Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3229286-3229304--73090-3285551- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
k" ..-. „Jru jih'je flauem imobi usch'moranr bade rech Hase . . . w'schawti bscholamn el beß owi w'hojo Worraj li leholim . . . (Genesis XXVIII. 20—21). — Wird Gott mit mir sein, werde ich heil zurückkehren, dann soll der Ewige mein Gott sein-; dann null ich das durch die Not der Zeit Versäumte nachholen und in unerschütterlicher Treue an den von den Vätern ererbten Bräuchen und Gesetzen festhalten." Gott gebe euch die Kraft, dieses Gelübde einzulösen! Traget Gott irr eurem Herzen, bauet auf ihn. den Vater im Himmel! Ter Gedanke an ihn, der fromnre Glaube stärke und stähle euch auf eurem schweren Wege. Zo erfülle sich an euch die Verheißung Gottes: .„Hinne onauchi schauleach nialoch l'fonocho lisch'morchv badorech . . . (Exodus XXIII, 20). — Liehe, ich sende meinen Engel vor dir her, dich zu behüben auf dein Wege." So möget ihr berat alle in Frieden, gesund an Leib und Seele, zurückkehreu: zu Vater und Mutter, zu Weib und Kind. Gott segne, Gott behüte euch!" Das k. u. k. MMärkomnmndo Wien hat angeordnet, daß diese Ansprache, die vorn Militärkommando in Druck gelegt wurde, der gesamten jüdischen Mannschaft beim Befehl gu bet* lautbaren ist. Ueberrdies wurden auch die israelitischen Militärseelsorger angewiesen, gelegentlich der Pastorierung, namentlich aber bei der Abhaltung von Predigten, die Mannschaft in diesem Sinne eingehendst zu belehren. Von Ash und jfrrn. Das Berdienstkreuz für Kriegshilfe ist den Berliner Stadträten Julius M a a s. Geheimen Justizrat Dr. M o s s e, Adolf P a n o f s k y und Professor Dr. Hugo P r e u ß verliehen worden. — Der Wäschefabrikant Herr Sigmund S a l i n g e r , Charlottenburg, Bleibtreustraße 27, stiftete für die Armen der Jüdischen Gemeinde in Berlin 3000 Mark und für den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens 50 0 Mark. — Der Synagoge Kottbuser User hat das Mitglied des Syuagogenvorstandes Louis Salinger für den Wochentagsbetraum eine geschmackvolle ewige Lampe gestiftet, die mit einer schlichten Feier eingeweiht wurde. — Der Kaiser von Oesterreich verlieh dem Kaufmann Herrn Max B e r l i n e r in Charlottenburg die Verdienstmedaille vom Noten Kreuz. — Der Vorsitzende des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens Stadtrat Otto Eichelbaum in Insterburg hat das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhalten. Der Regierungspräsident in Gumbinnen, Graf Lambsdorff, hat es ihm persönlich überreicht. — Aus Posen wird uns geschrieben: Die letzthin stattgehabte Stadtverordnetenversammlung nahm mit herzlichen: Danke die Fr au-Luise-Ham - b u r g e r - S t i f t u n g in Höhe von 50 000 Mark an und ermächtigte Herrn Oberbürgermeister Dr. Wilms, mit Herrn Sally Hamburger das Nähere zu vereinbaren. Die Stiftung soll erblindeten Soldaten des Heeres und der Marine zugute kommen. Sollte sie für diesen Zweck nicht aufgebraucht werden, so soll der verbleibende Betrag für andere schwer beschädigte Kriegsteilnehmer verwandt werden. — Dem Landgerichtsrat a. D. Geheimen Justizrat Springer ist der Königliche Kronenorden dritter Klasse verliehen worden. — Aus Bromberg wird uns geschrieben: Zum 1. April folgte unser erster Kantor Herr W. Hey mann einem ehrenvollen Rufe als Oberkantor nach Augsburg. Hier wurde sein Scheiden allgemein bedauert; denn Bromberg verliert in Herrn Heymann einen ausgezeichneten Vorbeter mit fein geschulter, prachtvoll klingender Stimme und einen allgemein beliebten Lehrer. Seine persönlichen Eigenschaften haben ihm viele Freunde geschaffen. — Dem nach 39jähriger Dienstzeit am 1. April in den Ruhestand getretenen Lehrer der israelitischen Gemeindeschule zu Altona Herrn Felix B a ch m a n n ist der Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern Allerhöchst verliehen worden. — Herr R. B a ch r a ch, in Firma Bachrach & Loeb, Hamburg, ist vom Kaiser von Oesterreich in Anerkennung besonderer Verdienste um die militärische Sanitätspflege beim Austausch der Invaliden von Rußland mit dem Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet worden. — Der seit 46 Jahren in Fürth segensreich wirkende Rabbiner Herr Dr. Neub ü r g e r beging seinen 70. Geburtstag. — Die Synagogengemeinde Hannover beteiligte sich an der sechsten Kriegsanleihe mit 100 000 Mark. Außerdem zeichneten die in Hannover bestehenden israelitischen Wohlfahrtsvereine und Stiftungen zusammen 552 000 Mark. — Aus Karlsruhe i. B. wird berichtet: Fräulein Gertrud Heimburger, Tochter des Herrn Adolf Heimburger, Verwalter des Karlsruher Israelitischen Krankenhauses, die