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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-06-28 · Heft 26 (28.6.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 26 (28.6.1918)
Date
1918-06-28
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Pläne auf. Die Bildniszeichnungen und Radierungen zeigen viel Talent; besonders zwei Schüler (UrbeiLel und Schrift) scheinen für die Zukunft viel zu versprechen. Auch die Arbeiten der Abteilung für Herrenschneiderei zeichnen sich durch Exaktheit aus. Alles in allem handelt es sich um eine Schule, die auf Grund ihrer Leistungen so viel wie möglich unterstützt werden sollte. Es ist sehr -anzuerkennen, daß sie von der Stadt Subvention erhM. Allerdings macht sich die Knappheit von Rohstoffen auch für die Anstalt hindernd bemerkbar.. Von MH und ffern. — Rabbiner Dr. Baeck. der im Jahre 1914 als erster jüdischer Mititärseelsorger zum Heeresdienste berufen wurde, ist nach nahezu vierjähriger Tätigkeit wieder nach Berlin zurückgekehrt. Herr Dr. Baeck wird seine Amtspflichten in der Synagoge Fasanenstraße am nächsten Sabbat wieder ausüben: auch seine Lehrtätigkeit. an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Jrridentums wird er demnächst wieder aufnehmen. - - Die L eh r v o r tr ä g e, welche die Berliner Jüdische Gemeinde seit einigen Jahren in ihren Gemeindeshnagogen abhalten läßt, sind nunmehr auf die Synagoge Levetzowstraße im Nordwesten der Stadt ausgedehnt worden. Rabbiner Dr. Benzion K e l l e r m a n n spricht jeden Sonnabendnachmittag über „Führende Denker im Judentum": in der Synagoge Rykestraße behandelt Prediger Tr. Weyl zwischen Mincha und Maarib die Sprüche der Väter. — Die Berliner Jüdische Gemeinde hat zwecks Anlage eines neuen Friedhofes ein in der Gemarkung Buckow belegenes, 160 Morgen großes Gelände angekauft. Der neue Friedhof liegt in der Nähe von Mariendorf an der Buckow-Marienfelder und der Mariendorf-Lichtenrader Chaussee. Die Verhandlungen mit den verschiedenen Besitzern des gekauften Geländes sind jetzt zum Abschluß gekommen. Der Gemeinde Buckow sind von der Jüdischen Gemeinde 175 OM Mark als Abfindungssumme für den Verlust an Grund- und Geländesteuern ungesichert worden. Außerdem hat die Gemeinde erhebliche Anliegerbeiträge an die Dorfgemeinde Buckow zu leisten. Der Plan hat bereits die Genehmigung der Aufsichtsbehörden erhalten. — Prof. Dr. Kurt L e v i n st e i n vom Königl. Französischen Gymnasium in Berlin, Dozent der Pädagogik bei den Bukarester Hochschulkursen, ist zum Leutnant d. L. befördert worden. — Prof. Dr. Bruno Heymann, Privatdozent für Hvgiene und Abteilungsvorsteher am Hygienischen Institut der llniversität Berlin, wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. - Professor v. Wassermann (Berlin) ist -mm ordentließen Mi'wliede der wissenschaftlichen Devutationfür das Mediziualwesen ernannt worden. — Das Eiserne Kreuz erster Klasse nebst rrnnländischei' Tnplevkeitsmedaille erhielt ^leischermeiiter Sally Caro in Samter. Sobn des Herrn Alexander Caro in Roaasen. Caro . besitzt bereits das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Aus Wittkowo wird uns berichtet: ..Während des Gottesdienstes in der hiesigen Svnagoge sind wiederholt die Fensterscheiben durch Steinwürse einaeschlaa^n v'orden, ohne daß der Täter babhast aemacht werden konnte.' Der Synaaogenvorstand bat nun ans w'e Ermittlung des Täters eine Belehnung ausgesetzt. — Dem Rechenschaftsbericht der Israelitischen Alterversoraunasanstalt zu Breslau für die Jabre 1915 bis 1917 entnehmen wir, daß die Zabl der Insassen Ende 1917 56 betrug, von denen durch Tod 14. durch Austritt 1 ansschieden. Durch 16 Neuaufnahmen stieg die Zabl Ende 1917 auf 55. Die Einnahmen betrugen nt den drei Jahren 16.1654.59. die Ausgaben 181 176,50 Mark, so daß diese um 17 521,91 Mark die Einnahmen überschritten und aus dem Vermögen gedeckt werden mußten. Darauf haben die durch den Krieg hervorgerufenen ~ cate r mtgsverhältnisie einaewirkt. . Auch die Iaht der beitragenden Mitglieder ist von 106 (1914) auf 268 (19171. die Mitgliederbeiträge von 2805 ans 2854 Mark gesunken. — Frau Sanitätsrat Dr. W e i ch m a xi n und Frau Rabbiner Dr. Perih in Liegmtz erhielten das Verdienstkre-uz für Kriegshilfe. —- Tie Grundsteinlegung zu einer Walderholungsstätte für Lungenkranke fand in der Stadtforst zu Liegmk statt. Für die Stätte hat der allenthalben bekannte Wohltäter Fabrikbesitzer Richard Lieberecht 120 OM Mark gestiftet. — Aus Hannover wird geschrieben: Die für das Rechnungsjahr 1918 für das jüdische Schul- und Synagogenwesen zur Verfügung stehende Sunnne von 20 500 Mark wurde bis auf einen kleinen Restbetrag gemäß den Vorschlägen des Landesdirektoriums vom hiesigen Provinzialausschuß verteilt. — Man schreibt