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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-03-16 · Heft 11 (16.3.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 11 (16.3.1917)
Date
1917-03-16
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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ehemaligen türkischen Großhändlers Salomon Rüben F a r ch y, statt. Tie große Zahl der Trauergäste, unter welchen fast sämtliche Mitglieder der türkischen Jsraelitengemeinde Wiens vertreten waren, gab Zeugnis von der allgemeinen Wertschätzung des Verewigten. Es erschienen der gesamte Vorstand des Verbandes der türkischen Israeliten (Sephardim) in Wien unter Führung des Präsidenten Mosco d e M a j o und des Vizepräsidenten Leon H a i m, der Tempelvorstand und die Vorsteher aller Wohltätigkeitsanstalten der Gemeinde, dessen gesamte Beamtenschaft sowie zahlreiche Trauergäste. Seitens des Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde Wiens erschienen der Präsident Dr. Alfred Ster n, für die Chewra-Kadischa der Kultusgemeinde die 'Herren Karl Lemb e r g e r und Leopold Otto fowie Amtsleiter Wilhelm F r e i - st a d t l. Der Leichenzug ging von dem Trauerhause vor dem türkischen Tempel, von dessen Giebel Trauerfahnen wehten, dessen Tore geöffnet waren und dessen Vorhof beleuchtet war, vorbei zum Zentralfriedhofe, woselbst der Vizepräsident der türkischen Jsraelitengemeinde, Herr Leon H a i m, dem langjährigen Obmanne der Chewra-Kadischa und treuen Mitarbeiter einen warmen Nachruf hielt. Im Anschlüsse an die Beerdigung trat der Vorstand des Verbandes zu einer Trauerkundgebung zusammen. — Eine in ihrer Art originelle Zusammenkunft fand vor kurzem in Triest statt. Tie der Jsonzoarmee angehörenden Feldrabbiner, zwölf an der Zahl, versammelten sich unter Vorsitz ihres verdienstvollen Seniors, des dem Armcekommando zugeteilten Feldrabbiners Tr. Taube r, zu einer Besprechung wuchtiger Standesfragen, Als erster Punkt der Tagesordnung figurierte die Frage.der Mazzothbeschaffung für die jüdischen Soldaten int Felde. Es wurden mehrere wichtige Beschlüsse gefaßt und u. a. die Anregung zur Einberufung einer allaemeinen Feldrabbinerkonferenz gegeben, deren Verwirklichung im Interesse einer gedeihlicheil Fortentwicklung der jüdischen Militärseelsorge sehr zu begrüßen wäre. 11m das Arrangement der Taaung haben sich der Vorstand der Triester Kultusgemeinde und Oberrabbiner Tr. Ehajes verdient gemacht: letzterer wohnte den Beratungen als Gast bei. Tie Teilnehmer vereinigten sich auch zu einem photographischen Gruvpenbilde. Tie Feldrabbiner haben an ihren verehrten Armeekommandanten, an Se. Erzellenz den £errn Generalobersten v. Boroevie, eine Huldigungsdepesche gerichtet, worauf von Sr. Exzellenz nachstehende Antwortdepesche eintraf: „Ten ehrwürdigen Feldrabbinern, die sich in diesem Kriege so glänzend bewährt haben, meinen besten Tank mtb viele Grüße." Von Nah und ffmt — Professor Dr. James Js ra e l hat in einem au den Vorstand der Jüdischen Gemeinde gerichteten Schreiben seine Absicht kundgegeben. am 1. Oktober aus seiner Stellung als leitender Chirurg am jüdischen Krankenhaus auszuscheiden. Wie wir hören, schreibt das „Berliner Tageblatt", beabsichtigt der Krankenhausvorstand, den berühmten Chirurgen dazu zu bewegen, seine Stellung weiter zir behalten. - Am 9. d. M. ist Sanitätsrat Tr. Alexander F r i e d b e r g gestorben. Er war Mitglied der Armen- und Waifenkommifsion der jüdischen Gemeinde, die nun dein verdienten Manne einen ehrenvollen Nachruf widmet. - Die Hirsch K u p s e r - u n d M e s s i n g w e r k e A.-G. in Berlin und Eberswalde haben beschlossen, zunächst für 5 Millionen Mark von der neuen Kriegsanleihe zu erwerben. — Fabrikbesitzer Tr. Hugo C a s s i r e r wurde vom Reichskanzler zum Mitglied des Beirat des Reichskommissars für Ilebergangswirtschaft ernannt. — Bon Seiner Majestät dem Kaiser ist Herrn Hermann Abraham das Verdienstkreuz für Krieashilssdienst verliehen worden, das ihm vom Herrn Nnterstaatssekretär Exzellenz Richter persönlich überreicht wurde. Frau Bankier Toris Nathan s o h n . Frau Jnstizrat M e ch e l s o h n und Frau Kommerzienrat M a n h e v m e r erhielten die Rote-Kreuz-Medaille. -- Justizrat Tr. Siegmar Friedländer, Vorsitzender des Religiousvereins in Charlvttenburg, ist im 56. Lebensjahr einer Lungenentzündung erlegen. Der Verstorbene, der, ehe er sich als Anwalt niederlieb, Magistratsassessor in Charlottenburg war, gehörte lange Jahre der Stadtverordnetenversammlung an und erfreute sich in weiten Kreisen großer Beliebtheit. - Zu unserer Notiz in Nr. 8 über die Seelsorge in der großen Garnison Allenstein ist noch zu bemerken. daß der dortige Rabbiner Herr Tr. Olitzki auch in den kleinen Garnisonen Bischofsburg, Mohrilngen, Ortelsburg und Sensburg Militärgottesdienste abhält. —. Ter Deutsche Kriegerhilfsbnnd Berlin widmete Fräulein Irene Fla tan, Tochter des