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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-02-01 · Heft 5 (1.2.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 5 (1.2.1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Justizrats Dr. Eugen Fuchs, und eine Rede des RaMiners Professor Dr. Cosmann Werner -in München folgen wird. — Als erste Dame -ist Frau Henriette May in der letzten» Vorstandssitzung in den erweiterten Vorstand -des Zentvalvereins gewählt worden. Frau May vertritt im Zentralverein den Vorstand des Jüdischen Frauenbundes. — Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhielten: Der Direktor der Conrad Tack u. Cie. A.-G., Hermann Krojanker (Berlin); der Mitinhaber der Firma Brasch u. Rothenstein, stellvertretender Handelsrichter Otto Levinsohn (Berlin), und der Prokurist bei der Reichssackstelle Jakob Z e i t l i n. — Dem Baumeister Alfred Pehser »in Pleschen ist als Leiter der dortigen Jugendwehr gemäß kriegsministerieller Verfügung als besondere Anerkennung für die in Wettkämpfen 1916 im Wehrturnen erzielten Leistungen «eine Denkmünze überreicht worden. — Am 11. v. M. beging der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Rogowo, Herr Leopold Jacob, seinen 70. Geburtstag. In sehr erhebender Feier stattete die jüdische Gemeinde ihren Dank für das langjährige mühevolle Wirken dem Jubilar ab, ebenso der Israelitische Frauenverein. Eine besondere Ehrung wurde ihm durch die Ernennung zum S tad tä liesten zuteil. — Aus Janowitz i. P. wird uns geschrieben: Zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern haben die hiesigen Kaufleute Leo und Moritz Sch mu l eine Stiftung in Höhe von 20 000 Mark zugunsten der jüdischen Gemeinde in Janowitz errichtet. Die Zinsen des Kapitals, das sich laut Bestimmung noch anzusammeln hat, sollen die Aufrechterhaltung einer ständigen jüdischen Gemeinde in Janowitz sichern. Eine Sum'me in Höhe von 5000 Mark haben zu demselben Zweck die Kaufleute Sally und Jsaac Katz aus Wongrowitz, die in Janowitz geboren sind, 'gespendet. — Im Jahre 1882 vermachte der Kaufmann Theodor Stahl der Synagogiengemeinde Breslau 115 500 Mark, deren Zinsen von 4884 Mark zur Gewährung von billigen Wohnungen verwendet werden sollten. Nachdem nunmehr die Witwe gestorben ist, tritt jetzt die Stiftung in Kraft. — Die jüdischen Gemeindebehörden in Breslau haben dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der im Februar d. I. sein 25jähriges Bestehen feiert, eine einmalige Jubiläumsispeivde im Betrage von 1000 Mark bewilligt. — Die Hamburger Jüdische Lesehalle und Bibliothek im Hause Kieler Straße 4, die auf eine achtjährige Wirksamkeit zurückblicken kann, hat wieder ein erfolgreiches Arbeitsfahr labgeschlossen. Die Bibliothek wurde im abgelaufenen Jahre von 1752 Personen besucht, 703 Bände wurden nach Hause entliehen^ Die Benutzung des Instituts ist unentgeltlich und erfolgt an den vier ersten Abenden der Woche von 7 bis 9 Uhr, am Sonnabend von 12 bis 2A Uhr und am Sonntag von 12 bis 2 Uhr mittags. — Aus Stettin wird uns geschrieben: Nachdem Seine Majestät der König dem Konsul und Reeder Arthur K-unstmann in Stettin die Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse und das preußische Verdiensttreuz für Kriegshilfe im April v. I. verliehen hat, ist nunmehr auch der Ehefrau desselben, Frau Klara Kunstmann geb. Haendler, die Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse verliehen worden. — Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Gefreiter Siegfried A u fhäuser, Mitinhaber der Firma Aufshäuser u. Co., Stud. phil. Martin Bing, Sohn des Lederhändlers Bernhard Bing, Nürnberg. Den türkischen Eisernen Halbmond erhielt der Kaiserlich Türkische Generalkonsul Kommerzienrat Siegfried Bach in Nürnberg. — Aus Fürth wird uns geschrieben: Dem Leutnant der Reserve und Kompagnieführer in einem bayerischen Reserveinfanterieregiment Israel Koschland wurde wegen seines hervorragenden persönlichen Mutes und seiner vorbildlichen Pflichttreue, die er bei den Maikänrpfen 1915, in der Sommeschlacht 1916 und in den Flandern kämpfen- 1917 bewiesen hat, insbesondere wegen seiner heldenmütigen Verteidigung einer Stellung, wo er, obgleich selbst erkrankt, durch sein Beispiel seine Mannschaften zum Aushalten anfeuerte und hierdurch sechs feindliche Angriffe abschlagen half, das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. — Die Inhaber des Bankhauses Ephraim Meyer u. Sohn (Hannover) haben anläßlich des Geburtstages des Kaisers 20 000 Mark für Kriegsfürsorge und Wohlfahrtszwecke gestiftet. Der Mitinhaber der Firma, Kommerzienrat Emil L. Meyer, gehört seit bald 25 Jahren dem Vorstand des Verbandes der jüdischen Literaturvereine an. — Herr S. Weinstein, Inhaber der Firma H. Weinstein in Eisenach, der viele Jahre dem dortigen Gemeinde rate angehtörte und noch jetzt Mitglied der Handelskammer Sachsen - Weimar- Eisenach ist, erhielt den Titel als Kommerzienrat. — Die Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten' in Elsaß- Lothringen, die auch das Jüdische Museum in Straßbrryg gegründet hat, veröffentlicht soeben, wie die „Straßburger Post" nsitteilt, zum ersten Male ein Jahrbuch, 'enthaltend historische Aufsätze aus -der Feder der Herren Dr. Nor d m a n n (Basel) und Dr. Gi nsburger.