als freiwillige Helferin seit Anfang ' 4 -- des Krieges daselbst tätig ist, wurde für ihre treuen Dienste und aufopfernde Pflege von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Baden mit dem Kriegshilfskreuz ausgezeichnet/ — In Mülhausen- Dörnach ist eines der ältesten und verdienstvollsten Mitglieder des Elsässisch - lothringischen Kantorenvereins, Herr Kantor Leo Wehl, im Alter von 77 Jahren zu Grabe getragen worden. Trotz seines Alters war er bis zum Ende seiner Tage stets im Dienste der Gemeinde. wo er 56 Jahre lang gewirkt und sich die Achtung und Liebe aller Mitglieder erworben hat. — Nach der letzten offiziellen behördlichen Statistik befinden sich jetzt in Stockholm über 2000 zugereiste ausländische Juden. Wie ferner aus Stockholm gemeldet wird, sind viele jüdische politische Emigranten, die sich in Kopenbagen, Stockholm. Kristiania usw. aufhielten, durch die Amnestie in Rußland veranlaßt worden, dorthin zurückzukehren. — Zur Deckung des Mazzothbedarfs stellte der Lebensmitteldiktator Ungarns, Baron Kürthy, 1 800 000 Kilogramm Ostermehl den Juden Ungarns zur Verfügung. Auch bei den anderen Osterviktualien bekundete der Diktator den Juden gegenüber jede irgendmögliche Zuvorkommenheit. — Aus Rom wird geschrieben: Ein Gesuch, daß auch die Frauen in den Vorstand der jüdischen Gemeinden wählbar seien, richtete der Vorstand des Israelitischen Frauenvereins in Siena an den Verband der israelitischen Genreinden Italiens. Interessant ist ihre Begründung: Die Männer kümmerten sich zu wenig um die Interessen des Judentums; die Aufgabe falle den Frauen zu, die von den Vorfahren ererbten Güter den neuert Geschlechtern zu überliefern. — Die Bewegung gegen die nickt ins Heer eingetretenen russischen Juden in England nimmt immer mehr zu und artet zu einer gefährlichen antisemitischen Hetze ans. Nachdem nunmehr das Gegenargument des politischen Zustandes der Juden in Rußland entfiel, wird auch erwartet, daß gegenüber den russischen Juden dieselbe Haltuna bezüglich der Dienstpflicht eingebalten werden wird als gegenüber den anderen Untertanen der alliierten Länder. Es wird von ihnen verlangt werden, entweder in die russische oder englische Armee einzutreten. — Wie holländische Blätter berichten, wurden jekt in Rußland rund 2600 jüdische Soldaten zu Offizieren befördert. — Ter in Warschau erscheinende „Moment" berichtet, daß soeben die Statuten eines Jüdischen Zentral-Hilfs- Kvmitees verfaßt wurden, dessen Tätigkeit sich ans das ganze Königreich Polen erstrecken soll. Dieses Komitee setzt sich nicht bloß Pbilanthrovie zum Ziel, sondern es wird auch eine ausgedehnte wirtschaftliche Tätigkeit entfalten; insbesondere will es der Jugend eine praktische industrielle Erziehung geben. Das Hilfskomitee wird sich aleichsalls mit dem Neuaufbau der zerstörten Gemeinden befassen. -» D'e Beisetzung Dr. Zamenhofs fand in Warschau unter reger Teilnahme aus den Kreisen der Esverantisten statt. Der Trauerzug bewegte sich über den Sächsischen Platz, durch die Bielanska, Dzika und Genfia nach dem Friedhof. Bor dem Hause Dzika 9, in dem Dr. Zamenboff lange Jabre als Augenarzt praktiziert hatte und in dem er das System der Esperantosprache ausarbeitete, machte der Zug balt. Am Grabe sprachen der Warschauer Publizist B e l m o n t, der Vorsitzende des Polnischen Esperantovereins Grabow skr sowie der Vertreter der deutschen Esperantisten Neubarth. — Der amerikanische Botschafter in Konstantinopel, Elkus, ist an Flecktvphus nicht unbedenklich erkrankt. Seinem Wunsche, daß ein deutscher hervorragender Arzt seinem amerikanischen Hausarzt assistieren möge, wurde von deutscher Seite entsprochen. — Nach Meldungen aus Kairo ist in der Bucht von Abukir das antike Canopus entdeckt worden, eine der ältesten Städte Aegyptens, dessen Handelsmittel- Punkt sie vor der Gründung Alexandriens war. Man fand ein öffentliches Bad aus der Zeit der Ptolemäer und Bronzemünzen, welche das Bild des Ptolemäus Soter, des Ptolemäus Energetes und der Königin Berenice tragen. Aus einer gleichfalls aufgesundenen chinesischen Statue kann man schließen, daß schon zu jener Zeit Beziehungen zwischen China und Aegypten bestanden haben. — Alls New Aork wird gemeldet: Das Amerikanisch-Jüdische Komitee hat an die Negierung der Vereinigten Staaten eine Bitte gerichtet, die türkischen Juden in Veracruz (Mexiko), wo sich kein türkischer Konsul befindet, in Schutz zu nehmen. Daraufhin ist der amerikanische Konsul in Mexiko beauftragt worden, die Interessen der dortigen türkischen Juden wahrzunehmen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge. Berlin-Friedenau. Druck u nd Verlag n Rudolf Moffe.;-A