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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-21 · Heft 38 (21.9.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 38 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Schülern seine theologische Ausbildung genossen hat. Auch der Zentralverein Deutscher Staatsbürger fattbte freundliche Wünsche durch seinen Vorsitzenden. Das hiesige große katholische Krankenhaus Marienhospital beglückwünschte in anerkennender Form. Der Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Köln, Pfarrer Becker, schrieb im Namen der Gemeinde u. a.: „Mögen Ihnen nach einem arbeitsreichen Leben irnb nach verdienstvollem Wirken durch Gottes Freundlichkeit noch manche Jahre dankbarer Erinnerung und liebevoller Anerkennung beschieden sein." Außerordentlich ehrend hat der Vorsitzende des Gefängnisvereins, Erster Staatsanwalt Dr. Speltahn, seinen Glückwunsch ausgedrückt: „Den innigsten Dank empfindet der Verein dafür, daß Sie Ihre reiche Erfahrung, in den Dienst der guten Sache gestellt und ohne Rücksicht auf die Person des Irregeleiteten stets mtr das eine Ziel im Auge gehabt haben, das Ganze und Einzelne zu fördern. Mögen Sie, hochverehrter Herr Oberrabbiner, sich noch einer Zulle von Jahren der uneingeschränkten Verehrung sowohl der Bürgerschaft Kölns, insbesondere auch des Gesängnisvereins, zu erfreuen haben." Unzählige telegraphische und schriftliche Wünsche aus der Nähe und Ferne, nahezu 700 an Zähl, waren eingetroffen, die Zeugnis ablegten für die Achtung und Anerkennung, welche sich der Jubilar in dem zurückgelegten halben Jahrhundert wohlverdient erworben hat. Die Feier in der Synagogengemeinde fand ihren Abschluß in dem Festgottesdienst, den der Vorstand nur Sabbat, den 8. September, anberaumt hatte. Die neue große Synagoge, Roonstraße, ward zu diesem Zwecke festlich mit Blumen geschmückt und alle Thorarollen und Kultnsgegenstände hatten ihr Festkleid angelegt. Herr Rabbiner Dr. Earo ward mit der Festpredigt betraut, in der er in schöner Form und warmem Ausdruck und Gedankenreichtum das Wirken des Jubilars nach allen Richtungen beleuchtete und die Verdienste desselben um das Judentum, die Gemeinde und ihre Institutionen, die Jugend und ihre Erziehung, Verbreitung der jüdischen Geschichte und Literatur in den Vereinen, vor allem aber um die Förderung der Achtling und Würdigung des Judentums in den Kreisen außerhalb desselben, hervorhob. Nach dem Festredner bestieg der Jubilar die Kanzel, der -seinen Dank zu allererst an Gott richtete, der ihn von seiner frühesten Jugend wunderbar und sichtbar geleitet hat, sodann an die Gemeindeverwaltung, die Vereine, die Gemeindemitglieder und zugleich bat, seinem neuen Kinde, einem unentbehrlichen sozialen Werke, dem Mädchenheim, Hilfe und Förderung angedeihen zu lassen. Das volle Gotteshaus, wie an den hohen Festtagen, war ein höchst erfreuliches Zeichen für das schöne, innige, auf gegenseitige Achtling und Wertschätzung beruhende Verhältnis zwischen Rabbiner und Gemeinde. Möge es noch viele Jahre sv bleiben! Von Ash und Lern. Herr Jnstizrat Bern h a r d Breslauer ist aus Gesundheitsrücksichten genötigt, sich spätestens mit Schluß dieses Jahres von der öffentlichen Arbeit zurückzuziehen. - Tem Amtsgerichtsrat a. D. Dr. jin\ Paul Liep m a u n ist die Rote- Kreuz-Medaille zlveiter Klasse verliehen worben. —- Das 33er* dienstkrenz für Kriegshilfe erhielt Frau Waldemar Meyer (Berlin). -- Die Rote-Kreuz-Medaille .erhielten: Fabrikbesitzer Josef! Ga r b a t y (Berlin-Pankow), Fräulein Ainjniie Ba sch, Röntgen-Assistentin im Auguste-Viktoria-Krankenhaus; Frau Dorothea A r uh e i m , Mitinhaberin der Geldschrankfabrik S. I. Arnheim (Berlin), sowie Frau Professor Ludwig Stein und Frau Else Stein für ihre Tätigkeit in dem Nachmittagsheim für verwundete Krieger. — Das Eiserne Kreuz am weißschwarzen Band erhielt Sanitätsrat Dr. Gerhard N n - den, ordinierender Chirurg am Königin-Elisabeth-Hospital Oberschöneweide. — Die Rote-K renz-Medai lle dritter Klasse wurde Snnitätsrat Dr. Wilhelm Croner und dem praktischen Arzt Dr. Seelig in Neukölln verliehen, dem gleichzeitig der Charakter als Sanitätsrat verliehen wllrde. — Der bisher an der Synagogengemeinde Adaß-Jisroel in Königsberg i. Pr. amtierende Herr Rabbiner Tr. Frankfurter ist zum Rabbiner des Religionsvereins Ahawas Reim in Berlin gewählt worden. — Herr Rabbiner Baßfreund aus Pinne ist zum Rabbiner der Synagogengemeinde Pleß gewählt worden. — Der hebräische Sprachverein „Jwria" in Königsberg i. Pr. veranstaltet am Sonntag, den 23. September, vormittags WA Uhr, aus dein alten israelitischen Friedhof eine Gedenkfeier zum 50jährigen Todestag des hebräischen Schriftstellers Abraham Mapn, geboren in Kowno, 10. Tebet 5568 (6. Januar 1808), gestorben in Königsberg, Jom Kipur 5628 (9. Oktober 1867). Nach der Askara und einer Ansprache des Rabbiners Dr. Vogelstein erfolgt die Uebergabe des Grabsteins, der von Freunden der hebräischen Literatur erst jetzt gesetzt wurde, an den Vorstand der Shnagogengemeinde. — In Filehne verstarb der Rentier Herr Sigmund Salinger im 77. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene war Veteran der Feldzüge 1864, 1866 und 1870./71 und hat sich durch sein tapferes Verhalten viele MilitärauszKchnungen erworben. Ein großes Trauergesolge gab dem Verstorbenen das Geleit. — Nach langem, schwerem Leiden verschied in Posen der Gutsbesitzer Landwirt Max Hartum im 73. Lebensjahre. Die Beerdigung, an der viele Besitzer teilnahmen, gestaltete sich zu einer großen Kundgebung. — Frau Rabbiner Dr. Cohn in Rawitsch, Vorsteherin des Vaterländischen Frauenvcreins, wurde die Rote- Kreuz-Medaille dritter Klasse verliehen. — Im jüdischen Krankenhause zu Breslau wurde Sanitätsrat Dr. Hans Herz zum leitenden Arzt der inneren Abteilung an Stelle des verstorbenen Geheimrats Sandberg vom Vorstand gewählt. Damit hat das Krankenhaus wieder eine bewährte, tüchtige Kraft an leitender Stelle erhalten. — Der im 74. Lebensjahre verstorbene Kaufmann Eryanuel Bruck in Neiße hat durch mehrere Jahrzehnte als Repräsentant, dann als Mitglied des Vorstands treue Pflichterfüllung, regen Gifer und warmes Eintreten für die jüdischen Interessen bekundet, die jhm ein ehrenvolles Andenken sichern. — Aus Leipzig wird uns geschrieben: Herr Dr. Goldmann, bisher Rabbiner in Oppeln, wupde am Freitag, den 7. September, beim Abendgottesdienst feierlichst in sein Amt eingeführt. Seine Antrittspredigt hielt Herr Dp. Goldmann am Sonnabend, den 8. September, beim VorrnittagAßlsttesdienst. — Aus Frankfurt a. M. wird geschrieben: Von der Einstellung jüdischer Hilfskräfte, die Samstag nicht tätig sein können, ist in den städtischen Bureaus bisher grundsätzlich abgesehen typrden. Unter den außerordentlichen gegenwärtigen Verhältnissen soy jedoch auf Einstellung solcher Hilfskräfte nicht mehr verzichtet, agch soll deren Wünschen bezüglich der Samstagsarbeit seitens der städtischen Aemter entgegengekommen werden, soweit es die Erfordernisse des Dienstes gestatten. (Die Not macht duldsam.) — Dem Rabhiner Herrn Dr. Schiffer in Karlsruhe wurde das preußische Verdstnstkreuz für Kriegshilfe verliehen. — Im jugendlichen Alter vop 22 Jahren ist an der russisch-rumänischen Front der Einjährig-Freiwillige Louis Strauß, ein Sohn des Komponisten Oskar Stxguß und ein Großneffe des Präsidenten der Wiener Kultusgemejpde Dr. Alfred Strauß, gestorben. — Dem mehrfach ausgezeichneten Generalmajor Karl Schwarz wurde der Adelsstand verliehen. — Wie viele -andere Zeitungen brachten auch wir die Mitteilung, bqß der mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnete Hauptmann Geza Heim ein Jude ist. Von zuständiger Stelle werden wir aufmerksam gemacht, daß diese- Mit-, Leitung unrichtig ist. Hauptmann Heim ist kein Jude. — Aus Nikolsburg wird berichtet: Unserem verehrten, wegen seines humanitären Wirkens rühmlichst bekannten Rabbiner Dr. M. L ew i n wurde in Würdigung seiner Verdienste vom Kaiser der Titel Kaiserlicher Rat verliehen. — Die sefardische Gemeinde von Sarajewo hat Herrn Dr. Moritz L ev i, einen Zionisten, einstimmig zum Oberrabbiner von Bosnien und Herzegowina gewählt. Diese Tatsache ist ans dem Grunde freudig zu begrüßen, weil sie den Anschluß der dortigen bisher exklusiven sefardischen Kreise an das gesamte Judentum dokumentiert. Hervorgehoben muß auch werden, daß laut bosnischer Landesverordnung der Oberrabbiner von Sarajewo eine Sitzstimme im Landtage besitzt. — In Saloniki ist die Not unter den jüdischen Familien sehr groß. Das Bureau der Alliance israelite universelle hat einen eindringlichen Appell erlassen für die Unterstützung der Juden in Saloniki, in welchem um rasche Hilfe gebeten wird zur Herstellung von Schulen und zur Unterbringung einer großen Zahl Obdachloser. Für den Augenblick muß besonders gesorgt werden für Nahrung, Kleidung und für Mittel gegen die auftretenden Krankheiten. Die Alliance ifirctelite universelle hat sofort telegraphisch eine erste Sendung von 60 000 Francs nach Saloniki überwiesen. Verantwortlicker Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraftraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge BerliN'Friedmau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse,

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