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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-10-27 · Heft 43 (27.10.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 43 (27.10.1916)
Date
1916-10-27
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Erscheinungen des Krieges Ausdruck zu verleihen. Die durch die Aid Society beförderten oder zu befördernden Briese werden vielen Personen Freude nber auch Kummer und Sorge bringen. Sehr viele Briefe konnten den Adressaten nicht zugestellt werden, da diese nicht gefunden werden können; solche Briefe werden in der Gesellschaft aufbewahrt. Die Immigrant Aid Society hat ein gutes Werk geschaffen, indem sie vielen Tausenden von Menschen die Möglichkeit bietet, mit ihren Verwandten zu korrespondieren und so jenes geistige Band wieder herzustellen, das oft die einzige Quelle des Trostes in den trüben Stunden des Lebens bildet. Von Aah und JFmt — Den Charakter als Sanitätsrat haben erhalten: Dr. Gustav Donas; Dr. Mar B l u m e n t h a l; Dr. Paul Cohnheim; Dr. Heinrich D a v i d s o h n : Tr. Hugo F e i l ch e n f e l d; Dr. Paul F r i e d l ä n d e r; Tr. Sigmund Ginsberg: Dr. Bernhard G u t k i n d : Dr. Siegfried H a m bürg e r; Tr. Karl Hirsch: Dr. Hermann H i r s ch b e r g : Tr. Paul H u t h; Tr. Abraham Jacob: Dr. Paul Jacobsohn; Dr. Mar Jacobsohn; Dr. Siegfried K l e m p n e r : Dr. Alfred L e w a n d o w s k i; Tr. Sally Meyerhardt: Dr. Georg Müller: Dr. Leopold N e u h a u s : Dr. Ludwig OPet: Tr. Paul N i ch t e r : Dr. Salomvn R 0 t h m a n n : Dr. Frist S n ch s; Dr. Ernst S a m t e r : Tr. Arthur S ch l e s i n g e r : Dr. Isidor S ch n i st e r : Dr. Paul S ch lv c r i n : Dr. Benjamin S i m o n s o h n : Tr. Simon Vogel: Dr. Eugen W a r s ch a u e r. - -- Ter bisherige bulgarische Konsul in Berlin Kommerzienrat I. Mandelbaum wurde zum Generalkonsul ernannt. - Dem Kammersänger Herrn Jadlvwker wurde die türkische Rote-Halbmond-Medaille in Silber für besondere Verdienste ilu Interesse des Noten Halbmonds verliehen. - Für den verstorbenen Handelsrichter Julius H e ine, Seniorchef der Firma S u. I. M. Heine, fand in der letzten Festwoche in der Alten Halle des jüdischen Friedhofs in Weißensee eine Trauerfeier statt. Unter den Trauergästen sah man zahlreiche namhafte Vertreter der Berliner Kaufmannschaft und niedrere Handelsrichter vom Landgericht Berlin I. Die Gedächtnisrede hielt Prediger Dr. L e h m a n n von der Jüdischen Neformgemeinde. Im Anschluß an die Trauerfeier erfolgte die Beisetzung auf dein Friedhof. —- Im Verein für jüdische G e s ch i ch t e und Literatur zu Memel sprach der Schriftsteller Herr Juli u s B a b alls Berlin über das Thema „Tie Juden und die deutsche Gegenwart". - - Der Israelitische Frauenverein in Soldau widmet der in Berlin verstorbenen Frau Emilie Schwul folgenden Nachruf: Seit Gründung dem Verein angehörend, hat die Verewigte ihr bestes Können diesem gewidmet, als dessen Vorsitzende Großes geleistet. Stete Hilfsbereitschaft und nie versagender Wohltätigkeitssinn sichern der Dahingeschiedenen hier ein bleibendes Denkmal. - Aus Posen wird uns geschrieben: Ter Abiturient des hiesigen Königlichen Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Jacob Spielm a u n, ein 'Neffe des hiesigen Spezialarztes für Hautkrankheiten Dr. W. Ehrzeliher, der gegenwärtig als aktiver österreichischer Leut» nant im Felde steht, hat die ö st e r r e i ch i s ch e T a p f e r k e i t s - m edaille in Gold erhalten. Schon früher ist ihm das Eiserne Kreuz zweiter Klasse und das goldene Signum laudis verliehen worden. - In Pinne i. P. ist am 14. d. M. Herr Selig N a ch m i e l plötzlich verstorben. Der Heimgegangene hat lange Jahre der Reprüsentantenversammlung angehört und durch Treue und Friedfertigkeit die Interessen der Gemeinde gefördert. - Herr Justizrat Salinger in Oppeln, Mitglied des Hauptvorstandes des Centralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, feierte am 15. Oktober die silberne Hochzeit. Justizrat Salinger ist auch langjähriger Vorsitzender des ober schlesischen Landesverbandes des Ceutralvereins. - Bei der Israelitischen Gemeinde in Leipzig sind im Jahre 1915 verschiedene neue Stiftungen errichtet worden. Herr Joachim H a r m e l i n hat zum Andenken an seinen für das Vaterland gefallenen Sohn 5000 Mark für wohltätige Zwecke bestimmt: Frau Mathilde Kaufmann hat ebenfalls 5000 Mark für allgemeine Wohltätigkeitspflege gestiftet. An einmaligen Spenden für Arme sind insgesamt 2917,80 Mark eingegangen. Vor 500 Jahren, 1416. wurde durch die Herzöge Ernst und Wilhelm den Juden in M ü n ch e n erstmals ein Platz an der Dachauer Straße, in der Gegend des sogenannten Wiesenfeldes, zur Anlage einer Begräbnisstätte angewiesen. Unter Albrecht III., 1442, wurde hier die Beisetzung nicht mehr gestattet; die Leichen mußten fortan in Kriegshaber bei Augsburg ihre Grabstätte finden. Vor 100 Jahren, also 1816, wurde dann unter der Regierung König Max I. der Gottesacker zwischen Südbahnhof und Thalkirchen angelegt, dem bekanntlich vor einigen Jahren ein weiterer an der Ungererstraße in Schwabing folgte. — Der kürzlich in Bayreuth verstorbene Kaufmann Max Harburger hat als Gesamterbin seines Vermögens die dortige Israelitische Kultusgemeinde eingesetzt. — Die Herren Max und Gustav Kaufmann, Inhaber der Lederfabrik Leopold H. Kaufmann in Neu-Isenburg bei Frankfurt a. M., stifteten 100 000 Mark für erholungsbedürftige arme Kinder. 