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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-04-13 · Heft 15 (13.4.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 15 (13.4.1917)
Date
1917-04-13
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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die in den Städten Palästinas schon bald zwei-Jahre wüten, noch immer nicht zur Ruhe gekommen zu sein. Zum Flecktyphus ist der Bauchtyphus hinzu gekommen. Die soeben eingetroffenen 8 Nummern des „Hccheruth" (vom 30. Dezember bis 10. Januar) enthMen sieben Nachrufe. Zu den neuer: Opfern gehören unter anderen der 40 jährige David Schlesinger, der Leiter des Waisenhauses in Jerusalem, der 43 jährige Leib Weber, einer der Führer der Jeschibah „Ohel Mosche" in Jerusalem, die Gärtnerin Esther Harari, M. Neurn a n n, einer der ältesten Kolonisten in Rischon-le-Zion, der Schwiedervater des Schriftstellers I. Grasowskh. In Jaffa begann der Arzt der Stadtverwaltung Herr Dr. Schami Einspritzungen gegen den Bauchtyphus imentgeltlich vorzunehmen. Das ottomanische Krankenhaus stellte noch einige Krankenschwestern an, darunter auch die jüdische Krankenschwester Sara H e b r o n i aus Jerusalem'. In S a f e d wird noch immer der Arzt, der: die Wiener Allianz aus der Schweiz zu senden versprochen hat, sehnsüchtig erwartet. Zu Anfang dieses Schuljahres wurden an die Realschule in Haifa neue Lehrer berufen. Die Zahl der Schüler nahm zu. Gegenwärtig hat die Schule 200 Schüler. Zu Ehanuka veranstaltete die Schicke einige Wende, die auch von der Stadtbevölkerung gern besucht wurden und einen ansehnlichen Reinerlös zugunsten der Küche ergaben, die an der Schule eröffnet wurde. Die Abiturienten des Jaffaer Gymnasiums veranstalteten einen Abend zu Ehren des verschiedenen Dichters S. Frug. Mordechai ben Hillel Ha kosten erzählte seine Persönlichen Erinnerungen an den Verstorbenen, und der Dichter Jakob Steinberg würdigte sein Schaffer:. Ter Reinertrag dieses Abends wurde den: jemenitischen Kindergarten überwiesen, der vor fitr^en: in Jaffa gegründet wurde. Von MH und ferm - Die K n u st s a m m l u n g R u d o l f M o s s e wird an: Sonntag, den 22. April, von 12 bis 2 Uhr zum Besten des Vereins Mädchenhort für den Besuch geöffnet sein, lim 1 Uhr wird Fritz Stahl einen Vortrag über ..Jugendwerke" in: Anschluß an Bilder der Sammlung (Feuerbach, Thoma, Menzel, Makart u. a.) halten. Es wird nur eine beschränkte Zahl von Eintrittskarte:: abgegeben, die zum Preise von 5 Mark bei dem Pförtner des Hauses Mosse. Leipziger Platz 15, und am Besichtigungstage an der Kasse zu haben sind. -- Der außerordentliche Professor für semitische Philologie au der Berliner Universität und Lehrer am Seminar für orientalische Sprachen Dr. Eugen Mittwoch hat, wie wir erfahren, einen Ruf als Ordinarius nach Greifswald erhalten, wo er den nach Göttingen übergestedelten Professor Mark Lidzbarsk: zu ersetzen bestimmt ist. Der Gelehrte wird der Berufung erst nach dem Kriege Folge leisten können, da er zurzeit im Heeresdienst steht. Tr. Eugen Mittwoch ist 1876 zu Schrimm, Provinz Posen, geboren. -- Zum Leiter der chirurgischen Poliklinik an: Berliner Jüdische:: Krankenhaus ist Dr. Paul R o s e n st e i:: aus Berlin gewählt worden. Tr. Rosenstein wcrr bisher als Ehefar.st eines Feldlazaretts tätig. — Tie 33. ordentliche Generalversammlung des Vereins „Freunde der Taubstummen — Jedide Jlmim" findet statt am Sonntag, den 22. April, mittags 12 Uhr. im Hause des Brüdervereins. Kurfürstenstraße 116. — Das 60jähr:ae Toktoriubiläum beging am 21. März der emerit. ao. Professor der landwirtschaftlichen Technologie an der Breslauer Universität. Geheimer Regierungsrat Dr. Siegfried Friedländer. Der Gelehrte, der aus Karlsruhe (O.-S.) stammt, stebt im «82. Lebensjahre. Am 21. März 1857 promovierte er in Breslau ::nd habilitierte sich ebenda später als Privatdozent. Bon 1860 bis 1881 war Friedländer Dozent an der Landwirtschaftlichen Akademie zu Proskau und seit 1878 zugleich Direktor des dem Landwirtschaftlichen Zentralvereine gehörigen milchwirtschastlichen Instituts. Ostern 1881 kam er nach Breslau, wo er bis zu seiner Emeritierung (1891) lehrte. Seither wohnt er in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten in landwirtschaftlichen und technischen Zeitschriften. Rektor und Senat der Universität Breslau richteten ein Glückwunschschreiben an den Jubilar. — Aus Königsberg wird uns geschrieben: Am 6. September 1014 waren es 25 Jahre, daß Herr Wäisenhausdirektor Perih seines Amtes in Königsberg waltete. Man hatte damals angesichts der Nussengefahr in Ostpreußen von jedweder Feier Abstand geniiitnicii. Anläßlich der am 28. April stattfindenden Silbernen Hochzeitsfeier des Peritzschen Ehepaares beabsichtigt das