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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-10-06 · Heft 40 (6.10.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 40 (6.10.1916)
Date
1916-10-06
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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(5-xekutive-Komitee soll aus 140 Ntitgliederu bestehen, deu 70 jetzigeu Ntitgliedern des Kongreß-Komitees ultd 70 Btitgliederu der Kollfereuz der uationaleu Organisationen. Zu lebhaften Debatten kam es bei der Frage des Wahlmodus zum Kongreß. Das Kollgreß-Komitee lvollte, daß die Zahl der Delegierten von jüdischen Organisationen von vornherein beschränkt werden sollte, um einen wirklich demokratischen Kongreß zu sichern. Tie Gegenpartei aber forderte, daß. es der neuen Crekutive bei der Ausarbeitung der Wahlbestimmuugen überlassen werde, hierfür zu sorgen. Die Delegierten des Kongreß-Konlitees gaben schließlich nach, beschlossen aber ein Memorandum zu veröffentlichen. worin die Gründe, die es notlvendia gemacht habein in diesem Punkte nachzugeben, angegeben werden und gleichzeitig das Bedauern darüber allsgedrückt wird, daß die andere Partei die Eegeugründe nicht anerkennen lvollte. Der Wortlaut des ganzen Ilebereinkommens nebst diesem Memorandum wird allen Körperschaften, die -auf der Vorkonferenz in Philadelphia vertreten loa reu, zur unmittelbaren Abstimmung (Referendum) zugeschickt. Der „Independent Order Bue Brith" in Amerika, der in der Kongreßfrage bisher eine abwartende Haltung einnahm, hat nach der Einignngskonferenz im Hotel Astor folgendes Schreiben an den Vorsitzenden der vereinigten Subkomitees gerichtet: „Der Plan, der uns von Ihnen unterbreitet wurde, ist nicht nur national, sondern international und ist wohl imstande, Frieden im amerikanischen Judentum in einer so loichtigen Epoche unserer Geschickte herznstellen und so das Werk zu vollenden, wofür die „Bne Brith" stets gestritten haben: „Einigkeit in Israel". Wir lvolleil Sie hierdurch davon in Kenntnis setzen, daß das Advisorh-Konlitee enistimmig Ihren Vorschlag gebilligt hat und ihn dem Erekutiv- Kolnitee?ur Bestätigung vorlegen wird. Das Advisory-Komitee lvünscht diese Gelegenheit zu benutzen, um seine Anerkennung auszusvrechen wegen der Geduld, des Taktes und des richtigen Urteils der Bcitglieder der Subkomitees der Kongreß- und Koufereuz-Komitees. gez. A d o l p h K r a u s." Von MH und ffern. Die Jüdische Gemeinde z ll Berlin hat auf di' s ü n f t e K r i e g s a u l e i h e eine Million Mark aus ihren Stiftungsmitteln gezeichnet. Tie Beteiligung der Jüdischen Gemeinde an den Kriegsanleihen des Deutschen Reiches erreicht mlnmehr den Betrag von insgesamt 6 300 000 Mark. Die Gemeinde zeichnete bei den verschiedenen Emissioneil auf die erste Kriegsanleihe 2 000 000, auf die zweite Kriegsanleihe 1000 000, auf die dritte Kriegsanleihe 1 300 000, auf die vierte Kriegsanleihe 1 000 000 Mark. - In den Barnch Anerbachseben Waisenerziehnnasallstalten fand vergangenen Sonntag die Abschiedsfeier für den scheidenden Direktor Professor Dr. A. S t r e l i tz und die Uebergabe des Direktorats an den bisherigen Oberlehrer an der Herder-Schule, Dr. Gustav