend wurde von einer größeren Feier abgesehen. Am Abend fand ein Gottesdienst statt, bei dem Herr Lehrer Stern der Verdienste des Jubilars in einer eindrucksvollen Ansprache gedachte. — Im eben vollendeten 62. Lebensjahre ist in Frankfurt a. M. Justizrat Dr. Bert hold Baer, Syndikus der Israelitischen Gemeinde, gestorben. Er war als Referendar. 1888 in den Dienst der Gemeinde getreten. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Neubau des Philantropins, der Synagoge an der Konigsteiner Straße und des Krankenhauses. -- Aus Bern wird gemeldet: In der Zeit vom 21. bis 25. Oktober findet in Einsiedeln ein internationaler katholischer Palästinakongreß statt. Die Anregung hierzu ging vom Komitee des Schweizer Heiligcnlandvereins aus. Der Zweck des Kongresses ist die Wahrung und Kräftigung der katholischen Interessen in Palästina und die Erhaltung der heiligen Stätten dortselbst sowie die Rechte der katholischen Welt daran. — Die Leitung der Kultusgemeinde Karlsbad hat das Grundgehalt ihrer sämtlichen j Beamten und Angestellten verdoppelt und ihnen außerdem von > diesem verdoppelten Grundgehalte eine sünfzigprozentige Teuerungs-! zulage bewilligt. —- Aus Bad Königswart wird uns geschriebene , Im Alter von 66 Jahren verschieb am. 2. d. M. der hiesige verj dienstvolle Rabbiner David L ö w y. Der Dahingeschiedene hot sich! hier durch sein segensreiches Wirken und seinen biederen Charakter : allgemeine Hochachtung erworben. Zahlreiche Trauergäste, darunter > Vertreter der Stadt und des Bezirkes und viele Andersgläubige^! nahmen Anteil an der Trauerseier. Am 4. d. M. wurde die Leiche? in den ältehrwürdigen Tempel (aus dem 16. Jahrhundert) gebracht, i woselbst Herr Dr. I. Diamant, Rabbiner aus Mariendad, der Trauerversamrnlung ein getreues Lebensbild des Entschlafenen entwarf. Dankbare Schüler trugen dann den Sarg auf den altehrwürdigen Friedhof, wo Fräulein Finger von dem Lehrer und ein Krüppel von seinem Wohltäter ruhrenden Abschied nahmen. Am 80. v. M. fand in Nikolsburg die feierlich? Installierung des neugewühlten Rabbiners Dr. Alfred W i l l m a n n in der Altschulsynagoge'stath Derselben wohnten bei die Gymnasial- und Schuldirektion, sämtlick)e Vertretungen der Gemeinden und deren Korporationen sowie die größte Zahl bn Gemeindemitglieder. Rabbiner Dr. Alfred Willmann entwickelte tn formvollendeter Rede sein Programm, welches auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Mißhandlungen der Juden durch polnische Soldaten werden in zunehmendem Maße aus den Ortschaften Galiziens gemeldet, die bisher von den Ukrainern besetzt gewesen und jetzt von den Polen genommen worden sind. So kam es besonders in Charkow zu rohen Mißhandlungen einer großen Anzahl von Juden, die zu Zwangsarbeiten getrieben wurden, nachdem man sie zum Gaudium der Ortsbewohner mit Hilfe der Feuerspritzen durchnäßt hatte. Aehnlisto Vorgänge werden a.utz Trembowla geukeldet, ivo b.fo.nders in den umliegenden Dörfern sämtliche jüdischen Geschähe ausgeranbl wurden. Hier hatten sich übrigens auch die ukrainischen Soldaten mit ähnlichen Heldentaten hervorgetan unt.r der Motivierung, daß die Polen nachher ja doch alles rauben würden, was sie etwa übrig ließen. - Das Foreign Office in London gibt bekannt, daß Sir Harare Rumbold zum britischen Gesandien in Warschau ernannt worden ist. Dazu bemerkt das Kop.nhagener Zionistische Bureau: Das bedeutet tue Abberufung.des bisherigen Gesandten Wyndham, der als der Situation nicht gewachsen angesehen wird. Ter diplomatische Wechsel in Warschau beweist,' daß die britische Regierung der Entwicklung der Tinge in Polen die größte Aufmerksamkeit schenkt. — Laut „Judizes Folk" ist das bolsch.wistische Dekret wegen Verbots der hebräischen Sprache und der zionistischen Tätigkeit in Rußland nicht, zur Ausführung gelangt. — Anfang September verstarb in Warschau der langiüyrige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Herr Michael Bergsohn. Aus -diesem Anlaß sandte das Ministerium für Kultus der Warschauer Jüdischen is>ememde oin Beileidsschreiben, zu. Gleichzeitig hat der Kultusminister Professor Lukasiewicz .dem Sohn oes Verstorbenen, Ludwig Bergsohn, und der Familie ein Beileidsschreiben zugesandl. — Die B n e- Br i th-L oge in Ierusal e'm beschloß, ihre Bibliothek der Zionistischen Organisation ats Grundstock für die Jüdische vcationalbivliothek zu übergeben. - Die Kolonie Rischon le Zion hat den jüdischen Fischern in Saloniki Land für die Anlage eines Fischerdorfes bei Iabne zur Verfügung gestellt. — Rabbiner Hii t aus Jaffa ist zum Oberrabbiner der aschkenasischen Gemeinde in Jerusalem gewählt worden und hat sein Amt bereits angetreten. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 88. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse. ZKerbst-^Neuheiten: G&grurxd&t G&grürxdj&t 1 Ö i & 1 G 1<5 efpandauer Sir. 16 BERLIN C fKönigstr. lt—14 Seidenstoffe, ^Kleiderstoffe, 2)amen-3(leidung, ^Kinder- ^Kleidung, fBelzwaren, ZKüte, Wirkwaren, Strumpfe in grosser Auswahl. Qardinen, Möbelstoffe, Teppiche. ^Besonderes Einrichtungshaus: tyier Stockwerke 3\{öbel Ständige Mussteilung fertig eingerichteter Zimmer von einfacher bis zu vornehmster Sirt. tMan verlange die SHerbstSreisliste 31.

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