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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-11-16 · Heft 46 (16.11.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 46 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Von Ash und Fern. 91 m Sonntag, den 2 5. d. M., findet im 2. Berwaltungsgebände der jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4, die 1. Sitzung des Verwaltnngsrates der am 9. September d. I. begründeten „Z e n t r a l w o h l f a h r t s st e l l e d e r I u d e n für Deutschl a n d" statt. In dieser Sitzung soll der Vorstand gewählt und unter anderem der vorläufige Arbeitsplan der Zentralwohlfahrtsstelle aufgestellt werden. -- In den großen Ausschuß des Verbandes der deutschen Jude n treten an Stelle der verstorbenen Rabbiner Dr. Eschelbacher (Berlin) und Dr. Munk (Marburg) die Herren Rabbiner Tr. B l u m e n L h a l (Berlin) mit) Dr. Freiin a n n (Posen). —- Herr Direktor M a n k i e w i tz hat aus Anlaß seines 60. Geburtstages namhafte Beträge für die Stadt Berlin, die jüdische Gemeinde von Berlin und viele Wohlsahrtseinrichtungen gestiftet. - - Die Prediger der I ü d i s ch e n R e f o r m gemeinde werden im Laufe des Winters eine Reihe von Vorträgen halten. Den ersten hält am Dienstag, den 20. d. M., abends Uhr, im Saale des Logenhauses, Ioachimsthnler. Straße 12a, Herr Dr. E o b lenz über das Thema: „Aufgaben der Reform im Inden tum". — In der W i s s e n s ch a s t l i ch e n V e r e i n i g u n g j i'l d i s ch er Le h r e r und Lehre r t n rt e u z u Berli n spricht am 20. d. M., abends Uhr, im Hotel Altstädter Hof, Rener Markt S 12 I, Iran Justizrat M e y e r - S t a r g a r d t über „Berufsberatung und Berussuermittlung". Gäste sind willkvnunen. Die neue Versammlung all derer, welche Angehörige in englischer Kriegsgefangenschaft haben, findet am Sonntag, den IS. November, vormittags 10 Uhr, im Restaurant Hofjüger, Königgrätzer strafte 121, statt. - Geheimrat Sigmund Lantenberg hat die Rote-Kreuz-Medaille erhalten. -- Fräulein Else Stein, die Tochter des Herrn Professor Dr. Ludwig Stein, die jüngst die Rote-Krenz-Mednille erhalten hat, hat die silberne Ehrenmedaille mit der Kriegsdekorntion vom österreichischen Roten Kreuz erhalten.— Herr Fabrikdirektor Jacques Lehmann und seine Frau Charlotte geb. Lehmann, Berlin, Baerivaldstraße 47, erhielten das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. — Geheimer Sanitätsrat Tr. Herrn an n Hirsch ist in Berlin im SS. Lebensjahre gestorben. Am 9. d. M., vormittags, fand im Krematorium in der Gerichtstraße die Trauerfeier für Tr. Isidor Ginsberg statt, an der zahlreiche Freunde des Verstorbenen sowie Abgeordnete der Vereine und Wohlfahrtseinrichtungen, deren Leitung er seit vielen Jahren angehörte, teitnahmen. Die Gedächtnisrede hielt Prediger Dr. I. Lehnrann von der Jüdischen Reformgemeinde. - Aus Posen wird uns geschrieben: Dr. Arnold Drgler, ein Sohn des hier verstorbenen Stadtverordnetenvorstehers Orgler und ein Bruder des hiesigen Stadtrats gleichen Namens, hat sich in der medizinischen Fakultät der Berliner Universität habilitiert für das Fach der Kinderheilkunde. In seiner Antrittsvorlesung behandelte er das Zustandekommen der akuten Ernährungsstörungen beim Säugling. - Herr Größkaufmann Mar Gotthelf in Fraustadt hat anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages dem Magistrat 300 Mark zur Verteilung an Bedürftige ohne Unterschied der Konfession überwiesen. - - Der Breslauer Radierer lind Maler Siegfried Laboschin, dessen prächtige Radierung „Das Morgengebet" die Wand Zahlreicher jüdischer Häuser schmückt, beging am 3. d. M. sein 25jähriges Künstlerjubiläum. Dem Geheimen Kommissionsrat Eugen Franksurter in Nürnberg wurde das hessische Ehrenzeichen verliehen. - Aus Essen wird lins geschrieben: Rabbiner Dr. Lazarus, der seit zehn Monaten als Feldrabbiner auf dem östlichen Kriegsschauplatz weilt, ist hier zu kurzem Urlaub eingetrossen und hat seine gottesdienstlichen Funktionen für die Dauer seiner Anwesenheit wieder übernommen. Man schreibt uns aus Aachen: Vizefeldwebel Paul W e r t h e i m , Sohn der Witwe Frau Mathilde Wertheun, Enkelsohn des vormaligen bekannten Rabbiners Dr. David Rothschild in Alzey, wurde zum preußischen Leutnant der Reserve befördert. Ober- und Bataillonsarzt Dr. Richard Schuster, Sohn der Frau Witwe Dr. Ludwig Schuster, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Die Rote-Kreuz-Medaille dritter Klasse wurde im Krankenhaus der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. der Oberschwester Doris Unger, der Oberschwester