A l t m a n n , statt. Der Borsitzerlde des Knratoriunls, Generalkonsul Eugen L a n bau, sprach dem scheidellden Leiter der Anstalten mld seiner Gattin namens des Vorstandes den Dank für ihre mehr als 30jähriae segensreiche Alntsführnng aus. Der Mitinhaber des Bankhauses Abraham Schlesinger, Bankier Philipp S chl e s i ll a e t , ist zum stellvertretenden Handelsrichter beiin Landgericht 1 Berlin ernannt worden. - Frau Nanny Boehm geb. Boehm, die Gattin des verstorbenen Inhabers der alten Firma Siinon Boehm, begillg dieser Tage den 70. Geburtstag. Sie hat sich in der Wohltätigkeit großzügig betätigt, u. a. durch Errichtung des bekannten Boehm-Stistes: sie steht ferner im Dienste der Altersorgnngsanstalt der Jüdischen Gemeillde. — - Aus Posen wird uns geschrieben: In bcn Vorstand des Prinzessin-^tugnst-Wilhelm-Säuglillgsheiuls lvurdell die Damen Iran Justizrat Landsberg als Vorsitzende, Frau Sanitätsrat Dr. Pinkus als stellvertretende Vorsitzende, Frau Regina Viktor zur stellvertretenden Schatzmeistern! gewählt, denen als Beirat Herr Sanitätsrat Dr. Theodor Pink u s , der ärztliche Leiter des Säuglingsheims, zur Seite trat. - Tenl Kaufmann Salo B a u m in Pleschen ist die Rote-Krenz-Medaille dritter Klasse verliehen worden. — Am 10. v. M. vollendete Geh. Medizinalrat Dr. Heinrich F r i ed l ä n d e r in Lublinitz sein 80. Lebensjahr. 1836 als Sohn eines Kaufmannes zu Ujest geboren, besuchte er die Schulen in Loslau und Ratibvr und studierte in Berlitz Medizin. 18<;4 inachte er die Feldzüge gegen Dänemark und Oesterreich mit und ließ sich 1870 in Pleß als praktischer Arzt und Badearzt in Goczalkowitz nieder. 1876 erhielt er das Physikat in Lublinitz, das er bis 1903 innehatte; seitdem lebt er als Privatmann. Friedländer, der den Kronenorden 4. Klasse mit Schwertern, den Roten Adlerorden 4. Klasse, das Alsenkreuz ustv. besitzt, ist seit 1902 Ehrenmitglied des Vaterländischen Frauenvereins und des Kriegervereins. — Herr Moritz Schottländer in Breslau, der innerhalb der Verwaltung der Synagogengemeinde viele ehrenamtliche Stellungen bekleidet, beging dieser Tage seinen 60. Geburtstag. — In Görlitz verschied Herr Siegmund Schnell. Der Verewigte hat drei Jahrzehnte hindurch bis zu seinem Tode dem Repräsentantenkollegium der Synagogengemeinde angehört. — Prof. Dr. Leo G r a e tz, der bekannte Münchener Physiker, beging am 26. v. M. seinen 60. Geburtstag. Außerordentlich bekannt wurde sein Werk „Die Elektrizität und ihre Anwendungen", welches bereits in 17. Auflage vorliegt und ein Hauptwerk zur Verbreitung der Kenntnis von Elektrizität geworden ist. Der Gelehrte ist ferner Herausgeber des „Handbuches der Elektrizität" in fünf Bänden unter Mitwirkung vieler Gelehrter, erschienen 1913. Prof. Graetz, ein geborener Breslauer, Sohn des bekannten Historikers Prof. Dr. Heinz Graetz, erhielt seine Ausbildung besonders unter Helmholtz, Kirchhofs und Kundt. Seit 1882 gehört er dem Lehrkörper der Münchener Universität an. — Aus Hanau wird gemeldet: Herr Kommerzienrat Fritz Canthal gehörte dieser Tage 40 Jahre lang der Handelskammer, darunter 25 Jahre als Vorsitzender, an. Die Handelskammer hielt aus diesem Anlaß eine Festsitzung