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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-04-12 · Heft 15 (12.4.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 15 (12.4.1918)
Date
1918-04-12
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 damit deur Vater lande zu dienen, seine ganze Persönlichkeit in den Dienst der Allgemeinheit und auch in den Dienst seiner Gemeind^ gestellt habe. Eri schilderte sodann die vielseitige Wirksamkeit des Verstorbenen und gab der Trauer Ausdruck, dah ein edler WoMtä-ter fair die Armen und vom Leben schlecht Bedachten verschieden sei. Schwer?. Dr. B. Zürich, im April. Dieser Tage beging Herr Rabbiner Dr. Martin Littmann sein 25jähriges Amtsjubiläum. Herr Ra-bbiner Dr. Li.'ttniann, ein ausgezeichneter Kanzlerredner, erfreut sich weit über die Grenzen der Schweiz großer Sympathien. Geboren in Königsberg, hat er daselbst das Königliche Wilhelms- Gymnasium absolviert, bezog die Universität in Breslau, besuchte daselbst das Theologische Seminar und wirkte als Rabbiner in Elbing. Seit 25 Jahren leitet er das Rabbinat in Zürich, hat die Gemeinde gefestigt, jüdische Schulen gegründet, eine jüdische Zeitung ins Leben gerufen -und steht so im Mittelpunkt des jüdischen Lebens der Schweiz. Aber auch aus dem Gebiete der Philanthropie leistet er mit regem Eifer Hervorragendes. Er hat manche Wohltat:gkeitsinstitute ins Leben gerufen, wie erst unlängst die Heimstätte für Lungenleidende in Davos, und ist stets hilfsbereit gegenüber den vielen Zugereisten, die seine Hilfe oder seinen Rat in Anspruch, nehmen. Aus Anlaß seines 25jährigen Amtsjubiläums wurden dem verehrten Seelsorger von seiten seiner Gemeinde sowie von den zahlreichen Verehrern vielfache Huldigung und Beweise der Sympathien entgegengebracht. Grsterrkich-Angarn. z. Wien, 5. April. Am 20. v. M. fand auf dem Zentralfriedhof das Leichenbegängnis des langjährigen Chordirigenten Herrn Julius Hei mann, ehemaligen Mitgliedes der Hofoper, unter überaus großer Beteiligung statt. Unter den Anwesenden iah man zahlreiche Abordnungen verschiedener Vereine, in Vertretung des Kultusvorstandes Landesschulrat Dr. Markus Spitzer, Vizepräsidenten des Bethausvorstandes Anton Beck mit 'amtlichen Vorstandsmitgliedern, die Beamtenschaft der Knltusgemeinde, sämtliche Kantoren mit den Präsidenten des Kantorenvereins, Oberkantor Jakob Bauer und Oberkantor Don Fuchs, und viele Bürger des II. Bezirkes. Die Direktion der Hofoper hatte einen prachtvollen Kranz gespendet. Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d hielt die Trauerrede und schilderteden Dahin.- geschiedenen, der an vier Jahrzehnte lang an. unserer Hosöper wirkte, als ein Muster der Pflichttreue und Charakterfestigkeit, den trefflichen Menschen, den fürsorglichen Gatten und Vater. Hierauf sprach namens des Vorstandes der Landesschulrat Dr. Markus Spitzer den Ausdruck des Dankes aller Mitglieder der Gemeinde unb des Vorstandes der Kultusgemeinde aus, Mit Worten innigen Mitgefühls schied Professor Joseph Sulzer, der Chordirektor, von seinem getreuen und erprobten Freunde, worauf namens.des Synagogen sä ngervereins der Obmann, Armenrat Salo Lemberg e r , Abschied von dem stets hingebungsvollen Mitgliede der Bereinigung nahm. Von den Sängern im Vereine mit dem Knabenchor wurde der Su-lzersche Trauerpsalm unter Leitung des Dirigenten Joses Zelnik vorgetragen. — Die „Neue Freie Presse" hat bei Kriegsbeginn verschiedene Sammlungen für wohltätige Zwecke begründet, unter denen sich auch eine große Anzahl jüdischer Institutionen befindet, denen fortlaufend große Mittel zusließen Das Kriegshilfskomitee der Stockholmer Israelitischen Kultusgemeinde hat für die von der „Neuen Freien Presse" eingeleitete Aktion für die Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens 40 000 Kronen überwiesen. Die Gesamtsumme der für diesen Zweck der „Neuen Freien Presse" zugeflossenen Gelder beträgt. 