Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1916)
- Date
- 1916-08-04
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 amerikanischen Armee dienen. Aus dem Umstande aber, daß wo immer auch nur ganz kleine Truppenteile, wie in Vera Cruz und in den gegenwärtigen mexikanischen Kämpfen, Juden sich unter den Toten und Verwundeten befinden, kann man schließen, daß eine sehr beträchtliche Anzahl Juden der amerikanischen Armee" angehören muß. — Außer den Zeitschriften „Hatoren" und „Haibri", die seit einiger Zeit in hebräischer Sprache in New Pork erscheinen, wird dort jetzt auch eine neue hebräische Monatsschrift für die Jugend „Schachruth" herausgegeben. Sie wird von den Pädagogen Hirsch, Tomarow und Stein redigiert.. Die Poale- Zionisten Serubabel, Ben-Zwi und Alexander ließen in New York ein Sammelbuch „Jiskor" erscheinen, das dem Andenken der in Palästina gefallenen jüdischen Wächter und Arbeiter gewidmet ist. Das Buch ist jetzt in jiddischer Sprache erschienen, stellt aber eine freilich erheblich vermehrte Uebersetzung eines vor einigen Jahren in Jaffa unter demselben Titel in hebräischer Sprache unter der Redaktion von Brenner und Nabinowitsch erschienenen Buches dar. Anläßlich des Erscheinens dieses Gedenkbuches wurde in New tyoxt eine große Feier zugunsten des Palästina-Arbeiterfonds veranstaltet, bei der verschiedene bekannte Herren Ansprachen hielten. Die hebräische Wochenschrift „Haibri" kündigt das Erscheinen eines literarischen Vierteljahrsjournals an. Das neue Journal, welches von den Herren Meier (Berlin) und Rev. Dr. Nevel redigiert wird, wird sowohl der wissenschaftlichen wie auch der publizistischen Literatur gewidmet sein. Die hebräische Wochenschrift „Hatoren" hat anläßlich des 25jährigen Dichterjubiläums von Ch. N. Bialik eine Sondernummer herausgegeben. Ebenso erscheint eine Scholem- Aleichem-Nummer dieser Zeitung anläßlich des Todes des Dichters. Von MH und ffern. Kurz vor Schluß des Blattes erhalten wir die Trauerbotschaft, daß Prof. Dr. Martin P h i l i p p s o n, der am 27. Juni sein 70. Lebensjahr vollendet hat, in der Nacht zum 2. d. M. verschieden ist. Der Heimgang dieses um die Wissenschaft des Judentums und ihre. Förderung hochverdienten Mannes bedeutet für die deutsche Judenheit, zu deren führenden Männern er zählte, einen schweren Verlust. - Beim Gottesdienst der Jüdischen Reformgemeinde am vergangenen Sonntag beschloß Herr Prediger Dr. Jelski die Predigt mit einem Gebet auf das beginnende dritte Kriegsjahr. Ebenso wurde in sämtlichen Gemeindeshnagogen am vergangenen Sabbat der verflossenen zwei Kriegsjahre in der Predigt gedacht Und diese mit einem Gebet um Gottes ferneren Beistand für Deutschlands Waffen und Ehre beschlossen. — Die Erben des am 27. Oktober 1915 verstorbenen Salomon Kirchheim haben den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin 25 000 Mark zu einem wohltätigen Zwecke gestiftet. Das Aeltestenkollegium hat die Stiftung mit Tank angenommen. — Stabsarzt Professor Dr. M. Katzen stein (Berlin) hat das Ehrenzeichen zweiter Klasse vom österreichischen Noten Kreuz mit der Kriegsdekoration erhalten. — Dem Verlagsbuchhandler Fritz Michaelis wurde das Oldenburger Friedrich-August--Kreuz am rotblauen Bande verliehen. Der Badearzt Dr. Kurt Singer (Bad Salzbrunn, Schlesien) erhielt das österreichische Verdienstkreuz mit Dekoration. Das mecklenburg-s chwerinsche Militärverdienstkreuz wurde Dr. Richard Blum (Berlin), Chirurg einer Sanitätskompagnie im Osten, verliehen. Dem Generaldirektor der Karl Lindström Akt.-Ges. zu Berlin, Max Strauß, wurde das Ludwigskreuz und das lippische Kriegskreuz verliehen. Ten Eisernen Halbmond erster Klasse erhielt der Sanitätsseldwebel Walter Nowak (Berlin- Wilmersdorf). — Dem Frauenarzt Dr. Sonnenfeld (Charlottenburg) wurde der Eiserne Halbmond verliehen. — Aus Posen wird uns geschrieben: Herr Dr. med. Hugo Ehrlich von hier hat zum zweitenmal die Ausübung seiner ärztlichen Tätigkeit auf dem Verwundetenlazarettzug der Bne-Brith-Loge in Berlin übernommen. Er hat sich vom 15. Juli ab auf sechs Wochen dem Wohltütigkeitswerke zur Verfügung gestellt. — Die Shnagogengemeinde Breslau hat den Verlust eines pflichttreuen und bewährten Beamten zu beklagen. Gemeindesekretür Max W o l l m a n n ist nach kurzem Leiden im Alter von 52 Jahren verschieden. Er ist 1903 in die Gemeindeverwaltung eingetreten, nachdem er vorher -in der Kommunalverwaltung seiner Heimatgemeinde Borek (Provinz Posen) das Amt eines Kämmerers (seit 1890) verwaltet hatte und durch das Vertrauen seiner Glaubensgenossen in die Stelle des ersten Korporationsvorstehers berufen war. Er erfreute sich wegen seines stillen bescheidenen Wesens und seiner gewissenhaften Amtsführung der Achtung und Wertschätzung aller, die ihn kannten. — Die Fraternitasloge in Dresden hat in hochherziger Weise dem Dresdener Verein der Kinderfreunde (E. V.) ihr Ferienheim draußen in Oberrochwitz während der großen Ferien überlassen. Es sind daselbst dank des außerordentlichen Entgegenkommens des Vorstandes der Loge die Kinder der Zufluchtsstätte genannten Vereins und noch etwa 4V andere erholungsbedürftige Kriegskinder untergebracht. — Der Privatdozent Dr. Ernst Fraenkel an der Universität Kiel ist zum außerordentlichen Professor für vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft ernannt worden. — Frau Kommerzienrat Rosenfelder in Fürth hat anläßlich des Ablebens ihres Gatten der Stadt 20 000 Mark z:rr Verfügung gestellt, wovon 10 000 Mark für die Fürther Hinterbliebenen für sorge bestimmt sind, während die restlichen 10 000 Mark einer Reihe anderer wohltätiger Zwecke dienen sollen. — Herr Lehrer Levi in Burgreppach wurde von der Königlichen Regierung beauftragt, neben der bereits von ihm geleiteten zweiten auch die erste Protestantische Schule nebst der Fortbildungsschule mitzuführen. Diese drei Protestantischen Schulen haben 168 Schüler. — Der verstorbene Gerichtsassessor Dr. Arthur Kaufmann in Frankfurt a. M. hinterließ für Hinterbliebene gefallener Krieger 200 000 Mark. — Zum Präses der Religionsgememde Worms wurde an Stelle des verdienstvollen verstorbenen Sigmund Meyer II Rentier Max L e v y gewählt und vom Kreisamte bestätigt. — Die portugiesische Gemeinde in Amsterdam verlor durch den Tod des Herrn I. H. Pirnentel eines ihrer besten Mitglieder. Er gehörte dem Kuratorium des portugiesischen israelitischen. Seminars sowie der Leitung zahlreicher jüdischer Vereine an. — Am 16. v. M. beging Rabbiner Dr. Simon Stern in Saaz das 25. Jubiläum als Rabbiner dieser Gemeinde. — Aus Budapest wird geschrieben: Rabbiner Dr. Simon Hevesi fordert zur Gründung eines „Ungarisch-Jüdischen Kulturvereins" auf, welcher den durch die Landesgesetze gewährleisteten Rechten der ungarischen Juden Geltung verschaffen, dieselben verteidigen, innere Mängel beheben und die durch die Zeitverhältnisse verursachten Schäden sanieren soll. Als erste Aufgabe soll der Verein die Erhaltung der durch das Gesetz über den unentgeltlichen Volksschulunterricht in ihrer Existenz bedrohten jüdischen Volksschulen sowie die Erteilung von Religionsunterricht in jüdischen Zwerggemeinden bewirken. — Hofrat Sigmund L. Breitnerin Budapest wendete dem poliklinischen Verein „Charite", dessen Mittel meist von indischer Seite stammen, 200 000 Kronen für ein Spital. In seinem Briefe an den Verein schrieb Breitner, daß es jetzt infolge der zeri störenden Gewalt des Krieges eine doppelt ernste Ausgabe sei, für die Gesundheit der Nation zu sorgen. — Unter den 90 Mitgliedern des nur: gewählten Stadtrats in Warschau, befinden sich 19 Juden, unter diesen der gelehrte Rabbiner Tr. Poznan ski, ein ehemaliger Zögling der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Die zweite Sitzung des Stadtrates sollte Freitag abend stattfinden. Auf Antrag des Ratsnntgliedes Rabbiners Dr. Pozn a n s k i, unterstützt von den Ratsmitgliedern H. F a r b st e i n, L. Davidson, I. Wegmeister, A. P r i w e s, hat der Vor sitzende die Sitzung auf Dienstag abend anberaumt. — Der Jüdische Handlungsgehilsenverein in Lodz will die Vereinsküche vergrößern und ihr eine Unterstützung von 1000 Rubeln gewähren; ferner sollen für den Fonds für unentgeltliche Mittagessen 1500 Rubel zugewendet werden, für kulturelle Zwecke 1060 Rubel, für Darlehen und Unterstützungen 800 Rubel u. a. Insgesamt seien die Ausgaben 10 800 Rubel, die Einnahmen 8000 Rubel (darunter 6000 Rubel Mitgliedsbeiträge). Der Verein „Esro" eröffnete vor kurzer Zeit im Hause Nikolaistraße 21 eine Kuranstalt. Außer Mineralwasser wird in der Anstalt Milch, Kefir, Tee und Kaffee verabfolgt werden. Die Anstalt wird von Armen, die ein entsprechendes Zeugnis vorleaeu können, umsonst in Anspruch genommen werden. Unbemittelte Personen erhalten die Kurmittel zum Selbstkostenpreise Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Ju n g e, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mofse.