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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-08-24 · Heft 34 (24.8.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 34 (24.8.1917)
Date
1917-08-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 mi der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums bekannt geworden. In Bad Tölz verstarb Plötzlich am 15. d. M. T r a u Rabbiner D r. Stier -aus Berlin, die Gattin unseres Gemeinderabbiners Tr. I o * e s Stier. — Iustizrat D r. M a r i m i l i a n H o r w i tz , der erste Vorsitzende des Zentralvereins deutscher Staatsbürger indischen Glaubens und stellvertretender Leiter des Verbandes der deutschen Juden, ist durch das Ableben seines Sohnes, des Kamuleraerichtsref'erendars Dr. Hermann H o r w i tz , in tiefe Trauer versetzt worden. Dr. Hermann Horwitz, der als Offizier-Stellvertreter in einem Jeldartillericreaimcnt stand, ist im Alter von 2 7 Jahren auf dem ITelde der Ehre gefallen. Der Verstorbene war Inhaber des Eisernen Kreuzes und Ritter des Bayerischen Militär-Verdienst-Kreuzes Zweiter Klasse mit der Krone und Schlvertern. Tie Beisetzung des Verstorbenen fand am 16. August ans dein Jriedbore in Weißensee unter inilitärischen Ehren statt. Rabbiner Tr. B l u m c n f 6 rr I vielt die Gedächtnisrede. — Die Tracht und die Abzeichen der der G r o tz log e für Deutschland VIIl das Unabhängigen Ordens der Bne Britb lU. O. B. B.) anaeböriaen K r a n k e n v s l a n e r i n n e n bat der Herr Minister des Innern ans Grnnd d>'s Reichsae''etzes voin 7. Sevtember 1615 betreffend den Schutz von Barnes tünchten und B-'rnisg bleichen für Betätigung in der Krankenv'sleae iNeichLaes^tzbl. S. 5611 st a a t l i ch anerkannt. — Der Stenotvpistin Tr ä ule in Marv I s e n b e r a , ivohnhaft Berlin W *10. Rosenbeiiner Strafe 37a, ist tunt der Met all melde stelle des Königlichen 'Kriegsinin'isteriunrs. Potsdmner Stratze 10/11, das Verdien st k r e n z f ü r K r i e g s h i l f e verlieben worden. — Tie Tirma R a ln a ck u. Grünfeld in Beuchen O.-S. hat dmn Jnslinteriereaiment Nr. 1-56. dessen 1. und 2. Bataillon in Beuthen O.-S. in Garnison gestanden hat und das sich besonder^ ausae- '"ichnet bat. 5000 Mark zn milden Zwecken geschenkt. Aus den Zinsen des festgelegten Kapitals werden bedinütig^. unverschuldet in N'ot aeratene Kriegsteilnehmer des 1. und 2. Bataillons dieses Regina ents unterstützt werden. —- Der Israelitische f?r a it c n b p t e i n in N i c o l a i bat von der Krieashilsskommission der Jüdischen Gemeinde zu Berlin vier Kinder auf sechs Wochen zur Verpflegung übernommen nnd damit einen glänzenden Erfola erzielt. — Alls TJgnkenststn wird aeschrieben: Am 11. d. M. starb unser lanaiäbriges Vorstandsmitglied, Herr Mar W e i tz b l n m. Er hat mit grauem Eistr die Interessen der Gemeinde stets wahraenommen und uurd iein so früher Heimgang von den Gemeindemitgliedern tief befOrnh .CWr R' AlfonL H o s s e l b e r g e r, Teilhaber der 61tünchener Lederiabrik Gebrüder Hessellberaer. wi'rde für. seine Ve'- Vienste nur charitastvem Gebiete mit dem Ehrenkrenz erster Klasie des bulgarischen Roten Kreuzes sowie dmn Türkischen Mediidie- ,'rden dritter Klasie ansaezeichnet. - - Ter verstorbene Kaufmann Jakob Hirsch vermachte der Stadt München 20 000 Mark zur Unterstützung Hinterbliebene^ von im Kriege gefallenen Angehörigen der 1. baverischen Infanteriedivision oder erwerbslos gewordener Verwundeter dieier Division. -- Ans dem israelitischen Triedboie in Sieaburo sind 64 Grabdenkmäler uuraeworsen worden. Als Täter sind drei Burschen im Alter von 3 bis 10 Jahren festaestellt worden. -- Ans Konsiain ward aeschrieben: Einiae Mitalieder der hiesiaen Drtsarnv.ro Pos „Wandervoael" batten vor einiaer Zeit einen Be'chluü ans Ausweisung N?r Wandervoael iüdiseben Glaubens «ins der Ortsaruvpe gemtztz Eine außerordentliche Mitgliederversammlung bat ietzt diesen Beschluß als rechtsungültig bezeichnet nnd ibr Bedauern über uni Zustandekommen anLaesvrochen. -- Im Alter von 54 Jahren ist nach lanaem Leiden in Tranks-urt a. M. der trübere Leiter der Handelsschule in Gailingen, Herr Lehrer Salomon G i s e n m a n n gestorben. Mit ihm ist ein ideal veranlaater. tüchtiger Schuliuann dahinaeaanaen. der stets für alle indischen Angelegenheiten ein warmes, religiöses Herz zeiate ltud in weiten Kr^oen Hobe Achtung genosi. — Alle Besitzer von entbebrlichen M a ch t p r { pi f ii r die H e r b st f e i e r 1 a g " und von S cb o s o r o s werden gebeten, diese dem Bureau der T r e i e n B e r e i n i a n n a f ü r d i e 1 n t e r e s i e n des o r t h o d o r e n I u d e n t u m s , E. V", Frankfurt a. M.. Schützen st ratze 14, ztrr Verw-mdung für Teldaottesdienste und Gefanaenenlaaer an den bevorstehenden Feiertagen ui übersenden. Antzerdem wären Tefilin, nach denen in den G e - s a n g e n e n l a g e r n größere Nachfrage besteht, überaus erwünscht. Im Alter von 102 Jahren ist in Ulm ftrait Amalie W andershei m geb. Heinemann am 9. d. M. verschieden und am 12. zur letzten Ruhe gebracht worden. — Eine Bekanntmachung der Straßburger Synagogenverwaltung im Anzeigenteil der Tagesblätter bietet erholungsbedürftigen israelitischen Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren Gelegenheit zu einem Erholungsaufenthalte am Vierwaldstättersee. — Aus Wien wird berichtet: Anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Maiestüt des Kaisers veranstaltete der Vorstand der Jsraelitschen Kultusgemeinde Wien Treitag, den 17. August, vormittags, im Tempel. 