Kuratorium des Waiserchauses, nachträglich eine Jubiläumsfeier des im: sein Amt, feinen Stand und seine Provinz, nicht minder aber auch um die gesauste deutsche Judenheit so hochverdienten Mannes zu veranstalten. — Aus Posen wird uns geschrieben: Herr Rentier Louis Feilchenfeld, der längere Zeit hier gelebt und nach Berlin übergesiedelt ist, hat der Stadtgemeinde Posen 3 0 0 0 0 Mark mit der Bestimmung überwiesen, diese Summe als Stiftung zum Besten unehelicher Kinder ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität zu verwenden. Die Armendeputation beschließt über die Verteilung der Zinsen — Dem Geheimen Kommerzienrat und Stadtrat Herrn Louis A r o n f o h n in Bromberg ist das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden. — Nach den Beschlüssen der Schulgemeindevertreter in Ostrowo werden im Rechnungsjahr 1017 an Schulbeiträgen von den jüdischen Hausvätern 25 v. H. Zuschlag zur Einkommen-, Gewerbe- und Betriebssteuer und zur Hälfte der Grund- und Gebäudesteuer erhoben. -- Dem Sekretär des Hilfsvereins der dentsck>eu Juden in Hamburg, Herrn Henry Ehassel, ist vom Kaiser von Oesterreich in besonderer Anerkennung kür Verdienste un: die österreichischungarische Krieassürsorge in Hamburg, deren Schriftführer Herr Ehassel ist, das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens verliehen worden. — .Reallehrer Dr. Emanuel Blüth, der mehr als 25 Jahre mit aroßem Erfolg an der israelitischen Realschule in Fürth gewirkt und sich die Freundschaft seiner Kollegen und die Liebe seiner Schüler in gleichem Maße errungen hat. ist rin Alter von 52 Jahren gestorben. -- Aus Köln wird berichtet: Herr Elias Eahn. Kantor der hiesigen Grobgemeinde, beging an: 1. April sein 25sähriges Dienstjubiläum: hiervon ist er 18 Jahre bei unserer Gemeinde tätig. — Freifrau Mathilde v. Rothschild in Frankfurt a. M. hat dem dortigen Komitee für die Nationnlstistuug 50 000 Mark überwiese::. Hiervon sollen 20 000 Mark für die Stadt Frankfurt a. M., 20 000 Mark für das Zentralkomitee in Berlin und 10 000. Mark für den Obevtannuskreis Verwendung finden. — Die Mediziner Weinberg und Seguil von: Pasteur-Institut in Paris teilten i-n der Akademie der Wissenschaften mit. daß es ihrer gemeinsamen Forschung gelungen sei, ein Serum gegen den Erreger des Wundbrandes zu entdecken. Das Serum könne sowohl als Schußn>ic als Heilmittel verwendet werden. — Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag meldet aus London: Biele Lebensmittelgeschäfte in: East End und Umgebung tragen seit einiger Zeit die Aufschrift: „Juden wird nichts verkauft!" Jüdische Frauen werden immer häufiger aus den Reihen der Personen gestoße::, die sich vor den Geschäften ansstellen: drangen sie doch bis zu::: Verkäufer durch, dann erhalten sie statt der erbetenen Waren oft nur Beschimpfungen. Ter „Board vf Teputies" macht keine Miene, eine kräftige Aktion gegen diese Hetze einznleiten. Da die Behörden nickst eingreifen und die Lebensmittelnot steigt, wird die Lage der East-End-Juden immer trauriger. Wie ans Madrid gemeldet vstrd. wurde dort im voriger: Monat eine Synagoge eingeweiht, bei welcher Gelegenheit eine Barn:i?w>oh stattfand, die erste in Spanien seit 1402. Die jüdische Gemeinde soll Mitglieder aus 16 verschiedenen Ländern ausweisen. — Ter ..Rufski Invalid" teilt mit. daß bis zum 1. Januar d. I. 8681 jüdische Soldaten in Rußland mit dem Georgikreuz ausgezeichnet worden sind, darunter 635 1. Klasse. 982 2. Klasse, 1296 3. Klasse und 5768 4. Klasse. Medaillen haben bekommen bis 1. Januar: 11 374 Juden 1. Klasse, 14100 2. Klasse. 26 636 Juden wurden m Gefreiten, Unteroffizieren, Feldwebeln nsw. befördert. — Die jüdische Gemeindeverwaltung in Warschau hat die Ausstellung des neuen Etats für 1017 beendet. Personen, die infolge des Krieges Vermögens einbuße erlitten haben, sind niedriger besteuert oder von der Steuer befreit worden: anderseits ist versucht worden, alle diejenigen, die in der Kriegszeit gut verdient haben, mit höheren Steuern zu er fassen. Die Abgaben sollen bald nach dem Pessachfeste eingezogen werden. — Zur Verteilung der Mazzothkarten ist durch die Hausverwalter eine Zählung der Juden vorgenommen worden, die ergab, daß gegenwärtig in Warschau 357 000 Juden wohnen. Im vorigen Jahre betrug ihre Zahl 350 000. Daraus ergibt sich, daß sich die jüdische Einwohnerschaft um 7000 Seelen vergrößert hat. Gegenüber der Tatsache, daß die Gesamteinwohnerzahl in.Warschau sich um etwa 100 000 verringert hat, ist der Zuwachs an Inden charakteristisch und beachtenswert. _____ Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Morastrake 58 Verantwortlich für den Anzeiaenteil: Ma^Junae. Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mofse.

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