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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-05-24 · Heft 21 (24.5.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 21 (24.5.1918)
Date
1918-05-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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ungerichtet wurde, fällt, wie gesagt, nicht so sehr ins Gewicht im Vergleich mit dem durch die Vernichtung der unersetzlichen Bücher verursachten Schaden. In dem Gebäude befanden sich namentlich die in o te Jahrhunderte zurückreichenden alten Bücher über die Ewwanoerung der Juden in Serbien, bzw. in Belgrad; sie repräsentierten neben ihrem Seltenheitsauch einen hohen Altertumswert. Einzelne von rynen find überhaupt in gar keiner Weise mehr ersetzbar. KMMKL Z. New Dort (Indirekt). In den letzten Jahren haben sich die nationalradttalen Schulen in Amerika gut enttvicrelt. Diese Schulen wurden im Jahre 1911 mit dem Programm ins AteGen gerufen, den Mischen Kindern gleichzeitig eine jüdische und eine hebräische Erziehung zu geben. Bei den jüoischen Massen in Amerika haben sich diese Schulen grosse Sympathie erworben, sie sind die populärsten jüdischen össtntlichen Anstalten geworden. Dre ameritanhche Poale^Jion arbeitet levhast für die Entwickelung und Ausbreitung der Schulen, von denen bisher rn den Vereinigten Staaten und Kanada mehr als 50 existieren, davon allein in Amo Jork etwa 25. —- Allmählich hat sich cm großer Dtangel an Lehrkräften herausgestellt, da die Unterrichtserterlung an diesen Schulen natürlich eine ganz 'besondere Ausbildung verlangt. Bor turzem wurde daher das erste jüdische Lehrerseminar in New Uork gegründet, nachdem es gelungen' war, das nötige Kapital zusammenzubringen. Las Lehrprogramm des Seminars» ist sehr reichhaltig; es umfaßt Pädagogik, Kinderpsychologie, die elementaren, und höheren Gegenstände des Hebräischen, Grammatik und Geschichte der hebräischen Sprache, Studium der Bibel, Kenntnis der Bibeltritik, Talmud, jüdische Geschichte, die jüdische Sprache, ihre Gramrnatik und Geschichte, jüdische und hebräische Literatur, jüdische Folkloristik, jüdische und allgemeine Philosophie und Ethik, mod^rm Mdische Probleme, jüdische Kunstsormen usw. Der Direktor des Lehrerseminars ist Dr. Jehuda Kaufmann. Unter den Lehrkräften der Anstalt befinden sich der bekannte Philologe, Professor an der Columbia-Universität Jehuda J asse, Dr. Charm Schi l lo w skr, Dr. A. Kaspe u. a. — Die jüdischen Gow-erkschaftsverbände Ameritas, deren Zentralen sich in. New Uork befinden, haben den Beschluß gefaßt, den Lohn eines ganzen Arbeitstages aller Mw Horker wütglieder dem Fonds für die jüdischen" Kriegsopfer -vermittels -des Bolrstzilfskomitees zuzusühren. Zu diefem Zweck wurde die übliche Arbeitsruhe an Washingtons Geburtstag in diesem Jahre aufgehoben und sämtliche jüdischen Arbeiter ausgefordert, in den Werkstätten zu erscheinen, um den Ertrag der Arbeit dieses Tages den jüdischen Opfern des Krieges in Osteuropa und Palästina zu widmen. Die Arbeitgeber bekundeten ihre Sympathie für die Aktion damit, daß sie die Arbeit des Opsertages als Ueberarbeit zu behandeln und. mit dem üblichen Zuschlag von 50, teilweise auch 100 Prozentzu entlohnen versprachen. Die erwartete Einnahme des Opsertages wird auf 1 250000 Dollar geschätzt. Die Tat der. Mischen Gewerkschaften New Forts, die auch in vielen Provinzstädten Nachahmung findet, hat allgemeine Bewunderung in der amerikanischen Oefsentlichkeit Herborgerufen. mn Mtz unü Mm. Der Lehrer Martin Davidsohn, Erzieher am II. Waisenhause der-jüdischen Gemeinde zu Berlin in Parckow, ist zum Leutnant d. R. befördert worden, — Den siebzigsten Geburtstag beging in aller Stille Herr Louis Salinger, der seit langen Jahven in der Berliner Gemeindeverwaltung als eifriger Mitarbeiter geschätzt wird. Herr Salinger gehört der Kommission für die Subventionierung der privaten Synagogenvereine und seit der Eröffnung der Synagoge am Kottbuser Ufer dem . Vorstande dieses Gotteshauses an. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat dem Jubilar ein herzliches Glückwunschschreiben übersandt. — Dem Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer in Berlin ist. die Rote Kreuz-Medaille verliehen worden. — An Stelle des als ordentlicher Professor der Hygiene an die Universität Born berufenen Prost Dr. Sobernheim wählte der Berliner Magistrat den seit 20 Jahren als Bakteriologe im Medizinalamt tätigen Dr. Selig mann zum Wteilungsvorsteher der bakteriologischen Abteilung des Medizinalamtes der Stadt Berlin. — Der frühere Berliner Stadtverordnete Rentier Hermann Witkowski ist am 12. d. M., 83 Jahre alt, gestorben. Witkowski .gehörte 27 Jahre lang der Berliner Stadtverordneimversammlung als Mitglied der