Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1919)
- Date
- 1919-08-08
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 kommen haben. Sämtliche Lokalkomitces brachten ihre Schützlinge bis an die österreichische Grenze, wo ein Sonderzug die Kinder aufnahm und nach Wien brachte. Die Kinder waren größtenteils im Wachstum stark zurückgeblieben. Sie haben sich hier schön erholt und teilweise bis zu 6 kg au Körpergewicht und 5 bis 6 ein im Wuchs zugenoinmen. Ende August sollen auch 300 jüdische Kinder aus Deutschland zur Erholung in die Schweiz kommen. DrutlÄ-Nkstpfreick. Z. Wien, 31. Juli. Bekanntlich hat ein beträchtlicher Teil der jüdischen Bevölkerung Osteuropas von den ihr seitens der Ber- KmiiMri! in dm Vereiniaten Staaten von Nordamerika fall reaelm/Hno nberm'c'ü'nen Geldt'eträoen aelebt. Diese Beträte belüden üch in den lebten Friedens'obren in. Galizien allein auf nnae^ühr 2 Mill'nne-n Dollar tm?mbr. Seck Krieasansbrnch. besonders aber seitdem d^e 9'>erein inten Staaten in den enroväiüben Kriea aktiv e''ne"arin'en baden, bat dieser Ouell vollends versteat. Nickst allein die Geld,nberw?isnnaen baben seitdem aanz ainaebört. ''andern «'S trat noch b'er^u eine voltständiae Stocknno und Unterb'nduna ieg"!»ch.en brieflichen Verkehrs lucker d'w über Osteuropa und Amerika?crstr-'"ten Tamilienaliedern ein. Eltern sind von ibren Kckidern und Brüder von ibren Schwestern dnrch den mit ollen Künsten blockierten £;cnn ci'hcrnt nnd abaescbnitten worden. Sck sind leder Mögl'chkeck benainnmn. ooneckiander auch nur un Lebenszeichen m erb alten. Hin diesem Zustande obruhelsen, saune beb^ls Indienststellung dieser für die aeaenwärtiaen ostenranöiichen Verhältnisse geradezu ungeheuren Summen sich den wirtl^'-Etlichen W'ederousban der Ostiuden. wurde im Nahmen der Wiener Deleoation des Jüdischen NatinnatrateL iür Ostnalizien ein spezielles Bureau aescharsen, das die Ausgabe hat. den Kontakt zwischen dui Ostiuden "nd ihren Verwandten in Amerika wieder Herrn stellen. jT-iefe Bureauabteilung. die den Namen „Amerika" führt, wird vermittels eckier aanzen Reihe von Vertrauensmännern in Osteuropa und in den Vereinigten Staaten sonne unter Zubilsenabiue der indischen Prelle beider Kontinente eine oroßzügige Ernierunasaktion emleiten. indem sie das gesamte Adressenmaterial derienigen T-amilien im Osten sammelt, die jenseits des Atlantischen Ozeans Verwandte haben, und umgekehrt, wodurch zunächst die Wiederaufnahme des brieflichen Verkehrs unter ihnen ehestens ermöglicht werden soll. Es unterlieat keinem Zweifel, daß unmittelbar daraus die Ueberweilung erheblicher Geldbeträoe ans Amerika folaen werde. Die Delegation des Jüdischen Nationalrats für Ostaalizien ersucht daher alle diejenigen Inden aus Galizien, Polen, Ukraine, Rumänien und der Bukowina, sowohl ihre eigenen Adressen als auch die ihrer in Amerika lebenden Verwandten ihr ehestens bekanntzugeben. Die Bureauabteilung „Amerika" wird auch bereitwilligst allerlei Briefpost seitens der Ostiuden an ihre Verwandten in den Vereinigten Staaten in zuverlässigster Weise befördern und ihrem Bestimmungsorte zuführen lassen. Adressenangaben und sonstige Zuschriften sind zu richten an die Delegation des Jüdischen Nationalrats für Ostgalizien (Abteilung „Amerika"), Wien, II., Taborstraste 20a. Von Ksh und Fern. — Das Arbeit erfürsorgearnt der jüdischen Organisationen Deutschlands, Berlin W 8, französische Straße 49, teilt mit. daß nach ihm zugekommenen Informationen die Pässe, die vom polnischen Konsulat oder von der ukrainischen Gesandtschaft in Berlin ausgestellt sind, von den deutschen Behörden nicht als vollgültia anerkannt werden. Es ist also schade um die Beträge, die die betreffenden Personen dafür entrichten. Dagegen erhält jeder Ausländer au* schriftliche Bitte einen Personalausweis, einen 'sogenannten Pastersatz, vom Polizeipräsidium vollkommen kostenlos. Diese Personalausweise werden in ganz Deutschland als das nötige Legitimationspapier anerkannt. Tie Gesuche müssen schriftlich durch das zuständige Polizeirevier für das Polizeipräsidium eingereicht werben. Wir bemerken hierzu, daß man durch Erlangung dieses Paßersatzes seine Staatsangehörigkeit nicht beeinträchtigt und daß keine Nachteile für den Inhaber in seiner Heimat daraus erwachsen. Der Paßersatz dient lediglich als Legitimation in Deutschland. Tr. Benno E h a j e s, Arzt in Schöneberg und Mckherausgeber der soeben begründeten „Zeckschrist für soziale Hygiene, Fürsorge und Krankenhauswesen", hat den Titel