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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-05-10 · Heft 19 (10.5.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 19 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 hingeivieM, daß die Verfügung.der Testateri tt, daß' dieses Ambulatorium dcir „Heilung armer, kranker Kinder ohne Unterschied der Kowsestiön" gewidmet sein irnöge, als selbstverständlich, keiner besonderen Anordnung 'bedurft hätte. Bei der untier den gegenwärtigen Verhältnissen herrschenden Zunahme, der Morbirdi«tät der -den armem Kindern infolge Unterernährung und bei dem Mangel an Aerzten infolge der zahlreichen Einberufungen wird durch dieses Ambulatorium einem dringenden Bedürfnisse, entsprochen, und -war nuch gerade dieser Umstand entscheidend für den Beschluß des Kultusvor.standes, irnabhängig von domin Zukunft zu errichtenden Kindersipitale schon jetzt das Ambulatorium zu eröffnen.. Dem Architekten' Herrn Fried. I. Mahler und dem Lei'ter des Ambulatoriums Herrn UniversitätsProfefsor Dr. ZaPpert wurden für ihre, besonderen Bemühungen der Dank ausgesprochen. Z. Budapest, 3. Mai. Die Pester Chevra Kadischa die sich unter der Leitung ihres verdienstvollen, für alle Humanitären Bewegungen mit solchem Jugendfeuer eintretenden Präsidenten, des Hofrats Julius Winterberg, zu ungeahnter Höhe aufgeschwungen und während des Weltkrieges eine weit über ihre Grenzen hinausgehende Tätigkeit entfaltet hat, hat Heuer zum erstenmal seit dem Kriege ihren Werberuf ertönen lassen. In den letzten Monaten erfolgte die feierliche Ausnahme neuer Mitglieder dieses Vereins, die ihm abermals eine große Schar von Brüdern und Genossen zuführte. Es wurden insgesamt 5381 Chevranntglieder ausgenommen. Hiervon sind: Stabsoffiziere 5, Aerzte und Apotheker 74, Rechtsanwälte und Richter 98, Professoren und Lehrer 91, Ingenieure, Architekten 80, Schriftsteller, Journalisten und Künstler 38, Kaufleute 1384, Beamte 1148, Direktoren, Fabrikanten, Unternehmer 56, Private, Pensionisten 95, Landwirte 38, Gewerbetreibende 442, Gewerbe-. und Handelsgehilsen 1941, Studenten 72, Diverse 606. Im Rahmen der mehrere Wochen währenden feierlichen Ausnahmen hielten der Präsident der Chevra, Hofrat Julius Wi nt erb erg, die Rabbiner Dr. Simon Heves i und Dr. Elias Adler, Gemeindevorstand Arnold K o h n, Generalsekretär Dr. Heinrich Endrei herzerhebende, von tiefem religiösen Gefühl getragene Ansprachen an die neuen Mitglieder. — In der letzten Sitzung des Landesvereins für Israelitische Patronage wurde der Bericht über die Tätigkeit des Vereins auf dem. Gebiete des Kinderschutzes im abgelaufenen Jahre vorgelegt. Der Bericht dokumentiert in überwältigender Weise die unermüdliche Tätigkeit dieses eminent jüdischen Vereins. Der Verein hat demnach im abgelaufenen Jahre für 3429 Kinder Fürsorge getragen, darunter 354 Kriegswaisen und infolge 'des Krieges aussichtslose Kinder. Für die Kriegswaisen hat der Verein ein mustergültiges Kriegswaisenheim errichtet, dem in Bälde schon ein zweites folgen soll. Für Kostgelder allein hat der Verein über 80 009 Kronen verausgabt. Die im Interesse der Errettung von Kriegswaisen eingeleitete Aktion hat bisher schon ein glänzendes, die Opferwilligkeit des ungarischen Judentums ins schönste Licht stellendes Resultat gezeitigt: es sind bisher schon 482 000 Kronen an Spenden eingelaufen. Von Sah und Lern. — Der Arbeitsausschuß für die G r o tz-Be r l i n er Windelwoche n, in dem auch der I ü d i sche F r all e n V u n d vertreten ist, hat sich an die Groß-Berliner Stavtsynode, ^an die Fürstbischöfliche Delegatur und an den V o r st a n d d e t r B e r l i n e r .,' j üdi scheu Gemeinde mit dem Ersuchen gewandt,von den Kanzeln auf die Sammlung von Wäst^stücken und Kleidern für Säuglinge empfehlend Hinweisen zu lassen. Am Sabbat, 4. Mai, wurde demzufolge von den Gemeinderabbinern aus die Veranstaltung der „G r o ß - B e r l i n e r W i n d e l w och e" aufmerksam gemacht.' — Professor Tr. Heinrich Simon, Oberbibliothekar ander Technischen Hochschule in Berlin, vollendete am 4. d. M. sein 60. Lebensjahr. Pro- ' stssor Simon ist Berliner von Geburt. ' Nachdem br 1886 mit einer Abhandlung über „die harmonischeNeihe^ promoviert,, trater als wissen- . 