Kaufmanns Herrn M. Flatau in Posen, ein Gedenkblatt für die hochherzige Unterstützung seiner Bestrebungen. — In Wronke verschied nach kurzem Krankenlager das langjährige Vorstandsmitglied dev jüdischen Gemeinde, der Chewra-Kadischa und Malbisch arumin Herr Rentier Jakob Lippmann. Von inniger Liebe zu seinem angestammten Glauben erfüllt, hat er sich innerhalb der Kollegien mit größtem Eifer und regem Interesse betätigt. Groß war die allseitige Beteiligung bei der Beerdigung. — Frau Mühlenbesitzer Dr. K o h n, Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins zu Ottmachau (Schlesien), wurde die Rote-Kreuz-Medaille dritter Klasse verliehen. — Der deutsche Generalkonsul in Lissabon und später in Madrid, Herr Martin Weinstein, ist am 20. Februar gestorben. Er war Ehrenbürger der Stadt Dessau, die ihn als ihren Wohltäter bezeichnet. Den ihm zufließenden Reich-, tum verwandte er, so heißt es in einem Nachruf der Stadt, um mit milder Hand reiche Gaben zur Linderung von Not und Sorgen zu spenden. Auch seine Vaterstadt Wörlitz, die er gern besuchte, hat in reichem Maße feine freundliche Güte und Hilfe erfahren. — Aus Mürtchen wird geschrieben: Den: Unteroffizier Berthold Feucht-, w a n g e r wurde jüngst das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Ter erst 20jährige junge Held weilte gerade hier in Urlaub, als ihnr diese Auszeichnung telegraphisch übermittelt wurde. Gleichzeitig erhielt er eine Depesche von seinem kommandierenden General mit folgendem Wortlaut: „Ein Hurra dem Tapfersten der Tapferen! Gröninger„ Exzellenz." Der so Ausgezeichnete ist der Sohlt des vor Jahresfrist verstorbenen Fabrikanten Siegmund Feuchtwanger. Kommerzienrat Dr. Karl G o l d s ch m i d t, Generaldirektor, der Th. Goldschmidt A.-G., Ehemische Fabrik intd Zinnhütte, Essen (Ruhr), wurde vom Reichskanzler zum Mitgliede des Beirats des Reichskommissars für Uebergangswirtschaft ernannt. - In Richelsdorf haben, wie die „Eiseltacher Tagespost" berichtet, rohe Bubenhände auf dem dortigen jüdischen Friedhofe Viele Denkmäler nicht nur umgeworfen, sondern auch stark beschädigt und zum Teil zerschlagen. Auf die Ermittlung der Täter ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. -- Das Eiserne Kreuz am weißschwarzen Bande erhielt der Kriegsberichterstatter der „Frankfurter Zeitung" Tr. Fritz W e r t h e i m e r. — Tie D entsch - h o l l ä u - dr s ch e P a l ä st i n a v e r w a l t n n g kündigt die Veranstaltung eines Palästinatages der Jüdischen Gemeinden Deutschlands zugunsten der kriegsnotleidenden Glaubensgenossen im Herligen Lande für das bevorstehende Pessachsest an. — Dem Herrn Professor Tr. Emil Hofm ann, Rabbiner in Reichenberg (Böhmen), wurde für die freiwillige, selbstlose mrd aufopfernde priesterliche Tätigkeit als Seelsorger der israelitischen Militärpersonen der Garnison sowie in den Kriegsgefangenenlagern bei Neichenberg vom Mobilisierungsbeginn an die b e l o b e n d e Anerkennung und der D a n k des k. u. k. Militärkomandos allsgedrückt. - - Die orthodoxe Chewra-Kadischa in Blldapest beschloß die Errichtung eines Waisenhauses für Kinder gefallener jüdischer Soldaten. Drei Mitglieder zeichneten sofort zusammen 45 000 Kronen. - Tie „Hazefirah" in Warschali, die vor kurzem aus Mangel an Mitteln ihr Erscheinen als Tageszeitung einstellen nlußke, erscheiltt seit dem 1. März als Wochenblatt. Als Redakteur zeichnet S. So ko low. - - Wie die neugegründete russische Tageszeitung „Rußkaja Wolja" mitteilt, wurden die jüdischen Politiker Baron Alexander Günzburg und Rechtsanwalt H. B. S l i o s - b c r g am 25. Januar vom Minister des Innern Protopopow empfangen. Tiefer Besuch lvird mit den Gerüchten über den bevorstehenden Erlaß in der Wohnrechtsfrage der Juden in Zusammenhang 'gebracht. - - Ter Großrabbiner von Tanger, Mordechai B eng io, ist gestorben. Der Sultan von Marokko und die Gesandten von Frankreich und England beteiligten sich an seiner imposanten Beerdigung. — Am 10., 11. und 12. Februar wurde in New Dort von der „Histadruth Jvrith" eine Konferenz abgehalten, an der Vertreter des Hebraismus von ganz Amerika teilnahmen. Folgende Fragen kamen zur Behandlung: 1. Hebräische Erziehung, 2. die Propagierllng der hebräischen Sprache und Literatur, 3. die Stellungnahme der Histadruth gegenüber jüdisch-nationalen und sozialen Problemen, 4. internationale Organisationen. — Nach Mtteilungen jüdischer Zeitungen beschloß der Schulinspektor von Chicago auf einen Vorschlag eines Mitgliedes des dortigen Erziehungskomitees, H e - b r ä i s ch als Lehrfach in die amerikanischen Mittelschulen einzuführen. Tas Hebräisch wird den anderen klassischen Sprachen g l e i ch g e st e l l t werden. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Flora ftratze 58 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge. Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosfe.

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