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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-04-20 · Heft 16 (20.4.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 16 (20.4.1917)
Date
1917-04-20
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Galiziens und der Bukowina anregen zu sollen, üm derart den Unglücklichen in diesen Ländern ohne Rücksicht aus Konfession und Nation einen Beweis der Sympathie aller übrigen Länder zu geben. Dadurch habe diese Aktion einen großösterreichischen Charakter erhalten, wie er kaum einer anderen Kriegssürsorgeaktivn innewohne. Dieser österreichisch? Gedanke sei noch besonders dadurch zum Ausdruck gekommen, daß es dank dem Entgegenkommen der an der Sammlung für jüdische Kinder beteiligten führenden Personen gelang, die Aktion derart einzurichten, daß es jedermann möglich war, zugunsten der Angehörigen seiner Konfession oder ohne Rücksicht auf die Konfession seine Spende zu geben. Die gegenseitige Abrechnung der bei der „Neuen freien Presse ", beim Verein und beim Kriegshilfsburean eingelaufeuen Spenden nach dem vereinbarten Schlüssel sei in der loyalsten und kulantesten Weise und im besten Einvernehmen jederzeit erfolgt, und Redner suhle sich verpflichtet, seiner! besonderen Dank dem Herrn Ludwig Gelber auszusprechen, welcher als Mittler zwischen dem Verein und dein Kriegshilfsbureau sich betätigt hat. Er benutze aber auch noch gern den Anlaß, um der österreichischen Judenschaft seinen Tank für die Unterstützung dieser Aktion, zugleich aber auch für ihren bei Förderung der gesamten Kriegsfürsorge an den Tag gelegten patriotischen Opfermut, durch welchen große Betrüge für alle Zweige der Kriegssürsvrge flüssig gemacht wurden, zum Ansdruck zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Ministerialrat v. Twardowoski versicherte namens des Ministeriums für Galizien den Verein der Sympathien und der wohlwollenden Unterstützung der Negierung und wünschte den weiteren Arbeiten des Vereins reichsten Erfolg. (Lebhafter Beifall.) Von Aah und ssern. — Am letzten Sabbat hatte die Berliner Jüdische Gemeinde die Kanzeln in allen zebn Gemeindesynagogen in den Werbedienst für die Kriegsanleihe gestellt. Alle. Gemeinderabbiner waren vom Gemeindevorstande aufgefordert worden, in ihrer Festrede am letzten Pessachtage die Geineindemitglieder an ihre vaterländische Pflicht zu erinnern, die sechste Kriegsanleihe zu zeichnen. — Die diesjährige Gene r a l v e r s a nt m l n n g des H i l f s v e r e i n s der deutschen Jude n findet statt am Mittwoch, den 25 April 6 Ubr nachmittags, in der ..Gesellschaft der Freunde". Berlin W, Potsdamer Straße Nr. 9. Die Ortsgruppe Berlin des I ü d i s ch e n F r a u e n b u n d e s' wird am Dienstag, den 24. April, um 5*4 Uhr. im großen Sitzungssaal des Verwaltnngsgebäudes der Jüdischen Gemeinde. Rosenstraße 2/4, ihre Mitgliederversanunlung abbalten. Nach Berichten über die Arbeitsgebiete der Ortsgruppe und über die Delegiertenversannnlung des Bundes wird Herr Rabbiner Tr. Warschauer eine Ansprache halten. Gäste sind sehr willkommen. Tie .ordentliche Generalversammlung des H i l f s v e r e i n s f ü r d i e j ü d i s ch cn Taub st u m m eit in Deutschland findet am Sonntag, den .22. April, vormittags II Ubr, im zweiten Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4. statt. Im Jüdisch-liberalen Jugendverein zu Bosen sprach Herr Rabbiner Tr. Stein thal über „Religiöse Jugenderziehung in Schule und Haus". Ter Vortragende behandelte insbesondere den Einfluß der Religionsschule ans die religiöse häusliche Erziehung der Jugend und die Ausgestaltung des Unterrichts. - Aus Köthen wird uns aescbrieben: Zu seinem 25jährigen Rabbineriubiläum wurden Herrn Tr. S e l i a k o w i tz zahlreiche Ehrnnaen und Aufmerksamkeiten zuteil, die Zeugnis ablegten von der Wertschätzung, deren sich der Jubilar in allen Kreisen erfreut. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde überbrachte mit den Glückwünschen der Gemeinde eine wertvolle Büste. Zahlreich? Getneiudemitglieder überreichten "ferner noch persönlich Erittuerungsgaben. Von Behörden, wissenschaftlichen Gesellschaften und Blättern, deren Mitglied und Mitarbeiter Herr Tr. Seligkowitz ist, trafen Glückwünsche und Blmnenspenden in großer Zahl ein. - Oberleutnant d. Res. Ludwig K u r z nt a n n , Sohn des Herrn Hoslirseranteu Kurzmann in Bavreuth, ist ist znm Rittmeister befördert worden. Dem Leiter der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem. Direktor Silberberg, wurde die Rote-KreuzMedaille III. Klasse verliehen. Herr Landrat Roß mann überreichte die Auszeichnung vor den versammelten Zöglingen der Anstalt mit einer Direktor Silberberg ehrenden Ansprache. - Ans Neuß wird berichtet: Das Fest d r a.'ldenen Hochzeit feierten hier Herr P h i l i p P S t ei n und Frau. Als Vertreter der israelitischen