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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-08-11 · Heft 32 (11.8.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 32 (11.8.1916)
Date
1916-08-11
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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außer der Gattin Frau Anna Bloch v. Brodnegg Gesellschafters der Firma und zwei Töchter, Paula, die mit dem Großindustriellen^ Eugen L ö w e n st e i n vermählt ist, und Fräulein Elise Bloch' v. Brodnegg sowie die Brüder Ludwig Bloch, Gesellschafter der Firma David Bloch und Mitbesitzer der Zuckerfabrik, Dr. Gustav Bl o ch, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, Ferdinand Bloch, Großgrundbesitzer in Jungsernbrezan, und eine Schwester Frau Agnes Mayer. In der unübersehbaren Zahl der Trauergäste waren u. a. zu bemerken: Vizepräsident des Handelsgerichtes Dr. Jsak, Präsident des Verwaltungsrates der Böhmischen Unionbank Max Ritter v. Kahler mit dem Vizepräsidenten Tr. Friedrich K a u f m a n n und den Mitgliedern des Verwaltungsrates, der Vorstand der Filiale Prag der Oesterreichisch- Ungarischen Bank, Oberinspektor Drda, die Großindustriellen Rudolf H a u r o w i tz, Felix Ritter v. K a h l e r, v. P o r t h e i m und Kammerrat Rudolf Werfel, die Universitätsprofessoren Dr. Kafka, F r i e d l Pick und Schenk, Dozent Regimeutsarzt Tr. Camillo Hirsch, Professor Thiele von der Kunstakademie, in Vertretung des Jndustriellenverbandes Präsident Baron Eugen K u b i n z k y , in Vertretung der Stadb Prag die Stadträte S e j d und Arch. M h s l i k, Bürgermeisters Sta stütz in Vertretung der Stadt Bubentsch, der Gesamtvorstand des Vereines für geregelten Gottesdienst mit dem Obmann Robert Edlen v. Fuchs an der Spitze, der Borstand des Kreuzervereines, des Vereines reisender Kaufleute, Ortsgruppe Prag, sowie zahlreicher humanitärer Vereine. Nach Absingung von. Psalmen durch den Tempelchor wurde der Sarg in den sechsZj spänniaen Galaleichenwagen gehoben und auf den Friedhof in Straschnitz übergeführt. In der Zeremoniehalle widmete Rabbiner Tr. S ch w a r z dem Verblichenen innige Worte des Gedenkens, worauf die Beisetzung der Leiche in der Familiengruft erfolgte, Von Iah und f tut ■z= Oberlehrer Dr. G u st a v Alt manu von der Herder-Schule in Charlottenburg ist vom Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde .nun Direktor des Auerbachschen Waisenhauses gewählt worden. Er wird am 1. Oktober der Nachfolger von Prof. Dr. Strelitz, der diese Stelle 3-8 Jahre innegehabt hat. Vorher war der Direktor Auerbach, der Sohn des Begründers und ersten Leiters des Waisenhauses, aus dem Amte geschieden, nachdem er die 50jährige Jubelfeier der Anstalt, der auch Kaiser Friedrich und Gemahlin beiwohnten, mitgemacht hatte. - Als Rabbiner der Jnsterburger Kreisstznaaoaenaemeinde ist, wie wir hören, Dr. Zlocisti (Pr.-Staraard) gewählt worden. Am 24. Juli verschied in Guttstadt nach längerem Leiden der Gemeindevorsteher Herr S a u l S a ß , der eine Reihe von Jahren die Verwaltung der Gemeinde mit großem Pflichteifer geleitet hat. - - Am 31. Juli verschied in Venthen O.-S. nach längerem Leiden Herr I o s e f S p i tz , der als Mit-; alied des Vorstandes des Israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungs- Vereins in aufopfernder Xreue und mit reichem Verständnis durch lange, Jahre segensreich gewirkt und sich unvergängliche Verdienste erworbenhat. - Tr. Emil Reißer in Breslan, bereits Inhaber des Eisernen^ Kreuzes zweiter Klasse, erhielt auch das österreichische Ehrenzeichens vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoratiou. — Aus Leipzig wird berichtet: Dr. med. Mar G o l d s ch m i d t (Straßburg), Assistent der Heilanstalt für Augenkranke an der Universität,, hat die venia le^eucki für Augenheilkunde von der medizinischen Fakultät erhalten, nachdem er seine Probevorlesung „Ueber die Vathogenese des grauen Stars" gehalten hat. — Der Kaufmann Ernst Beer in St. Ingbert, welcher bereits mit dem Eisernen Kreuz. Zweiter Klasse ausgezeichnet worden ist, ist zum Leutnant der Reserve befördert worden und bat den Bayerischen Militärverdienstorden erhalten. Er ist der Bruder des mit dem Eisernen Kreuz erster Klafft ausgezeichneten Leutnants der Reserve, Herrn Otto Beer aus St. Ingbert. Es sind demnach die beiden Söhne des in St. Ingbert verstorbenen Stadtrats, Herrn Michel Beer, zu Leutnants befördert worden. Auch ein Better, der Kaufmann Fritz Beer in St. Ingbert, Sohn des Stadtrats Adolf Beer in St. Ingbert, ist im Felde zürn Leutnant befördert worden. Tapfere Jungens, diese Beeren! — Justizrat Tr. Emil Bereu d in Hannover beging seinen 70. Geburtstag. Er ist Vorfitzender des Rechtsanwaltsvereins