ab. Der Jubilar machte eine Stiftung von 20 000 Mark. — Frau Rabbiner Dr. Holzer in Worms ist vom Großherzog von Hessen das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge verliehen worden. — Das badische Kriegsverdienstkreuz wurde verliehen: dem Mitglied des Oberrats der Israeliten Geh. Oberregierungsrat Dr. David M a h e r in Karlsruhe, deu israelitischen Geistlichen Dr. Moritz S t e ck e l m a ch e r , Stadt- und Konferenzrabbiner in Mannheim, Dr. Hermann Pinkuß, Bezirksrabbiner in Heidelberg, Dr. Joseph Spitz, Bezirksrabbiner in Gailingen, dem praktischen Arzt Dr. Albert Elsässer und Rechtsanwalt Dr. Rudolf F ü r st in Heidelberg. Das badische Kriegshilfekreuz erhielten: Frau Prof. Leontiue Golds ch m i d t, Rechtsanwalt Dr. Theodor Kauf m a n n , Mitglied des Oberrats der Israeliten, und seine Gattin, Frau Martha K a u s m a n n , Fräulein Leonie H e i n e m a n n, Stadtrat Max Liebhold, Fabrikant Isidor Maier, Fabrikant Nathan M a r x, Hauptlehrer Samuel Müller, Frau Hedwig N e u m a i e r , Fabrikant Edwin Reis (Heidelberg). — Im Teuchel der Pester israelitischen Religionsgemeinde, Tabakgasse, fand am 17. v. M. zu Ehren des Oberkantors Adolf Lazarus, der seine 25 jährige Tätigkeit an diesem Tempel vollendete, eine intime Feier statt, bei der ihm im Rahmen des Gottesdienstes Ehrungen zuteil wurden. Nach dem Gottesdienste würdigte Rabbiner Dr. Julius Fischer die Verdienste des Jubilars um den liturgischen Gesang und den Gottesdienst, wonach der Präsident der Gemeinde Ludwig Adle r in Gegenwart der Borstandsmitglieder die Anerkennung und Wertschätzung des Vorstandes und der Gemeinde verdolmetschte. — Oberstleutnant Alois E i s e n st ä d t e r , stellvertretender Chef der 3. Sektion des ungarischen Honvedministeriums, ist mit dem Ritterkreuz des Franz- Iosef-Ordens ausgezeichnet worden. — In Lemberg ist infolge eines Schlaganfalls der Universitätsprosessor für vergleichende Grammatik indoeuropäischer Sprachen Tr. Gustav Gerson, 60 Jahre alt, gestorben. Der Schulausschuß in Lodz hat mit Beginn des neuen Schuljahres 59 Polnische, 3 maravirische, 37 deutsche und ebensoviel jüdische Schulen in Betrieb gesetzt. — Als erster Abiturient des Iasfaer Gymnasiums hat Herr Naaman B e e r m a n n aus Jaffa nach einem sechssemestrigen Studium an der Heidelberger philo- Phischeu Fakultät mit der Dissertation „Die Kriegführung der alten Hebräer" Promoviert. Herr Dr. B e e r m a n n beabsichtigt nach dem Kriege nach Palästina als Lehrer zurückzukehren. — Aus New Uork wird gemeldet: James S e l i g m a n n , Seniorchef des bekannten Bankhauses I. u. W. Seligmann & Co. und hervorragender Philanthrop, ist — 92 Jahre alt — verschieden. Er wurde 1827 in Baiersdorf (Bayern) als Sohn von David Seligmann und Frau Fa uni geb. Steinbart geboren und tarn bereits 1839 nach Amerika zu seinein ältesten Bruder Joses. Er und seine Brüder gründeten Bankhäuser in New Uork, Paris, London und Frankfurt a. M. Verantwortlicher Redakteur: Albert Kat; in Berlin-Pankow, Florastra« e r>K Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenan. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.

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