Gemeinde, des Vorstandes und der Repräsentanten übermittelte Herr Prediger N u ß b a u m mit einer Ansprache offiziell deren Glückwünsche. Seit Jahren hat sich Herr Stein als Vorstandsmitglied der Gemeinde in den Dienst der Gemeinde gestellt. Der hiesige israelitische Frauenverein übermittelte der Jubilarin als ehemaligen. Vorsitzenden ein Festgeschenk. Die -von dem Kaiser verliehene Ehejubilnuntsmedaille üb erb rächte Herr Prediger Nußbaum. — Gerichtsassessor Tr. Ludwig Berliner, Sohn des Herrn Jakob Berliner in Worms, Referent für Versicherungswesen in der Abteilung für Handel und Gewerbe, hat. den militärischen Rang eines Majors erhalten. -- Ans dem Haag wird uns geschrieben: Die S p e u d e'n e i n k ü n f t e des I. N. F. im Monat Mürz betragen 8 2465 Mark und verteilen sich auf folgende Länder: Nordamerika 24 553 Mark, Oesterreich 23 601 Mark, österreichisches beletztes Gebiet 2412 Mark. Deutschland 14124 Mark, deutsches besetzte? Gebiet 1777 Mark. Hvllaud 8195 Mark. Rußland 2850 Mark, ttafcm, 2424 Mark. Schweiz 1675 Mark, England 1250 Mark, südslawische Länder.951 Mark, Südafrika 688 Mark, Schweden 659 Mark, Belgien 655 Mark. Dänemark 586 Mark. Australien 510 Mark, Griechenland 478 Mark. Aegypten 107 Mark, Frankreich, Italien und andere Länder 270 Mark. Die Einnahmen des ersten Vierteljahres 1917 beliefen sich ans insgesamt 208 270 Mark aea.n 100 105 Mark im ersten Vierteljahr 1916. Rabbiner S. Ouderwyzes ist zum Oberrabbiirer von Amsterdam gewählt worden. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich hat dein Feldrabbiner Dr. Ernst Deuts ch. zugeteilt einem Etappeustativnskonimaudo, in Anerkennung vorzüglicher und amopferungsvolter Di.nstteistung vor dein Feinde das Goldene Berdiensrkreuz mit der Krolle am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Aus Warschau wird berichtet: Auf der letzten Sitzung des Provisorischen Staatsrates verlas der Vizevorsitzende die Liste der Personen, die vom Staatsrat als Mitglieder der verschiedenen Departements ernannt wurden. Darunter befand sich für das Finanzdepartemeut der jüdische Finanzmann und Rechtsanwalt Herr Josef Keren bäum, für das Departement für Religion und Kultnsangelegenheiten der Sekretär der Jüdischen Gemeindeverwaltung Rafael Kempuer und für das politische Departement der gelehrte Jurist Siuwn Rundste in. - Einer Verordnung des Chefs der Miliz vom 7. März zufolge dürfen alle Geschäfte am Sonntag und an den christlichen Feiertagen nicht wie bisher bis 3 Uhr, sondern bis 5 Uhr abends geöffnet bleiben. Die Presse bringt diese Verordnung in Verbindung mit den Bemühungen der jüdischen Oessentlichkeit. den Sonntagshandel für die Juden zu gestatten. Dem Bericht der Sektion der I ü d i s ch e n Volksküchen in Warschau, die am 1. März 1916 gegründet wurde, entnehmen wir folgende interessanten Zahlen: Im Verlaus der zehn Monate (März bis Dezember) wurden 8 549 736 billige Mittagessen verteilt, darunter 2 730 675 völlig nnentaettlich. Die Zahl der Küchen beträgt 24, darunter 3 Arbeiter- und 2 Schulküchen. Im Interesse der besseren Oraaimierung wurde beschlossen, bezahlte Bedienung anzustellen. An diesen Küchen sind nunmehr 352 Personen mit einem monatlichen Gehaltsbudget von 5000 Rubel anaestellt. In der Spitze dieser Sektion der Jüdischen Volksküchen steht der Zionist Selig W e i tz •- nt a n n. Ans Warschau wird unter dem 5. April gemeldet: Der Erfinder des Esperantos Dr. Ludwig Zamenhof ist gestern hier gestorben. Zn Ehren S a m n e l Go m p e r s , des verdienst vollen Präsidenten der amerikanischen Gewerkschaften, veranstalteten die Arbeiterführer der Union ein Gasturahl. an dem sich außer zahlreichen Freunden auch höchst bedeutende Persönlichkeiten der politischen Oeffentlichkeit beteiligten. Es galt der Feier der fünfzigjährigen Wiederkehr des Tages, seitdem er in öffentlicher Tätigkeit zugunsten der Arbeiterbewegung stand, ferner seines 77jührigen Geburtstagen ttnb seiner goldenen Hochzeit. Außer den oben erwähnten Gästen waren 27 Verwandte anwesend und sein mehr als 90 Jahre alter, erblindeter Vater, Saul Gompers, der mit Stolz von den Ehrungen Kenntnis nahtu, die seinetn bedeutenden greisen Sohne zuteil wurden. Ein Beweis der Langlebigkeit der jüdischen Rasse einerseits und dee Gewinns, den die Allgemeinheit durch die Zuwanderung aus deui Osten davonträgt. - Professor Nah um Sloush z von der Sorbonne. Paris, kam Mitte Februar nach Amerika, wo er im Tropfte College (Phila-delphia), einen Zyklus von Vorlesungen über die Juden in Afrika hält. Er beabsichtigt ferner, ein hebräisches Bttch über die Juden in Marokko herauszugeben. Verantwortlicher Redakteur: Albert Üad in Berlin-Pankow. Flora strafie 58 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Mar Junge. Berlin-Friedenau. Truck und Verlag von Rudolf Masse.

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