'schaftlicher Hilfsarbeiter bei der Berliner Universitätsbibliothek ein, wo er 1901 zum Bibliothekar, gufrückte. Später, war. -er mit der, Ein-- . vichtung der Bibliotheken an der Posener Akademie und an der neuen Technischen Hochschule in Danzig betraut und gehörte seit 1905 der Königlichen Bibliothek in . Berlin an, 'bis ihm 1908 die Leitung der ' Bibliothek der Technischen Hochschule übertragen wurde. —Fräulein Hildegard Gimkiewicz, eine Tochter des Stadtrates ■ Gimkiewicz in Charlotten bürg, ist durch die Verleihung der Roten- > Kreuz-Medaille' dritter Klasse aüsWerchllet' lvotzden. Alls einer Stiftung' soll an -einen eh e m a l i ge n ZögLling de r Jübi s che n L ehrerbildungsanstalt zu Berlin der Betrag von 100 Mark als Beihilfe zum Kiurgebrauch gewährt 'werden/ Meldungen sind bis 3. Juni d. I. an den Vorfitzenden des Hereins „Lehrerhork ehemaliger Zöglinge der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin"- Herrn ReligionsschuldirigenLen A: Lev h, Charlotterrburg, Mommsenstraße 4, zu richten. — Dem Pri'vatdvzenten an der Berliner Universität und Assistenten des Professors Hertwig Herrn Feldarzt Dr. Richard Weißen d e r g, zurzeit am Hygienischen Institut des General-Gouvernements in Warschau, ist das Eiserne Kreuz erster. Klasse verliehen worden. — Herr Vernarb Markus, in Firma C. Lewin, in Berlin, hat das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhalten. — Aus Posen wird uns geschrieben: Herr Kaufmann Julius Ephraim und seine Gattin Flora geb. Memelsdorff feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Aus der Stadt und-von auswärts gingen dem Jubelpaare zahlreiche Glückwünsche und sonstige Aufmerksamkeiten zu. Herr Gemeinderabbiner Dr. Freimann richtete herzliche Worte an die Gefeierten, Vereine und Verbände entsandten ihre Vorstandsmitglieder, und eine stattliche Anzahl von Gemeinde- Mitgliedern war zur Feier erschienen. — Der Ortsverein vom RvtenKreuz (Posen) hielt seine Jahres-Hauptversammlung ab. Der technische Unterricht wird Mitte Mai von den praktischen Aerzten Dr. Landsb erg und Dr. Lub i n f f i ausgenommen werden. Herr Stadtrat Elkeles (Posien) gehört dmr Vorstande als Schatzmeister an. — Vizefeldwebel Kurt P eh ser , Sohn des Herrn Justizrats Rechtsanwalt L. Pehser in W res chen, wurde zum Leutnant der Reserve der Infanterie befördert. — Der Offizierstellvertreter Fritz S cherb el, Sohn des Sanitätsrats Dr. Scherbel in Lista i. P., hat sich bei den letzten Kämpfen im Westen das Eiserne Kreuz erster Klasse erworben. — Aus Hohenfalza wird uns mitgeteilt: Vizefeldwebel Edwin Schwersenz, ein Sohn des hiesigen Stadtrats Kommissionsrat B. Schwersenz, wurde zum Leutnant befördert. — Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe ist verliehen worden dem Buchdruckereibesitzer und Verleger des Hohensalzaer Kreisblattes Arthur Loewensohn. — Der Schuhfabrikant Otto Gebhardt aus Pirmasens, der vom Standgericht in Zweibrücken wegen Raubmordes an dem Kaufmann L o e w e n - thal aus Berlin zum Tode verurteilt worden ist, wurde, nachdem sein BegnadiguMsgesuch abgelehnt worden war, dort standrechtlich erschossen. Die geraubte Summe von 40 900 Mark ist bis heute nicht gefunden lvovden. — Dem Religionslehrer an der II. deutschen Staatsrealschule in Prag, Rabbiner Dr. Karl THieberger, gerichtlich beeidigter Dolmetscher für die hebräische Sprache, wurde der Titel eines Professors verliehen. —Am siebenten Pessachtage starb in Florenz der Vizerabbiner von Venedig Leone Luzzatto. Er wohnte seit einigen Monaten in Florenz als Flüchtling aus dem Kriegsgebiet. Während seiner langen Tätigkeit in Venedig hatte er Gelegenheit, für das gesamte italienische Judentum zu wirken; er besaß große Kenntnisse in jüdischen Angelegenheiten und war wegen seiner Mildtätigkeit allgemein beliebt. — Aus Verfügung der englischen Zensursbehörden wurde in England die Korrespondenz in jiddischer Schrift ver-- boten; es werden keine Briese mehr in dieser Schrift befördert. Die Gründe -sind vorläufig unbekannt. — Drei'jüdische Kausleute aus Rutz--- land, Rosenmänn, Halperin und K rahner, welche vor längerer Zeit in Geschäften nach Rumänien reisten, sind, wie die Odessacr Zeitung „Das jüdische Leben" berichtet, bei der.Ankunft in Rumänien verhaftet Und ohne jede-Feststellung 'und .Untersuchung hingerichtet _ worden. — Aus Warschau wird geschrieben: . Mit Hinblick auf dib Rückwanderer aus Mßland, die sich in breitem Strome nach dein Polenlande ergießen, hat der Hautztaufsichtsrat eine spezielle Aussichtskommistion bestellt, die den Schütz und die Fürsörge für die Heirn< kehrenden übernimmt. Jede neue Rückwandererpartie wird vor ihrer Ankunft von seiten der Behörde der Kommission gemeldet, die die Reifendert durch einen Beamten'.-auf dem Bahnhof in Empfang nttftml Leute,; die f-rühtt ihren Wohnsitz in Warschau hatten, werden sofort nach Hause entlasten, während die Provinzbewohner bis zur Erledigung'' der Formalitäten ' in . den: - Sammelstelley > behalten wierden. Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, ist der Gesundheitszustand der Zurückgekehrten ein befriedigender. Fast alle sind mehr oder weniger mit Geldmitteln versehen./ Verantwortlicher Redakteur: Alb e r t K atz irr Berlin-Pankow, Flyrastraße 68. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Moffe.

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