gehört als Schriftführer Zur Ahlemer Stiftung, zum Sinwnfchen Waisenhause; er ist Vorsitzender der Alexander - und - Fannh- Simon-Stiftung und Vorsitzender des Kuratoriums der Israelitischen Erziehungsanstalt Ahlem. — Dr. Leo Rosenberg, außerordentlicher Professor an der juristischen Fakultät Gießen, ist zum ordentlichen Professor ernannt worden. — In Stuhlweißenburg ist im Alter von 70 Jahren der als Philantrop weitbekannte Herr Jakob G r ü n fe l d verschieden. Er hatte ein edles Herz und übte Wohltätigkeit im großen Stil. Bei Lebzeiten schon machte er große wohltätige Stiftungen, die er in seinem Testamente mit 750 000 Kronen erglänzte. Die ganze Stadt legte bei seinem Leichenzug Trauerschmuck an und auch der berühmte Kirchensürst Bischof O. Prohazka erschien, um ihm die letzte Ehre zu schenken. Rabbiner Dr. Steinherz widmete ihm ehrende Worte des Gedenkens. — Aus Budapest wird geschrieben: Die amerikanische Hilfsaktion zugunsten der Juden in der Karpathengegend — die von der Russeninvasion am meisten litt — stellte durch die „Wiener Union" dem hiesigen Komitee 150 060 Kronen zur Verfügung. Unter Vorsitz des bekannten Hofrats Franz v. Szekel z hat dieses.seine Tätigkeit begonnen. Es ist das erste Mal, daß sich die exponiertesten Vertreter der beiden Richtungen im Judentum zusammenfanden, um mit Bruderhand dem jüdischen Elend zu steuern und die schwere Judennot zu lindern. Mitglieder sind: A. Frankl, v. Freudiger, Hosrat Winterberg, F e l e k i und der Präsident der Budapester Hanptgemeinde L. A dle r. —- Ferner wird aus Budapest berichtet: Der König hat den jüngst verstorbenen Oberingenieur der Artillerie Ritter Eugen Schlesinger de Benseld, Leiter einer Abteilung im Kriegsministerium, in Anerkenung seiner ganz hervorragenden Leistungen nach dem Tode zum Generalmajor befördert. — Ans Mailand wird berichtet, daß die sozialistischen und liberalen Kreise in England darüber empört sind, daß die Negierung gewillt sei, die russischen Juden auszulieferu. Es wurde ein Komitee gegründet gegen die Allslieferung ilnd erzwungene Militarisierung der Juden. Man nennt das Vorgehen der englischen Regierung nichts anderes als eine Verletzung des englischen Achsrechtes. — Die „Perseverenza" meldet, daß sich in Mailand ein Komitee konstituiert habe, welches die öffentliche Meinung der ganzen Welt zugunsten der sozialen und rechtlichen Gleichheit aller Israeliten bearbeiten soll. Dem Komitee, das zahlreiche Mitglieder aufweist, gehören seltsamerweise keine Juden an; dies geschah wohl deshalb, um den Forderungen der neuen Vereinigung ein größeres Gewicht zu verleihen. Den „Basler Nachrichten" zufolge, ist int Lause des Krieges eine Million Juden für Rußland und den Zareil gefallen — für dasselbe Rußland, in dem heute an allen Ecken urrd Enden Pogrome gären und dessen Regierung sich entschieden weigert, von ihrer schimpflichen Judenaesetzgebung abzugehen! — In Wilna macht sich in letzter Zeit das Streben bemerkbar, nach Amerika ausznwandern, besonders in solchen Familien, die bereits Angehörige in den Vereinigten Staaten haben. Um diesen die Möglichkeit zu schaffen, ihre Auswanderuugspläne durchzuführen, beabsichtigt das jüdische Hilfskomitee für Krieasnotleidende, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen und dieserhalb mit den in Frage kommenden deutschen Behörden zu verhandeln. ----- Die Schüler des hebräischen Gymnasiums in Jaffa nnd des Lehrerseminars in Jerusalem, die zum Militärdienst einberufen wurden, sind in die Offiziersschule in Konstantinopel eingetreten. - Aus New Fort wird berichtet: Oskar S. Straus spendete dem Clarade-Hirsch-.Hei'M für weibliche Einwanderer zur Errichtung eines Zweiten Gebäudes 150 000 Dollar. Die Hebrew Sheltering and Im Migrant Aid Society of America verschaffte im vergangenen Jahre 2715 Einwanderern einen Erwerb. -.Im vorigen Jahre tarnen llach Amerika 28 155 Juden, davon 26 407 als Einwanderer. 14 496 stammten aus Rußland, 2024 aus OesterreickMngarn, 3404 aus Kanada ufw.: 3263 'wurden zurückgewiesen. —- Die zweite Sitzung des Großen Exekutivkomitees für den Amerikanisch-Jüdischen Kongreß, das 70 Mitglieder zählt, fand unter Vorsitz des Herrn Louis D. B r a nd e i s am 22. Juni in New Jork statt. Am Tage zuvor veranstalteten 1200 jüdische Organisationen von New Dort ein gewaltiges Volksmeeting in der Carnegie-Hall unter dem Vorsitz von Herrn Nathan Straus, auf welchem die Herren Hugo Pam, Charles B. Strecker und Tr..Stephen S. Wise Ansprachen hielten. Es wurde eine Reihe von Resolutionen angenommen, und es fand eine große Sympathiekundgebung für den Amerikanisch-Jüdischen Kongreß statt. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mofse.

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