1 607 074 Kronen. Für den Jüdischen Ngtionalfonds zur Kolonisierung Palästinas sind bei der Redaktion der „Neuen Freien Presse" bisher nahezu 396 000 Kronen eingegangen, zur Linderung der Not der durch die Kriegsereignisse betroffenen Juden Galiziens und der Bukowina 226 500 Kronen, für die Hilfsaktion des Vereins Jsraelitische Volksküche 121 568 Kronen, für das Hilfswerk der Mraeti - tischen Allianz in. Wien 226000 Kronen; ' unter den letzten Spenden befindet sich eine Jahrzeitfpende des Herrn Kar P ele s in Budapest im Betrage von 40 000 Kronen. . .. \ Von -sh und — Die ordentliche Mi tglie d e r versa m m l u n g de s H i l f sv e re i n s de r Den t sche n J u d e n findet Sonntag, den 28. April, vormittags 11 Uhr, in der Gesellschaft der Freunde, Berlin W, Potsdamer S-traße 9, statt. — Am 9. d. M. beging Frau Mathilde Stettiner ihren 80. Geburtstag-. Sie hat sich durch ihre jahrzehntelange Tätigkeit im Letteverein, dem Verein Haüspflege Berlin, nn VMoria--Lyzeum, im Kinderkrankenhaus große Verdienste erworben. — Dem Inhaber der Bronzewarenfabrik Robert Sachs (Berlin) würde vom Kaiser von Oesterreich das Ehrenzeichen zweiter Klasse am weiß-roten Bandeverliehen. — Herrn' Jearr. Triest, der seit „ 40 Jahren im Hause Rudolf Mosse .tätig ist, wurde das Berdienstkreuz für -Kriegshilse verliehen. -- Das Verdienstkreuzz für' /.KriegWffe erhielt ferner die Leiterin der Jugendfürsorge in Charlottenburg, Fräulein Clara Israel, Eisenacher Straße 103. — Professor Dr. Max Le w a n dow skh , Privatdozent an der Universität Berlin, ist nach langer Krankheit, die er sich im Felde zugezogen, am 4. d. M. gestorben. Die Beerdigung fand unter Beteiligung weiter Kreise am vergangenen Sonntag auf dem Friedhof in Weißensee statt. — Dem Ratsherrn Jacob R o s e n b erg, erstem, Vorsteher der Kreis shnagogenaemieinde Ortelsburg, wurde das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen. - AM Posen wird uns geschrieben: In -der letzten. Sta-dtverordnetensitzuna nahm die Versammlung mit Danik Kennitnis von einer Hans-Davidsohn-Stiftung nm Betrage von 10000 Mark, die von der Familie Davidfohn zum Andenken au ihren im November v. I. bei Cambrai gefallenen Sohn gemacht worden ist, mit der Bestimmung, daraus Volks- und Mittelschülern die technische Ausbildung auf entsprechenden Studienanstalten zu ermöglichen. — Dem Vorstandsmitgliede des Posener Landwehrvereins Kmrsumnn Heinrich Epstein ist das Berdienstkreuz für K-riegshilse verliehen worden/ -— Die Ro!te-K«reuz-Medaille 3. Klasse erhielt Schwester Hedwig Herzberg, Tochter des Lehrers Js. Herzbera in Bromberg, zurzeit Schwester im Reservelazarett in Buch (Bezirk Potsdam). — Aus Beuchen (Oberschlesien) wird uns geschrieben: Herr Simon Pi n c zo w e r, Sohn unseres sehr geschätzten Gemeindemitgliedes Herrn Emaguel Pinczower, wurde mit 'dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet und gleichzeitig zum Fliegerleutnant und Kompagnieführer ernannt. — Ter Großkaufmann Herr Adolf Becker, eine in weiten Kreisen der Bürgerschaft-hoch geachtete'Persönlichkeit, feierte am 25. März mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. Eine sehr -erhebende gottesdienstliche Feier fand aus diesem Anlaß in der Synagoge statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Kopf st ei n eine zr: Herzen gehende Anspräche an das Jubelpaar hielt. — Dr. trieb. I. Gabriel in Glogau, seit 1867 Stadtverordneter, ist im 88. Lebensjahre verschieden. — Das Vorlesungsverzeichniis der Städtischen Handelshochschule in Köln für dasSiommersemester 1918 verzeichnet als neues Lehrfach Biblisches und nachbiblisches Schrifttum, mit der Vorlesung: Einführung in den Talmud, gehalten von Gemeinderabbiner Dr. R o s e n t h a l. Damit hat zum ersten Male eine deutsche Hochschule die jüdische. Literatur- und Geistesgeschichte in den Bereich ihrer Lehrfächer ausgenommen. Die Vorlesung ist öffentlich, findet am Montagabend von 7 bis 8 Uhr statt, beginnt am 15. April und ist für jeden Erwachsenen, Damen und Herren, gegen Lösung der" Hörer karte zugänglich. — In der letzten Vollversammlung der Ungarischen Naturwiffenschaftlichen Gesellschaft wurde, wie Budapester Blätter melden, dem jungen Gelehrten Eugen Mend e, Professor an einem Budapester Staatsobergymnasimn, eine besondere Ehrung zuteil. Im Sinne des einhelligen Spruches der Junioren wurde ihm für seine Preisarbeit: „Der Ursprung der .drahtlosen Telegraphie imb ihre Entwicklung bis zum hentigen Tage" der Bugatpreis von 6000 Kronen zugesprochen. Der Präsident der. Gesellschaft, Baron Lorant Eötvös, gedachte in seiner Ansprache des bedeutenden Erfolges des jungen Gelehrten und beglückloünschte. ihn zu demselben. Professor Mende ist ein Sohn des pensionierten Direktors der jüdischen öffentlichen Schule in Parkany. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für denAnzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Drück und Verlag von Rudolf Mosse.

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