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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-01-25 · Heft 4 (25.1.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 4 (25.1.1918)
Date
1918-01-25
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 ’’v breite OeffenLlichkeit hinsichtlich der Beziehungen der Polen zu den - Juden eine so schlechte Meinung hat. Hierauf wurde erwidert, daß . schuld daran die verbissenen antisemitischen Erscheinungen in Polen ' - während der letzten Jahre und ganz besonders die vielen Verleumdüngen seien, welche die polnische antisemitische Presse am Anfang . des Krieges gegen die Juden verbreitet hat, wobei besonders betont wurde, daß-selbst, wenn zugegeben werden muß, daß manche'anti- ,; semitische Erscheinung bloß als EinzelerschÄnuM angesehen werden - kann, für welche nicht die gesamte pvlndeWhWDafk vetvntwvr^ lich gemacht werdön Änne, so sei doch der äntijüdrHeMohkott eine - allgemeine Erscheinung gewesen.; Zum Schlüsse Wurde auch die jüdische Forderung der Rechte einer 'natiMälMMinderheit berührt, ' wobei die Polen erklärten, daß eine solche Forderung überflüssig sei, da im polnischen Staate die Juden jedenfalls gerecht behandelt werden würden und bloße Garantien auf dem Papier wenig Nutzen 'brächten, wie sich dies bereits in Rumänien erwiesen habe. Diese ' . Frage wurde bald abgetan, da dieeigentlichen Vertreter dieser Forde- . rung der WÄM'ng'ME WMögen < Ä Forderung in den Assimilanten keine Verteidiger fand. Von May und Mrm. . Das Jüdische Genesungsheim in Lehnitz wird voraussichtlich .in diesem Jahre am 1. März wieder eröffnet werden. In den Kriegsjahren war der Andrang in den Sommermonaten ein ganz besonders starker, so daß ein großer Teil der Gesuche um Aufnahme zurückgewiesen werden mußte, um so mehr, als wegen der beschränkten Zuweisung von Lebensmitteln nur eine geringere Anzahl von Pfleglingen ausgenommen werden konnte. Für solche erwerben- ,den Frauen und Mädchen, die sich in diesem Jahre um Aufnahme bewerben wollen, empfiehlt es sich, baldigst ein Gesuch unter Bei- . fügung eines ärztlichen Ältestes an das Bureau des Vereins Jüdisches Genesungsheim, Berlin 0, Rosenstraße 2/4, zu richten. Professor James Israel, der am 2. Februar seinen 70. Geburtstag feiert, wird diesen Tag, um allen Ehrungen zu entgehen, mit seiner Familie außerhalb Berlins verbringen. —? Zum Dozenten am Hildesheimerschen Rabbinerseminar ist Herr Dr. Jakob Sperber berufen worden. Der neue Dozent, ein Schüler Barths, hat in Berlin und Wien Orientalia studiert und ist mit einer Arbeit zur arabischen Literatur promoviert. Er wird als Nachfolger von Professor Barth Targum und hebräische Grammatik vortragen. Wie wir erfahren, wird Herr Dr. Sverber sein Amt erst im Sommersemester 1918 antreten. — Frau Franziska Wölbe geborene Mendelson, die Mutter des Berliner Oberlehrers Professor Dr. Eugen Wölbe, feierte in einer seltenen körperlichen und geistigen Frische ihren 80. Geburtstag. Unter den überaus zahlreichen Glückwünschen befand sich auch ein herzliches Schreiben des Generalobersten v. Kluck. — Den Charakter als Geheimer Justizrat erhielten: Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Paul Liepmann (Char* lottenburg), Amtsgerichtsrat Hirschfeld (Berlin), Justizrat Dr. Edwin Katz (Berlin): als Justizrat die Rechtsanwälte: Dr. Auerbach (Schöneberg), Dr. Art. F l a t a u , Ernst Sternfeld. Dr. Szkolnh, Guttmann, Dr. Leo Davidsohn, Art. Prager, Herm. Laster und Leop. U n g e r (Berlin). — -Frau Margarete Maher-Cassirer hat die Rote-Kreuz- Medaille erhalten. — Sanitätsrat Dr. Hermann Hirschberg ist im Alter von 53 Jahren, Oberlehrer Professor Dr. Daniel Jacobh im 74. Lebensiahre in Berlin gestorben. — Der Schöneberger Stadtverordnete Siegmund Saling er ist im 77. Lebensiahre nach längerem Leiden aestorben. Cr war ein eifriges Mitglied der liberalen Fraktion der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung und gehörte zahlreichen wirtschaftlichen Vereinen Groß-Berlins ' als Mitglied an. — Justizrat Fabian in Danzig, Mitglied des Vorstandes der Shnagogengemeinde, hat das Verdienstkreuz für ' Kriegshilfe erhalten. — Aus Culmsee wird uns berichtet: Die ' Stadtverordnetenversammlung wählte Herrn Zuckerfabrikdirektor Dr. Jacobson zum Vorsteher. — Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhielten die Herren Rabbiner D. de Haas, Königlicher Eisenbahnobersekretär Hugo Bandmann und Prof. Dr. M. G o l d - schmidt in Kattowitz O.