Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1918)
- Date
- 1918-06-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 schwer genug, sein,, den Betveis Zu führen, daß er im Heer gedient oder Zivilen Hilfsdienst geleistet hat. Denn man M nicht glauben. Laß die rumänischen Militärbehörden große Bereitwilligkeit an den >den Tag legen werden, um denjenigen die Älteste auszustellen, die Der Chef des Generalstabes, selbst alS Spione denunziert hat. Die im Kriege Gefallenen werden ja umnögWch Atteste bekommen Gn-nen. und ihre Hinterbliebenen sind also, soweit ich sehe, nach diesen Be- »imnmngen von der Emanzipation «usgeWoffem Dann gibt es viele. Die auf Grund körperlicher Schwäche als untauglich zum Heeresdienst Defmiden wurden, und wieder andere, die nicht mehr einberufen »werden konnten, weil ein Teil des rumänischen Gebietes vom Feinde besetzt wurde. Des weiteren werden also Beweisdokuinente dafür verlangt werden, daß der Antragsteller selbst und seine beiden Eltern in Rumänien geboren find. Geburtsregister sind in Rumänien recht mim Datums. Sie wurden vor etwa 50 Jahren eingeführt. funktimrierten aber in den ersten Jahren sehr schlecht und wurden erst vom Beginn der 80er Jahre ab ordentlich geführt. Die Aevteren »vorden also unter keinen Umständen durch,derartige Dokument den »Sleweis bezüglich ihrer EAern liefern können, die Aeltesteu-nicht r-nmal für sich selbst .... Es ist ganz zweffelws, daß man in dieser Weise einzeln nach Kategorien emanzipiert, genau zu dem gleichen Ergebnis kommen wird, das die Bestimmungen des Berliner Vertrages schabt haben; nur einem kleinen Teil der Bevölkerung wird die EmaMipa'tion zunutze kommen, selbst wenn die beiden neuen Kategorien im Gegensatz zum Berliner Vertrag., der im Laufe von 40 Jahren nur einigen hundert Menschen geholfen hat. tausende befreien sollten. Ein großer, wahrsckemlich der weitaus größte Teil >er 250 000 Juden in Rumänien wird doch ..Fremde" bleiben. — >er Artikel schließt mit einem Appell an die Rumänen selbst, deren ihn Juni zusammentretendes neues Parlament die Möglichkeit haben wird, die vollständige Emanzipation aller in Rumänien wohnhaften Juden, die eine fremde Staatsangehörigkeit nicht besitzen, zum Wohle >"t Juden und des Landes selbst dnrchzuführen und >die alte Schmach >"-r jüdischen Knechtschaft in Rumänien zu «gen. Durch die Versötentlichung dieses Artikels in der größten dänischen Tageszeitung hat Professor Simonsen weit über die Grenzen Dänemarks hinaus die lötsentkiche Meinung aufs neue auf die rumänische Ludenfrage gelenkt, deren endgültige befriedigende Lösung um so dringender geworden ist. -;achdem der Friedensvertrag mit den Zentrakmächten die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt hat. Von Ash und Jfmt — Die Berliner medizinische Gesellschaft hat ihren stellvertretenden ^'.orsitzenden. Geheimen Medizinalrat Prof. Dr. 6. Land a u, zum Ehrenmitglied ernannt. Geheimrat Landau hat sich um die Gesellschaft besondere Verdienste erworben durch feine Tätigkeit bei der Errichtung des „Langenbeck-Virchow-Hauses", in dem seit Oktober 1915 die Sitzungen ^er Gesellschaft stattfinden. — Prof. Dr. James Israel hat die Nun zu seinem 70. Geburtstage von Freunden und Patienten für rvissenschaftliche Zwecke gespendete Summe von 73 000 Mark der medizinischen Fakultät der Universität Berlin als ..Professor-James-Jsraol- Stiftunig" zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten überwiesen. — Dem Mtgliede des Ueberwachungsausschusses der Schubindustrie Earl Sachs, wurde das Zivilverdienstkreuz verliehen. — Zu Sani- ^tsräten wurden ernannt: Dr. Magnus Hirschfeld; Dr. Karl L e w i n, stellvertretender Direktor dos. Kaiserin-Friedrichl-Hauses Werlin): Dr. Artur Rubin stein (Wilmersdorf). — Aus Posen wird uns geschrieben: durch Allerhöchste Kabinettsorder sind mit der R oten - Kreuz-Medaille dritter Klaffe beliehen worden: Banker Georg Hermann Loewh in Rawitsch. Stadtrat und Bankier Moritz Schreher in Liffa i. P. Apothekenbesitzer und Stadtverordnetenvorfteher Benno Sulinger in Schildberg i. P. Hilssschwester Flora Jgffö, Tochter des Kaufmanns und Magistratsmitgliedes Abraham in Schrimm i. P. — Das Eiserne Kreuz erffev Klaffe erhielt der Ofsizierftellvertreter in einem Füsilierbataillon Emil Warschauer, Sohn der Frau Jofesine Auerbach, Inhaberin der Speditionsfirma Moritz S. Auerbach in Posen. — Dem auf dem Tfcelbe der Ehre gefallenen Sanitatsgefreiten Hugo G o l i n s k i, der vom Februar 1905 bis zum Kriegsausbruch als zweiter Kantor, Religionslehrer und Gemeindesekretär erfolgreich in der Synagogenaemeinde Beuthen O.