(Kalmar), eme Bücherschau und -den Jahres- und Kassenbericht der Gesellschaft. Es wird darin , erneut an 'das geplante Kriegsmuseum erinnert und erfucht, alles zu sammeln, was mit der Tätigkeit der. elsäsfischen JsraeNLen am Kriege in Verbindung steht. — Aus Pilsen wird uns miLgeteM: Unser erster Rabbiner, Feldrabbiner Dr. Golinsk i, ist soeben von Sr. Majestät dem Kaiser und Körrig zum Professor ernannt worden. Die Kunde von dieser Ehrung erregte in unserer Gemeinde viel Freude, da Golinski erst zehn Jahre als Rabbiner und als Religionslehrer arn hiesigen deutschen Staatsgymnasium amtiert. Golinski war fast 1A Jahre im Felde und wurde nach mehrfacher Reklamation seitens seiner Gemeinde mit einer belobigenden Anschrift der Vorgesetzten entlassen. — Die „Oesterreichische Wochenschrift" berichtet: Der Kaiser hat dem ei-ner Divistons-SaniMskolonne zugeteibten Feldrabbiner Geza Fischer in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Kinde das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande 'der Tapferkeit verliehen. Der Artillerieoberst Alexander ist zum General der französischen Armee ernannt worden. Der Oberstleutnant L e v y, Kommandant des französischen 183. Infanterieregiments, wurde zum Oberst befördert. — Das Zentralkonfistorium der Juden Bulgariens hat dem Zionistischen Aktionskomitee 15 000 Mark zur Verwendung für die Evakuierten Palästinas überwiesen. — Wie das Reutersche Telegraphenbureau mitteilt, wurde der frühere Dumaabgeordnete P u r i schkewi t sch zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Wenn er sich jedoch am Ende eines Jahres einverstanden erklärt, sich jeder Tätigkeit, »gegen die Bolschewiki zu enthalten, soll ihm der Rest der Strafe erlaßen werden. Purischkewitsch war bekanntlich als Organisator der „Schwarzen Hundert" und Vorsitzender deS „Verbandes der echtrussischen Leute" der Würgeengel der Juden im zaristischen Rußland. - — Unter den russischen Friedensunterhändlern, die gegenwärtig in Brest-Litowsk weilen, sind neben Trotzki noch zwei Juden: Joffe und Kamenew.' Joffe entstammt der 'bekannten jüdischen Gelehrtenfamilie Straschunn aus Wilna und Kamenew, Advokat, ist ein Schwager des Ministers des Aeußern Trotzki. — Während der Stadtwahlen in New Bork, die am 6. November stattsanden, stellte eine Reihe von Juden ihre Kandidatur auf. Die größte Zahl -der gewählten Juden hatten die sozialistischen Parteien. Während der Wahlkampagne entfaltete sich in -der jüdischen Presse eine für amerikanische Verhältnisse neue Agitation. Die sogenannten Grohjuden Oskar Strauß, Louis Mars hall und andere wandten sich in dev jüdischen und nichtjüdischen- Presse mit einer „Warnung" an die jüdischen Wähler, die Listen der Sozialisten zu unterstützen, wodurch -der Zorn der Einheimischen geweckt werde und die Gefahr »des Antisemitismus zunehme. Besonders schroff wandteu sich diese Kreise gegen die Kandidatur Sozialistenführers jüdischer Abstammung Morris Hi liquid Der jüdische Redakteur der New Norker „Times", Herr Ochs, erinnerte die jüdischen Wähler New Jorks -daran, daß die Geduld der amerikanischen Massen ihre Grenzen habe und daß die sozialistischen „Umtriebe" der jüdischen Wähler schwere Folgen für die Inden haben könnten. Diese Drohungen riefen die Entrüstung der gesamten jüdischen Presse hervor. Auch die Reformrabbiner hielten es für ihre Pflicht, gegen diese Agitation, die Wasser aus die Mühlen der Antisemiten ist, zu protestieren. — Nach viermonatiger Leidensfahrt über Kriegs- und neutrale Länder kam die erste Gruppe von Palästinaflüchtlingen, 89 Köpfe, durchweg amerikanische Staatsangehörige, im New Dorker Hafen an. Ihre Berichte über die Zustände in Palästina stimmen sehr wehmütig. In den Kolonien stand bei ihrer Abfahrt alles in höchster Blüte und der Absatz war im Steigen begriffen, so daß die Evakuierungen einen günstigen Ertrag illusorisch machten. Die Greuel'berichte der Ententepvefle weisen sie mit Entrüstung zurück. Der Verein „Hachnosas Orchim" nahm sich der Emigranten mit großer Liebe .und Aufopferung an. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin- Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Zunge, Druck und Verlag von Rudolf Mosse. -Friedenau.

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