-S. — Man schreibt uns aus Posen: In der ersten diesjährigen Stadtverordnetensitzung wurde der bisstimmig wiedergewählt. — DaS Verdienstkreuz für erhalten: Herr Sally Hamburger, i. F. Zacharias HambutzMs Söhne, Mitglied der Handelskammer;, ferner Herr Leo Calva.M i. F. Calvary u. Marschler in Posen. — Dem Prokuristen Wc Firma D. Schereks Witwe, Unteroffizier Goldberg, sowie dem Fabrikbesitzer Bennp Hieburth in Posen wurde vom kommandierenden General des 5. Armeekorps v. Bock u. Pollack für erfolgreiche Mitwirkung bei Mr^siebenten Kriegsanleihe eine Ehrenurkunde ■ überreicht. Aus ^Birnbaum wird uns geschrieben: Von einer - erneutem Zuwendung unseres Ehrenbürgers Oskar Tiech (Berlin) von 2000 Mark gelegentlich der durch das letzte Hochwasser am Seeufer entstandenen Beschädigungen, deren Abhilfe bisher 1000 Mark erfordert hat, wurde in der letzten Stadtverordneten- -sitzung Kenntnis gegeben. — Aus Bernburg wird uns geschrieben: Der an der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde einstimmig gewählte Rabbiner Dr. Kurt Tirscktigel hat am 1. Januar sein Amt angetreten.' — Gefreiter Referendar Hermann Feiner, Sohn des Herrn Rektor Jos. Feiner (Hamburg), erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Am Geburtstage des Königs von Bayern wurden der Königliche Kommerzienrat Sigm. Fraenkel in München mit dein Verdienstorden vom heiligen Michael mit Krone, der Königliche Hoflieferant Ignaz Lamm dortselbst mit dem König-Ludwig-Kreuz ausgezeichnet. — Das 25jährige Amtsjubiläum beging Herr Kaufmann Nathan Reifenberg als Vorsteher der Kültusgemeinde Weilburg. Der Vorstand überreichte unter Glückwünschen ein prachtvolles Diplom. — Das Eiserne Kreüz erster Klaffe erhielt Herr Dr. Arthur Kauffmann (Frankfurt a. M.), gleichzeitig den Württembergischen Friedrichsorden zweiter Klasse. — Der im September 1914 in Freiburg verstorbene Privatier David Julius Wetterhan aus Frankfurt a. M. hat in seinem Testament eine Stiftung von 168 000 Mark an der Freiburger Universität zur Förderung naturaeschickitlicher und medizinischer Studien errichtet. — Auf dem israelitischen Friedhofe in Heilbronn fand die Beisetzung des nach fast vierjährigem Frontdienste einem tückischen Leiden erlegenen Leutnant Otto Herz statt. Eine Abordnung seines Regiments und die hiessae Militärbehörde sorgten für die üblichen Ehrungen. Bezirksrabbiner Dr. Veerm a n n hielt die Grabrede, Herr Hermann Kern entbot den Dank des Juaendvereins Montefiore. — „Rozhled", das Organ der tschechischen Juden, meldet: Auf dem jüdischen Friedhof in Neustupow in Böhmen wurden 47 Grabsteine umgeworfen, einige davon gänzlich zertrümmert. Die Bahre wurde gestohlen und die Friedhostür weit ins Feld davongetraaen. — Aus Wien wird gemeldet: Herrenhausmitglied Bergrat Mar Ritterv. Gutmanu in Wien hat zu Händen des Statthalters in Niederösterreich für Kriegswohlfahrtszwecke einen Betrag von 200 000 Kronen gestiftet, wovon 100 000 Kronen der Landeskommission für heimkehrende Krieger mit vorzugsweiser Berücksichtigung des politischen Bezirkes Krems a. d. Donau gewidmet und weitere 100 000 Kronen für mehrere gleichfalls im politischen Bezirke Krems a. d. Donau tätige humanitäre Vereinigungen vom genannten Spender bestimmt sind. — Der Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde zu Innsbruck, W. Dannhauser, und der Rabbiner für Tirol und Vorarlberg, Dr. Link, erhielten im Wege der Statthalterei ein Dankschreiben des Kaisers, in welchem der Knltusgemeinde für die anläßlich der Errettung des Kaisers aus Lebensgefahr zum Aus- # drucke gebrachte Lohalitätskundgebung der Dank ausgesprochen wird. — Nach einer Verordnung des Oberbefehlshabers-Ost vom 28. Dezember v. I. sollen den jüdischen Einwohnern des besetzten Gebietes. Mehlmengen zux Herstellung von . Mazzos. bis zur Höhe der üblichen Brotration zur Verfügung gestellt werden. Das Mehl ist jedoch im voraus bis zum 15. Februar 1918 den Interessenten auszuliefern. — Nach dem „Pesti Hirlap" bringt die. Londoner „The Graphic" die Abbildung der Medaillen, welche die Soldaten, die als erste in Jerusalem eingezogen sind, erhalten haben. Diese Medaillen tragen auf beiden Seiten hebräische Inschriften und auf der einen Seite auch ein Christusbild. Dasselbe Blatt meldet,. daß eine der ersten Abteilungen, welche in Jerusalem eingerückt find, aus lauter Juden bestand. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastratze 85. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Moffe.

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