-S. gewirkt, widmet der Vorstand derselben einen warmherzigen Nachruf. — Zu den Opfern des Fliegerangriffs am 18. Mäi in Köln gehört auch die bWhrige Wrkwe Knröline Rdsdnthäl. Sie^ würde am vorletzten Mittwoch nachmi-ttüg israelitischen Friedhof in Deutz bestattet. Ihr Grab ist -im der Ehrenreihe NÄben den in Feindesland gefallenen Kriegern. — Zum Anderen an seinen' gefallenen Sohn errichtete der Vorsteher der Synagogen gemeinde Goch', Herr I. S t e r n e s e l d, eine Stiftung vöN '10000 Mark mit der Bestimmung, dadurch Kriegsbeschädigten ddp . Erwerb von Eigercheimen zu erleichtern. Bei gleicher Bedürftigkeit sollen Bewohner der Stadt Goch jüdischer Religion bevorzugt werden. — Die jüdische Gemeinde in Marsberg ist durch das Ableben ihres früheren Lehrers und Kultusbeamten, Herrn Friedrich Braun, zuletzt in Kassel wohnhaft, in große Trauer versetzt. Der Gemeindevorstand widmete den: Verstorbenen folgenden Nachruf: Wir beklagen in ihm nicht nur den Verlust unseres geliebten Lehrers, sondern auch den Freund, der in seiner 48jährigen Tätigkeit jedem Gemeindemitglied in allen Lebenslagen ein treuer Berater war. Sein Andenken wird in der Gemeinde unvergessen bleiben. — Dem Antiquar I. Ros e n b a n m in Frankfurt a. M., lpurde von S. M. dem Kaiser das Hofantiquarprädikat verliehen. — Am 8. d. M. beging Frau Mer r - R o th sch i ld, Windeckstraße 31. ihren 60. Geburtstag. Frau RotUchild, die zu den besten und edelsten Frauen der Frankfurter 'Gemeinde gehört, war bereits im Jahre 1870/71 unter den ersten jüdischen Frauen, die sich für ihre Tätigkeit in der Vevwundetenfursorgepfleqe das „Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen"' —damals eine seltene Auszeichnung — erwarben. — Unser hochgeehrter Mitarbeiter Direktor Dr. Adler in Frankfurt a. M. hat einen schmerzlichen Verlust erlitten: Sein Sohn Ernst Adler, Leutnant im Reserve-Dragonerregiment 4, Inhaber des Wernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, ist im Alter von 25 Jahren am 26. April den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Wir sprechen den gramgebeugten Ettern unser innigstes Beileid aus. — Im Februar dieses Jahres starb in Lausanne Aron B r e g st e i n aus Warschau. Er hinberlietz u. a. 35000 Rubel für zionistische Zwecke, und zwar 25 000 Rubel für dm Jüdischen Nationalfonds zur Pflanzung von Oelbäumen in Palästina, dessen Ertrag zugunsten der jüdischen Urbeiterheime bestimmt ist, und 10 000 Rubel dem Jüdischen Kulturfonds Kedem als ewiaes Legat, dessen Zinsen als Stipendien für zwei Zöglinge des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem zu verwenden sind. — Der Kaiser von Oesterreich hat den Oberstleutnant eines Feldartillerieregiments Moritz Mansch' Edlen v. Levneh zum Oberst bei aleichzeitiger Uebertragung des Regimentskommandos ernannt. — Der König von Ungarn hat dem Magnatenhausmitglied Adolf Ullmann und seinen gesetzlichen Nachkommen die ungarische Baronie verliehen. Baron Adolf Ullmann zählt als Vizepräsident und Generaldirektor der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank zu den anerkannten Finanzkapazitäten und wirtschaftlichen Faktoren des Landes. — Der jüdische Stadtteil von Brzezanh (Galizien) wurde von einem Riesenbrand heimgesucht, welchem zirka 100 jüdisck'e Häuser zum Opfer fielen. Die Zahl der obdachlosen jüdischen Einwohner beträgt zirka 1000. Eine Frau namens Hürde Ruten *fand unter den Trümmern ihres Häuschens den Tod. Das Feuer brach um Hl Uhr mittags in der militärischen Entlausungsanstalt aus und griff — vom Winde und dem Mangel an Löschgeräten begünstigt — rasch um sich — Nachrichten von der mazedonischen Front zufolge ist zwischen den in Saloniki lebmden Juden, deren Zahl etwa 100 000 beträgt, und der venezeli'stischen Regierung ein Konflikt entstanden infolge der Unterdrückungen, denen das jüdische Element seitens des Polizeichefs von Saloniki ausqesetzt ist. Zahlreiche Juden, die sich weigerten, ihrem Einrückungsbefehl'Folge zu leisten, wurden zwangsweise an die Front geschickt. Ihre Familien wurden von Haus und Hof vertrieben, ihre Güter konfisziert. — Der Professor der Ueghtztologie Weil! aus Paris ist vom Ministerium des Unterrichts beauftragt worden, in Palästina archäologische Studien zu machen. Schon früher hatte Professor Weilt auf Kosten von Baron Edmond Rothschild wissenschaftliche Strrdren im Heiligen Lande vorgenomnren. — Vertreter der Jto und der Emigrationsgesellschaft traten in Kiew zu einer Beratung zusammen. , Die Beratung beschloß, in der Erwartung einer jüdischen Maffenemigration, unmittelbar nach Friedensschluß Vorbereitungen zu treffen, damit die Auswanderung nach Zentren, und zwar nach Palästina und den dünn bevölkerten Teilen Amerikas geleitet werde. i Verantwortlicher Redakteur: ATb er t Ratz in Berlin.Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Iunae, Berlin-Friedens«. Druck und Verlag von Rudolf Moffe.