Fraktion! der Linken am Er war Mitgljed der Deputation für bas Arbeitshaus und des städtischen Obdachs, des Kränkenhaüswejens und der öffentlichen Gesundheitspflege. Die Beerdigung fand am 15. d. M. auf deck jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee statt. — Aus MWslaw wird uns gefchrichen:. Durch das HinfcheDm d^ langjährigen Vorstandsmitgliedes der htefigm Chewra^^scha, Herrn Louis Holz / ist der Verein von einem schweren Verluste betroffen worden. Der Verstorbene hat sich große Verdimste erworben, sowohl wegen feiner Biederkeit wie feines felbstlofen, uneigennützigen Wirkens. Auchgehörte der Dahingeschiedene lange Jahre hindurch hem Vorstände der Rchräsentantenversanunlung der Synagogengemeipde an- und hat sich stets in aufopfernder W-ife um das Wohl Der GemchO«e l^üht. -- Wie aus Kvlberg beriä^et wird, -wurdeder Gestreite Schn vt ende r g von einem Feldartillerieregiment von zuständiger Stelle wegen besonders tapferen Verhaltens vor denr Feinde an der Westfront feinem AbteilungMommando gemeldet. Es heißt in dieser Meldung: „Gefreiter Schavtenberg bediente in dieser kritischen Gefechtslatze allein sein Geschütz mit großer Ruhe und Unerschrockenheit. Sein glänzendes Beispiel wirkte anfeuernd auf die umstehenden Mannschaften/' — Vizewachtmeister Kurt B l ü t h, Sohn des Kaufmanns Julius Blüth in Koburg, wurde zum Leutnant der Artillerie befördert. — Vizefeldwebel Robert Reuberger, Sohn des Herrn Moses Reubeirger in Melbrichstadt, erhiM für Erbeutung zweier schwerer Geschütze das Eiserne Kreuz erster Klasse und wurde Mm Leutnant vorgeschlagen. — Oberarzt Dr. Felix Teilhaber in München erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse — Herr Hermann Meyer, Dir^tor der Webstoff-Aktiengesellschast in M.-Gladbach, erhielt die Rote-Halbmond- Medaille zweiter Klaffe in Silber mw würde durch Verlegung des Eisernen Halbmonds ausgezeichnet. — Der Verein >,J f r a e l i - t i sch es Kränke n h e im, Ba d Neue n ahr" nimmt ab 1. Juni in 'diesem Jahre feine Tätigkeit wieder auf. Da die Lebensmittelverhältniffe in Neuenahr eine Eröffnung des Hauses selbst unmöglich machen, werden^ dafür an arme kurbedüvstige Israeliten Zuschüsse erteilt. ' Bewerbungen mit den erforderlichen Zeugnissen sind an den Vorstand des Vereins in Neuenahr zu richten. — Zum Kreisrabbiner in Efchwcge wurde Herr Rabbiner Dr. Moritz Freier (Breslau), bisher Religionslehrer am dortigen Realgymnasium am Zwinger, gewählt. — Vizefeldwebel Referendar Dr. Fritz Oppen hei mar in Frankfurt a. M. wurde zum Leutnant befördert. — Der Jüdische Jugendbund in Mannheim hat seine Tätigkeit -wieder ausgenommen. Wegen Einziehung der Vorstandsmitglieder konnte feit Mitte des Jahres 1915 das Vereinsprogramm nicht mehr durchgesührt werden. In der ersten Sitzung seit der Wiedereröffnung zeichneten sich über vierzig neue Mitglieder in die aufliegenden Listen ein. — Herr M. Bernheim, Delegierter des franzöfischM Ministeriums des Innern für die verschiedenen Heimfchaffungskomitees in der Schweiz, in Basel ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. — Aus Wien wird geschrieben: Leopold Hilsner, das Opfer der Rituaillüge, hat im Jsirgelitischen Versorgungshaus, Seegaffe, feine Ruhestätte gesunden. Im Garten dieses Versorgungshauses befÄdet sich ein alter Friedhof mit den Gräbern des Rabbi Samuel Horowitz und Sampel Oppenheimer, des Rothschilds des 17. Jahrhunderts. — Auf Ansuchen des Oberrabbiners von Saloniki, Jakob Mejr, wurde den jüdischen Soldaten, die in der Umgebung Salonikis verweilen, gestattet, gemeinsam in dieser Stadt die Sederabende zu verbrifvgen. Es fand so in einer großen Baracke einer Holzhandkmg ein Scher statt, an dern über 500 Soldaten teilnahmen. Außerdenr waren viele Soldaten von Privatfamilien zum Scher eiügeladen und ungefähr 100 Offiziere feierten die Peffachabende im „Club des Intimes", dessen Räume, von der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt worden warm. — Die hebräische Literatur hat durch den Tod des Schriftstellers A. D. Finkel in Warschau einen schmerzlichen-Verlust erlitten. Der im 56. Lebensjahre Verstorbene veröffentlichte im „Chawazeleth", „Hameliz", in der „Hazefira" üsw. eine Reihe von Arbeiten' und Uebersetzungen. Er übersetzte in einem klassischen Hebräisch die „GeschWe der jüdischen Literatur" von Gustav Karpeles, „BrchnlS Tierwelt", den IV. und V. Band der „Geschichte" von Ersetz ru a. An seinen Grabe sprachm /die Herren Schatkowitsch, Hvllel Zeitlin, S. I. Jatzkan und A. Goldberg. Verantrvortycher Redakteur: A l b e r t L a tz in BerNn-Pankow, FlorystNhß 8s- Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Zunge, Berlin-KrichßMü. Druck und Verlag von Rudolf Moffe,

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