uns aus Güttingen: Zu der am 26. Juni in der Universitätsaula stattfindenden Eröffnungssitzung des U n i v e r s i t ä t s b u n - des Götti n gen wurde durch ehrenvolles Schreiben be§ rectör magnificus auch der Stadtrabbiner Dr^ Be h r e n s eintzelapen. — Wie uns aus dem Haag mitgeteilt wird, betrügen die Spettdeüemkünste des Jüdischen Nationalfonds inr Mai 153 285' Franken und verteilen sich auf verschiedene Länder. — Aus Prag, wird uns geschrieben: Oberrabbiner Dr. Heinrich Brodh beging vor kurzem feinen 50. Geburtstag. Dr. Brody gehört zu den bedeutendsten jüdischen Gelehrten der Jetztzeit, der seit 30 Jahren unermüdliche und fruchtbringende wissenschaftliche' Arbeit geleistet hat. Mit besonderem Eifer wandte sich Brody dem Studium der spanisch-jüdischen Klassiker zu. Er war es, der in der „Bodliana" das handschriftliche Manuskript des Divans Jehuda Halevis äuffand und in den Jahren 1901 bis 1909 gesammelt herausgab. Dr. Brody, der wie nur wenige seiner Fachgenossen die neühebräische Literatur kennt und würdigt, ist, wie sein verstorbener Lehrer und Freund Prof. Abraham Berliner, ein Mann von feinsinnigem Takt und -bei aller Strengaläubigkeit und konservativen Gesinnung doch von ehrlicher Toleranz. Dr. Brody ist der erste Rabbiner Oesterreichs, der für sein humanitäres und charaktervolles Wirken mit dem Eisernen Kronenorden dritter Klasse ausgezeichnet wurde. — Der diesjährige „I üd isch e K riegskalend er" enthält, wie uns aus Wien mitgeteilt wird, eine Ehrentafel für Gefallene. Die Angehörigen und Freunde werden um Angabe der Vor- und Zunamen, Wohnort, Alter, Charge, Tag des Todes ersucht. Zuschriften sind an Herrn Redakteur Max Hickl, Wien, VIII. Lerchengasse 8a, zu richten. —- Aus Budapest wird geschrieben: Der Gemeindedistriktspräsident Josef Freund und seine Gemahlin Irene, aeb. Böhm, die in Obecse bereits eine ganze Reihe phelanthrovischer Daten in aller Stille vollbracht haben, übergaben dem Präsidenten des -leitenden Ausschusses 'des Franz-Josef-Landesrabbinerseminars und des Direktionsrates der Israelitischen Landes- Lehrerpräparandie königl. Rat. Dr. Franz Mezey eine Stiftung von 600000 Kronen, unt mit diesem Betrage das an die Anstalt grenzende Haus Josefring 27 zu Zwecken eines Internats im Dienste beider Institutionen zu erwerben und dementsvrechend umzugestalten. Beide Anstalten werden solcherart zweckdienlich ergänzt. Ihre Leitung nahm die Stiftung mit Freude und Dank entgegen. — Die israelitische Gemeinde in Vukovar beging am 28. d. M. durch einen feierlichen Gottesdienst im Tempel das 25iäbriqe Amtsjubiläum ihres verdienstvollen Oberrabbiners Dr. Jelius Diamant. — Die Lodzer jüdische Gemeindeverwaltung hat soeben den dritten Rechenschaftsbericht während des Krieges herausgegeben. Der Bericht bringt eine ausführliche Uebersicht über die Arbeit der Verwaltung und der Gemeindeausschüsse sonne eine Statistik der jüdischen Bevölkerung. Bei der Gemeinde waren -ehn Ausschüsse tätig. Das Lodzer Rabbinat bestand aus 13 Personen. Die Einnahmen der Gemeinde betrugen im Rechnungsjahr 2 351 040 Mark, davon entfallen auf die Gemeindesteuer 313160 Mark. Die Ausgaben sind durch' die Einnahmen fast gedeckt. Unter den Ausgaben befinden sich u. a.: für Bestattungsunkosten 98 911 Mark, Jrrenasyl 64 687 Mark, verwahrloste Kinder 49 921 Mark, Gehälter 50 768 Mark, Unterstützungen 81028 Mark. Zuschüsse an verschiedene Einrichtungen 40 000 Mark. — Die britische Akademie der Wissenschaften hat unlängst ein Projekt in Angriff aenommen, das von weittragender Bedeutung werden kann. Mit Hilfe und auf Anregung der Palästina-Gesellschaft (Palestine Exploration-Found), die seinerzeit auch Lord Kitchener auf seine bekannten Vermessungsarbeiten nach dem Westen Palästinas schickte, will man in Jerusalem eine Schule für britische Archäologie gründen. Bisher belaßen zwar Frankreich. Deutschland und Amerika dort ähnliche Institute, Enalaud war dagegen nicht vertreten. Die Schule soll in großem Maßstabe zu Ausgrabungszwecken und zur Heranbildung junaer Archäologen gegründet werden. Im Hinblick hierauf ist jetzt in London ein Organisationsansschuß gebildet worden, der bereits die ersten Gelder zusammengebracht hat.und später auch die Aufsicht über das Institut führen wird. Neben den hebräischen und jüdischen Altertümern wird man sich auch mit der Erforschung kanaanitischer, gräeo-römischer, byzantinischer, arabischer und rnittelalterlicher Werke befassen. Ferner ist die Gründung einer Zweigniederlassung in Mesopotamien in Aussicht genommen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Floraftraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Iunae. Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mofse.

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