1. Bezirk, Seitenstettengasse Nr. 4, einen solennen Gottesdienst. In allen übrigen Synagogen nnd Betbäusern Wiens fand die Geburtstagsfeier im Anschluß an den Morgengottesdienst statt. —- Die „Oesterreichische Wochenschrift" teilt mit: Der Kaiser bat dem für vorzügliche Dienstleistung im Kriege mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille bereits dekorierten Teldrabbiner des k. u. k. Schützenregiments Nr. 11. derzeit Leiter der israelitischen Militärseelsorge des k. n. k. s^estnrwskommandos Krakau, Dr. Gustav S i che r, nunmehr für tavfercs nnd onfovferungsvolles Verhalten vor dem Teinde nochmals dieselbe Anszeichnuna, diesmal iedoch mit den Schwertern, verlieben. — In der Liste der anläßlich des Geburtsfestes Sr. Maiestät des Kaisers Karl in der amtlichen „Wiener Zeitnna" angeführten, vom Kaiser verliehenen Aus^eichnllngen werden zahlreiche Glaubensgenossen genannt. In den Adelstand wurde der Direktor der Oesterreichischen Kreditanstalt, Ludwm Neurath erhoben. Verschiedenen in der Kriegssürsorae sich betätigenden Persönlichkeiten, darunter Hofrat Dr. Joief Löwner, llniversitätsvrofessor Dr. Leo Strisower, ferner zatzlreichen bekannten Rabbinern. Oberrabbiner Dr. G n d m a n n. Dr. Gr " n - Wald , Dr. Kaminka , Dr. s? u n k, Dr. A b e l e s , Dr. Z i a l e r in Karlsbad und anderen wurde das Kriegskrenz sür Zivilverdienste zweiter Klasse verlieben. - Wie da« „Lnnbaraer Taaebtatt" meldet, bat der russische Minister des Aeilßern, Tereschtschenko. im Anstraae seiner Regiernna kürzlich eine Protestnote an die rumänische Rea^eruna aerichtet, worin daraus hinaewiesen wird, daß die einstweiliae russische Reaieruna es nicht dulden kann, daß im Verbündeten Rumänien die Inden außerhalb des Gesetzes gestellt sind. Sm bedauert lebhaft, daß rnmanische Regierung den demokratischen Gefühlen des erwachten Rußlands keine Rechnung träat. Diest Note babe in Jassy einen derart starken Eindruck gemacht, daß sich die Regierung veranlasst kühlte, den Premierminister zu entsenden, um sich vor der russischen Presse zu rechtfertigen. — Der „Board of Deputies" der britischen Juden bat sich mit Sir Stuart Samuel als Präsident. Lord Rothschild und Sir Philip M a a n n s als Vizevräsidenten konstituiert und beschlossen, im Verein mit der anglo-iüdischcn Vereinigung ein gemeinsames „Komitee für südische auswärtige Angelegenheiten" zu bilden. — In dem soeben veröffentlichten Testament des am 29. Mai d. I. verstorbenen Barons Leovold v. Rothschild sind letztzvillige Berf-üaunaen enthalten, dw sowohl die Verteilung des Rieserwermögens des Verstorbenen 'wie die Zuwendung von größeren und kleineren Vermächtnissen an seine Verwandten nnd seine Dienerschaft betreffen. s?ür wohltätioe Zwecke hat der Erblasser nichts bestimmt: er hofft, daß „seine Söhne in dieser Hinsicht ihre Pflicht kennen werden". — Eine besondere Abteilung für südische Angelegenheiten bei der Verwaltung in Oberost wird, wie geschrieben wird, eingerichtet. An der Spitze steht der bekannte Maler und Radierer Hermann S t r u ck. — Der in Kasimierz unlängst verstorbene Rabbiner Motek Twerski hinterließ zilr Unterstützung der Palästinabeweaung die bedelltende Summe von 216 000 Mark. Die Witwe des Verstorbenen verteilte am Sterbetage 21 600 Mark unter die Armen nnd bestimmte 21 600 Mark zur Erbauung einer Synagoge in Kielce. Der amerikanische christliche Geistliche I. S. Murrwv sandte an das amerikanisch-jüdische Hilfskomitee für Palästina 100 Dollar. Er begleitete seine Sendung mit folgenden Zeilen: „Ich bin kein Jude. Ich bin ein alter christlicher Jndianermissionär- Baptist. Euer Gott ist mein Gott, Euer Vater ist mein Vater, Eirer Volk ist meines Herrn Bolk, Euere Brüder sind meine Brüder. Meine Mittel sind klein, aber ich bin glücklich, daß ich diese 100 Dollar zur Linderung der Leiden Ihrer unglücklichen Volksgenossen senden darf." Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastraire 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Mar Junge. Berlin-Friedenan. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.

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