20 000 Mark für ihre Arbeiter und 30 000 Mark der Gemeinde Neu- Isenburg. — Ans Pforzheim wird uns geschrieben: Das vom Groß Herzog von Baden gestiftete Kriegsverdienstkreuz erhielten hier unter anderen Oberamtsrichter Dr. Levis, Oberlehrer und Kantor David Sommer, Generalagent Julius Straus, Leiter des Reserve' lazaretts Siloah Arzt Dr. Herrn. Netter, praktischer Arzt Dr. Will). Rosenberg, Fabrikant Artur Schlesinger und fein Bruder Unteroffizier Ludwig Schlesinger, beide zurzeit in Karlsruhe. Das Kriegshilfekreuz wurde verliehen an Frau Bankier Henriette Bloch Witwe, Fabrikant Paul Joseph, Fabrikant Emil Z e r n i g e r, Fabrikant Artur Schlesinger. — Aus Wien wird gemeldet: Oberstbrigadier eines Infanterieregimente Maximilian M a e n d l wurde in den Adelsstand erhoben und ihm das Ehrenwort „Edler" mit dem Prädikat „Bughardt" verliehen. - Der jüdische Nobelpreisträger Dr. B a r a n y , dem, wie gemeldet, die Wiener medizinische Fakultät eine ordentliche Professur versagte, soll an die Universität Upsala berufen Werden. — Der Miteigentümer des „Neuen Pester Journals", Josef Brodh, und seine Gattin haben zu Händen des Generalsekretärs der Pester Israelitischen Kultus gemeinde eine Stiftung von einer halben Million Kronen erlegt, mit der Bestimmung, daß eine von der Pester Israelitischen Kultusgemeinde zu verwaltende Tuberkulösenheilanstalt errichtet werde, in der in den ersten Jahren hauptsächlich kranke Soldaten, späterhin aber alle Kranken ohne Unterschied der Konfession Aufnahme finden. In Bonyhad (Ungarn) ist Rabbiner Elieser Chajim Deut s ch, eine rabbinische Kapazität ersten Ranges, im Alter von 64 Jahren verschieden. Rabbiner Deutsch war anfangs Landwirt. Er wirkte zuerst in Hanusfalu und seit zwanzig Jahren in Bonyhad. Trotzdem er seit mehreren Jahren am Darmkrebs litt, arbeitete er noch bis zuletzt an seinem Werke „Tekaknot Agunot", das der Krieg veranlaßte. — Der Vorstand des Verbandes der israelitischen Gemeinden Italiens teilt mit, daß demnächst die neuen Statuten der Jüdischen Gemeinde Tripolis erscheinen werden, und daß man dann sofort an die Reorganisierung dieser Gemeinde schreiten wird. Ebenso wird der Verband sein mögliches tun, um die Gemeinde Görz. die unter dem Kriege so viel gelitten hat, wiederherzustellen. - Nach einer Notiz im „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz" hot die Redaktion der in Paris erscheinenden Zeitschrift „La Renaissance" den Pariser Zeitungen mitgeteilt, daß die ganze Auslage ihrer letzten Nummer, die der Frage der Emanzipation der Juden in Rumänien gewidmet war, von der französischen Zensur beschlagnahmt wurde. Auch die übrige jüdische Presse wird von der Zensur stark gekürzt. Es finden sich in jeder Nummer der „Archives Jsraolites" kleinere und größere Lücken. - - Von dem französischen Flieger Marcell Leopold Bloch, der schon einige Male in den Tagesberichten erwähnt war, wird gemeldet, daß er am 21. Juli 1890 in Chaur-de-Fonds geboren ist und sich dann längere Zeit in Brasilien aufgehalten Hot. Er hat im November 1915 sein Fliegerexamen gemacht und seitdem schon mehrere Auszeichnungen erhalten. Am 3. Juli war er beauftragt, einen Drachen zu vernichten, wobei er zwei schwere Wunde>'> erhielt. -- In London fand anfangs September ein achttägiger Basar statt zugunsten der Juden in den Kriegsländern. lieber 25 0(>«> Menschen besuchten diese Veranstaltung und betrug das NeinergebnZ zirka 60 000 Francs. — In Petersburg hat sich dieser Tage ein Ver ein zur Unterstützung jüdischer Gefangenen in Deutschland und Oester reich gebildet. Jedes Mitglied übernimmt die Verpflichtung, für einen Gefangenen in der Weise zu sorgen, daß er ihm von Zeit zu Zeit Lebensmittel, Kleider und Geld zustellt. Das Hilfskomitee erhält für diesen Zweck eine monatliche Rate von 990 Rubel. Ein ähnlicher Verein wurde auch iu Moskau ins Leben gerufen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastraße 5s. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Bertm-Friedenan. Druck und Verlag von Rudolf Moste.

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