Tina Wolf und der Schwester Else Unger verliehen. — Aus Wien wird gemeldet: Kaiser Karl hat dem bereits mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichneten Feldrabbiner Professor Dr. Maier Täuber in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen. Herr Dr. Tauber hat sich um die Organisierung und Ausgestaltung der jüdischen Militärseelsorge an der Jsönzofront, wo gegenwärtig 22 Feldrabbiner, gegen 4 zu Beginn des italienischen Krieges, ihren Dienst versehen, ein bleibendes Verdienst erworben. — Aus Budapest wird geschrieben: Die Ehefs der Firma Moritz Deutsch Söhne, die Geschwister Deutsch und ihr Schwager Josef Herzog, haben auf den Namen der Eltern bei der Budapester orthodoxen Kultusgemeinde eine Hunderttausend-Kronen-Stiftung errichtet. Mit dieser namhaften Widmung wollen die Stifter den Grund für ein orthodoxes Waisenhaus und eine orthodoxe Altersversorgungsanstalt legen. — Als Delegat der Israelitischen Union reiste vor kurzem Dr. Fleischer im Aufträge des k. u. k. Oberbefehlshabers Arz v. Straußenberg ins österreichische Okkupationsgebiet, um dje Lage der jüdischen Bevölkerung in dieser Gegend kennen Zu lernen. In Lublin hatte Dr. Fleischer ein Gespräch mit dem Generalgouverneur, Graf Szeptycki, in dessen Verlaufe der Gouverneur auf die von der amerikanisch-jüdischen Presse gegen ihn gerichteten Anklagen zu sprechen kam und ihre Unrichtigkeit nachwies. Szeptycki erklärte sich auf eine Bitte des Herrn Dr. Fleischer bereit, für die Aufhebung der von der zarischen Negierung geschaffenen jüdischen Begrenzungen, die einzig und allein in der österreichischen Okkupation noch gültig sind, zu wirken, nur müsse man Geduld haben. Auch betreffs anderer jüdischen Angelegenheiten führt Fr. Fleischer mit der obersten Behörde Verhandlungen. In den jüdischen Gemeinden pflog er mit den Vorstehern Beratungen über verschiedene notwendige Verbesserungen. — Der Lemberger Oberrabbiner B r a u d e. erhielt vom Hilfsverein der deutschen Juden den Betrag von 20 767 Mark zur Verteilung unter die galizischen Rabbiner, die infolge des Krieges in Not geraten sind. Der Bischof von London hob in einer neulich gehaltenen Rede die wichtige Rolle hervor, die Jerusalem und dem Heiligen Lande zukomme. Niemand. könne, sagte der Redner, die große Bedeutung des Einmarsches der britischen Armee in das Heilige Land verkennen. Der Krieg könnte nicht aufhöreu, wenn Palästina in den Händen der Türken bleiben sollte. Die Christen müssen im Heiligen Lande regieren. — Wie der Warschauer „Moment" mitteilt, hat der Regentschaftsrat Fürst Lubomirski bei seinem Abschied vom Magistrat der Stadt Warschau u. a. eine Abordnung der jüdischen Gemeindeverwaltung empfangen, die ihm eine Adresse überreichte. In seiner Antwort hat der Fürst deutlich unterstrichen, daß er die Juden in Polen als gleichberechtigte Bürger wie die übrige Bevölkerung ansieht, die daher alle Rechte genießen müssen. — Mit -der Seelsorge für jüdische Heeresangehörige hu Generalgouvernement Warschau ist Semiuardirektor Dr. Car leb ach vorn Kriegs-mimsterimn betraut worden. Zum Referenten für jüdische Gemeindeangelegenheiten und Berichterstatter in allen jüdischen religiösen Fragen ist auf Vorschlag des Professors D'ick stein der jüdische Historiker Professor Dr. H y p o l i t G r i mwas s e r ernannt worden. — Den Bemühungen des Rabbiners Herrn Horm v i cz in Jerusalem ist es zu danken, daß jüdische Soldaten, die aus dem syrischen Kriegsschauplatz den Heldentod erleiden, fortan auf dem jüdischen Friedhof auf dem Oelberge beigesetzt werden. General v. Kreß hat verfügt, daß in unmittelbarem Anschluß an den alten jüdischen Friedhof auf dem Oelberg ein passendes Terrain als Grabstätte für jüdische Krieger vom Generalkommando käuflich er worben wurde. Tie Umzäunung und Herstellung der Baulichkeiten erfolgt auf Kosten der Heeresverwaltung. Die Pietätvolle Pflege und Instandhaltung der Heldengräber wird einem jüdischen Ehrenkomitee aus deutschen und österreichisch-ungarischen Mitgliedern übertragen. — Zwei Brooklyner Zeitungsmänner, Cromwel CHilde und John- W. Schmidt, haben ein kleines Buch versaßt, das den Titel führt „Amerikanische Juden und der Krieg". Die Autoren geben eine Schilderung des gigantischen Umfanges der Unterstützung, die die amerikanischen Juden ihren unglücklichen Brüdern in den kriegführenden Ländern gewähren. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Floraßratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge. Berlin-Fri-venäu. Druck und Verlag von Rudolf Mofse.

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