Professor erhalten und ist zum ordentlichen Dozenten für Gewerbehygiene an der Technischen Hochschule in Eharlottenburg ernannt worden. --- Marie Senator geb. Bendix, Witwe des.langjährigen Repräientanten der Berliner Jüdischen Gemeinde Geheimrcst> Senator, ist, 75 Jahre alt, verschieden. - In der Nacht zum 29. Juli ist in Kattowitz der Studienrat Tr. Moritz G o ld schm i dt gestorben. — Die Synagogengemeinde Rakel (Netze) hat durch das Plötzliche Ableben ihres Vorstehers, des.Fabrikbesitzers Sigismund B a e r w n l d, einen unersetzlichen Verlust erlitten. Sein segensreiches, unermüdliches Wirken zum Wöhle der Gemeinde, die Förderung ihrer religiösen .und wohltätigen Einrichtungen, sein liebenswürdiges Wesen und seine hervorragenden Eharaktereigenschaften sichern ihm ein bleibendes, ehrenvolles Andenken. — Aus Vasen wird uns geschrieben: Herr Lehrer Georg HePP an .der Wilda-Knabenschule Hierselbst ist an die neugegründete Volksschule der Adasi-Jisroe 1-Gemeiude in Berlin berufen worden und tritt sein neues Amt' baldigist an. - Unter großer Beteiligung nn lade in Wr eschen Frau Dewa Rieß aeb. Singer zu Grabe getragen. Herr Gemeinderabbiner Dr. Lew. in rübiute in seiner Gedächtnisrede das verdienstvolle Scha'cken und Wirken der Heim gegan genen und spendete Trost den tieftrauernden Hinterbliebenen. Nach längerem Krankenlager ist in Fr lehne Frau Fritze M a r fit s im 82. Lebens) ah re gestorben. Wie sehr beliebt und geachtet die Dabinaelchiedene war, beweist' die o roste Anteilnahme bei der Beerdigung. - Tr. med. Martin Lew in, 28 Jahre alt, Sohn des Kaufmanns Herrn Isidor Lewin in Posen und Frau Paula geb. Rothholz. ist in Heidelberg plötzlich und unerwartet verschieden. Ter Heimgeganaene bat den Feldzug von Ansang an mit Auszeichnuna rnitgemacht. -- Der D-eleaiertentag des Grnvpenverbandes der ..Agudas Jisroel" in Deutschland ist auf Mittwoch den 10. September, nach Halberstadt mit der folaenden Tagesordnung einbernfen: Vorlage des Rechenschaftsberichts. ..Auwaben der deutschen Ortbodorie in Erez Jisroel" (Tr. Moses Anerbach, Pethach Tikwa): ..Die Propaganda der „Agudas Jisroel" in Deutschland und dck Wirksamkeit der Ortsgruppen" (Dr. Fst Kahn. Berlin): „Arbeit und AusaaEm der A.-J.-Juaendorganisativn für ..Agudas Jisroel" (Direktor Dr. Lange. Frankfurt a. M.): ..Die Ostindenfrage in Deutschland" (Gottfried Goldschmidt. Halberstadt): Anträae. Wahlen. An der Talmud-Thora-Anstalt ui Eheninitz. welche van 110 Zöalingen besucht wird, wurde eine dritte Lebrkrack eingestellt. Lehrer U n ger wurde zum Oberlehrer ernannt. - Die Knltusgemeinde Ntstachen ist von dein verstorbenen Gabriel L ö wen st a m rn. einem Sobn des frnberen Kantors der sHemeinde. zur Alleinerbin seines etwa 120 000 Ntark betragenden Vermögens eingeletzt worden mit dem Anstraae zur Errichtung, einer Stiftung lüm die Erziehung b-l'i-nder und krüppe.ibafter Kinder. - 95m 16. NoveiU'ber d. I. begebt der Kölner israeckt-che Wöhltätiakeitsverein „Ebewrv Gemillas Chesadim" das Fest des bundertiäbrigeu Bestehens. Zur Erinnerung an diesen' Tag beabsichtigt derselbe, eine aröstere Stiftuna. zit machen, rrnd zwar rugunsten des Israelitischen K^nderheiins, welches durch die V era röste rn na. des Säuglinasheims gezwungen ist, s-?n Nachbarhaus' zu erwerben. — Die Svnagogengemeinde Gelsenkirchen tiisst groste Vorderer tu na.en zrtr Feier des 5 0jährigen Bestehens ihres Gotteshauses am 23. Anaust d. I. Herr Rabbiner Dr. Eohn aris Bonn wurde eiuaelader^ die Weiherede zu baicken. -Der Professor der Mathematik Dr. Attre-b L ö w y in Freiburg i. B. ist zum ordentlichen Proftssor ernannt worden. - 9(111 29. v. M. vollendete Dr. Max N o r d a n sein siebzigstes Lebensjahr. „Fern von leinen Freunden/' schreibt die Berliner „Jüdische. Rundschau", „in Spanien verlebte Mar Nordau die fünf Krieasiahre; dort begeht er nun leinen siebzigsten Geburtstag. Nordaus Ansenthalt in Madrid stellt ein Stück unseres tragischen Golus-Daleins dar. Seine Abgeschlossenheit verhinderte ihn, in der letzten, so wichtigen Zeit aktiven Anteil an derzivnisti'schen Arbeit zu nehmen. Welche Seelengual dies für Nordau bedeutete, kann man sich leicht vorstellen, aber seine dank dem neuen Spanien trotz vieler Leiden nicht unerträgliche Gefangenschaft gehtrinn init den Schrecken des ^Krieges zu Ende. Nordaus siebzigster Geburtstag steht int Zeichen des endlich beginnenden Friedens." Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: MaxFahrnländer, Neukölln. Druck und Berliag von Rudolf Masse.